Was geht noch beim Oppo 105?

Gerts Modifikationen

Beitragvon thorsten » 08.09.2013, 15:50

Hallo Gert,

ich lese immer wieder mit großen Augen, was du da machst. Wahnsinn! Danke für deine Forschungen für den guten Klang, und daß du uns immer so toll und nachvollziehbar daran teilnehmen läßt! :cheers:

Am besten finde ich den Satz: "Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass ich das (Stereo-)Niveau des G-ADS1/M DAC erreichen werde mit dem Oppo." Ach, ich glaube, daß den meisten ein "knapp schlechter" auch reicht. :mrgreen: :mrgreen:

Schönen Gruß

thorsten
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Beitragvon Koala887 » 08.09.2013, 16:39

Hallo Gert,

Fortepianus hat geschrieben:Da ist jetzt Ruhe auf der Versorgung, wenn man das mit dem Oszi anschaut. Und jetzt klingt das recht ansprechend, auch, wenn ich die Lautstärke absenke. Ich glaube, die externe LS-Regelung kann ich mir erstmal schenken.

das hört sich doch jetzt schon sehr vielversprechend an. :cheers:

Ich hatte den Test ja auch mit Hilfe der 12dB-Absenkung der AGM gemacht und kann Gerts und Cay-Uwes Erfahrungen nur bestätigen:

cay-uwe hat geschrieben:Darüber bin ich sehr froh, denn die digitale Lautstärkeeinstellung kommt mir etwas "müder" und "weicher" vor, dem Hochton fehlt etwas an Differenzierung und der Bass klingt unpräziser.

So ähnlich habe ich es auch wahr genommen. Der Bass war nicht mehr so knackig und bei Blasinstrumenten dachte man, die Musiker wären erkältet.

Wenn man sich einige Zeit mit dem Aufbau des Oppo beschäftigt, merkt man gleich, daß die Leute schon Ahnung davon haben was einen guten Player ausmacht. Aber je tiefer man in die Materie vordringt, desto mehr beschleicht einem das Gefühl, daß sie absichtlich das Gerät schlechter gemacht haben, als es eigentlich sein könnte (vermutlich um noch etwas Verbesserungspotential fürs nächste Modell zu haben).

Da wären zum einen die Widerstände in der Spannungsversorgung der OPs, welche mit 0 Ohm bestückt sind, die LM317 Regler haben keinen Kondensator am Regelpin, die Clock hat zwar eine rauscharme Spannungsversorgung, aber der LVDS-Treiber direkt daneben wird durch die gleiche Spannung versorgt, usw... Schaut man sich die Clockspannung dann auf dem Oszi an, findet man auch wieder einen breiten Rauschteppich, wie bei den anderen Spannungen auch. Das ist dann wohl auch der Grund, warum der Oppo mit der G-Clock auf einmal so gut spielt. :D

Wie wichtig eine saubere Referenzspannung ist, merkt man auch wenn man sich folgende Rechnung anschaut: Der Oppo hat eine Ausgangsspannung von 2,1Vrms, das entspricht dann einer Spitzenspannung von 5,94Vss. Teile ich jetzt diesen Wert durch die 32 Bit des Dacs, entspricht ein Bit einer Spannungsänderung von 1,4nV! :shock: Jetzt überlegt euch mal was von der Auflösung übrig bleibt, wenn die Referenzspannung im Millivoltbereich rauscht... (bisher habe ich auch noch keine Angaben zum PSRR von Dacs gesehen). Ganz so dramatisch ist es am Ende doch nicht, da die Ausgänge symmetrisch sind und ein Großteil der Störungen so wegfällt, aber warum soll ich nachher was wegfiltern, wenn ich es vorher schon vermeiden kann. :roll:

Das Schöne bei Gert ist einfach, wenn man mit Ihm was bespricht, setzt er es sofort in die Tat um (hat schon Vorteile wenn man bereits fertige Sonos und Bufferplatinen vorrätig hat) und wenn dann noch die AGM in der Werkstatt steht, kann man es auch gleich testen. :cheers:

Ich bin jedenfalls gespannt, wie der finale Goppo aussehen wird!

