DIY RAR - fensterloses Messen

Lautsprecherbau und -tuning

DIY RAR - fensterloses Messen

Beitragvon Hornguru » 12.09.2016, 09:36

Moin!

Wie vor kurzer Zeit erwähnt liebäugelte ich mit der Idee "Basotect Haus".
Ohne hier Basf Werbung machen zu wollen.... Das Zeug ist halt einfach effizient :)

Die Überlegung war im freien zu messen was unter 200Hz traumhaft wirkt.
Aber laut und von Bodenreflektion versaut wird.
Drin noch übler. Was tun?

Ein Schaumstoff wirkt ums xfache effizienter da es nah ist.
Alle mittelhochton Reflektionen werden schon am Entatehungsort gekillt.
Bass kommt stark reduziert raus. Flattert leise durch den Raum, und muss zum Mikro nochmals durch den Schaum, was weiter reduziert. Ein Meter Abstand reicht idR für eine gute Fernfeldstabilität... WENN es sich um Monopole handelt! Dipole sind hier ganz raus. Leider.

An derzeitiger Baustelle ausprobiert:
Kompakt, monopol, frontstrahler... Perfekt für den Test! Kompakt und in 10 Minuten gebaut:

Hier liegt ein kleiner Hochtöner im Schaumbett, Basotect ummauert, Schaum Deckel oben drauf, das Mikro per Angel-Galgen oben reingehangen:

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Das große Mitteltonhorn wird etwas geräumiger ummauert:
Oben unten links rechts abgedeckt mit Front abschließend. Das Mikro liegt gegenüber dem Treiber in einer Schaummauer und guggt in der Mitte leicht raus...
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Alles kein Hexenwerk. Mit etwas Bestand schnell nachgebildet.

Der Aufwand lohnt! Man spart doppelt Zeit hinten raus!
Die Messungen sind spektakulär, sauberer Impuls, keine Refektoinen, man kann bis (bei mir) 100Hz runter ungefenstert, und drunter nur ganz leicht geglättet messen.
Korrekturen, sogar in der Phase, sitzen einfach perfekt.

Messungen heute Abend, sieht einfach zu schön aus um Wahr zu sein :D

Gruß
Josh
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Beitragvon Hornguru » 12.09.2016, 23:23

Der proof of concept...

Breitbänder im Grundtonhorn, 1 Meter Abstand, ungefenstert & unangetastete Messung:

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Hochtonhorn 70 cm Abstand , ungefenstert & unangetastete Messung:

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Und der Superhochtöner in 50 cm Abstand, ungefenstert blabla

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Alle Impulse auf 30ms dargestellt.
Imho ab Grundton aufwärts besser als jede Nahfeld-Messung !
Im Bass nicht ganz, aber da ist man mit Ulis flexiblem FDW unten kurz oben lang schneller am Ziel als mit Nah-Fern-SplitnJoin + Baffle + Pegelanpassen Akrobatik.

Grüezi
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Beitragvon engineer » 25.12.2016, 20:11

Hallo Hornguru

kannst Du etwas über die Langzeitstabilität des Materials sagen? Es wird berichtet, daß sich das Basotect mit der Zeit verfestigt und bröselig wird, wenn man es nicht mit Stoff verblendet. (auch das angeblich "lichtfeste"!)
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Beitragvon Hornguru » 25.12.2016, 23:26

Moin. Ich hab das graue, also pigmentfreie ausgangsfarbe des Melaminharz.
Gekauft 2007. bis jetzt sieht es noch top aus, fast wie neu. sehr stabil
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Beitragvon FoLLgoTT » 26.12.2016, 09:45

Hallo Josh,
kannst du dagegen noch mal einen gefensterte Messung des Horns zeigen (möglichst mit viel Abstand zu den Begrenzungsflächen)? So ganz sauber sieht deine Messung nämlich noch nicht aus. Dieses feine Gezappel dürfte nicht da sein und unter 1000 Hz schlagen anscheinend auch wieder die Reflexionen durch.

Basotect ist ansonsten auch dafür bekannt, dass es teilweise reflektiert (konnte ich selbst schon messen). Ich würde mich nicht wundern, wenn eine gefensterte Freifeldmessung noch mal etwas anders aussieht. Vertrauen würde ich auf jeden Fall eher der Freifeldmessung.

Gruß
Nils
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Beitragvon Hornguru » 26.12.2016, 15:49

Hallo Nils

Das ist nicht einfach über größeren Abstand, braucht man exponentiell mehr Schaumstoff :)

Ich habe daher kürzlich die Gelegenheit genutzt und den Basotect Bestand einer Tonstudioauflösung gekauft. 40m2 für 50€ sind doch fair :cheers:

Hier fiel mehr optisch und haptisch doch ein Unterschied zu meinem Schaum auf.
Auch ist das Ergebnis wenn ich mir die Matte ans Ohr halte anders.
Meine grauen "Teile" schlucken so böse dass man meint man hätte einen Hörsturz wenn man sie an den Kopf hält.
Ich zweifle gerade daran dass es sich bei meinen wirklich um Basotect handelt.
Habe sie 2007 in Gelsenkirchen auf der Hifi Selbstbau Messe vom Händler gekauft.
Kann aber nicht mehr herausfinden wer das war und was dort verkauft wurde.


Egal. Der Superhochtöner scheint mir authentisch.
Der Hochmitteltöner sieht gut aus, allerdings sollte er bei 1kHz am lautesten sein, und nicht im Hochton. So wie ich ihn kenne. Eventuell waren die Basotect Mauern zu nah am Mund und absorbieren hier schon Direktschall Energie... insofern hast du Recht, hier muss ich weiter weg. Mit Schaum und Mikro.
Das Grundtonhorn selbst sieht weniger Ideal aus weil es selbst viel reflektiert. Das Frontloadedhorn sitzt in einem Gehäuse welches seitlich vom Hornmund den rückwärtigen Schall des Treibers nach vorne befördert.
Hier liegt quasi noch ein Raum im Raum im Raum ;)
Dieses Konzept (front+rearloaded mittelton) scheint unsinnig, misst sich grausam, wurde auch von einem Bekannten jenseits jedes technischen Verständnis entworfen, klingt aber traumhaft "körperlich", als ob Instrumente dreidimensional im Raum stehen. Darüber kann man sich streiten :) ich war schon unzählige Male dabei es zu ersetzen durch messtechnisch bessere. Blieb aber dabei weil es so viel Spaß macht. Nicht alles ist rational.

Gruß
Josh
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