Emil und der Gertektiv: G-Minimax DAC

Gerts Modifikationen

Emil und der Gertektiv: G-Minimax DAC

Beitragvon lessingapo » 12.12.2011, 21:49

Hallo Forenten!

Wie einige von Euch wurde ich aufgefordert, meinen kürzlich erworbenen Sneaky nach Stuttgart zu schicken - das Superclock-Nachschubproblem neigt sich dem Ende zu! Das liess ich mir nicht zweimal schreiben - ruckzuck ist das Paket geschnürt, aber: da war doch noch was?

Ach ja, ein scheinbar etwas grobmotorischer Techniker hat mir bei meinem DAC das Poti aus dem Weg genommen - schrecklicher Anblick, selbst für einen Laien. Das könnte doch vielleicht der Gert? Der arme, konnte gar nicht so schnell ablehnen wie auch das zweite Paket verschickt war...

In einer freien Minute (die Clocks sind doch noch nicht da) wird gleich nach Erhalt das Gerät geöffnet und - Ihr ahnt es schon - der Schaltung nachgespürt: O jemine,man merkt doch, dass hier ein Röhrenmensch am designen war - Röhrenausgang ganz O.K. aber dann! Kurz und gut: wie wär es mit einer Ausgangsstufe à la Sneaky - kann aber dauern!

Da traf es sich gut, dass am Samstagnachmittag der jüngste Spross im Hause Volk auf Unterhaltung durch den Papa mit den Filigrantechnikerhänden wartete. Der, gewitzt wie wir ihn alle kennen, nutzt die Gelegenheit, seine Leidenschaft an die nächste Generation weiterzugeben: Emil darf eine von den brandneuen funkelnden Sneaky-Platinen mit der Laubsäge bearbeiten und die ersten Widerstände einlöten, dann wird er zum Legosteinspielen mit Freund Tom entlassen, Rest macht der Papa.

Das Ergebnis erwartete mich am Sonntagmorgen, das Foto glitzert nur so vor Edelmetallen, Gert wird Euch hoffentlich das Foto (vielleicht auch eins von Emil beim Löten) einstellen und die Verbesserung erläutern - ich jedenfalls freue mich auf den G-Minimax, er ist schon unterwegs und werde versuchen, den Klangunterschied zu beschreiben.

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon Fortepianus » 12.12.2011, 23:02

Hallo Wolfgang,

Du hattest mich ja eigentlich nur gebeten, ob ich die OPs rausziehen und die beigelegten dafür einstecken könne. Die NE5532 bzw. 34 saßen aber auch wirklich fest, aber für sowas habe ich natürlich eine Spezialzange. Und wenn jemand wie Du auch noch meine Lieblinge (LME49710 bnzw. 20) dafür drin haben möchte, kann ich natürlich nicht ablehnen. Nun, das Schächtelchen war schon mal offen, also konnte ich natürlich nicht anders, als mir die Schaltung mal schnell anzusehen. Guter DAC-Chip, Spannungsversorgung soweit ganz ok, Analogstufe immerhin mit steckbaren OP-Plätzen ausgestattet, aber jetzt kommt's:

Man kann wählen zwischen dem direkten OP-Ausgang und einer Röhre, die da hinten rechts noch Platz findet. Und das ist so richtig fies gemacht. Ich darf erklären, warum:

Die Ausgangs-OPs werden gnadenlos ausgebremst in ihrem Spieldrang. Vom Ausgangs-Pin gehen 100 Ohm zu einem miesen Elko, dann nochmal 100 Ohm, und dann das Umschaltrelais. Der Elko ist wohlgemerkt nicht vorgespannt, das heißt, er soll nur den Offset von typisch einigen mV wegbügeln. Das ist so eine richtige Hifi-Todsünde in Kombination mit 200 Ohm Ausgangswiderstand. Und danach kommt ein Relais, mit dem man auf die Röhre umschalten kann. Die Röhre hat feine Ausgangs-Kondensatoren gekriegt, die zudem röhrentypisch mit ca. 100V vorgespannt sind, und der Ausgangswiderstand beträgt im Gegensatz zur OP-Stufe nur 39 Ohm. Damit nun auch jeder merkt, dass die Röhre große Vorteile hat gegenüber der schlichten OP-Ausgangsstufe, wurde der Röhrenschaltung auch noch eine um 3dB höhere Verstärkung mitgegeben. Jungs, ganz schlecht, wenn man beschummeln will, dann richtig, da macht man +1dB, nicht +3, sonst könnte ja jemand merken, dass die Röhre einfach lauter spielt.