Schöne Grüße
Daniel
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Beitragvon Bernd Peter » 08.09.2013, 17:23

Hallo Daniel,

Koala887 hat geschrieben:Das Schöne bei Gert ist einfach, wenn man mit Ihm was bespricht, setzt er es sofort in die Tat um..

das ist gelerntes strategisches Verhalten von Leuten, die etwas länger verheiratet sind, oder?

Kollegiale Grüße

Bernd Peter
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Beitragvon Fortepianus » 09.09.2013, 20:42

Hallo liebe Tuning-Liebhaber,

nachdem nun der Klang aus dem Stereoboard schon recht ansprechend ist, habe ich mich mal dem Surroundboard zugewandt. Die Versorgungsspannungen sind dort insofern etwas simpler gehalten, als die I/V-Wandler-OPs keine eigenen, dem 15V-Regler nachgeschalteten 12V-Regler erhalten haben, sondern schlicht an den gleichen +-15V hängen. Aber - es gibt die mit 0 Ohm bestückten Vorwiderstände samt 220µF-Elkos dahinter, an jedem einzelnen OP. Die habe ich (bis auf die Surround-Back-Kanäle, die ich eh nicht nutzen werde) alle ausgelötet und durch 47 Ohm ersetzt. Das gibt ein schönes Tiefpassfilter mit ca. 14Hz Grenzfrequenz an jedem Versorgungspin der I/V-OPs, was diese ziemlich viel ruhiger stellt als beim Original. Dann natürlich die Ausgängswiderstände gebrückt, den 3,3V-Digitalregler noch mit einem C am Regelpin versehen, die Ausgangs-Elkos raus und statt dessen insgesamt sechs Buffer, also drei Stereobuffer, rein:

Bild

Der Offset wurde auf Null abgeglichen. Die drei Buffer-Platinen hängen jetzt im Prototypen-Stadium kopfüber auf der Surround-Platine (ist ein bisschen knapp in der Höhe dort). Auf der Rückseite habe ich etwas Zellkautschuk aufgeklebt, damit werden sie dann später vom Gehäusedeckel sanft gepresst. Außerdem stehen dann die Lötpins nicht in die Luft und drohen, vom Gehäusedeckel kurzgeschlossen zu werden. Ist wie gesagt eben ein Prototypen-Aufbau. Unten links im Bild sieht man den gekapselten Ringkerntrafo für die Analogspannungen, und rechts darüber sitzt wieder eine umgestrickte Sonosplatine für die empfindliche 3,3V-Analogspannung des DAC-Chips - die inzwischen dritte G-Sonosplatine, die hier zum Einsatz kommt.

Hörtest. Ich hänge den XLR-Ausgang vom Stereoboard und den Cinchausgang vom Surroundboard beide an den G-ADSM DAC von Thierry, der das Signal dann an die AGM weitergibt. Pegelabgleich: 8dB Unterschied, XLR hat durch die Symmetrie sowieso 6dB Vorsprung, und das Stereoboard spielt zudem noch 2dB lauter (wahrscheinlich, damit auch das letzte Holzohr merkt, dass die Stereoausgänge besser klingen). Das geht nun beim Linn ADSM recht elegant, der Cincheingang ist eh bei Thierry so konfiguriert, dass die Lautstärke fixiert ist (auf 80), was geschickt ist zum Durchschleifen z. B. eines Surroundreceivers, der eine LS-Regelung mitbringt, und den XLR-Eingang stelle ich auf 72. Damit sind die 8dB ausgeglichen und ich kann bei gleicher Lautstärke umschalten zwischen den zwei Ausgängen des Oppo - die ja Repräsentanten des jeweiligen Boards (Stereo vs. Surround) sind. Die eigentliche LS-Regelung wird dann über den Oppo gemacht.

Das Surroundboard klingt schlechter. Raumeindruck und Präzision leiden etwas beim Umschalten auf den Cinch-Ausgang. Bis ich merke, was es eigentlich ist: Jitter am DAC. Wieder wird es an der Misa Criolla klar, wenn der Chor "s" singt und das verschmiert.

