Simples Netzteil

Lautsprecherbau und -tuning

Simples Netzteil

Beitragvon chriss0212 » 27.11.2016, 12:23

Ich habe dieses Netzteil in einer Zeitschrift gefunden. Viel simpler kann man ein geregeltes Netzteil ja nicht bauen.

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Hat sowas schon jemand in audiophilem Umfeld genutzt und hat evtl. Erfahrung dazu?

Klar: die Spule muss einen relativ hohen Gleichstromwiderstamd besitzen um die Zenerdiode nicht zu überlasten, aber ansonsten könnte das doch ein gar nicht so übler Ansatz sein oder?

Grüße

Christian
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Beitragvon wgh52 » 27.11.2016, 14:19

Hallo Christian,

Leider hast Du den Thumbnail ohne Link gepostet, so dass man die Schaltung nur erahnen kann. Wie dem auch sei, ein Netzteil aus Trafo, Brückengleichrichter und dann Glättung mittels Zenerdiode, Speicherdrossel und dicken Elkos mag schön minimalistisch aussehen, ich denke aber das dürfte für spezielle Anwendung vorgesehen sein. Hab sowas bisher noch nicht gesehen, vielleicht gibt ja einer unserer Elektronikauguren seine fachliche Einschätzung wenn das Bild zu sehen ist :cheers:

Grüße,
Winfried

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Beitragvon chriss0212 » 27.11.2016, 14:36

Huch... jetzt?

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Das habe ich in der aktuellen Klang & Ton in Verbindung mit einem Phono Pre gesehen

Grüße

Christian
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Beitragvon meldano » 27.11.2016, 15:19

Hi Chris,

das Problem bei so Stabilisierungen mit Zenerdioden ist die Auslegung des Vorwiderstandes (hier DC Widerstand von L1) da lastabhängig. Wenn der Strom des Verbrauchers konstant ist muss so etwas nicht schlecht sein. Auf jeden Fall rauschfreier als einfache integrierte Regler.

siehe: http://www.elektronik-kompendium.de/sit ... 012151.htm

TL431 ist auch nicht schlecht - mit identischen Nachteilen

http://www.tnt-audio.com/clinica/regula ... se3_e.html

Gruß
Daniel
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Beitragvon Fujak » 27.11.2016, 15:32

Hallo Christian,

nach einer ersten Sichtung würde ich sagen, dass dies eine Konstruktion ist, die eine erste Basis darstellt, aber für Audio-Anwendungen so nicht unbedingt zu erfreulichen Ergebnissen führen würde. Wie Daniel schon sagt, wird die Einfachheit dadurch erreicht, dass man einen integrierten Regler-Chip versucht zu umgehen, was jedoch einigermaßen konstante Last erfordert (ein Phonpre mag diese Anforderungen erfüllen). Insofern würde ich hier lieber den Weg gehen, die Gleichrichtung mit schnellen Schottky-Dioden mit anschließender erster EC-Pufferung, 2-pol. Drossel-Filter, zweiter Pufferung (wie auch hier im Schaltbild gezeigt) und dann einen guten Lownoise-Regulator-Chip (z.B. von Linear Devices oder TI), um wirklich ein Lownoise-Netzteil zu erhalten.

Wir hatten ja mal im Computer-Hifi-Forum ein paar Ansätze für ein audiophiles DIY-Netzteil diskutiert, was deutlich besser ist: viewtopic.php?f=30&t=7127&start=0

Oder ein fertiges NT: viewtopic.php?f=23&t=6717

Grüße
Fujak
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Beitragvon chriss0212 » 27.11.2016, 16:53

Hallo Ihr beiden.

Danke schon mal für Eure Antworten!!