Ne, also das ging mir ja dann doch gegen den Strich, und wie Wolfgang schon erläutert hat, hatte ich ja eigentlich eine Kinderbetreuungsaufgabe am Samstag Nachmittag. Hier also unser kleines Opus:

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Um die kleine Schwarze mit den BUF634 geht's, man beachte außerdem die 7mOhm-Polymer-Elkos zur Stützung der Spannung. Ich fress einen Besen, wenn die aus der Sneaky-Platine (die mit den Goldapplikationen) rausgesägten BurrBrown-Ausgangsstufen mit Offsetkorrektur jetzt die Röhre nicht so richtig alt aussehen lassen. Der Ausgangswiderstand ist jetzt 22 Ohm, und der miese Ausgangselko außer Funktion. Schlicht DC-gekoppelt eben. Ich war so arrogant, mir das Ergebnis weder vorher noch nachher anzuhören, deshalb setze ich beim Thema Hörtest auf Dich, lieber Wolfgang :cheers: .

Viele Grüße
Gert

P.S. Leider habe ich kein Bild von Emil beim Löten gemacht
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Beitragvon lessingapo » 13.12.2011, 08:41

Hallo Gert!

Danke für das Bild, die Anamnese und den OP-Bericht!

Zur Entlastung des Designers kann man vielleicht anführen, dass er sonst nur Röhrengeräte baut und den DAC auf Wunsch des amerikanischen Importeurs entworfen hat und einfach keine Erfahrung mid Solid-State hatte - so konnte man eben recht schnell über OP-Amp Rolling lesen, das den Klang sehr weit nach vorn bringt. Deine Ausbaustufe wird noch ordentlich was draufsetzen und jetzt wird's interessant:
G-Sneaky analog out gegen G-Sneaky digital out plus G-Minimax-DAC!

Hamburger Forenten: Ihr seid eingeladen, Eure Ohren zu spitzen, Franz, Hans, Uwe, Viktor, Musikgeniesser - wie wäre es?

Viele Grüsse (auch an Emil)
Wolfgang
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Beitragvon lessingapo » 15.12.2011, 12:00

Hallo Gert!

Der G-Minimax ist angeschlossen, und Du hast recht: ein völlig anderes Gerät, Präzision und Ruhe in der Wiedergabe um Klassen besser! Das Potential des ESS-Chips kommt jetzt richtig durch, im Vergleich zum Audiogd-Nfb3 (wahrlich kein schlechter) hat sich ein sehr deutlicher Abstand ergeben:

Ein klares Ja zur Gertfizierung, kann nur empfehlen, seinen Gerätepark zur Klangbremsenidentifizierung bei Dir vorzustellen. Wie ich heute morgen las, läuft die G-Sneakyfizierung ja an, Leute, Ihr könnt Euch auf was gefasst machen!

Viele Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon ramiprivat » 21.12.2011, 08:01

Hmmm der Umbau hört sich ja seeeehr interessant an.

Ich kann, wenn ich all diese Modifikationen von Gert und seinem Know How nur meinen Hut ziehen. Auch ich geniesse seine Umbaulektüren sehr. :)

Aber da habe ich natürlich direkt die Frage ob Gert vielleicht daran interesse hat, im neuen Jahr, nach den ganzen Sneakyumbauten (feine Sache!), auch Interesse hat meinem Eastern Elektric DAC-Nachfolger DAC-Plus ein wenig unter die Arme zu greifen. :-)

Würde mich sehr freuen :-)

Grüsse
Ralf
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Beitragvon lessingapo » 21.12.2011, 08:24

Hallo Ralf!