Das Surroundboard wird doch jetzt aber mit der gleichen Clock versorgt wie das Stereoboard? Nicht ganz, da hat's noch einen gut gemeinten differenziellen Linetreiber samt zugehörigem Receiver dazwischen. Ich lege das ganze Zeug still und spediere der Kiste das mittlerweile vierte G-Sonosboard - der zweite DAC auf dem Surroundboard soll eben auch noch eine eigene Clock kriegen. Das ist deshalb kein Problem, weil die Clock den ASRC des Sabre taktet und die beiden Clocks deshalb nicht synchron sein müssen - weder zueinander noch zu sonst irgendeinem Takt:

Bild

Noch eine Tentclock mit 27MHs fand sich dafür in meinem Fundus. Auf die XOs mit den höheren Freuqenzen warte ich gespannt, weil dann auch 24/192 gehen wird. Vielleicht klingt es ja auch bei anderen Sampleraten anders bei höherem Upsampling - werde ich dann testen.

Neuer Hörtest. Jetzt sind die "s" auch vom Surround-Cinch sauber. Nun muss man genau hinhören, um noch Unterschiede zwischen Stereoboard-XLR und Surroundboard-Cinch auszumachen. Das Rennen geht aber dennoch knapp an XLR - immerhin dürfen dort auch jeweils zwei der acht Wandler des Sabre parallel arbeiten, und XLR hat auch sonst ein paar kleine Vorzüge (z. B. löschen sich Teile der geradzahligen Oberwellen weg, die Störunempfindlichkeit etc.).

Jetzt sollte man sich die Kiste mal in einem guten Surround-Setup anhören. Naja, dauert noch ein bisschen mit meinem Hörraum, aber immerhin ist die Multikanal-Quelle dafür jetzt auf einem guten Weg.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Salvador » 09.09.2013, 22:59

Hallo Gert,

die Sache wird interessant! Habe fuer Surround derzeit nur 2 Quellen, Discs und den digitalen Kabelreceiver. Letzterer laesst sich nur über HDMI anbinden und siehe da, der Oppo hat einen HDMI-Eingang. :) Über Streaming ginge dann sogar auch Mehrkanal von der NAS, da LAN-Eingang vorhanden.

Meine jetzige Lösung ist guter Blu-ray-Player an guter Surroundvorstufe, aber die Übertragung ist per HDMI, was ja Schrott ist. Auch die Ausgangsstufen meines Marantz AV7005 scheinen mir beim Betreiben langer Kabel mit Zwischenadaptern nicht optimal zu sein. Ich hatte immer mal mit dem Gedanken gespielt, diese durch Dich mal verbessern zu lassen. Aber bei Deiner knapp bemessenen Zeit und der kurzen Lebenszyklen des AV-Zubehoers ... Besser ist aber vielleicht eine Goppovorstufe mit internem Disclaufwerk, dann faellt die verschlechternde HDMI-Verbindung weg (ohne dafuer Premiumpreise fuer Denon-Link und Konsorten zahlen zu muessen) und die Treiberstufen taugen auch was. Die ohnehin sehr gute DAC-Sektion auch noch getunt schadet sicher auch nicht!

Konkrete Frage:
Da ich ja den G-ADS DAC fuer Stereo habe, wuerde mir in einem Goppo eine getunte Surroundsektion vollkommen genuegen. Bessere (als CD) SACD oder DVD-A-Stereowiedergabe ohne Streaming aus dem Laufwerk auf etwas schlechterem DAC, dann doch lieber gleich mit dem Linn, zur Not sogar "nur" als CD-Rip. Dann braeuchte man also "nur" soviele Ausgangsbuffer auf dem Surroundboard wie es Kanaele/Lautsprecher hat (bei mir 5, also 3 Stereobufferboards) plus zwei Sonosplatinen fuer DAC-Versorgung und Clock, richtig?
Wuerdest Du so etwas denn nach Fertigstellung der Erforschung Deines Prototyps auch wieder fuer den interessierten Mitforenten anbieten? Und ach ja, koenntest Du in dem Fall nicht die Surroundfrontausgaenge auf die XLR-Stereobuchsen rueberlegen, dann hat man fuer die Fronts gleich Aktivistenfreundliche XLR-Anschluesse?