Daniel:

das Problem bei so Stabilisierungen mit Zenerdioden ist die Auslegung des Vorwiderstandes (hier DC Widerstand von L1) da lastabhängig.

bei einem Dac bzw. Pre reden wir ja von recht stabiler Last. Also könnte das ja schon ganz gut funktionieren oder? :cheers:

Fujak:

nach einer ersten Sichtung würde ich sagen, dass dies eine Konstruktion ist, die eine erste Basis darstellt

Warum nur Basis? Ich möchte ja keine Endstufe mit großer Last anschliesen. Und wie Daniel ja auch schreibt, ist dies schon eine recht rauschfreie Schaltung. Es gibt auch Stimmen die sagen, dass solch einfache Netzteile wenn auch technisch nicht so ausgefuchst besser klingen können als top durchgestylte Netzteile. Viele Röhren Pres (auch top Geräte) basieren auf ähnlich einfachen Netzteilen (in der Regel fehlt da die Zenerdiode)
"Wie mein Physik und Chemie Lehrer damals immer so schön sagte: So viel wie nötig, so wenig wie möglich"

Wir hatten ja mal im Computer-Hifi-Forum ein paar Ansätze für ein audiophiles DIY-Netzteil diskutiert, was deutlich besser ist

Hast Du denn ein Netzteil welches auf der oben angegebenen Schaltung schon einmal im Vergleich gehört?

Auch wenn das oben sehr Einfach aussieht könnte ich mir vorstellen, dass dies sehr gut funktionieren kann, und durch die Drossel ist das sogar teurer als ein so manch geregeltes Netzteil ;)

http://www.welter-electronic.de/bauteile/trafos/siebdrossel/siebdrossel.htm

Aber... bei Zeiten könnte ich ja mal Teile bestellen und es so bestücken, dass man einfach durch Umstecken so oder so abgreifen kann. Ist ja auch nicht so, dass ich es jetzt dringend brauche aber mich interessieren Vor- und Nachteile der Schaltung.

Also wenn noch weitere Meinungen unterwegs sind... immer gerne her damit. Aber gerne auch mit einer Begründungen warum es gut oder schlecht ist.

Gruß und vielen Dank an alle

Christian
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Beitragvon chriss0212 » 27.11.2016, 17:03

Hallo Daniel,

TL431 ist auch nicht schlecht - mit identischen Nachteilen


Habe ich mir gerade angeschaut. Basiert ja quasi auf gleichem Prinzip mit dem Vorteil, dass ja über R6,R7 die Spannung geregelt werden könnte oder?

Die "Naxchteile" bleiben natürlich bestehen :D

Grüße

Christian
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Beitragvon meldano » 27.11.2016, 18:30

Ja, richtig - quasi eine einstellbare Z-Diode.

Wobei manche Genossen eher zur Z-Diode tendieren.

Ich habe immer nur Negativerfahrungen mit solchen Konstrukten gemacht.
Selbst bei Versorgung eines Chip Lautstärkestellers waren die TL's zickig.
Mit einen gut gemachten LM317/337 Netzteil waren die Lautstärkesteller klanglich angenehmer.

Anders sieht es aus wenn der TL als Spannungsreferenz in diskreten Reglern benutzt wird.
Schau doch mal auf den Schaltplan deines Pass Clones ;)

Das beweist auch, dass es nicht immer der super duper low noise Regler sein muss!

Persönlich geht auch ein LM3x7 Regler mit vorgeschaltetem Cap Multiplier hervorragend - siehe mein Universal PSU.

Gruß
Daniel
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Beitragvon chriss0212 » 29.11.2016, 14:13

Interessant,

UpTone Audio scheint den Grundansatz mit Choke gefiltertem Netzteil auch nicht so schlecht zu finden ;)

http://uptoneaudio.com/products/js-2-linear-power-supply

Grüße

Christian
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Beitragvon chriss0212 » 29.11.2016, 14:23

Und das sagt Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/Capacitor-input_filter

Außer schwer, groß und teuer konnte ich bisher keine wirklichen Nachteile finden. Aber viele Quellen bescheinigen "Low Ripple".