Bestimmt wird er gerne seine Spürnase in die neue Version stecken, bin mal gespannt, was er findet, ob EE inzwischen den Solid-State-Ausgang etwas weniger stiefmütterlich behandelt, und ausserdem kann er ja auch den integrierten M2-Tech-USB-Eingang untersuchen, wenn ich richtig erinnere, ist da das eine oder andere Teilchen zuviel...

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon ramiprivat » 21.12.2011, 08:55

Hallo Wolfgang,

zumal ich die OPs schon mal gegen die hier getauscht habe: :wink:

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Auch dazu würde mich dann ein Feedback reizen, wobei er natürlich auch hier wieder freie Hand für Modifikationen hätte. :-) Ich vertraue seinem Know How und seinen Ohren blind. ;-)

Der Austausch von Röhren macht hier aber keinen wirklich grossen Unterschied aus, finde ich.

Grüsse
Ralf
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Beitragvon lessingapo » 21.12.2011, 09:47

Hallo Ralf!

Zu den elektrischen Eigenschaften kann Gert Dir sicher etwas sagen, ob sie an dieser Stelle passen, ich habe jedenfalls einen weiteren im Netz empfohlenen Tausch auf Eis gelegt, weil sie im Vergleich zu den LMEs in diesem Design nicht so viel Sinn machen...

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon lessingapo » 25.12.2011, 14:03

Frohe Weihnachten!

Dieses Fest ist ja unter anderem für viele Gelegenheit,in die Röhre zu schauen, bei mir jedenfalls befindet sich eine Gans für die Familie in der Bratröhre und nebenbei perlt das Krönungskonzert aus dem G-Minimax, allerdings nicht aus dem Röhrenausgang; wie Gert vorhergesagt hat, ist der Vergleich eindeutig ausgefallen!

Doch damit nicht genug: Obwohl der G-Weihnachtsmann pünktlich war,schaue ich in die Röhre: mein G-Sneaky liegt warm und trocken am Anlieferungsstandort, habe es einfach nicht mehr geschafft... für den Vergleich im Januar haben sich schon zwei Forenten angemeldet,bis dahin freue ich mich über Berichte von Euch!

Grüsse
Wolfgang

P.S.Bezüglich Klangbremsen ist auch schon was in der Röhre - dazu mehr im Januar
P.P.S. Heute in der Arte-Röhre: Amadeus!!!
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Beitragvon ramiprivat » 28.12.2011, 19:10

Hallo Wolfgang,

und wie ist der Vergleich mit dem G-Sneaky? ;-)
bin neugierig was deine Ohren zu verkünden haben :-)
Grüsse
Ralf
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G-Minimax DAC plus

Beitragvon Fortepianus » 23.03.2012, 23:23

Edit: Die nachfolgenden Beiträge wurden aus einem der anderen Gertifizierungsthread herausgelöst, weil thematisch besser hierhin passend.

Liebe Freunde,

wie es der Zufall so will, steht hier gerade bei mir:

- ein G-MDS (von Dieter alias Dihem)
- ein G-ADS1 (von Markus alias Klassiklauscher)
- ein G-MiniMax DAC plus (von Ralf alias ramiprivat)
- mein G-Sneaky

Die drei Erstgenannten sind gerade fertig geworden, und es bietet sich natürlich an, sie gegeneinander antreten zu lassen. Hier haben sich die drei Kandidaten im Hörraum versammelt:

Bild

Von links nach rechts: G-ADS1, G-Mini, G-MDS. Aber erst mal ein paar Takte zum Eastern Electric MiniMax DAC plus von Ralf. Kürzlich hatte ich doch gemeinsam mit meinem Söhnchen Emil den MiniMax DAC Wolfgang (alias lessingapo) mit einer ordentlichen Ausgangsstufe versehen. Nun war ich gespannt, was die Änderungungen in der neuen Version sind:

Bild

Gut: Die digitalen Eingangssignale werden nicht mehr durch den Wahlschalter an der Front geschleust, sondern der schaltet nur noch direkt an den Eingängen sitzende kleine Relais (die fünf blauen oben im Bild). Dann gibt es eine neue USB-Platine, die so ausladend geworden ist, dass ich die Ausgangsstufe nicht mehr wie bei Wolfgang befestigen kann - aber ich habe mir geholfen, indem ich wie im G-ADS eine der Platinenschrauben durch einen Abstandsbolzen ersetzt habe.

