Was geht noch beim Oppo 105?

Gerts Modifikationen

Beitragvon solstice » 09.10.2013, 09:30

Liebe Forianer,

ich hatte bzgl. dem Thema Oppo und Gapless in den letzten Tagen regen Email-Austausch mit Gert, der mich gebeten hat, meine Überlegungen dazu hier einzubringen.

Gert hat schon vieles in seinem letzten Posting dazu geschrieben, das möchte ich mir sparen, nur soviel dazu: wenn man erstmal die Klangqualität eines Linn und die komfortable Bedienung dazu genossen hat, fällt es schwer, auf einen Teil davon zu verzichten, Kompromisse möchte man auf diesem Level nicht mehr machen.

Daher habe ich den Oppo-Thread lange Zeit nicht mehr verfolgt, weil: kein Gapless = inakzeptabel.

Durch Gerts Klnagbeschreibungen wurde mein Interesse aber wieder am Thema geweckt und hatte daher auch bald die Idee, dass Gapless Playback mit der asynchronen USB-Steuerung möglich sein müsste, weil der Oppo in diesem Fall nur als DAC genutzt wird, nicht als Player.

Vor Linn-Zeiten bestand meine Streaming-Lösung aus einem lautlosen HTPC von Asrock auf dem XBMC lief, ein superber, kostenloser Mediaplayer, der unter Windows 7 seine Daten bitperfect per WASAPI-Treiber asynchron über USB ausgeben kann. Über einen Northstar Essensio DAC klang das alles schon sehr fein, bis zu Auflösungen von 24/192. Wo die Musik abgelegt war (NAS, interne oder externe HD), spielte dabei keine Rolle. Das Problem war, wie Gert auch schon ausführte, dass dabei der TV laufen musste - oder zumindest sollte, da die Benutzeroberfläche von XBMC sehr ausgeklügelt ist und passende Apps das so schön nicht hinbekommen.

Prinzipiell müsste dieses Modell auch beim Oppo funktionieren. Aber mit dieser Lösung wollte ich mich nicht begnügen, Grund: siehe oben - Kompromisse bei der Bedienung.

Eher durch Zufall bin ich dann beim Googeln auf den Zen+ von LIV Technologies gestoßen. Dies ist ein auf der Vortexbox basierender, kompakter Kasten, der CDs rippt und autmatisch als FLAC auf eine interne Festplatte (bis 3TB) ablegt und zugleich als NAS-Server und Mediaplayer für Musik und Film ausgelegt ist. Gerippte CDs werden sogleich mit der Grace-Datenbank abgeglichen und hochauflösende Cover hinzugefügt.

Und das Besondere: er ist speziell auf den Oppo 105 (und auch auf das Vorgängermodell, den 95) zugeschnitten, um ihn via asynchronen USB-Eingang mit Daten zu speisen! Die Bedienung würde dabei über eine App (iPeng für iOS, Orange Squeeze für Android) erfolgen. Ich gehe daher davon aus, dass auf dem Zen+ ein Squeezebox-Server läuft.

Meine Nachfragen bei der Firma haben inzwischen bestätigt, dass mit der Zen+ gapless beim Oppo perfekt funktioniert. Zudem können auch alle gängigen Musikformate (neben flac auch wav, alac, mp3 etc.) abgespielt werden. Bereits bestehende Musiksammlungen können über das Netzwerk auf die interen HD des Zen+ kopiert werden.

Der Zen+ ist nicht ganz billig (um die 700 Euro), dürfte aber in Sachen Bedienkomfort eine finale Lösung darstellen. Zudem bietet sie auch noch die Möglichkeit, auf Internetradio und Onlinedienste wie Spotify zuzugreifen. Angebote, die mit dem Oppo so nicht möglich sind.

Natürlich ist die Zen+ auch mit allen anderen gängigen Streamern als NAS nutzbar!

Ich werde mir in den nächsten Tagen eine Zen+ bestellen und kann euch dann gerne auf dem Laufenden halten, wie sich der Zen+ in der Praxis mit dem Oppo veträgt. Allerdings bin ich nächste Woche in Urlaub, also kann es etwas dauern. :wink:

LG
Tobias
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Beitragvon cantusfirmus » 09.10.2013, 10:02

solstice hat geschrieben:Das Problem war, wie Gert auch schon ausführte, dass dabei der TV laufen musste - oder zumindest sollte, da die Benzuteroberfläche von XBMC sehr ausgeklügelt ist und passende Apps das so schön nicht hinbekommen.

