Der neue Akurate DSM1 - modifizierbar?

Gerts Modifikationen

Der neue Akurate DSM1 - modifizierbar?

Beitragvon Fortepianus » 11.09.2014, 08:26

Liebe G-Linn-Freunde,

Linn hat einen neuen Streamer rausgebracht, den Linn Akurate Exakt DSM.

Hier das Bildchen von der Linn Homepage, Rückseite:

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Die Anschlüsse sehen alle genau aus wie bisher - abgesehen von den vier zusätzlichen Netzwerkbuchsen, die bei Bedarf den Anschluss zu Linn Exakt Lautsprechern herstellen können. Dafür steigt der Listenpreis um 500€ auf 6.950€.

Ein bisschen gespannt war ich schon, als gestern der erste ADSM Exakt angeliefert wurde. Ob mein ganzes Geraffel für das DAC-Upgrade da überhaupt noch reinpasst? Und wenn ja, passt das auch elektrisch noch alles zusammen? Linn bezeichnet das Gerät auf der Unterseite mit dem Kürzel AK DSM/1/S anstelle bisher AK DSM. Also, wird es einen G-ADSM1 DAC geben oder nicht? Das bisherige Gerät ist nämlich leider nicht mehr lieferbar.

Aufgeschraubt und gleich mal meine Nase reingesteckt:

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Zumindest der mechanische Aufbau ist gleich geblieben, das ist schon mal gut. Die Digitalplatine mit den digitalen Ein-und Ausgängen (HDMI, Toslink und Koax) im Obergeschoss ist die gleiche wie bisher, ebenso die Phonoplatine im Zwischengeschoss. Das Mainboard im EG sieht zwar ähnlich aus wie bisher, zeigt bei genauerem Hinschauen aber einige Änderungen:

Das Layout des Kopfhörerverstärkers ist anders, aber die Schaltung sieht zumindest ganz ähnlich aus. Das sind die Bauteile links von den vier großen blauen Elkos. Das Layout im Analogteil ist ebenfalls leicht modifiziert, aber ansonsten kann ich bis auf Kleinigkeiten wie ein leicht geändertes EMV-Filter vor den XLR-Ausgangsbuchsen oder ein Zusatzblech unter der Platine keinen Unterschied erkennen. Aber - wo ist denn die Clock geblieben?

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Die war bisher oberhalb vom Linn-Logo auf der Platine und ich kann sie nicht finden. Also Digital- und Phonoplatine runter und weitersuchen:

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Da ist sie, die hell silbern glänzende kleine Blechdose ist die Si570 von Silicon Labs. Der Xilinx-Käfer rechts drüber ist für die Taktaufbereitung und die Einstellung der Clock-Frequenz zuständig. Also alles noch da, was ich brauche. Ich schraube das Gerät aber schnell wieder zusammen, denn ich will mir vor dem Umbau in Ruhe anhören, ob sich am Klang des ADSM etwas geändert hat und werde berichten.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon quaternione » 11.09.2014, 10:17

Wie willst Du denn den Klang beurteilen, wenn der Akurate Exakt DSM nur in Verbindung mit Exakt Lautsprechern spielt? Oder ist hier der neue Akurate DSM mit zusätzlichen Exakt Ausgängen gemeint? Dann paßt aber das Foto der Rückseite und die Überschrift nicht ...

V.
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Beitragvon Fortepianus » 11.09.2014, 12:24

Hallo Volkmar,

quaternione hat geschrieben:Wie willst Du denn den Klang beurteilen, wenn der Akurate Exakt DSM nur in Verbindung mit Exakt Lautsprechern spielt? Oder ist hier der neue Akurate DSM mit zusätzlichen Exakt Ausgängen gemeint? Dann paßt aber das Foto der Rückseite und die Überschrift nicht ...

da hast Du völlig recht! Es gibt jetzt offensichtlich zwei verschiedene Akurate DSM, die beide Exakt-Ausgänge haben. Ich habe den neuen Akurate DSM mit Exaktausgängen, der Akurate DSM1 heißt:

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Der Akurate Exakt DSM dagegen hat keine Analogausgänge, und das Bild hatte ich gezeigt:

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Also, es geht um den neuen Akurate DSM1 mit Exaktausgängen. Könnte ein Moderator bitte die Überschrift ändern in "Der neue Akurate DSM1 - modifizierbar?".

Danke für's Aufpassen. Natürlich kann ich den Klang an den Exakt-Ausgängen nicht beurteilen, mir geht's ja nur um die analogen Ausgänge. Und die hat der von mir irrtümlich gezeigte und im Namen verwechselte gar nicht, wie Du (als alter Exakt-Fuchs) sofort bemerkt hast.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fortepianus » 12.09.2014, 08:26

Liebe G-Linnianer,

gestern Abend durfte der neue ADSM1 an der AGM 7.4 zeigen, was er drauf hat. Ich hatte zwar keinen "alten" ADSM zum Vergleich, aber meinen G-Sneaky, der ungefähr mit ADS1/ADSM im Originalzustand mithalten kann. Ich mach's kurz: Der ADSM1 kommt am G-Sneaky nicht vorbei. Also ist der Klang am Analogausgang nicht besser geworden. Braucht's ja auch nicht - Hauptsache, ich kriege den DAC-Block rein.