Interessant aber, was gleich geblieben ist. Und das ist genau das, was mich schon beim Vorgänger etwas echauffiert hat: Die 200 Ohm Ausgangswiderstand in Kombination mit einem Feld-Wald-Wiesen-Elko ohne Vorspannung. Ein Faut Pas, der mich direkt den Rotstift ergreifen lässt, weil ich instinktiv denke, ich müsse die Diplomarbeit eines Studenten korrigieren.

Als ich den DAC gekriegt habe, waren diese diskreten OP-Ersatzplatinchen drin:

Bild

Ich mach's kurz, die Teilchen haben mir enorme Schwierigkeiten bereitet. Sie haben einen tanzenden Offset, und da ich in den Ausgangsstufen DC-kopple, geht das ganz schlicht nicht. Ich wusste zunächst nicht richtig, was los ist, weil ich den Offset meiner Ausgangsstufen nicht wie gewohnt einstellen konnte. Ich ließ das Gerät ein paar Stunden spielen und dachte, jetzt hat sich das aber stabilisiert, aber nein, das floatet einfach niederfrequent durch die Gegend und ist untauglich für diesen Zweck. Ich lasse da fünf schon mal gerade sein beim Offset, wenn's sein muss. Normalerweise gleiche ich das auf kleiner als +-0,1mV ab und da bleibt es auch, 1 oder 2mV machen eigentlich auch nichts, wenn man ehrlich ist. Aber hier geht's um 10 oder 20mV, die sich auch noch im Sekundenrhythmus ändern, sorry, das ist zu viel. Ich habe die Teile rausgezogen und durch meine Lieblings-Rennpferde LME49710 bzw. 720 ersetzt. Ah, welch eine angenehme Stille an der Offsetfront, frisch aus der Fabrik eingesteckt und da rührt sich von Anfang an genau nichts, wie wohltuend. So habe ich den MiniMax plus mit den LMEs dann im Folgenden auch gehört.

Erster Durchgang, der MiniMax gegen den G-Sneaky. Man kann wählen mit einem Taster an der Frontplatte, ob man den Röhrenausgang will oder den OP-Ausgang - beim G-Mini ist das LME plus BUF634-Stufe. Als erstes Röhre. Das Digitalsignal kriegt der DAC vom G-MDS.

Mein Gott, ist das schlecht, sorry für die deutlichen Worte. Nehmen wir als Beispiel die Carmen Suite, und natürlich will ich wie immer hören, ob das zwei Kastagnetten sind, die da klappern. Es klingt so müde, unsauber und verschmiert, dass ich unweigerlich an ein Küchenradio denken muss. Die Frage, ob das nun eine oder zwei Kastagnetten sind, stellt sich gar nicht. Es ist einfach über Alles drüber geschmiert. Der Hochtonbereich ist wie mit einem Kuhschwanzfilter runtergezogen (rührt daher die berühmte Wärme der Röhren? Ach so nein, das war ja das K2). Umgeschaltet auf den OP-BUF-Ausgang und nochmal die Carmen-Suite von vorn. Ich hole entspannt Luft. Vorhin hatte ich noch gemessen, dass der Röhrenausgang ca. 3dB mehr Pegel abliefert (ganz schlecht für die direkte Vergleichbarkeit!), und jetzt denke ich, ah, es ist lauter, obwohl es objektiv 3dB weniger Pegel hat :-). Aber die Lautstärke ist erstmal egal, der Klang ist jetzt so, dass ich mich entspannt zurücklehnen kann. Die Details sind da, die zwei Kastagnetten sind differenzierbar, und diese eigentlich elektrisiernde und aufregende Musik es nicht mehr so einschläfernd wie gerade noch über die Röhrenausgangsstufe.