Vielen Dank Tobias, für Deine Ausführungen.

Ein Audio PC, der mit Jriver läuft, läßt sich ebenfalls völlig komfortabel mit der App JRemote über ein Smartphone oder Tablet steuern.

Beste Grüße, Horst
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Beitragvon spf » 09.10.2013, 10:32

solstice hat geschrieben:Und das Besondere: er ist speziell auf den Oppo 105 (und auch auf das Vorgängermodell, den 95) zugeschnitten, um ihn via asynchronen USB-Eingang mit Daten zu speisen! Die Bedienung würde dabei über eine App (iPeng für iOS, Orange Squeeze für Android) erfolgen. Ich gehe daher davon aus, dass auf dem Zen+ ein Squeezebox-Server läuft.

Hallo Tobias,

was ist denn in dem Fall speziell auf den Oppo zugeschnitten?

Es handelt sich um einen Atom-based "PC" in schickem Gehäuse mit einigen Zusatzfeatures in Bezug auf die Funktionen eines NAS inkl. Audioausgabe über USB. An diesen kann ich jeden anderen DAC auch anklemmen, mit gleichem Ergebnis. Die ganze Logik liegt dann auf dem Zen.

Also nichts gegen das Konzept. Ich mache ähnliches auch mit den Squeezeboxen/-servern.

Insofern würde ich im Kontext des Oppo so allerlei Features (Streamer, Steuerung, CD Laufwerk, etc) umgehen für die ich ne ganze Stange Geld bezahlt hätte und diese dann nicht nutze, außer dem DAC.

Zumindest soweit mein Verständnis. ;)

VG
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Beitragvon solstice » 09.10.2013, 11:01

Hallo,

spf hat geschrieben:was ist denn in dem Fall speziell auf den Oppo zugeschnitten?

In der Beschreibung des Zen+ steht:

The LIV Zen+ Blu-Ray Media Server is a small, stylish and silent media server built upon our popular Zen Music Server specifically designed and pre-configured for the Oppo BDP-95 and especially the new BDP-105 Blu-Ray player. The Zen+ is the perfect companion for the Oppo BDP-105 for both audio and video.

Ich nehme an, dass sich die Aussage darauf bezieht, dass bei dem Zen+ auch schon der Treiber für die USB-Erkennung des Oppo 105 vorinstalliert ist, sodass Plug and Play-Betrieb möglich ist.
LIV bietet auch andere Modelle für andere Abspielgeräte wie Dune an.

In der Tat ist der ZEN+ von der Hardware aus gesehen, nichts anderes als ein PC, aber wenn er hält was er verspricht - eine problemlose Installation mit einfachem Handling in Kombination mit einer "all-inclusive"-Nutzung aller Bereich des Streamings, bin ich sehr gerne bereit, für ein so durchdachtes Konzept etwas mehr Geld zu bezahlen.

Wie auch schon von mir beschrieben, gibt es viel günstigere Varianten, was den Betrieb des asynchronen USB-Ports berifft.

LG
Tobias
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Beitragvon nikander » 14.10.2013, 14:39

@ cay-uwe

Darüber bin ich sehr froh, denn die digitale Lautstärkeeinstellung kommt mir etwas "müder" und "weicher" vor, dem Hochton fehlt etwas an Differenzierung und der Bass klingt unpräziser.

Allerdings kann ich nicht sagen, ob das nun eine Eigenschaft des SABRE32 ist ...

selbst John Westlake (der Entwickler des Audiolab 8200 CDQ) präferiert den digitalen Preamp-Modus und ich habe von 7 oder 8 reviews im Netz nur eines in Erinnerung, das dem analogen Preamp-Modus den Vorzug gegeben hatte.


