Simples Netzteil

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon chriss0212 » 11.12.2016, 10:13

Hallo Ralph,

vielen Dank für das Dokument. Somit wäre schon mal klar, dass der LM723 weniger rauscht als ein LM317.

Eine Frage die ich mir jedoch stelle ist, ob Klang und Qualität ausschließlich durch das Rauschverhalten bestimmt werden oder was sind noch weitere Kriterien auf die man achten sollte?

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Ralph Berres » 11.12.2016, 10:52

Hallo Christian

Wie so oft , habe ich den Eindruck das bei den Audiofans Dinge überbewertet werden.

Ich habe den Link reingestellt, um mit diesen ganzen Mythen bezüglich Netzteilschaltungen mal aufzuräumen. es zeigt das ein gutes Netzteil zu bauen keine Raketentechnik ist, und auch keine mystischen Bauteilebetrachtungen benötigt, sondern mit Bauteilen von der Stange für wenig Geld gebaut werden kann.
Man kann allerdings was Leiterplattendesign betrifft, trotzdem einiges falsch machen. Da ist einfach nur gesunder Menschenverstand gefragt, in dem man auch mal Leiterbahnen als kleine Widerstände und Induktivitäten betrachtet, und sich überlegt, wo fällt welche Spannung ab und wie störend ist ein Spannungsabfall. Fehler werden gerne in der Umgebung des Gleichrichters und Ladeelko gemacht.

Was Diskussionen über den Einfluss des Netzteilrauschens auf den Höreindruck betrifft, halte ich mich raus.

Meines Erachtens haben Endstufenschaltungen ( welches im Prinzip Leistungsoperationsverstärker sind sowie Operationsverstärker eine so hohe Unterdrückung der Störgrößen auf der Betriebsspannung ( so lange man mit dem Ausgangssignal die Betriebsspannungsgrenze nicht erreicht ), das ein Rauschen des Netzteiles sich wohl kaum auf das Ausgangssignal niederschlägt.

Anders sieht es aus wenn in der HF Technik die Abstimmspannung eines VCOs verrauscht ist. Das schlägt sich unmittelbar auf einen Störfrequenzmodulation und somit Phasenrauschen nieder. Das ist allesings nur wichtig wenn man z.B. bei 4GHz einen Nutzhub von 100Hz hat ( z.B. Netzwerkanalyzer Spektrumanalyzer bei extrem hoher Auflösung ).

In der NF Technik würde ich mir allenfalls ein Kopf machen, wenn es darum geht extrem kleine Signale zu verstärken. ( z.B. Moving Coil Systeme, die mit Nutzspannungen im mehrstelligen Mikrovoltbereich daherkommen ). Im Normalfall sollte eigentlich eine normale Stabilisierungsschaltung ausreichend rauscharm sein.

Ralph Berres
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Beitragvon modmix » 11.12.2016, 11:54

Hallo Ralph,
Ralph Berres hat geschrieben:Wie so oft , habe ich den Eindruck das bei den Audiofans Dinge überbewertet werden.
---
Im Normalfall sollte eigentlich eine normale Stabilisierungsschaltung ausreichend rauscharm sein.

Na klar spinnen die Audiophilen :cheers:
U.a. weil sie immer wieder hören, daß es Unterschiede gibt, die es "im Normalfall" eher nicht geben sollte. :wink:


Hallo Christian,
A comparative overview of power supply regulator designs with listening tests gibt etwas mehr Einblick - sicher nicht allgemeingültig... Auf downloads gibt es die Messungen.
Linear Audio Volume 4 has a long-awaited article by Jack Walton, comparing a large number of low power supply regulators. Comparison includes measurements and controlled listening tests by the New Jersey Audio Club.
The article has a several rather busy graphs with curves in various shades of grey. The readability could be better, so I regenerated those graphs in color and posted them here on-line.

Hier gibt es das Ranking dieses Tests.