Das gleiche Programm über meinen G-Sneaky. Hm, die Präzision ist vergleichbar. Aber das klingt dennoch einfach besser über den Sneaky. Ich versuche, es irgendwie festzumachen, was es ist - und es fällt mir schwer, das genau zu benennen. Es ist weicher, obwohl mindestens so detailliert, es ist fließender, obwohl kein Rhythmus verschwiegen, es ist feiner und dezenter, obwohl keinerlei Dynamik unterschlagen wird. Beim MiniMax ist der Klang etwas grobkörniger.

Der MiniMax hat vermutlich aber deutlich zugelegt im Vergleich zum Original. Ich will gar nicht wissen, wie die OP-Ausgangsstufe mit kastrierenden 200Ohm und dem miesen Standardelko ohne Vorspannung geklungen hat, das habe ich ehrlich gesagt versäumt auszuprobieren. Aber es war offensichtlich technisch so hinfrisiert, dass die Röhre den OP-Ausgang schlagen muss.

Ich muss mich entschuldigen, dass ich den armen O-MiniMax etwas ungnädig kritisiere. Ich bin gerade darauf geeicht, die Möglichkeiten bei G-MDS, G-ADS und G-ADS1 auszuloten, und auf dem Niveau erscheinen mir die Unterschiede zum Original-MiniMax natürlich groß. Mit der kräftigen Ausgangsstufe kommt das Gerät aber sicher dahin, dass man es mit Genuss hören kann. Vielleicht konnte man das vorher auch schon, aber wie immer gilt: Das Bessere ist der Feind des Guten.

Ach, da steht ja noch der G-MDS und will gehört werden. Dieters MDS ist fabrikneu hier bei mir angeliefert worden, und ich war gespannt, ob sich was in der Serienfertigung geändert hat - weil doch die Akurates eine Modellpflege gekriegt haben und die Majiks offiziell nicht. Aber da hat sich zumindest mechanisch was geändert - das Chassis ist nämlich vom ADS1:

Bild

Die Frontplatte ist die alte, und die Platine auch - die ist ja aber immerhin die gleiche wie vom ADS/0.

Natürlich habe ich die Akurate-Spannungsversorgung für die DACs wie beim ersten MDS beschrieben wieder nachträglich bestückt, und inzwischen habe ich die Bauteile auch alle in SMD an Lager, so dass das dann so aussieht wie beim Akurate (abgesehen davon, dass ich bessere Elkos nehme):

Bild

Denkt Euch bitte die braunen Rückstände noch entfernt, das Bild entstand direkt nach dem Einlöten.

Also, den G-MDS angeschlossen. Ja, er kann sich wieder, wie schon der erste G-MDS, vom Sneaky absetzen, und das ist vor allem die Disziplin "Energie in jedem einzelnen Ton". Kraftvoller, saftiger, aber dennoch bei Bedarf sehr fein differenzierend.

Wenn er denn schon gerade eben fertig geworden ist, hängen ich doch den G-ADS1 von Markus auch mal dran. Jesus, das ist einfach eine andere Welt. Bemühe ich bei den anderen Vergleichen, also wenn G-Sneaky, G-MDS oder G-MiniMax am Start sind, den Intellekt, um die Unterschiede zu benennen, so ist hier einfach nach dem ersten Takt alles klar. Das ist eine Klasse für sich. Ich sinke ins Sofa und staune. Er überholt die anderen in jeder einzelnen Disziplin, und das macht in Summe schlicht, dass man dasitzt und staunt. Klar, auch und gerade mit einer solchen Wahninnsmaschine hört man irgendwann, wenn man sich an den Klang gewöhnt hat, nur noch einfach Musik - dass man die Geräte dann vergisst, zeichnet diese Klasse geradezu aus - aber bei einem Vergleichstest ist es schon beeindruckend, wie er sich vom Feld absetzen kann.