Beste Gruesse,
Andi
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Beitragvon Fortepianus » 10.09.2013, 07:46

Hallo Andi,

die Geschichte mit den unzähligen G-Sonosplatinchen und Augangsbuffern war eigentlich nur eine schnelle Lösung, um zügig verschiedene Dinge ausprobieren zu können. Eine solche Bastellösung würde ich niemals jemand anderem als mir als Upgrade einbauen wollen. Die Ausgangsbufferstufen habe ich auch nicht einfach so da liegen, sondern jede einzelne ist mit der Stichsäge aus einer unbestückten G-Sneaky-Platine rausgesägt und dann bestückt. Deren Rest ist dann für den Elektroschrott.

Man könnte drüber nachdenken, das evtl. in zwei Platinen aufzuteilen, wenn man das richtig machen wollte. Eine, die über das Stereoboard kommt, mit sechs Buffern, einer Clock plus Versorgung und der Analogspannung für den DAC plus dem Üblichen für eine gute Spannungsversorgung der Buffer. Und eine zweite, die über oder vor dem Surroundboard sitzt mit genau dem gleichen Inhalt, nur sind die sechs Buffer dort für 5.1 (die Surround Back Kanäle würde ich lassen, wie sie sind) und die Versorgung des zweiten Sabre mit Spannung und Takt. Dann könnte man wahlweise nur Stereo, nur Surround oder beides aufpeppen. Ist aber noch Zukunftsmusik, zuerst muss ich noch ein bisschen Erfahrung sammeln mit dem Prototypen, insbesondere mit den Taktfrequenzen, wenn die Clocks aus den Niederlanden da sind.

Gestern Abend habe ich nochmal ausführlich den Stereoausgang gehört. Das klingt sehr knackig und anspringend mit ziemlicher Mitwippanregung bei entsprechender Musik. Auch die Raumabbildung und Fokussierung der Instrumente ist ordentlich, keine Frage. Würde ich nichts anderes kennen, käme ich durchaus in die Versuchung zu sagen: das ist es. Stecke ich dann aber auf den G-ADSM DAC um, weiß ich, was es wirklich ist :) . Der G-Linn klingt viel weniger spektakulär, dabei nochmal präziser, aber transparenter. Man sackt mit nachlassendem Muskeltonus in den Sessel und weiß: Ja, genau so.

Also, bitte keine Wunder von der Kiste erwarten. Demnächst holt Thierry seinen G-ADSM DAC bei mir ab und wird seinen unfrisierten Oppo 105 mitbringen, dann können wir den vorher-nachher-Vergleich machen, auf den ich gespannt bin.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon ujaudio » 10.09.2013, 17:00

Fortepianus hat geschrieben:Man könnte drüber nachdenken, das evtl. in zwei Platinen aufzuteilen, wenn man das richtig machen wollte. Eine, die über das Stereoboard kommt, mit sechs Buffern, einer Clock plus Versorgung und der Analogspannung für den DAC plus dem Üblichen für eine gute Spannungsversorgung der Buffer. Und eine zweite, die über oder vor dem Surroundboard sitzt mit genau dem gleichen Inhalt, nur sind die sechs Buffer dort für 5.1 (die Surround Back Kanäle würde ich lassen, wie sie sind) und die Versorgung des zweiten Sabre mit Spannung und Takt. Dann könnte man wahlweise nur Stereo, nur Surround oder beides aufpeppen...

Damit das Nachdenken lohnt sollten sich wohl mal alle Interessenten melden. :D

Ich bin einer.