Weiß eigentlich jemand von den Exakt-Betreibern hier (Volkmar?), wie man den LEDs an den vier Exaktausgängen das nervöse Geblinke abgewöhnen kann, wenn keine Exakt-Lautsprecher angeschlossen sind? Ok, wenn das Gerät im Schrank oder Rack steht, sieht's niemand, aber mir wär's am liebsten, ich könnte die Exakt-Schnittstellen einfach deaktivieren. Ich habe bei Linn rausgefunden, was die LEDs bedeuten:

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Die linke LED blinkt, die rechte leuchtet. Das bedeutet also "Link Port Enabled" und "Activity". Wie kriegt man "Link Port disabled" hin? Ich hab's nirgends gefunden.

Jetzt wird die Kiste zerlegt, dann werde ich sehen, wo jetzt die nötigen Schnittstellen für den DAC-Block sind. Der ist bereits fertig vorbereitet und sieht für den ADSM inzwischen so aus:

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Alles außer den paar 7mOhm-Polymerelkos (rot-silber), den blauen Cermet-Präzisionstrimmern und den Anschlusssteckerchen ist in SMD bestückt. Die Unterseite:

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Da kauern die DA-Wandlerchips, hier in groß:

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Also auch alles SMD inzwischen. Im ADS1 sieht das eingebaut dann so aus:

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Jetzt mal sehen, wie das in den ADSM1 reinpasst.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon quaternione » 14.09.2014, 19:50

Also bei mir sind in Konfig sowohl die LAN LEDs als auch die Exakt Link LEDs abschaltbar (unter Device).
V.

PS. Ich mutmaße, dass man beim ADSM/1 auch den Exakt Ausgang deaktivieren kann (was bei mir natürlich nicht geht und was ich daher nicht angezeigt bekomme).
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Beitragvon Fortepianus » 15.09.2014, 09:47

Hallo Volkmar,

quaternione hat geschrieben:Also bei mir sind in Konfig sowohl die LAN LEDs als auch die Exakt Link LEDs abschaltbar (unter Device).

vielen Dank für den Tipp - hab's jetzt auch gefunden. Endlich hat das nervöse Geblinke auf der Rückwand ein Ende.

quaternione hat geschrieben:Ich mutmaße, dass man beim ADSM/1 auch den Exakt Ausgang deaktivieren kann (was bei mir natürlich nicht geht und was ich daher nicht angezeigt bekomme).

Das geht glaube ich nicht, zumindest habe ich in Konfig nichts entdeckt. Ist aber auch egal, Hauptsache, das nervöse Geblinke ist weg.

Liebe G-Linnianer,

das Wetter am Wochenende war so mies bei uns, dass ich mich gerne in die Werkstatt verzog und mir den ADSM1 vornahm. Ich dachte mir, dass man zwar die Signale suchen gehen muss, aber das schon irgendwie klappen müsste mit dem Umbau. Also los geht's.

Das Linn-Netzteil kriegt niederohmige Polymerelkos am Ausgang, um den HF-Dreck auf der Leitung zu minimieren:

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Das Layout im Analogteil ist neu, da muss ich die Anschlusspunkte suchen gehen:

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Der Kopfhörer-Verstärker ist auch ein neues Layout - der wird auch an den neuen DAC angeschlossen:

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Abgriff des Analogpfads, der auch galvanisch getrennt über die Sowter-Übertrager in die G-Ausgangsstufen gelangt:

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Die Digitalsignale werden abgegriffen - alle Takt- und Datensignale finden sich wieder:

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Die Clock wird neu versorgt:

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Der neue DAC ist rechts von unten zu sehen, links daneben ist die Phonoplatine wieder an ihrem Platz:

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Das G-Netzteil ist rechts schon drin, jetzt kommt das überarbeitete Mainboard wieder rein:

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Aluschirmblech drauf:

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Die Platine mit den Digitalanschlüssen wird wieder montiert:

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Und zum Schluss die große G-Platine mit den Spannungsreglern und Ausgangstreibern:

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Eingeschaltet, Spannungen alle da, aber - kein Musiksignal. Ewig nach dem Problem gesucht - bis ich rausfand, dass die neue gerade eingetroffene Charge an DAC-Platinchen alle mit der Präzision des schweizer Bestückungsautomaten eine Diode falschrum aufgelötet haben :-). Alle getestet, alle gleich. Ein paar Stunden Fleißarbeit später liefen dann aber alle, und endlich war das 1kHz-Testsignal auf dem Oszi zu sehen. Aber dann merke ich, dass Linn die Standby-Strategie geändert hat: Im Standby wird nur noch das Display auf Standby gesetzt, aber die Spannungen innen bleiben alle voll stehen. Da gönnt sich die Kiste doch immerhin satte 27W im Standby - das gleiche wie im Betrieb. Da kommen dann von mir noch 10W für die Analogstufen dazu - wenigstens die würde ich gerne abschalten im Standby. Nun, so mancher ist ja der Meinung, dass Digitalelektronik am besten dauernd eingeschaltet bleibt. Aber immerhin gibt's vorne einen zentralen Netzschalter bei den Akurates, damit sinkt der Verbrauch auf Null, wenn man ihn betätigt.

Das Problem mit dem Standby kommt mir aber bekannt vor - im Majik DS ist das genauso. Dort fand ich dann ein Signal auf der Displayleitung, aus dem ich mir dann ein Standbysignal stricke. Auch hier finde ich ein ähnliches Signal - Abgriff der Standby-Info am Display (gelbes Käbelchen):

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Das Signal wird aufbereitet auf einer kleinen Zusatzplatine:

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Ok, nach ein bisschen Bauteilwerte Anpassen funktioniert das jetzt, dass im Standby mein Netzteil ausgeht. Das ist auch deshalb wichtig, weil daran die 12V-Schaltausgänge gekoppelt sind, mit denen man angeschlossene Aktivboxen schalten kann:

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Der zukünftige Besitzer will damit seine AGM einschalten, deshalb habe ich gleich zwei Ausgänge reingemacht.

Gesamtansicht:

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Leider zeigte sich dann im Betrieb noch ein Problemchen - Linn hat auch die Mutingsteuerung geändert. Der Original-DAC-Chip ist der WM8741, und der lässt sich über einen Mutinganschluss beim Wechsel der Samplingraten stumm schalten - sonst knackt es unangenehm in den Lautsprechern. Der von mir verwendete PCM1794A hat zwar ebenfalls einen Mutingpin, aber der ist in der hier verwendeten Betriebsart (8fs, wie früher schon einmal erklärt) ohne Funktion. Sicherheitshalber schaltete Linn bisher aber nicht nur den DAC auf stumm, sondern auch die Mutingtransistoren am Analogausgang. Die sind zwar bei mir raus aus dem Signalweg, aber ich benutzte deren Steuersignal, um mit meinen kleinen Mutingrelais den Ausgang stummzuschalten.

Leider spart sich Linn nun die Stummtastung dieser Ausgangstransistoren beim Samplingratenwechsel, und damit knackte es nach dem Umbau vernehmlich. Also noch ein bisschen was dazugestrickt, das Mutingsignal vom DAC zusätzlich abgegriffen, logisch verodert mit dem bisherigen Mutingsignal und jetzt hat das Knacken ein Ende.

Klangcheck: Klingt genauso gut wie bisher nach dem Umbau.

Fazit: Der neue ADSM1 lässt sich wie bisher der ADSM zum G-ADSM1 DAC umbauen.

Viele Grüße
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Beitragvon Lefreck » 15.09.2014, 17:29

:cheers: Sehr schön, herzlichen Glückwunsch. Sind bei Dir die blauen LEDs jetzt ganz aus oder leuchten sie noch und haben lediglich mit dem Blinken aufgehört?
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Beitragvon Fortepianus » 16.09.2014, 07:58

Hallo Thierry,

Lefreck hat geschrieben::cheers: Sehr schön, herzlichen Glückwunsch. Sind bei Dir die blauen LEDs jetzt ganz aus oder leuchten sie noch und haben lediglich mit dem Blinken aufgehört?

die blauen LEDs sind jetzt komplett dunkel. Das sind zwei pro Exaktausgang, insgesamt also acht Stück. Vier waren dauernd an und vier haben nervös vor sich hin geblinkt, und zwar mit ziemlicher Helligkeit. Das nervt dann schon, wenn man das Licht beim Musikhören runterdimmt und aus der Ecke beim Linn so eine Art Leuchtreklame an die Wand geworfen wird :) .

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Bernd Peter » 16.09.2014, 08:41

Hallo,

das Problem mit den Minischeinwerfern kann man auch mit Tauchlack angehen, falls keine Chance auf Abschalten besteht.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon uli.brueggemann » 16.09.2014, 08:45

Bernd Peter hat geschrieben:das Problem mit den Minischeinwerfern kann man auch mit Tauchlack angehen, falls keine Chance auf Abschalten besteht.

Abschalten geht immer :mrgreen:

Grüsse
Uli
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Beitragvon NRWler04 » 25.09.2014, 22:00

Fortepianus hat geschrieben:Fazit: Der neue ADSM1 lässt sich wie bisher der ADSM zum G-ADSM1 DAC umbauen.

Schöne Arbeit :-)

Glückwunsch ... :cheers:
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