Das motiviert mich für den nächsten ADS1-Umbau - der nächste wird voraussichtlich morgen, ebenfalls fabrikneu, angeliefert. Er ist für unseren verehrten Forumshirten Rudolf und kriegt einen Schaltausgang und Eingänge zum Durchschleifen. Dafür habe ich extra Platinen fertigen lassen. Ich werde berichten.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Kienberg » 24.03.2012, 13:42

Lieber Gert,

ich finde es immer wieder hochinteressant, wenn Du uns berichtest, wie sich Deine Modifikationen gehörmässig auswirken, besten Dank für die Darstellung der Unterschiede dieser Geräte. :cheers:

Fortepianus hat geschrieben:Als erstes Röhre. Mein Gott, ist das schlecht, sorry für die deutlichen Worte. Nehmen wir als Beispiel die Carmen Suite, und natürlich will ich wie immer hören, ob das zwei Kastagnetten sind, die da klappern. Es klingt so müde, unsauber und verschmiert, dass ich unweigerlich an ein Küchenradio denken muss. Die Frage, ob das nun eine oder zwei Kastagnetten sind, stellt sich gar nicht. Es ist einfach über Alles drüber geschmiert. Der Hochtonbereich ist wie mit einem Kuhschwanzfilter runtergezogen (rührt daher die berühmte Wärme der Röhren? Ach so nein, das war ja das K2).

Nun, die mir bekannten Glühkolben-Hörer bevorzugen es genau so: Zu viele Details hätten ja in der Musik nichts verloren ... wer will denn schon präzise, gar analytisch, Musik hören. :roll: :wink: :mrgreen: Du nennst es müde, der "Hörer mit Röhren" nennt es unaufgeregt, eben behaglich! :lol:

Fragt man Hersteller, die heutzutage noch solche Glühkolben in DAC's einbauen, bekommt man genau das zur Antwort: Unsere Geräte sollen Behaglichkeit austrahlen, den Hörer nicht durch zu viele Details in der Musik ablenken. Der Röhren-Hörer will eben genau das

Fortepianus hat geschrieben:Die Details sind da, die zwei Kastagnetten sind differenzierbar...

nicht, sondern es so

Fortepianus hat geschrieben:...einschläfernd wie gerade noch über die Röhrenausgangsstufe.

Übrigens waren beim MiniMax wahrscheinlich noch keine NOS-Röhren verbaut ... mit denen soll die oben beschriebene Behaglichkeit noch zu steigern sein. :wink: :mrgreen:

Gruß
Sigi
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Beitragvon Fortepianus » 24.03.2012, 21:16

Lieber Sigi, liebe Leser Upgrade-Geschichten,

Kienberg hat geschrieben:Übrigens waren beim MiniMax wahrscheinlich noch keine NOS-Röhren verbaut....mit denen soll die oben beschriebene Behaglichkeit noch zu steigern sein

nein, ist eine handelsübliche 12AU7, den älteren Semestern als ECC82 bekannt.

Wer mich ein bisschen kennt, ahnt wahrscheinlich, dass mir äußerst unwohl ist bei dem Gedanken, den G-Mini jetzt einfach so zurück zu schicken. Klar, er hat deutlich zugelegt, aber er hat nicht den Hauch einer Chance gegen die Linn-Dickschiffe, wenn ich ehrlich bin. Ich habe mir überlegt, woran das wohl liegen mag. Zum einen ist es natürlich ein vollmundiges Marketinggeschwätz mit der Doppel-PLL innerhalb des DAC-Chips. Das hat sicher nicht die Wirkung wie eine echte Doppel-PLL wie z. B. in meinem Eigenbau-DAC. Lassen wir aber mal die Digitalseite, wie sie ist, die werde ich sicher nicht umstricken - das wäre sehr aufwändig und einfacher, gleich einen neuen DAC zu bauen. Analog hat er eigentlich gute Voraussetzungen mit den I/U-Wandlern und Filtern mit den LMEs und der BUF634-Ausgangsstufe - aber hatten wir nicht erst kürzlich die Diskussion hier im Forum um diese OPs, bei der ich erzählt habe, wie wichtig bei denen eine gute Versorgung ist?

