Aktivierung German Physiks HRS-130

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon Fbee » 30.12.2017, 23:51

Hi Eric

vielleicht willst Du mit dem DSP erstmal die Übertragungsfuntion der bisherigen Passivweiche nachbilden?

D.h. mit ARTA Software die momentane Filtercharakteristik aufzeichnen (= als Overlays speichern)
und dann mittels DSP nachbilden (ggf den DSP Programmiererfolg wieder mit ARTA überprüfen).

Gruß,
Frank
Bild
Fbee
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 70
Registriert: 06.02.2010, 11:32

Beitragvon AudEric » 28.01.2018, 22:04

Hallo Aktive

Endlich kann ich über weitere Fortschritte berichten.
Mittels DDRC-24 und 2x Abacus 60-120D habe ich nun endlich meine HRS-130 aktiviert.

Zunächst habe ich die Treiber einzeln mit Frequenzweiche eingemessen, dann die Treiber ohne Weiche gemessen und den Frequenzgang mittels Korrekturfilter linearisiert. Zur Messung des Tieftöners habe ich den Sockel abmontiert und den Lautsprecher hingelegt. Danach, habe ich die Lautsprecher an die Hörposition gestellt.

Bild

Dann habe ich für jeden Lautsprecher einzeln den Frequenzgang gemessen und die Weiche im miniDSP angepasst, bis der Übergangsbereich einigermassen ausgeglichen war.
Die Werte für die Weiche habe ich an der passiven Frequenzweiche, laut Datenblatt, ausgerichtet.
Danach habe ich mit Dirac den Frequenzgang im Raum einigermassen liniearisiert.
Das Ergebnis stimmt mich sehr freudig. Ich finde, die laienhafte Aktivierung hat sich gelohnt, bzw. klingt für mich besser als die passive Variante, somit bin ich nun überzeigt, dass eine Aktivierung durch Abacus sinnvoll ist und hoffentlich nochmals ein Stückchen besser wird.
Spannend fand ich, dass ohne FW ich den Sweep etwas runter drehen musste, da anscheinend die FW etwa 4dB schluckte.

Will heissen, dass die LS in der nächsten Zeit eine Reise nach Nordenham unternehmen werden, damit sie vor Ort eingemessen werden und die Filterkarten erstellt werden können.

Vielleicht entdeckt ihr noch beim Betrachten der Bilder Verbesserungsvorschläge oder Fehler die ich gemacht habe. Da wäre ich um eine
Rückmeldung sehr froh, damit ich das weiter verbessern kann.

Hochtöner, einmal mit FW, einmal ohne.
Bild

Hochtöner, ohne FW und Korrigiert.
Bild

Tieftöner, einmal mit FW, einmal ohne.
Bild

Den Tieftöner mit Korrektur habe ich leider nicht als Bild zur Hand.

Rechts und Links am Hörplatz, einmal mit Korrektur und einmal ohne.
Bild

Das DIRAC Bild mit dem Frequenzgangs im Raum erspare ich Euch, das sieht ja fast immer gleich der Target Kurve aus (zumindest im Programm), und habe es leider verpasst mit REW und Aktiviertem DIRAC zu messen. Kommt also später, wenn ich wieder mal damit rumspiele.

Gruss
Eric
Bild
AudEric
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 66
Registriert: 20.09.2014, 15:27
Wohnort: Aargau, Schweiz

Beitragvon wgh52 » 29.01.2018, 00:10

Hallo Eric,

meine Gratulation zur geglückten Aktivierung! Es wäre bestimmt spannend einen vorher/nachher Hörvergleich zu machen, insbesondere weil Du ja horizontal rundum abstrahlende Lautsprecher entzerrt hast. Wie hat sich denn die räumliche bzw. Bühnen-Darstellung verändert? ...oder ist nur die Tonalität anders?

Berichte mal noch etwas ausführlicher über die klanglichen Auswirkungen (wenn Du dann mal mehrere Tage mit den aktivierten gehört hast).

Ich wünsche bleibenden Musikgenusszuwachs!
Grüße,
Winfried

PS: Auf dem letzten Bild ist für mich nicht wirklich unterscheidbar welche Kurve welche ist :(

4394
Bild
wgh52
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 4523
Registriert: 25.01.2008, 16:17
Wohnort: Schweitenkirchen

Beitragvon AudEric » 12.03.2018, 23:21

Hallo Interessierte

Ja, ich gebe zu die letzte Grafik ist nicht so gut zu erkennen.
Zu Vergleichen sind da die Nr. 14 zu 15, pink und grün, oder die die zwischen 30 & 40 Hz am höchsten ist, mit der die zwischen 1kHz und 2kHz am höchsten ist. Das ist jeweils Links einmal mit, einmal ohne Korrektur.
Rechts sind dann die beiden unteren Linien, die leider ähnliche Farben haben.