Schöne Grüße,

Christian
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Beitragvon Lefreck » 14.10.2013, 16:08

@Tobias,
Ich bin auf jeden Fall auf deine Erfahrungen mit dem Zen+ gespannt... interessant finde ich die BR-Rip-Funktion, wobei die internen 3TB bei meiner Videothek wohl eher nicht reichen würden...
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Beitragvon Fortepianus » 16.10.2013, 07:45

Liebe Oppianer,

gestern wurden die ersten Stereo-Boards gefertigt:

Bild

Hier noch ohne Steckverbinder, die werden dann von Hand aufgelötet. Der Rest ist komplett von einem Bestückungsautomaten gefertigt. Wer denkt, das ist ja easy, Board rein und der Automat knallt alles drauf, hat zwar irgendwie recht, aber man darf nicht vergessen, dass es eine recht lange Vorbereitungszeit braucht, bis es soweit ist. Das fängt damit an, dass der Automat nur rechteckige Leiterplatten verabeiten möchte, sowas Zerklüftetes wie das Oppoboard mag er gar nicht. Und dann sind viele Bauteilbibliotheken schlicht falsch, und wenn man nicht aufpasst, sitzen die LEDs alle falschrum drauf etc. Aber wenn das alles erstmal passt, kommt ein Board in exzellenter Qualität raus.

Man sieht links unten im Bild einen Lowdrop-Vorregler (LT1763), gefolgt vom Superreg (Stromquelle speist Shuntregler, dessen Eigenrauschen noch von einem elektronischen Filter weggebügelt wird). Das sind die Bauteile, die am linken Rand bis zur Platinenmitte sitzen, und dort sitzt rechts daneben die neue Superclock, die rechteckige kleine Blechdose. Es ist die neue Silabs Si590, die ich direkt in USA fix auf 80MHz habe programmieren lassen. Die hat die gleichen exzellenten Jitterdaten wie die Si570 im Linn Akurate bzw. Klimax DS1, braucht aber keinen Mikrocontroller, der sie einstellt, sondern wird einmalig in der Fabrik konfiguriert.

Der Rest der unteren Platinenhälfte ist ein ähnlich gestrickter Regler für die entscheidende Analogspannung des Sabre-Chips, und, ganz rechts unten, elektronische Drosseln für die weitere Säuberung der schon recht guten Spannung für die Analogstufen. Die untere Hälfte kümmert sich damit im Wesentlichen um das Digitale rund um den DAC-Chip, die obere ums Analoge.

Ganz oben sitzen sechs BUF634 in Highspeed-Beschaltung, da klingen sie am besten. Ohne jede Gegenkopplung, direkt mit Polymer-Stützelkos an den Versorgungspins. In diesem Modus allerdings haben sie einen recht unangenehmen DC-Offset von bis zu 35mV, den ich bisher immer mit einem Poti von Hand abgeglichen habe. Hier mache ich das anders, ich ersetze das Poti durch einen OP (die üblichen LMEs), eine Art DC-Servo. Man erkennt drei Doppel-OPs in der Mitte des Boards. Allerdings ist das Servo etwas anders aufgebaut als sonst: Es hat eine schaltbare Zeitkonstante. Im Normalmodus ist die sehr groß, das heißt, das Servo reagiert extrem langsam und ist eigentlich nur dazu da, Langzeit- und Temperaturdrift des Bufferchips auszugleichen. An Frequenzgang, Phase oder sonstigen klanglichen Einflüssen ist es unbeteiligt. Sind dagegen die Mutingrelais gezogen, wie z. B. die erste Zeit nach dem Einschalten, wird mit einem Mosfet die Zeitkonstante auf schnell geschaltet, so dass jetzt blitzschnell ein automatischer Nullabgleich erfolgt.

Der Ausgangswiderstand der Buffer-Schaltung ist mit 20 Ohm recht niedrig gewählt.

Am Oppo sind einige Vorbereitungsarbeiten nötig, so wird z. B. der Regler für die ziemlich entscheidende Analogspannung des Sabre-Chips entfernt:

Bild

Dafür dockt dann die neue Versorgung an. Das Board ist nun eingebaut:

Bild

Durch die merkwürdig zerklüftete Form ist nun eine problemlose Befestigung im Oppo möglich. Vier der sechs Schrauben, die das Stereoboard des Oppo halten, werden durch 25mm lange Bolzen ersetzt, und darauf kommt das G-Board:

Bild

Die Superclock im eingebauten Zustand:

Bild

Hier sieht man, wie die neuen strompotenten Ausgangsstufen angeschlossen werden:

Bild

Die Ausgangselkos, die im Original verbaut sind, wurden entfernt und durch kleine 1mm-Stifte ersetzt. Dort kann man nun elegant die Ausgangsstufen einschleifen. Die originalen 100 Ohm Ausgangswiderstände wurden einfach unten auf der Platine überbrückt.

