MiniDsp Verstärker Eingangsempfindlichkeit?

Lautsprecherbau und -tuning

MiniDsp Verstärker Eingangsempfindlichkeit?

Beitragvon bvk » 27.09.2016, 09:33

Seit einiger Zeit besitze ich 2 Kanal Endstufen von MiniDSP, und zwar die Variante ohne DSP. Diese hat 2 analoge Eingänge mit Lautstärkeregelung, also eine Art Vorstufe. Die Endstufe ist ein IcePower Modul 125ASX2. Die Eingangsempfindlichkeit der analogen Zugänge lässt sich zwischen 1 oder 2 VRMS ?? wählen. Was meint ihr welche Empfindlichkeit ich wählen soll?

Signallieferant ist eine Fireface UC. Eigentlich benötige ich die Vorstufe auf dem Mini DSP Teil nicht weil die Lautstärkeregelung ohnehin digital im Rechner erfolgt. Ich traue mich aber nicht die Vorstufe auszubauen, weil ich nicht weiß, welche Eingangsvorraussetzungen das IcePower Modul bietet, bzw wie es mit der Fireface harmoniert. Zunächst möchte ich mit unverändertem Gerät starten und später vielleicht die Vorstufe außer Betrieb nehmen. Könnte mir da jemand einen Rat geben?

Die technischen Daten der MiniDSP hier:
https://www.minidsp.com/images/document ... E125WD.pdf

des IcePower Modules hier:
http://www.icepower.bang-olufsen.com/fi ... 151203.pdf
Grüße, Bernd
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Beitragvon uli.brueggemann » 27.09.2016, 09:53

Bernd,

beim IcePower ist angegeben für max. Vin: 3,3 V peak to peak.
Das Fireface UC liefert bei Einstellung -10 dBV (siehe Settings-Dialog Gain) und digitaler Vollaussteuerung 0 dBFS einen Ausgangspegel von -2 dBV entsprechend 3,56 V peak to peak.

D.h. dass demzufolge das Fireface UC selbst in der kleinsten Verstärkung das IcePower Modul ohne zusätzlichen Vorverstärker betreiben kann.
Bzgl. Ausgangsimpedanz der RME und Eingangsimpedanz der IcePower gibt es m.E. auch keine Probleme.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Hans-Martin » 27.09.2016, 10:20

Hallo Bernd,
wenn du ungeregelte digitale Zuspieler anschließt, musst du am DAC-Ausgang mit 2V RMS rechnen.
Wenn direkt nach dem Eingangsswahlschalter ein Poti folgt, wäre die Eingangsempfindlichkeit egal, weil das Poti die Spannung ausgleicht.
Kommt nach dem Umschalter jedoch erst ein OP, danach das Poti, kann der Eingang übersteuern.
Hat man einen Vorverstärker, mit dem man die Lautstärke regelt, und betreibt das MiniDSP in Stereo, würde ich 1V wählen.

Bei dem MiniDSP Verstärker hat man die Wahl zwischen 2-Kanal oder Brückenbetrieb (Mono).
Bei Brückenbetrieb liefert der Ausgang die doppelte Spannung (4-fache Leistung), deshalb kann man die Empfindlichkeit auf die doppelte Eingangsspannung einstellen, dann kommt wieder dasselbe heraus.
(THX legt 1V für 100W/8Ohm fest, beim MiniDSP sind es 125W/4Ohm)
Grüße Hans-Martin

P.S. nach Ulis Beitrag:
3,56Vpp entsprechen 1,26V RMS, 3,3Vpp =1,17VRMS
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Beitragvon cay-uwe » 27.09.2016, 10:38

Da ich die ICEpower in meinen Aktivlautsprechern benutze möchte ich Angaben zur Empfindlichkeit korrigieren:

3,3 Volt Peak, also 6,6 Peak to Peak und sie werden asymmetrisch betrieben.

Das habe ich auch gemessen und es ist tatsächlich so, dass erst ab 3,3 Volt Peak die Endstufen dadurch Clipping zeigen.

