Testbericht Andre Buscher - SEA FET Endstufen

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon Hornguru » 15.12.2016, 12:37

Hallo Horst

Dass die Buscher oä an Elektrostaten nicht funktionieren unterschreibe ich!
Wie du sagst, dies ist kein Qualitätsmangel. Es passt halt einfach nicht zusammen.
Ich probierte es naiv "ist ja alles relative"... unterschätzte die Stromhungrigkeit und Kapazitive Last aber bei weitem.
Da hatte Capaciti recht, warnte er schon dass zufriedenstellende Endstufen unbezahlbar sind.

Eine Ausnahme nach langem Suchen habe ich jetzt gefunden.
Sehr alt, rar, und kaum zu bekommen: Fostex Laboratory Series Amp 300 / 600.
Die Fostex hat ein Leistungs-Last-Diagramm... man kann es nur als perfekt quadratischen Würfel bezeichnen.
Die Stabilität ist schlicht "absolut".
Zwar nur 150 Watt, das reicht aber für knapp 95-100dB.
Klanglich ist sie zwar eher OK bis Guter-Standard, kein HighEnd wie Buscher oder Parasound.
Aber an biestigen Folien zählt nur eins, Stabilität Stabilität Stabilität. Und viel Strom :)
Was nützt das schönste Konzept wenn es nur in der Sättigung fährt.


@KTSR: habe ein paar Fotos gemacht, lade ich später hoch. Mir scheint dass es mitlerweile ein paar Revisionen gab.

Gruß
Josh
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Beitragvon dietert » 15.12.2016, 19:57

Hallo Josh,

die ultimative Endstufe für Elektrostaten ist eine Röhrenendstufe, welche die Folien direkt ansteuert, ohne den schrecklichen Trafo. Man sucht nach "ESL direct drive" und findet z.B. http://www.innoxx.com und http://tubeaudiostore.com. Gut und teuer!

Grüße,
Dieter T.
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Beitragvon KSTR » 15.12.2016, 20:07

Jan Didden entwickelt derzeit an einem Direktantrieb auf Transistorbasis, das geht auch.
M.E. ist ein guter Trafo kein Problem, bis auf einen solchen zu bauen, das ist nicht ohne.... aber es geht.. .
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Beitragvon Hornguru » 15.12.2016, 22:46

Hehe seh ich genauso. Ein guter Trafo macht locker >50% der Qualität des Elektrostaten aus.
Das ist ja genau das wo Capaciti punktet. Es gibt Elektrostaten wie Sand am Meer. Alle klirren.
Die Übertrager sind einfach Mist. Die richtig richtig gut zu Wickeln ist hohe Kunst. Dann die Folien... Martin Logan ist totaler Käse. Capaciti kannst nen Winter draußen im Eisblock gefrieren und die laufen im Sommer wieder. Die <0.1% Klirr und langzeitstabilität kommen nicht von ungefähr. Wenn man bei Martin Logan neue Folie nach 10 Jahren braucht, blase ich meine kurz mit Druckluft aus ;-)

Aber egal, zum Thema. Ich habe nichts gegen hochwertige Übertrager die nicht klirren.
Am liebsten hätte ich überall einen. Am Netz, am Player, am Preamp etc etc etc.
killt Störung, trennt Masse, keine Gleichspannung, kein Offset Drift oder der ganze Mist...

Gruß
Josh
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Beitragvon Hornguru » 15.12.2016, 22:53

Hier die aktuelle Se12 revision wie sie bei mir ankam:

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Beitragvon KSTR » 16.12.2016, 10:27

Danke für die Bilder.
Die Sache hat sich inzwischen geklärt, dass was ich für zwei Optokoppler (zur Ruhestromregelung) im DIL4-Gehäuse gehalten hatte, sind die Mosfets des Diff-Amps -- als ich weitere Bilder fand mit einen kleinen Kühlkörper zur thermischen Kopplung über den Dingern, da war's auf einmal klar und dann passt auch alles (der einzelne TO-92 gehört wahrsch. zu einer Stromquelle).
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Beitragvon pschelbert » 24.12.2016, 00:10

uli.brueggemann hat geschrieben:Mmh, ich verwende ja echte Digitalverstärker an meinen Hörnern.