Ich war ziemlich gespannt, ob das alles funktioniert wie geplant - es funktioniert! Wie das nun klingt, werde ich nächstes Mal berichten.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fortepianus » 17.10.2013, 09:32

Bevor ich zum versprochenen Hörtest komme, will ich noch berichten, dass gestern die Surroundboards ebenfalls aus der Bestückungsmaschine gepurzelt sind:

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Funktional ist das gleich wie auf dem Stereoboard, also 6 Ausgangsstufen mit automatischem Nullabgleich, die elektronischen Filter für deren Versorgung, die neue Clock mit Superreg und der Superreg für die Analogspannung des DAC-Chips. Die Surroundplatine wird ähnlich wie die Stereoplatine bearbeitet, kleine Änderungen an den Spannungsreglern, die Vorwiderstände für die OP-Versorgungen ändern etc. Die auf dem Stereoboard bereits getauschten Gleichrichterdioden helfen auch der Versorgung des Surroundboards.

Ein Schildchen innen drin verrät, dass beide Upgrades montiert sind:

Bild

Das G-Surroundboard wird huckepack auf die Surroundplatine des Oppo draufgesetzt:

Bild

Von der Seite betrachtet sieht man, wie sie befestigt wird:

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Damit wird auch die abenteuerliche Platinenform klar - teilweise sind auf dem Oppo-Board Elkos drauf, die die volle Höhe brauchen, aber ich muss eben auch irgendwie an die Befestigungspunkte kommen.

Die Ausgangsstufen sind wieder genauso eingeschleift wie auf dem Stereoboard:

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Deckel drauf, und nur der Kenner sieht die blauen Polymerelkos durch den Deckel schimmern:

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Jetzt aber zum Hörtest. Der Oppo tritt an gegen G-ADS1 DAC und G-Sneaky. Den G-Sonos spare ich mir diesmal, dessen Klangqualitäten liegen analog weit unter denen des G-Sneaky, digital am AGM-Wandler etwas darüber. Also geht's um die drei schwarzen Geräte im Rack, von oben nach unten G-Sneaky, G-ADS1 DAC und G-Oppo:

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Zunächst habe ich nochmal ganz penibel einen Pegelabgleich durchgeführt - 1kHz mit 0dB FS (also digitale Vollaussteuerung) auf alle Geräte draufgegeben und in Endlosschleife abgespielt. Bei den beiden Linns geht die Lautstärkeeinstellung in 1dB-Schritten, beim Oppo in 0,5dB-Schritten. Bei LS 72 am G-ADS1 DAC wird nun ein speziell dafür gemachter Adapter XLR (2-3) auf Banane 4mm eingesteckt und mit einem true-RMS-Multimeter die Ausgangsspannung gemessen und notiert (sicherheitshalber links-rechts verglichen, ist aber beim G-ADS1 DAC v eh von Hand auf exakte Gleichheit abgeglichen). Dann am Oppo an den XLR-Ausgang und die LS-Stellung gesucht, bei der die Abweichung zum G-ADS1 DAC am kleinsten ist - das ist in meinem Fall bei LS 83 der Fall. Da spielt der G-Oppo nur 0,07dB lauter als die Referenz. Dann das Spielchen weiter gemacht am Stereo-Cinchausgang mit einem kleinen Adapterkabel Cinch auf XLR, mit dem auch nachher gehört wird, da ist das Stellung 95, was nicht weiter wundert: 12 LS-Schritte sind beim Oppo 6dB, und das ist Faktor 2, der durch die Symmetrie des Signals bei XLR zustande kommt. Der Surroundausgang ist, warum auch immer, ca. 0,5dB leiser, braucht dann also Stellung 96. Und der G-Sneaky braucht dafür Stellung 79, da spielt er dann 0,22dB lauter als die Referenz. Die anderen Abweichungen sind alle deutlich kleiner.

So kann man dann eine kleine Tabelle anlegen mit den LS-Stellungen, die man braucht, damit man nachher beim Testen nicht jedesmal anfangen muss zu rechnen. Kenne ich z. B. auf meiner Anlage ein Stück auf dem G-ADS1 DAC mit LS-Stellung 70, kann man leicht ausrechnen, dass man dafür beim G-Sneaky 77 braucht, Beim Oppo XLR 79, beim Oppo Cinch-Stereo 91 und beim Oppo Cinch-Surround 92 etc.