3,3 Vp entsprechen ca. 2,33 Vrms
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Beitragvon Hans-Martin » 27.09.2016, 10:49

Hallo,
genau diese 3,3 Volt Peak, also 6,6V Peak to Peak (entsprechend ca. 2,33 Vrms) habe ich per Test-CD aus einem Marantz CD17 bekommen.
Das Modul scheint also praxisnah konstruiert worden zu sein.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon uli.brueggemann » 27.09.2016, 10:57

Hallo Cay-Uwe,

yep. Die Angabe mit +- 3.3 Vp hab ich falsch interpretiert.
Nun 6.6 Vpp entsprechen 2.333452378 Vrms bzw. 9.57846634 dBu oder 7.359978841 dBV

Bei der Fireface UC wäre dies mit Verstärkungseinstellung -10 dBV nicht erreichbar, da 0 dBFS eben 2 dBV ergeben. Man erreicht damit also nicht die Vollaussteuerung sondern ist um -5.36 dB zu "leise".

Bei Einstellung +4 dBU ergeben 0 dBFS den max. Ausgangspegel +13 dBU. Insofern darf der digitale Ausgangspegel -3.422 dBFS nicht übersteigen.
Rechnet man dann mit ein, dass bei CDs geschätzt 70% ein Intersample-Clipping aufweisen, sollte man bei einem angenommenen Clipping von +1 dB (bis +3 dB möglich aber eher selten, theoretisch möglich aber unreal bis +12 dB) den Pegelregler eben auf < -4.5 dB begrenzen.

Grüsse
Uli
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Beitragvon bvk » 27.09.2016, 16:58

Danke danke, so viel Feedback hatte ich gar nicht erwartet. Etwas peinlich ist mir mein sehr mangelhaftes Elektrikwissen schon. Die Cracks des Forums antworten und ich verstehs nicht, für mich wars leider nur deutsch :)
Deshalb formuliere ich die Frage neu:
1. Bei Verwendung der Vorverstärkerplatine und des Poti des MiniDSP
Einstellung Eingangsempfindlichkeit 1 oder 2VRMS am Jumper der Vorvertärkerplatine ?
Einstellung Fireface Gain +4 dBU ?

2. Bei Stilllegung der VV Platine, und direktem Anschluss an die Icepower Platine würde ich nochmals fragen.

Vielen Dank jedenfalls. Wenn ich alles zusammengebaut habe berichte ich darüber.
Bernd
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Beitragvon uli.brueggemann » 27.09.2016, 17:23

1 Vrms am Jumper des Vorverstärkers und -10 dBV als Gain beim Fireface. Dann entsprechen 0 dBFS des Fireface einer Spannung von 0.97515943 Vrms

Grüsse
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Beitragvon dietert » 28.09.2016, 08:05

Hallo miteinander,

der oben empfohlene Optimierung nach der Devise "digitale Vollaussteuerung = analoge Vollaussteuerung" kann man auch anders sehen.

Man bekommt gute Ergebnisse auch mit einem Spannungsteiler zwischen DAC und Verstärker, der digitale Vollaussteuerung bei gehobener Zimmerlautstärke erlaubt. So bekommt man ein System, welches im normalen Hörbetrieb nahe digitaler Vollaussteuerung betrieben werden kann. Wenn ich manchmal sehe, was für ein Aufwand für die Kontruktion des DAC getrieben wird, und dann werden die obersten 8 Bit beim normalen Hörbetrieb gar nicht benutzt.

Grüße,
Dieter T.
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Beitragvon FoLLgoTT » 28.09.2016, 08:18

Hallo Dieter,
dietert hat geschrieben:Man bekommt gute Ergebnisse auch mit einem Spannungsteiler zwischen DAC und Verstärker, der digitale Vollaussteuerung bei gehobener Zimmerlautstärke erlaubt. So bekommt man ein System, welches im normalen Hörbetrieb nahe digitaler Vollaussteuerung betrieben werden kann. Wenn ich manchmal sehe, was für ein Aufwand für die Kontruktion des DAC getrieben wird, und dann werden die obersten 8 Bit beim normalen Hörbetrieb gar nicht benutzt.


Volle Zustimmung. Eine Pegeloptimierung der Kette sollte eigentlich Standard sein. Ich habe das bei mir im Heimkino auch über einen Spannungsteiler vor den Endstufen gelöst. Das reduziert dann auch gleich das Rauschen massiv.