Grüsse
Uli


Hallo Uli

was sind das für Digital Amps?

Wie kommst du vom acourateconvolver in die digital Amps rein?
Offenbar auch Digital, aber wie: ADAT? MADI? Soll ja z.B. 8 Kanäle haben

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Beitragvon uli.brueggemann » 24.12.2016, 00:22

pschelbert hat geschrieben:Hallo Uli

was sind das für Digital Amps?
Wie kommst du vom acourateconvolver in die digital Amps rein?
Offenbar auch Digital, aber wie: ADAT? MADI? Soll ja z.B. 8 Kanäle haben

viewtopic.php?p=128158#p128158

Grüsse
Uli
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Beitragvon pschelbert » 24.12.2016, 15:17

Hallo Uli

besten Dank.

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Beitragvon Hornguru » 15.04.2017, 08:21

Sooo. Gestern mal endlich wieder Stammtisch Gelaber mit meinem Endstufen Gott Herrn Ihm.

Kurz um es in Relation zu packen, er designt seit Jahrzehnten Amps, Transe und Röhre. Unermüdlicher Optimierungsdrang, faustdicke Skills, geniale Konzepte. Was der baut, haut alles weg. Ein Rationalist, fern weg von Voodoo, Beschränkung auf das Messbare. Viele, auch ich, verglichen seine Amps in Läden sogar im AB Test gegen Flaggschiffe im oberen 5 stelligen Preisbereich die allesamt keine Chance hatten. Für viele Jahre waren seine Amps "die" Referenz für mich. Leider sind sie trotz Freundschaft schwer zu kriegen. Teuer und lang warten auch noch.

Blabla. Gestern hat er sich mal ausgelassen, da ich ihn vor einiger Zeit drängte doch den Buscher mal zu analysieren. Ok geschehen, Monate später. Herr Ihm zieht seinen Hut. Exzellent ist sein Resümee. Das Teil zieht locker mit seinen mit. Das Design ist fehlerlos. Die Messwerte exzellent.

Er schafft es sogar im Bass unter hoher Last keine FET typische Intermodulation rauszuhaun.
Die Konstruktion ist absolut gleichwertig zu Nelson Pass oder THEL, welche auch schon durchgetestet wurden und von ihm bisher als "nette brauchbare Produkte auf dem Markt" bezeichnet wurden. Nur eben im etwas stabiler und harmonischer ausgelegt als die THEL. Der Buscher zeigt sich im Klirrspektrum ab mittlerer Leistung aufwärts definitiv als "sounder", und dichtet ordentlich Klirr hinzu. Allerdings beeindruckend sauber und überwiegend gradzahlig harmonisch. Wie eine SE Triode quasi.

Das kurzschlussfeste Class A zeigt sich durchaus stabil, Litzen kurz aneinander gehalten, bricht es zusammen, auseinander, es erholt sich wieder, und lebt noch. Genial. Das Relais hängt tatsächlich auch als Kurzschluss am Ausgang. Ideal.

Er zeigt sich jedoch etwas hochohmig am Ausgang. Kurz nachgeforscht, erklärt es sich durch die sehr sehr sanfte Gegenkopplung. Klanglich sicher lobenswert.
Trotzdem reicht es um antriebsstarke Treiber plus 0.2 Ohm Kabel beim Membrantrommeln fest einzuspannen. Top.
Am Oszi bestätigte sich, gerade mal halber Spannungsabfall bei 400 kHz. Wow.
Der Verzicht auf DC Filter entlohnt mit Lupenreiner Gruppenlaufzeit im Bass.

Sein Resümee, wer keine Leistung braucht, kann da nicht mehr viel erwarten - nach oben hin, außer dass das Portemonnaie leichter wird. Und so billig wie der Buscher ist, da kommt Ihm selbst im Einkauf nicht mit. Top.
Wahrscheinlich sind die Platinen in China gefertigt, was auch erklärt warum Herr Buscher sie vor Versand durchtesten muss :) aber ok, wenns läuft, läufts.

Riecht nach 10 von 10 Punkten :cheers:

Gruß
Josh
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