Noch ein Hinweis: manche PSU macht klanglich an einer Stelle einen sehr guten und an anderer Stelle einen eher miesen Job. Dies herauszufinden ist aufwendig - Erkenntnisse werden selten geteilt; vermutlich weil die Häme proportional zum Aufwand der Untersuchungen zu sein scheint. :cry:

hth
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Beitragvon dietert » 11.12.2016, 12:23

Hallo miteinander,

nachdem nun der Sack der weniger simplen Netzteile von Ralph aufgemacht wurde (Danke für den interessanten Link!) noch ein Link vom selben Autor für diejenigen, die sich mit der Optimierung solcher Low-Noise Netzteile befassen möchten, das beginnt nämlich mit einem ultra-low-noise Vorverstärker:

http://dg4rbf.lima-city.de/Ultra%20Low%20Noise%20AMP%20V1.7f%20_WebSeite.pdf

Übrigens kann man bei ebay für 30 € einen Regler mit dem TPS7A4700 fertig kaufen, der genauso gut wie die optimierte Schaltung mit dem 723 ist. Aus den gemessenen 1,26 uV Rauschen des optimierten 723 würden vermutlich genau die nominellen 4 uV Rauschen des TPS, wenn Bernd Kaa in 10 Hz bis 100 KHz Bandbreite statt in 100 Hz bis 10 KHz gemessen hätte.

Grüße,
Dieter T.
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Beitragvon Ralph Berres » 11.12.2016, 13:23

Hallo Ulli

Ich halte mich aus dieser Diskussion raus.

Mit meinen Beitrag wollte ich lediglich zeigen das man auch Netzteile bauen kann ohne irgendwelche überteuerten Baugruppen einsetzen zu müssen.

Ob es Sinn macht oder nicht überlasse ich jedem selber.

Ralph Berres
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Beitragvon RS.schanksaudio » 11.12.2016, 13:37

Hallo Ralph,

Ralph Berres hat geschrieben:Mit meinen Beitrag wollte ich lediglich zeigen das man auch Netzteile bauen kann ohne irgendwelche überteuerten Baugruppen einsetzen zu müssen.


:cheers:

Stimme ich Dir in der Sache unbedingt zu.

Aber wenn man sich an den Dingen probieren/selbst konstruieren will, dann spielen objektive Kriterien nicht immer die entscheidende Rolle, das ist auch vielleicht bei Christian so.

Ich denke aber auch das technische Grundlage, wie beispielsweise der von Ralph verlinkte Inhalt, hier zielführender sind als die Beweisführung über subjektive Höreindrücke Dritter.

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon chriss0212 » 11.12.2016, 13:59

Hallo...

@Ulli:
vielen Dank für den Link...Buch ist bestellt ;)

leider bin ich noch nicht so weit wie Du und kann noch nicht einordnen welches Netzteil unter welchen Umständen mehr sinn macht. Das versuche ich teils über Bauchgefühl und meinen doch recht beschränkten Elektronik Sachverstand abzuleiten ;)

Ralph:
ich bin... aus dem Bauch heraus völlig bei Dir... Ich denke ein gutes Netzteil muss nicht teuer sein und ein teures muss nicht gut sein.

Im Grunde ist es ja auch etwas ähnliches was auch Ulli schreibt: Nicht jedes Netzteil ist für jeden Einsatz gleich gut geeignet.

Roland:
Aber wenn man sich an den Dingen probieren/selbst konstruieren will, dann spielen objektive Kriterien nicht immer die entscheidende Rolle, das ist auch vielleicht bei Christian so.


Meine Ohren meinen einen Unterschied zwischen verschiedenen Netzteilen zu vernehmen... warum auch immer ;) fest steht: Ich bastel gerne... und manchmal schieße ich hier über das Ziel hinaus und stelle fest: das war ein Schuss in den Ofen...also zurück auf Anfang... macht aber nix, denn mir macht das basteln einfach Spaß ;)

Viele grüße an alle

Christian
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Beitragvon Ralph Berres » 11.12.2016, 14:06

chris0212 hat geschrieben:Im Grunde ist es ja auch etwas ähnliches was auch Ulli schreibt: Nicht jedes Netzteil ist für jeden Einsatz gleich gut geeignet.

Es gibt eine Sorte Netzteile da bin auch ich immer zurückhaltend. Das sind Schaltnetzteile. Diese produzieren oft einen giftigen Störnebel, welches nur mit großen Aufwand im Zaum zu halten ist.

Geht aber auch wie verschiedene Netzteile für den Amateurfunkbereich eindrucksvoll beweisen.

Nur hier reden wir ja von linear geregelte Netzteile. Solange diese nicht schwingen ( davon gehe ich einfach mal aus ) und nur die Rauscheigenschaften bestimmend sind, bin ich selten an dessen Grenzen gestoßen.

Ausnahme wie schon geschrieben im HF Bereich bei der Versorgung von VCOs mit der Abstimmspannung.

Ralph Berres
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