Ich habe wie üblich verglichen mit Großorchestralem (die Espana in 24/192, Franz von Suppé - Kavallerie mit den Wienern in 16/44), mit Chor und Stimme (Misa Criolla mit Mercedes Sosa), Klavier (Stadtfeld, E.S.T) und auch das uralte, aber neu in meinen Testzyklus gekommene "Private Investigation" von Dire Straits (auf der Love Over Gold). Da ist eine sehr gut aufgenommene akustische Gitarre drauf, da trennt sich sofort die Spreu vom Weizen.

Der G-Oppo am XLR-Ausgang schlägt den bisher von mir gehörten Prototypen-Aufbau nochmal deutlich. Er hat ganz klar an Präzision und auch Feinauflösung dazugewonnen. Bei dem genannten Stück von Dire Straits gibt es eine Stelle, an der Mark Knopfler immer leiser wird und schließlich nur noch ganz leise "private investigation" flüstert. Das leise "s" in investigation und das als "sch" gesprochene t kommt sowas von supersauber und klar wie sonst nur vom G-ADS1 DAC, der das genauso kann. Beim G-Sneaky dagegen verschwindet das Flüstern praktisch in einem Rauschen. Die beiden Cinchausgänge des G-Oppo (einmal vom Surround-, einmal vom Stereoboard) klingen beide gleich, aber die feinen Sibilanten kriegen einen kleinen Rauschhalo drumrum.

Ist der G-Oppo am XLR-Ausgang damit so gut wie der G-ADS1 DAC? Nein, Präzision ist nicht die einzige Disziplin. Der G-ADS1 DAC ist souveräner, hat ein runderes Klangbild, spielt entspannter, und die Analogies würden sagen "analoger". Bei Orchestern behält der G-Oppo erstaunlich gut die Übersicht, ganz anders als der G-Sneaky. Aber auch da findet er seinen Meister im G-ADS1 DAC. Die Raumabbildung ist ein bisschen Geschmacksache: Der G-Oppo breiter, der G-ADS1 DAC tiefer nach hinten. Klar ist aber, dass der Oppo, egal an welchem Ausgang, deutlich näher am G-ADS1 DAC als nach hinten zum G-Sneaky liegt.

Woher kommt der Zugewinn gegenüber dem Prototypenaufbau? Anders ist zunächst die Taktfrequenz, beim Prototyp hatte ich mit 67MHz die höchste Frequenz gewählt, die ich als Tentclock kriegen konnte, jetzt sind es frei gewählte 80MHz. Schon beim Prototypen hatte sich ja gezeigt, dass verschiedene Taktfrequenzen für den Sabre-Chip ganz unterschiedlich klingen und die von Oppo gewählten 54MHz nicht gerade optimal sind. Und dann natürlich die Jitterarmut der beiden verwendeten Clocks, die jetzt ganz dicht mit kürzesten Leitungen an den beiden Sabres sitzen und eine dafür optimierte Versorgung haben. Gleiches gilt für die Analogversorgung der DACs, die im Prototypen eben schnell aus einer G-Sonos-Platine gestrickt war und jetzt penibel auf den genauen Spannungs- und Strombedarf hin entwickelt ist.

Damit traue ich mich nun, einen ersten Schuss abzugeben, um den G-Oppo in meinen existierenden Linn-Sternenhimmel einzuordnen. Es gibt ja hier im Forum so manche Besitzer sowohl verschiedener G-Linns als auch bald eines G-Oppo, und so können wir dann gemeinsam noch ein Feintuning der Einordnung vornehmen:

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Interessant ist, dass sich nun, mit optimierter Versorgung und Clock, der XLR-Ausgang deutlicher als bisher vom Cinchausgang absetzen kann. Der Grund ist einfach: Bei XLR verwendet Oppo die doppelte Anzahl an DAC-Kanälen des Sabre. Den Original-Oppo habe ich grob in der G-Sneaky-Liga in Erinnerung, habe ihn aber etwas breiter gezeichnet, je nach Ausgang (XLR oder Cinch). Vermesst bitte die Preisskala nicht mit der Schieblehre, das habe ich halt grob eingezeichnet.