Meine HRS-130 sind zur Zeit bei Abacus und ich erwarte gespannt einen ersten Bericht.
Die beiden 60-120D die ich erstanden habe, sind unterschiedliche Versionen, d.h. die werden auf den neusten Stand gebracht und dann die Steckkarten für die Aktiv-weiche kreiert. Eventuell wird dann noch je ein DSP Modul eingebaut, damit die Treiber entzerrt werden können. Ich bin sehr gespannt.

In der Zwischenzeit hatte ich noch die Zeit genutz ein paar Messungen mit REW und DIRAC zu machen.

Ich habe nochmals die Frequenzgänge an der Hörposition sowie an der «WAV-Position» gemessen, je für links und rechts, um die Unterschiede zu verstehen und habe mit REW jeden Treiber versucht an der WAV-Position zu korrigieren. Diese wird leider die öfter genutzte sein. Im miniDSP kann ich ja 4 verschiedene Korrekturkurven laden, bzw. pro Kanal eine. Bisher hatte ich immer über den ganzen Bereich gemessen und korrigiert oder nur jeden einzelnen Treiber gemessen und korrigiert, war nicht auf die Idee gekommen den ganzen Bereich zu messen und nur jeden einzelnen Treiber zu korrigieren.
Die Grafiken sind immer mit 1/12 smoothing. Ich mit/ohne DIRAC Messungen habe ich bewusst getrennt, damit der Vergleich besser sichtbar ist.

Bild

Bild


So linear war es noch nie, auch wenn es da noch Raum zur Verbesserung gibt. Es klingt schon viel besser. Der Bass ist endlich satter und geht richtig tief. Der Hochton ist gelöster und klingt spritziger/anspringender.
Direktvergleich ist schwierig wegen dem Umbau, aber ich finde es ist ein genug deutlicher Unterschied, sodass ich keinen Direktvergleich brauche.
Einen Vergleich zu DIRAC mit Aktivierung und ohne ist da schon schwieriger, zumal ich auch anders eingemessen habe.

Die nächsten Messungen / Berichte, kommen dann, nachdem die LS wieder von Nordenham zurück gekommen sind.

Gruss
Eric
Bild
AudEric
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 66
Registriert: 20.09.2014, 15:27
Wohnort: Aargau, Schweiz

Beitragvon planetti » 13.03.2018, 23:32

Hallo Eric,

sehr schön, Deine Entwicklung.

Wenn Du noch etwas mehr rausholen möchtest, könnte der Übergangsbereich nochmal genauer angeschaut werden. In den Messungen scheint es, dass die Absenkung bei der Übergangsfrequenz 200Hz etwas zu viel ist. Die jeweiligen Eckfrequenzen für HT und TT könnte man ja sehr einfach etwas auseinanderziehen. Unter Umständen ist das Delay nochmal anzupassen. Links und rechts scheint auch nicht identische Werte zu fordern.
Klanglich wird es letztendlich ausgewogener und sauberer, wenn der Übergang nicht erst durch die Korrektur über alles ausgeglichen wird. Ist halt viel Gefummel, bis es passt. Also, viel Spaß.

Gruß
Uli
Bild
planetti
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 82
Registriert: 29.04.2014, 22:17
Wohnort: Olching, nähe München

Beitragvon AudEric » 14.03.2018, 08:29

Hallo Uli

Du hast recht, der Übertragungsbereich, vorallem für Links, ist noch nicht ideal.
Ich habe für den Übertragungsbereich erstmal nur versucht die passive Weiche abzubilden.
Der Unterschied für Links und Rechts wird von der Aufstellung kommen, dem werde ich bei den nächsten Messung entgegenwirken und die Weiche für Links entsprechend anpassen.
Bin gespannt wie es aussieht mit den Aktivkarten von Abacus. Vielleicht ist auch ein Fehler in meinen Einstellungen drin.

"Gefummel" ist genau richtig bezeichnet.
Es ist mit REW aber schon schwierig genug, mit nur 10 Korrekturfiltern arbeiten zu können pro Kanal.
Trotz dessen gibt es so viel einzustellen und auszuprobieren, dass es schon sehr zeitaufwändig ist ein gutes Resultat hinzukriegen.