Bei Ralf nachgefragt, wie es denn aussieht, ob er ihn eben so zurück haben will oder ich weiter machen soll, kam die Antwort, dass ich tun soll, was zu tun ist. Zu tun gibt's vor allem was bei der Spannungsversorgung. Ich habe mal den Oszi an die Versorgungs-Lines geklemmt und musste da ein beträchtliches Gerausche und Gezappel finden. Ralf hat gleich bedauert, dass das dezente Netzteil des G-ADS/-MDS da nicht reinpasst. Aber mir kam eine Idee. Hat man wenig Platz und will man möglichst gut in der Versorgung filtern, hilft eine elektronische Drossel weiter. Übrigens ist eine solche auch auf der G-ADS-Platine integriert. Da werde ich mal was stricken, was da reinpasst. Da die Drossel etwas Spannungsabfall (1,5 bis 2V) verursacht, muss ich die Spannungsregler davor zu etwas höherer Ausgangsspannung bewegen. Dazu hat's aber noch Luft, momentan fallen an denen 5,5V ab, aber es reicht ihnen auch 1,5 oder 2V weniger. Ich werde die E-Drossel aber nicht wie im verlinkten Beispiel vor dem Regler, sondern nach ihm reinmachen, denn ich will ja gerade das Eigenrauschen der Regler dämpfen. Deshalb muss ich die Regelspannung entsprechend erhöhen. Nach der Drossel kann man dann eine ordentliche Elko-Batterie hinmachen, aus der die OPs dann schöpfen können. Ich melde mich wieder, wenn das läuft.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Franz » 24.03.2012, 21:58

Immer wieder schön zu lesen, wie du zu ganz individuellen Lösungen kommst, etwas geht bei dir wohl immer. :mrgreen: :cheers:

Gruß
Franz
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Beitragvon Fortepianus » 24.03.2012, 23:35

Hallo Freunde,

Franz hat geschrieben:Immer wieder schön zu lesen, wie du zu ganz individuellen Lösungen kommst, etwas geht bei dir wohl immer. :mrgreen: :cheers:

ja, hier geht glaub' ich noch was, ich habe mal ein bisschen was zusammen gelötet. Zunächst die Spannungsversorgung aufgetrennt und die Spannung nach den Reglern erhöht:

Bild

Rechts im Bild, wo L1 und L6 steht, waren kleine HF-Drosseln in der Versorgungsspannungszuleitung direkt nach den Reglern, wie praktisch. Schnell ausgelötet und an den Reglern passende Widerstände an die Einstell-Pins, das sind die beiden frei stehenden über R80 am rechten und R81 am linken Regler. Die Regler sind LM317 und 337, die im Original +-15V machen, jetzt +-16,7V. Eingangsspannung ist 20,5V, es bleiben 3,8V zum Regeln. Den ICs reichen laut Datenblatt 2V locker, hab' ich gerade nochmal nachgesehen. Der Ripple vor den Reglern beträgt im Betrieb ca. 250mV, so dass der also nicht dafür sorgen kann, dass die Eingangsspannung aus dem Regelbereich geraten kann.

Jetzt die elektronische Drossel für die beiden Spannungshälften auf Lochraster aufgebaut. Die entkoppeln was auch immer an Dreck aus den Standardreglern davor kommen mag hervorragend. Gefolgt sind sie von 10x Panasonic FC mit je 330µF, dann je 1 Ohm als Tiefpasswiderstand und danach nochmal 8x 330µF, diesmal mit den superniederohmigen Polymerelkos. Also knapp 6000µF, die die vorhandenen miesen Standardelkos auf der Platine mit 4x 47µF massiv unterstützen. Danach kommen die beiden HF-Drosseln, die ich aus dem Gerät ausgelötet hatte:

Bild

Eingebaut und verdrahtet sieht das Kunstwerk dann so aus:

Bild

Saft drauf, und siehe da, es läuft. Nach der Schaltung hat's wieder wie vorher +-15V. Oszi dran, und was soll ich sagen: Ein feiner, dünner Strich anstelle des Gezappels vorher - wow! Hörtest geht jetzt nicht mehr (da schlafen schon welche), wird aber morgen gleich nachgeholt. Ich bin ziemlich gespannt, wie das jetzt klingt. Wenn das jetzt immer noch nichts taugt, liegt das Problem im Digitalteil. Klingt's aber gut, heißt das, dass das Digitalteil brauchbar ist. Denn auf der analogen Seite ist das Gerät jetzt recht ansprechend ausgestattet.

Viele Grüße
Gert
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