Praktisch sind hier Endstufen mit fest einstellbarem Verstärkungsfaktor oder Lautstärkeregler.

Gruß
Nils
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Beitragvon uli.brueggemann » 28.09.2016, 08:20

Moin Dieter,

ein guter Punkt.
Es geht ja prinzipiell noch schlechter. Dann, wenn ein Verstärker eine hohe Eingangsempfindlichkeit hat und einen hohen Verstärkungsfaktor aufweist. Dann regelt man digital runter, verschenkt Bits, betreibt den DAC evtl. nicht im optimalen Bereich und anschliessend verstärkt man noch das Rauschen mit dem Verstärker.

Wobei dann ein Spannungsteiler nicht optimal wäre, wenn er etwas runterteilt, was dann anschliessend wieder hoch verstärkt wird. Ok, er hilft, die digitale Vollaussteuerung besser zu nutzen.

Ideal wäre dann aber eine durchwegs abgestimmte Kette. Dann müsste man aber eben auch den Endverstärker passend wählen bzw. dessen Verstärkungsfaktor beeinflussen können.

Grüsse
Uli

PS: Nils war schneller :)
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Beitragvon bvk » 29.09.2016, 11:23

Vielen herzlichen Dank für eure informativen Beiträge. Ich hoffe meinerseits dass es nicht kracht, wenn ich die Dinger in Betrieb nehme.

Eines muss ich noch loswerden: vom Formfaktor der IcePower Verstärkerchen bin ich schon begeistert, winzig und trotzdem hohe Leistung. Wenn ich das so mit meinen schuhkartongroßen und etliche Kilo schweren AVM Monos vergleiche... Wie Cay Uwe hier schon mehrfach berichtete soll die IcePower klanglich ja gut sein, hoffentlich reißt die MiniDSP eigene Vorverstärker Sektion nicht alles wieder runter. Beim Kauf hatte ich übersehen dass die drin ist. Da ich aber direkt beim Hersteller irgendwo in KingKong geordert hatte, konnte ich die Module nicht zurückschicken. Wenn die Dinger für Mittel und Hochton nichts taugen, nehme ich sie halt gebrückt für die Subwoofer, da sind die Ohren nicht so empfindlich. MiniDSP bietet für eine überschaubare Summe Gehäuse für die Module passend, mit allen Löchern und Kabeln an.

Grüße,
Bernd
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Beitragvon uli.brueggemann » 29.09.2016, 11:56

Wenn sich jemand etwas mehr dafür interessiert was denn so hinter ICEPower steckt, der guckt einmal bitte hier nach. Das geht dann tiefer als übliches Marketing.

Grüsse
Uli
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Beitragvon KSTR » 29.09.2016, 18:13

cay-uwe hat geschrieben:Da ich die ICEpower in meinen Aktivlautsprechern benutze möchte ich Angaben zur Empfindlichkeit korrigieren:

3,3 Volt Peak, also 6,6 Peak to Peak und sie werden asymmetrisch betrieben.

Das habe ich auch gemessen und es ist tatsächlich so, dass erst ab 3,3 Volt Peak die Endstufen dadurch Clipping zeigen.

3,3 Vp entsprechen ca. 2,33 Vrms
Komisch, das passt aber nicht zum Gain von 25dB (17.8x), weil das wären Pout(rms) von über 400Watt bei 4R.
Nimmt man die mir sonst von ICEpower (vom 50ASX2 und vom 300ASC) bekannten 1.8Vp (=1.3Vrms) als Clipping, passt es genau (125W).
Ich lese die +-3.3Vp als Absolute Maxiumum Rating (d.h. mehr --> kaputt wenn niederohmig besendet).
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Beitragvon cay-uwe » 29.09.2016, 18:53

Klaus,

auch richtig, denn in Brücke ist die 125ASX2 mit 500Watt an 4 Ohm angegeben. Da braucht man +3,3Vp und -3,3Vp um den Verstärker voll ansteuern zu können.

Wie im MiniDSP Verstärker angegeben muss man dann den ICEpower symmetrisch beschalten. Bei nicht symmetrischer Beschaltung wird nur 1/4 der Leistung erreicht.

:cheers:
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