Grüße

Christian
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Beitragvon chriss0212 » 29.11.2016, 14:30

Hallo Fujak,

Insofern würde ich hier lieber den Weg gehen, die Gleichrichtung mit schnellen Schottky-Dioden mit anschließender erster EC-Pufferung, 2-pol. Drossel-Filter, zweiter Pufferung (wie auch hier im Schaltbild gezeigt)


Die LC- Pufferung in dem von Dir genannten Netzteil lässt sich nur bedingt vergleichen. Der riesen Unterschied liegt in der Drossel. Im Vorschlag oben ist eine Drossel im Henry Bereich verbaut. In dem von Dir verlinktem sind es μH. Schottky-Dioden bin ich bei Dir ;)

Grüße

Christian
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Beitragvon Zwodoppelvier » 29.11.2016, 17:00

Hallo Christian,

mir ist durchaus nachvollziehbar, daß einer "simplen" Schaltung der Vorzug gegeben wird.
Überhaupt wundert mich, daß bei der Verfolgung des Zieles "hochwertige Musikwiedergabe" überwiegend der Weg größeren Aufwandes bzw. noch komplexerer Schaltungen/Aufbauten beschritten wird.
Mitunter entfernt man sich dabei von dem, was für einen "normalen" Familienhaushalt stressfrei handhabbar ist (auch wenn dies naturgemäß von Fall zu Fall unterschiedlich bewertet wird).

Zur vorgestellten Netzteilschaltung:
Der wichtigste Punkt, die eingeschränkte Variation des Ausgangsstromes, wurde bereits angesprochen.
Spontan geht mir noch durch den Kopf, daß evtl. die Drossel durch eine zweite in der Minusleitung ergänzt werden könnte, um bzl. Gleichrichterbrücke symmetrische Verhältnisse zu haben. Ist aber nur ein Bauchgefühl, daß dies möglicherweise vorteilhaft sein könnte.

Im Bereich Röhrenvorstufen ist eine RC-Siebkette, in manchen Fällen auch ein LC-Glied enthaltend, seit Jahrzehnten bewährt. Röhren- oder Halbleiter-Stabilisierungen kommen zwar zunehmend zur Anwendung, aber m.W. eher aus praktischen Erwägungen, z.B. Schutz vor Hochlaufen der Spannung beim Einschalten (bevor die Röhren aufgeheizt sind) oder nach Austausch von Röhren gegen andere gleichen Typs mit etwas abweichender Kennlinie.

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon willi_vintage » 03.12.2016, 23:12

Bei einer 15V Z-Diode sollte je nach Anwendung die Temperaturabhängigkeit beachtet werden. Bei kleinen Strömen mag diese noch gering sein, bei größeren wird sich die Ausgangsspannung entsprechend weiter erhöhen.
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Beitragvon Hans-Martin » 03.12.2016, 23:47

Hallo,
Eberhard kann ich da nur beipflichten, hat man doch bei Röhrengeräten hohe Spannungen und kleine Ströme, und allein die Variation des Spannungsabfalls an der resistiven Komponente der Drossel stellt bei Nichtröhrengeräten ein Problem dar. 100mA machen bei 27 Ohm schon 2,7V Unterschied. Wenn aber die Kapazität auf die Last schon so ausgelegt ist, dass erst unterhalb 2 Hz ein Entladeproblem auftritt, sollte man beruhigt feststellen, dass das Netzteil auf sehr langsam abgestimmt ist. Höherfrequente Störkomponenten aus dem Netz werden zurückgehalten. Der gesamte Audiobereich wird freigehalten.
Die Zenerdiode ist mit ihrem Temperaturgang viel träger als ihre hier gewünschte Unterstützung zur Begrenzung der lastvariationsbedingten Spannungsschwankungen bei der Ripplebeseitigung.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Ralph Berres » 10.12.2016, 17:46

Ich würde sagen , schaut euch diesen Artikel mal an.

http://dg4rbf.lima-city.de/Rauschmessun ... 0LM723.pdf

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