Ich denke, für reine Stereoanwender ist eh klar, dass man nur das Stereoboard braucht, und da ist XLR erste Wahl. Surroundanwender oder solche, die Stereo und Multikanal damit hören wollen, sind zunächst mit dem Surroundboard gut bedient, kommen aber klanglich nochmal weiter mit beiden G-Boards. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass die Anlage selbst, im Wesentlichen die Lautsprecher, in einer hohen Liga spielen müssen, um die Unterschiede Cinch-XLR überhaupt aufzulösen.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon solstice » 17.10.2013, 09:45

Hallo Gert,

wow... das ist ja großes Kino! :D

Ich kann es kaum erwarten, bis mein Oppo "endlich" an der Reihe ist! Bin gestern abend aus dem Urlaub zurück, die Zen+ ist auf dem Weg und habe heute morgen mal meinen ungetunten Oppo mit meinem ungetunten ADS-0 verglichen. Interessant dabei, dass auch hier die von dir beschriebenen Unterschiede auftreten.

Der Oppo klingt präziser und breiter als der Linn, aber der klingt dafür etwas entspannter und "analoger". Auffallend beim Oppo die Zischlaute beim "s". Das kenne ich von Linn nicht. Eigentlich liegt mir das Klangbild des Linn mehr, aber ich bin schon sehr gespannt, was das Upgrade aus dem Oppo noch zaubern wird...

Sobald die Zen+ eingetroffen ist, gibt´s dann auch Neues von mir dazu.

LG
Tobias
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Beitragvon Fortepianus » 17.10.2013, 09:59

Hallo Tobias,

ja, hast recht, vielleicht habe ich oben den O-Oppo etwas zu gut einsortiert aus der verblassten Erinnerung heraus. Stimmt, die unpräzisen Zischlaute hatte ich etwas verdrängt. Auch Harald hat ihn insgesamt schlechter als den G-Sneaky bewertet in seinem Streamervergleich. Wie gesagt, an der Einstufung können wir ja noch feilen.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon aston456 » 17.10.2013, 10:16

Hallo Gert,

lese ich das korrekt, daß der Goppo direkt an die Lautsprecher geht oder ist da noch eine Vorstufe dazwischen? Das hat sich mir leider so noch nicht eröffnet.

Gruß,
Kai
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Beitragvon Fortepianus » 17.10.2013, 10:20

Hallo Kai,

aston456 hat geschrieben:lese ich das korrekt, daß der Goppo direkt an die Lautsprecher geht oder ist da noch eine Vorstufe dazwischen?

ja, direkt an die Aktivboxen. Da spielen die dicken Ausgangsstufen ihre Qualitäten am besten aus - wie schon bei den G-Linns kenne ich keine Vorstufe, die da einen Vorteil brächte. Drum war das auch ganz entscheidend, dass die digitale Lautstärkeregelung im G-Oppo was taugt.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon qwe » 17.10.2013, 10:36

Mich deucht,

wir haben also diesen Vertreter hier:

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Ein Streamer für Bildmaterial und Ton, der mit digitalen Eingängen noch mehr an die Leine nehmen kann, der eine integrierte gute Vorstufe und Lautstärkeeinstellung hat, eine Fenbedienung hat sowie auch per elektronischem Schreibbrett bedienbar ist, XLR wie auch Cinch-Ausgänge hat und dazu noch fesch ausschaut?

Wenn man dann Gerts Einordnung Glauben schenkt, ist das doch finanziell wie klanglich sehr wohlfeil, gelle?

Grübelnde Grüße,

Qwe
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Beitragvon cantusfirmus » 17.10.2013, 11:40

Lieber Gert,

das klingt ja famos, herzlichen Glückwunsch. Ich bin gespannt auf die ersten Tests von Anwendern, die den G-Oppo als Soundkarte via USB verwenden. Theoretisch müsste er da auch noch seine Stärken ausspielen können, oder? Zumindest was die G-Wandlung, das G-Clocking und die G-Buffer betrifft. Bleibt nur mehr die Frage, wie das USB Board klingt.

Gibt es Forenten und zukünftige G-Oppo Anwender, die so hören werden, oder ist das zu speziell? Wobei die so erreichbare gapless Wiedergabe ja eindeutig dafür spräche!

Viele Grüße, Horst
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Beitragvon solstice » 17.10.2013, 12:00

cantusfirmus hat geschrieben:Gibt es Forenten und zukünftige G-Oppo Anwender, die so hören werden, oder ist das zu speziell? Wobei die so erreichbare gapless Wiedergabe ja eindeutig dafür spräche!

Hallo Horst,

genau das habe ich ja vor :wink:

LG,
Tobias
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