Einen lieben Gruß
Jürgen
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Beitragvon Fortepianus » 15.09.2013, 20:20

Hallo Jürgen,

ujaudio hat geschrieben:Damit das Nachdenken lohnt sollten sich wohl mal alle Interessenten melden. :D
Ich bin einer.

freut mich! Ich bin zur Zeit dabei, ein Layout zu machen. Zwar kann man ungefähr die gleiche Schaltung für die beiden Boards (Stereo und Surround Upgrade) machen, aber das Layout muss betrüblicherweise völlig unterschiedlich aussehen - es gibt nämlich geometrische Zwänge, man muss für beide Boards völlig zerklüftet aussehende Leiterplatten machen, damit das Zeug reinpasst und man es auch irgendwie befestigt kriegt. Danke auch für die PN- und Email-Rückmeldungen zur Ermutigung, gleich mehrere Platinensätze zu machen und nicht nur eins für mich.

Am Freitag kamen die drei XOs zum Test von Guido an:

Bild

Die bisher verwendeten 27MHz habe ich der Vollständigkeit halber für's Bild auch noch dazu gelegt. Ich habe gleich Hörtests gemacht mit den verschiedenen Taktfrequenzen. Eigentlich hatte ich in der Nacht von Freitag auf Samstag auch gleich einen Bericht davon getippt - kennt Ihr das? Man schreibt eine Stunde lang und gibt sich alle Mühe mit einem sauberen Testbericht, und dann will man das kurz vor dem Abschicken zwischenspeichern und die Internetverbindung reißt warum auch immer ab? Alles den Nullleiter runtergespült. Ja, ich weiß, erst in einem Editor tippen und danach copy and paste ins Forum, danke für den Tipp, aber zu spät. Jetzt also nochmal von vorn :cheers: :

Erst stecke ich also die 45MHz anstelle der 27MHz rein. Das geht im Betrieb, finde ich raus, das juckt den ESS-Chip nicht die Bohne, wenn die Taktfrequenz kurz ganz wegbleibt und dann eine andere kommt. Mit 45MHz klingt das völlig verändert im Vergleich zu den 27MHz. Unsauberer, spitzer, schärfer. Verzischte S. Hm, kommt mir der Gedanke, liegt das womöglich daran, dass die Frequenz nun eine geradzahlige Vielfache der Samplingrate ist und vorher nicht (45,1584MHz ist 44,1kHz mal 1024, was 2 hoch 10 ist)? Also einen File mit HiRes 24/192 probiert, da geht das Verhältnis nicht ohne Rest auf - und es ist das gleiche klangliche Ergebbnis. Immerhin läuft 24/192 jetzt - es gibt nämlich folgende relativ einfach zu erfüllende Bedingungen für die Masterclock des Sabre:

1. Die Frequenz muss kleiner sein als 100MHz
2. Im PCM-Mode (wie z. B. beim Abspielen eines Files von der NAS) muss die Frequenz größer sein als Abtastrate mal 192, für 192k also größer als 36,864MHz (also reichen 27MHz dafür nicht)
3. Im DSD-Modus muss die Frequenz größer sein als Abtastrate mal 3, für die üblichen 2,88MHz also größer als 8,64MHz. Warum SACDs im Oppo trotzdem stottern bei relativ niedrigen Frequenzen - weiß der Kuckuck.
4. Bei S/PDIF muss die Frequenz größer sein als Abtastrate mal 386, für 192k also größer als 74,112MHz

Der letzte Punkt erklärt, warum im Oppo mit seiner 54MHz-Clock 192k nicht am Digitaleingang gehen.

Nun, ich wechsle auf den nächsten Quarz, 49,152MHz. Das ist gerade das 1024fache der anderen Abtastratenfamilie mit Basis bei 48kHz. Das klingt ähnlich wie bei 45MHz, aber noch etwas schlechter. Zu der Schärfe und Spitze im Klangbild der Höhen gesellt sich nun noch etwas leicht Hohles in der Mittellage. Ich bin völlig perplex und wechsle mehrfach wieder auf die 27MHz zurück - da klingt alles ok, solange die Abtastratenbedingung unter 2. nicht verletzt wird, sprich keine 192k-Files abgespielt werden. Jetzt also die dritte Tent XO reingesteckt, 67, 737MHz. Das klingt ja dann, wenn man das bisherige klangliche Ergebnis linear extrapolieren darf, vermutlich nochmal schlechter. Weit gefehlt. Das klingt jetzt richtig gut, sehr sauber, keine zischelnden S mehr, der Raum geht nach hinten auf, ich bin ziemlich überrascht. Es übertrifft zudem die Performance bei 27MHz deutlich - das ist der beste Streamer unterhalb des G-ADS1/M DAC, den ich bisher gehört habe. Ist es womöglich so, dass die Entwickler beim Oppo einfach irgendeine Frequenz, die in das technisch geforderte Fenster reinpasst, genommen haben, und zufällig in der Gegend des klanglichen Minimums gelandet sind? Ich frage mich, ob eine noch höhere Taktfrequenz nicht noch besser wäre. Im Minimax DAC, den ich vor einiger Zeit mal im Analogteil frisiert habe, erinnere ich 80MHz als Clock für den ESS-Chip. Von der Maximalfrequenz, den 100MHz, sollte man erfahrungsgemäß lieber etwas wegbleiben. Vielleicht sind 80MHz gar nicht schlecht beim Sabre? Schade, 67MHz ist die höchste erhältliche Frequenz bei den Tent XOs, aber ich habe da schon eine Idee, wie ich das bewerkstelligen werde. Ich werde berichten, wenn's soweit ist.

Viele Grüße
Gert
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Doppelt genäht hält besser

Beitragvon musikgeniesser » 17.09.2013, 11:40

Moin Gert,
moin Forenten,

oh je, das

Fortepianus hat geschrieben:kennt Ihr das? Man schreibt eine Stunde lang und gibt sich alle Mühe mit einem sauberen Testbericht, und dann will man das kurz vor dem Abschicken zwischenspeichern und die Internetverbindung reißt warum auch immer ab?

kenne ich. Seitdem speichere ich nie mehr hier im Forum oder sonstwo im Internet, sondern immer lokal. Damit ist die Kettenlänge der Fehlermöglichkeiten minimiert. Sich aufs Internet verlassen? Ich bin doch nicht verrückt! Vorm Abschicken mache ich -- inzwischen ganz automatisch *) -- diese

  • Strg + Pos 1
  • Umschalten + Strg + Ende
  • Strg + C

Handgriffe (alle Tasten einer jeweiligen Reihe gedrückt halten). Wenn das Absenden dann nicht klappt, kann ich immer noch einfach ein neues Fenster aufrufen und dorthinein kopieren und weiterschreiben. Extra vorher in einem Editor zu tippen wäre mir zu affig. Das kann ich mir auf diese Weise sparen. Zu spät

Fortepianus hat geschrieben:danke für den Tipp, aber zu spät.

ich weiß. Na ja, beim nächsten mal vielleicht. Andererseits eröffnet es die Möglichkeit, den Text beim zweiten Anlauf gleich noch schöner zu gestalten. Davon profitieren wir Leser dann.

Zum Inhalt. Na ja, wenn ich eine 27er-Langspielplatte (jetzt mal vermöge meiner Imaginationskraft; ist ja von einer 33er-LP nicht so weit weg) mit 45/min abspiele, klingt das auch hörbar verändert. Insofern bin ich überrascht, dass Du, lieber Gert, überrascht bist.

Fortepianus hat geschrieben:Erst stecke ich also die 45MHz anstelle der 27MHz rein. Das geht im Betrieb, finde ich raus, das juckt den ESS-Chip nicht die Bohne, wenn die Taktfrequenz kurz ganz wegbleibt und dann eine andere kommt. Mit 45MHz klingt das völlig verändert im Vergleich zu den 27MHz. Unsauberer, spitzer, schärfer. Verzischte S. Hm

Möge es nützen

Peter

*) so automatisch, dass ich sie eben extra machen und mich dabei beobachten musste, um sie aufschreiben zu können
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Beitragvon Fortepianus » 06.10.2013, 22:15

Liebe Oppo-Fans,

nun wurde ich schon mehrfach per PN darauf angesprochen, warum denn hier nix weitergeht :) . Der Grund ist einfach: Ich warte auf die Boards, die ich entworfen habe.

Ich habe wie schon angedeutet für zwei verschiedene Platinen Layouts gemacht: Eine für die Stereoabteilung, eine für die Surroundabteilung. Auf jeder sind sechs von den dicken Ausgangsstufen, die auch in den G-Linns sind, passende Stromversorgungen und eine Clock so ähnlich, wie sie der Linn Akurate DS1 bzw. Klimax DS1 drin hat. Seit kurzem gibt's diese Clock nicht nur wie im ADS1/KDS1 in der Frequenz einstellbar mit einem Mikroprozessor, sondern man kann die Clocks speziell programmiert ordern - habe ich gemacht, und die sind auch schon da. Von der maximal möglichen Frequenz (100MHz) sollte man einen gewissen Sicherheitsabstand wahren - so habe ich als Frequenz 80MHz gewählt nach der Erfahrung, dass eine höhere Frequenz eher besser klingt.

Die Boards werden komplett in smd bestückt - anders kriege ich das Material nicht unter. Ich lasse nun 25 Stereoboards und 25 Surroundboards fertigen. Hauptsächlich Stereo-Hörer sind mit dem Stereoboard am besten bedient, hauptsächlich Surroundhörer mit dem Surroundboard, und wenn man bei Surround die Fronts über XLR ansteuert oder sowohl Stereo wie auch Surround mit dem G-Oppo hört, braucht man eben beide Platinen.

Der Fortgang wird nun mal wieder durch eine Feierlichkeit in China gebremst, die haben vom 1. bis 7.10. Nationalfeiertag und deshalb ist dort eine ganze Woche alles zu. Danach aber hoffe ich auf die Platinen, die anschließend noch bestückt werden müssen.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fortepianus » 08.10.2013, 10:16

Oppo 105 gapless

Noch ein kleiner Nachtrag zu den Streaming-Fähigkeiten des Oppo 105. Eigentlich könnte die Welt so einfach sein mit diesem Gerät, es ist einigermaßen erschwinglich, spielt alles Mögliche ab, kann Multikanal, hat ein super Bild, liegt mit dem Stereo-Upgrade preislich nur knapp über dem G-Sneaky, schlägt diesen klanglich aber klar und deutlich. Wenn da nicht ein paar Hindernisse wären, die ich jedem Interessenten, der noch keinen Oppo hat und eine Anschaffung zwecks G-fizierung überlegt, versuche darzulegen, damit nachher keine Überraschungen auftreten.

1. Installationsaufwand

Wer Streaming mit Linn oder Sonos gewohnt ist, wird sich erst einmal wundern, dass das beim Oppo nicht so einfach ist. Klar, man kann den TV anmachen und mit der Fernbedienung was auf der NAS auswählen. Das spielt er dann auch brav ab, aber nicht gapless. Eine conditio sine qua non für viele. Nun denn, es gibt ja eine Oppo-App für's iPad, dachte ich, probier' ich die mal aus. Aber am besten daran ist, dass man sich einfach die Ansicht der Fernbedienung einblenden kann. Versucht man ein Streaming ohne Bildschirm, was prinzipiell vorgesehen ist, ärgert man sich pausenlos, weil es nicht richtig funktioniert. Ständig springt man ungewollt wieder in die oberste Ebene der Filestruktur etc. Damit ist also nichts gewonnen, man braucht immer noch einen Bildschirm. Was aber dauerhaft den Bildschirm abschafft, ist die Installation des Minimservers auf der NAS als Medienserver, und dann des Bubbleservers, auch auf der NAS, der den Oppo über den OpenHome Standard ansprechen kann. Dazu geht man in die Einstellungen des Bubbleservers und wählt dort den Oppo als Renderer, der dort auftaucht, sofern eingeschaltet und im gleichen Netzwerk. Man gibt ihm einen Namen (meiner heißt z. B. G-Oppo), und dann taucht der G-Oppo in den Control Points, die mit einem solchen OpenHome-Renderer etwas anfangen, auf. Auf meinem iPad sind das Kinsky von Linn und der PlugPlayer. Nun merkt man von dem ganzen Installationsaufwand nichts mehr, wenn man ihn einmal hinter sich gebracht hat, sondern wählt z. B. im Kinsky den Oppo wie einen Linn aus und kann ihm Playlists, ganze Alben oder mehrere oder was man eben will reinladen. Der Oppo ist dann wie ein Linn DS steuerbar, also Vor- und zurückspulen, Lautstärke einstellen etc. Die einmal reingeladene Playlist bleibt auch erhalten, wenn man den Oppo ausschaltet: Sie liegt ja nicht im Oppo, sondern im Hintergrund beim Bubbleserver auf der NAS, der das verwaltet. Eigentlich wäre man jetzt rundum zufrieden, wenn nicht ein Haken an der Sache bliebe: Die kurzen Pausen beim Übergang von einem Titel zum nächsten, also immer noch kein gapless. Wer hauptsächlich Pop oder Klassik mit getrennten Sätzen hört, mag das nebensächlich finden, bei Pink Floyd, Liveaufnahmen oder so manchem Beethovenwerk mit ineinander übergehenden Sätzen nervt das.

2. Geht gapless irgendwie?

Ja, man kann den Oppo nämlich schlicht als Soundkarte an einen Rechner via asynchroner USB-Schnittstelle anstöpseln. Für Windows gibt's einen Treiber zum download, an einen Mac kann man ihn einfach anstecken und auswählen. Mit foobar z. B. kann man dann den Oppo direkt per Kernel Streaming als Soundausgabe verwenden, ohne dass Windows noch seinen Senf zu den Audiodaten gibt. Der Oppo versteht bis 192kHz am USB-Eingang. Das ist was für die Audio-Rechnerfreaks, die auf der Suche nach einem guten DAC für ihren Audio-PC sind.

@Audio-PC-Nutzer mit Oppo: Hat einer von Euch schon mal probiert, ob der Oppo dann über die USB-Schnittstelle auch Multikanal-flacs abspielen kann? Müsste ja eigentlich gehen, oder?

Hat noch jemand Erfahrungen oder Ideen, wie man dem Oppo gapless beibringen kann?

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Melomane » 08.10.2013, 10:36

Gert,

ich habe zwar kein solches Gerät. Aber derzeit rüsten mehrere Anbieter ihre Geräte mittels neuer Firmware so auf, dass dann gapless möglich ist. Vielleicht ja auch Oppo?

Gruß

Jochen
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Beitragvon Fortepianus » 08.10.2013, 10:56

Hallo Jochen,

Melomane hat geschrieben:ich habe zwar kein solches Gerät. Aber derzeit rüsten mehrere Anbieter ihre Geräte mittels neuer Firmware so auf, dass dann gapless möglich ist. Vielleicht ja auch Oppo?

das wär' fein, aber es könnte auch sein, dass die Begrenzung im Decoderchip liegt, dem also schlicht die dazu nötige Rechenpower fehlt. Dann wäre das nicht mit einem Firmware-Update zu machen - aber darauf hoffen können wir natürlich.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon MorkVomOrk » 08.10.2013, 11:29

hallo Gerd

hast du denn schon eine preis-Idee für das 5 Kanal update beim 105 ?

gruss marc
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Beitragvon cantusfirmus » 08.10.2013, 13:56

Lieber Gert,

jetzt wird es doch tatsächlich noch interessanter mit dem GOppo:

Ja, man kann den Oppo nämlich schlicht als Soundkarte an einen Rechner via asynchroner USB-Schnittstelle anstöpseln.


D.h. er könnte - sofern er auch als Soundkarte 5.1 wiedergeben kann ein Fireface ersetzen und dieses klanglich toppen. Ein PC dient dann als Zuspieler mit welcher Software auch immer JRIver oder Foobar etc.

Viele Grüße, Horst

PS:
dass die Begrenzung im Decoderchip

das wäre ein Jammer, ich kann mir nicht vorstellen, dass bei so einem Premiumprodukt die Rechenleistung nicht passt, allerdings, warum gibt es dann Gapless nicht schon längst....
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