Gruss
Eric
Bild
AudEric
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 66
Registriert: 20.09.2014, 15:27
Wohnort: Aargau, Schweiz

Beitragvon Mister Cool » 14.03.2018, 10:01

Hallo Eric,

einer der Vorteile eines aktiven Lautsprecher ist die Möglichkeit für eine "zeitrichtige" Wiedergabe zu sorgen -> Laufzeitkorrektur (LZK) der einzelnen Chassis mittels DSP. Nach meinem bescheidenen "Aktivisten-Wissen", wäre das einer der Schritte in dem Aktivierungsprozess:

1. Linearisierung der einzelnen Chassis -> PEQ mittels DSP (Dein miniDSP DDRC-24)
2. Laufzeitkorrektur der einzelnen Chassis -> Delay mittels DSP (Dein miniDSP DDRC-24)
3. Aktive Trennungung der einzelnen Chassis -> Crossover mittels DSP (Dein miniDSP DDRC-24)
4. EQ über alles inkl. Raumkorrektur -> Acourate

Das heißt, bevor Du die Crossover Parameter bestimmst, sollten zuerst die Phassen der einzelnen Chassis (also die Delays) passen, denn sonnst gibt es verfälschungen in dem Übernahmebereich -> suboptimale Trennung.

Entweder habe ich diesen Schritt (2.) in deiner Beschreibung übersehen, oder Du hast es nicht gemacht.
Sollte das erste der Fall sein, wie hast du die Delays ermittelt?
Sollte das zweite der Fall sein, Du hast alle dazu benötigten Werkzeuge am Bord:
- DSP mit Delays
- Messystem REW mit den geeigneten Funktionen -> Messung mit Loopback "elektrisch" (Loopback Adapter)oder Akustisch (ohne jegliche zusätzliche Geräte)

Hast Du daran gedacht?

Meiner Erfahrung nach, eine zeitrichtige Wiedergabe ist ein signifikanter Qualitätsfaktor und bringt z.T. mehr als sämtliche Kabel-/Netzfilter-/Dac-Spielereien

Grüsse,
Alwin
Bild
Mister Cool
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 363
Registriert: 23.11.2017, 00:21

Beitragvon planetti » 14.03.2018, 10:12

Hallo Eric,

wenn möglich sollten die Weichenfrequenzen links und rechts gleich sein, so dass es bei allen vier Beteiligten die Probleme ausblendet. Kleine Anpassungen dann im Delay und Angleichen der Lautstärken, immer mit Hörüberprüfung.

Viele kleine Schrittchen, der saubere Klang wird es Dir danken.

Gruß
Uli
Bild
planetti
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 82
Registriert: 29.04.2014, 22:17
Wohnort: Olching, nähe München

Beitragvon Mister Cool » 14.03.2018, 10:29

planetti hat geschrieben:wenn möglich sollten die Weichenfrequenzen links und rechts gleich sein, so dass es bei allen vier Beteiligten die Probleme ausblendet.



Hallo Uli,

ich wage dem zu widersprechen :D

Ich würde nicht "gleiche" Weichenfrequenzen als Werte/Einstellung in dem DSP anstreben, sondern auf akustisch gemessene Deckungsgleichheit der Flanken achten (siehe auch das Bild unten). Und das ist nicht unbedingt das gleiche. Manchmal werden die Unterschiede bei den Weichenfrequenzen links und rechts (je nach akustische Umgebung) deutlich.

@Eric

es wäre vom Vorteil, wenn Du die Messdiagrame so aufbereiten könntest, dass man gleichzeitig die getrennten Kanäle TT/HT und das Summensignal sehen kann (natürlich pro L/R Seite, also zusammen 6 Messungen). Dann kann man besser beurteilen, wie die Flanken verlaufen (symmetrisch, deckungsgleich,...) und wie sich die einzelnen Kanäle in dem Übernahmebereich addieren

Hier nur ein Beispiel aus meinem Auto, aber dass sollte egal sein, das Prinzip ist gleich

Bild


Grüsse,
Alwin
Bild
Mister Cool
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 363
Registriert: 23.11.2017, 00:21

Beitragvon planetti » 14.03.2018, 19:52

Hallo Eric und Alwin,

Du hast natürlich recht, bei einem solch starken li-re-Unterschied von fast 10 dB muss die Weiche entsprechend angepasst werden. In deinem Beispiel hätte ich für die rechte (rot) Weiche die Eckfrequenz des TT etwas nach unten (also in der Abbildung nach links) gesetzt. Was ich meinte ist, dass ich den Klangeindruck nicht so toll fand, wenn der Übergang li und re in unterschiedlichen Frequenzbereichen lag.

Gruß
Uli
Bild
planetti
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 82
Registriert: 29.04.2014, 22:17
Wohnort: Olching, nähe München

Vorherige

Zurück zu Aktives Bauhaus

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste