Ist der Oppo HA-1 noch verbesserbar?

Gerts Modifikationen

Beitragvon Fortepianus » 29.11.2014, 13:27

Wie angekündigt habe ich noch ein bisschen rumprobiert. Als erstes habe ich besagte Eingangs-Kondensatoren noch überbrückt:

Fortepianus hat geschrieben:Ich werde da noch ein bisschen rumprobieren, bevor ich mich dem Klang des Digitalpfads zuwende. Ich denke, ich überbrücke die Eingangs-Cs einfach mal. ich habe nämlich das unbestimmte Gefühl, dass da noch mehr geht im Analogpfad.

Nun habe ich versucht, etwas Systematik in die Sache zu bringen. Bleiben wir erstmal beim Analogteil, dachte ich mir, denn durch den größten Teil davon muss auch nachher das gewandelte Digitalsignal. Dann habe ich Messungen gemacht, bei welcher Stellung des Lautstärkereglers welche Verstärkung vorliegt. Dabei kam raus, dass das Poti die üblichen lausigen Gleichlaufeigenschaften besitzt. Aber vielleicht bin ich da verwöhnt - mein Linn hat nämlich genau keine messbare Gleichlaufabweichung, er wird von mir auf genaue Kanalgleichheit abgeglichen und dann stimmt das bei allen Pegeln, weil eben digital eingestellt wird. Nun, im unteren Bereich ist das Poti gar nicht so schlecht, ab der 9Uhr-Stellung messe ich 0,3dB Abweichung zwischen links und rechts, bei 11Uhr ist es mit 0,1dB am besten und steigt dann auf ein fettes dB kurz vor Ende des Regelbereichs an. Aber damit muss man bei einer analogen Lautstärkeregelung eben leben, wenn man ein Potentiometer verwendet.

Der HA-1 hat eine Bypass-Funktion. Damit wird das Poti gebrückt und es geht vom analogen Vorverstärker (oder dem DAC) direkt zur Ausgangsstufe, das Poti bleibt dann aus dem Signalweg draußen. Ich probiere sie aus und messe dann eine vernünftige Kanalgleichheit der Verstärker, nämlich 0,04dB Abweichung, da will ich nicht meckern. Das Ausgangssignal ist gegenüber dem Eingangssignal um 0,06dB abgeschwächt, das wollen wir ebenfalls nicht auf die Goldwaage legen. Geht man am RCA-Eingang rein und am XLR-Ausgang raus, wird das Signal symmetriert und auf den doppelten Pegel gehoben, also wenn 1V an den Cinchbuchsen anliegt, sind es 2V von Pin 2 nach 3 am XLR bzw. 1V in jeder Symmetriehälfte nach Pin 1 (Masse).

Genau so schließe ich nun den G-HA an: Ich gehe vom G-ADS1 DAC per Cinch raus in den Cincheingang des G-HA, G-HA auf bypass und vom G-HA per XLR zur Umschaltanlage. Ebenfalls per XLR zur Umschaltanlage geht der G-ADS1 DAC direkt. Nun kann man unterbrechungsfrei umschalten zwischen den beiden Pfaden.

Ich höre den Lortie, die Misa Criolla, Diverses von Diana Krall, höre ein bisschen in den Jazz at the Pawnshop und schalte immer wieder hin- und her. Das ist jetzt sehr elegant, einfach auf eine kleine Schaltfläche auf meinem iPhone tippen und vorne an der Wand bei der Anlage zeigt mir eine LED den augenblicklichen Schaltzustand an. Die Umschaltung erfolgt knackfrei, und jetzt kommt's: Ich kann die beiden Signalwege nicht unterscheiden :shock: . Keine Chance, das klingt genau gleich. Gert, du Holzohr, höre ich Euch murmeln, wenigstens den Pegelunterschied von 0,06dB wirst du doch hören? Nein. Und kein bisschen weniger Feinauflösung, genau der Punch des G-ADS1 DAC bei Bedarf, die Ruhe im Klangbild, das Lässige, mit dem er agiert und was diesen Ausnahmestreamer sonst noch alles ausmacht. Alles das ist mit dem G-HA ebenfalls da. Nüchtern ausgedrückt ist der Analogpfad des G-HA also für die Bedürfnisse meiner Anlage und meiner Ohren transparent, d. h. ich höre es nicht, wenn man ihn in den Signalweg einschleust. Etwas weniger nüchtern ausgedrückt: Man muss sich klar machen, dass der G-HA in dieser Funktion voll die Pace mitgehen kann, die der G-ADS1 DAC analog vorlegt! Nach meiner Meinung war das genau das Ziel dieser Etappe, also Haken dran an die Analogverstärker.

Nächster Schritt, analoge Lautstärkeregelung einschleifen. Gut, dass ich ein paar Messungen gemacht habe - die dB-Anzeige auf der Front ist zwar sehr nett gemacht, aber sie geht nach Mond. Ich habe mir also für jedes halbe angezeigte dB auf dem Display eine Zuordnungstabelle erstellt, wieviel Gesamtverstärkung und wieviel Abweichung links/rechts. Bei Stellung +2,5dB werde ich fündig, da ist die Gesamtverstärkung 1 bzw. 0dB wie im Bypass-Fall. Allerdings nur für den linken Kanal, rechts sind es 0,68dB weniger - da ist der LS-Regler leider gerade in seinem schlechten Gleichlaufbereich.

Gleicher Test nochmal. Ja, stimmt, das Klangbild rückt ganz leicht nach links beim Umschalten. Das ist aber jetzt nicht die Welt, 10cm nach links gerutscht auf dem Sofa ist so ähnlich. Aber ansonsten gilt wieder wie vorhin: Kein weiterer Unterschied auszumachen. Ich habe den G-ADS1 DAC aber um 12dB abgesenkt (er hat hinten einen Schalter 0dB, -12dB und -24dB), weil er dann im besten Aussteuerungsbereich arbeitet, wenn er direkt an die AGM angeschlossen wird. Stelle ich ihn auf 0dB, kommt man mit dem LS-Regler des G-HA deutlich weiter nach unten und damit in den besseren Gleichlaufbereich. Ich probiere es das, und der Linksruck bleibt aus.

Als nächstes kommt der Test des DA-Teils. Da wird insbesondere interessant, ob verschieden gute Digitalquellen, also mit unterschiedlich gutem Taktverhalten, unterschiedlich klingen. Im Angebot als Digitalquelle habe ich den G-ADS1 DAC, den G-Sneaky und den G-Sonos.

Inzwischen ist die Kiste wieder offen, weil mir da noch was eingefallen ist, was man am Digitalteil noch verbessern könnte. Irgendwie gefällt mir der kleine DAC, der übrigens ein ziemliches Gewicht auf die Waage bringt. Aber wenn man sich den dicken Ringkerntrafo anschaut und den massiven Gehäusedeckel mal in der Hand hatte, ist klar, woher das Gewicht kommt.

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Beitragvon Fortepianus » 01.12.2014, 22:10

Liebe G-HA-Beobachter,

Fortepianus hat geschrieben:Inzwischen ist die Kiste wieder offen, weil mir da noch was eingefallen ist, was man am Digitalteil noch verbessern könnte.

Folgendes war mir aufgefallen, als ich (notgedrungen) auf dem I²C-Bus mithören musste: Es gibt im HA-1 einen recht tauglichen digitalen Eingangsbaustein von Wolfson, den WM8805. Das verwundert zunächst, denn der DA-Wandler ES9018 hat selbst acht Eingänge, die man zur Eingangswahl heranziehen könnte. Der WM8805 bietet aber eine quarzbasierte PLL-Schaltung, die laut Wolfson eine sehr gute Jitterunterdrückung bewirken soll. Messwerte finden sich hierzu im Datenblatt aber leider nicht. Hier ein Ausschnitt aus dem Schaltungsvorschlag im Datenblatt:

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Entscheidend ist oben DVDD und AVDD. DVDD ist die Versorgungsspannung für den ganzen Digitalkram, und AVDD ist nur für die PLL zuständig. Die Güte von AVDD entscheidet wesentlich über die Jittereigenschaften am Ausgang. Nun, was finde ich im HA-1? Die beiden Pins 1 und 11 sind einfach zusammengelegt. Dabei wäre es so einfach, AVDD vorher liebevoll zu sieben, denn der Chip will nur bescheidene 1,7mA von AVDD. Was ich also gemacht habe, ist klar: Mich hingebungsvoll um AVDD gekümmert.

Damit sind die Maßnahmen im Digitalteil:

1. Siebung der PLL-Versorgung für bessere Jitterunterdrückung im Eingangsbaustein
2. Komplett neue Längs-Quer-Regler für die Analogspannung des DAC-Chips
3. Einsatz des Silicon Labs Quarzschwingers, den ich schon im 105er G-Oppo verwende, samt aufwändiger Längs-Querregler

Dieser DAC darf nun an das kürzlich schon vorgestellte Analogteil andocken. Die Kandidaten versammeln sich zum Test:

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Von oben links nach unten rechts: G-ADS1 DAC, G-Oppo, G-HA, O-HA, G-Sonos und G-Sneaky.

Ich beginne mit dem G-ADS1 DAC als Quelle für den G-HA - das ist die beste und jitterärmste Quelle, die ich habe. Der Analogausgang des G-ADS1 DAC hängt per XLR am einen Eingang der Umschaltanlage, am anderen hängt ebenfalls per XLR der G-HA, der digital vom G-ADS1 DAC beliefert wird. Also kann man ganz einfach während der Wiedergabe zwischen den beiden Pfaden umschalten. Wie immer wird erstmal der Pegel per 1kHz-Sinus und Messgerät am Boxeneingang angeglichen.

Das ist gar nicht so einfach auseinander zu halten, was gerade spielt. Ich mache mir den Spaß und schalte die Anzeige-LEDs an der Umschaltanlage dunkel, und nach ein paarmal auf's Knöpfchen drücken weiß ich nicht mehr, was jetzt gerade im Signalweg liegt. Interessanterweise gelingt es mir bei Jazz, die beiden auseinander zu halten:

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Der eine spielt ein bisschen vordergründiger, der andere ein bisschen feiner und entspannter. LEDs an: War klar, der feinere ist der G-ADS1 DAC direkt an den Boxen. Aber auch über den G-HA klingt das ganz hervorragend. Wenn er nun die gleiche Performance zeigen würde, wenn ich die einfacheren Quellen wie G-Sneaky oder G-Sonos nehme, gäbe das ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis.

Ist aber nicht ganz so. Mit dem G-Sonos ist der Klang zwar immer noch gut, kommt aber in Feinauflösung und Präzision nicht an den G-ADS1 DAC als Digitallieferanten ran. Dennoch, die Bühne bleibt recht großzügig dimensioniert, wenn auch etwas weniger in der Tiefe ausgedehnt. Um den G-Sonos aufzupeppen, ist der G-HA aber sehr gut geeignet - so habe ich den G-Sonos noch nie vorher gehört. Nun schließe ich den G-Sneaky an - und damit kommt der Klang dem G-Akurate schon deutlich näher. Es bleibt aber eine etwas flachere Bühne und ein insgesamt etwas kühlerer Auftritt.

Beim Test hatte ich Lust gekriegt, "The Ground" seit langem mal wieder ganz anzuhören, und das mache ich. Ich bin fasziniert von dieser Musik, wie sie mich mit ihrer unglaublichen Ruhe, aber Bestimmtheit in den Bann zieht. Am Ende merke ich erst, dass die Umschaltanlage die ganze Zeit noch auf G-Sneaky und G-HA stand.

Das war am gestrigen Sonntag. Am heutigen Montag Abend nahm ich mir vor, folgende Setups nochmal intensiver zu vergleichen:

1. G-ADS1 DAC direkt
2. G-ADS1 DAC digital über G-HA
3. G-Sneaky digital über G-HA
4. G-Oppo direkt

Zuerst nochmal das mV-Gefuchse mit den Pegeln. Dann probiere ich verschiedene Teststücke, allesamt aus der Forums-Hitparade, wie die Sara von Barb Jungr oder die Bach-Orgeltoccata d-moll mit Preston und bleibe wieder einmal bei der Misa Criolla hängen - weil sich da die Unterschiede am besten ausmachen lassen. Wie tief steht der Chor gestaffelt? Hat man, wenn das Einatmen der Chormitglieder sich mit dem Raumhall vermischt, sofort einen Eindruck, wie groß der Raum ist? Ist die Stimme Südamerikas steril oder hat sie Wärme? Wenn sie das R rollt, wie präzise ausartikuliert kommt das? Die S? Die Gitarre und die Flöte, Lokalisation, Präzision? Diese riesige Trommel, trocken, sauber, dabei völlig unaufdringlich?

Das Feld ist nah beieinander. Die Eckpunkte markieren G-ADS1 DAC direkt auf Platz 1 und der G-Oppo auf Platz 4 (!). Sehr interessant finde ich den Unterschied zwischen 2 und 3. 2 ist nämlich nahe an 1 dran, 3 dagegen geht eher in Richtung 4 als 1. Und zwar in der Summe all der oben aufgeführten Kriterien. Man beachte aber bitte auch den unterschiedlichen finanziellen Einsatz bei 1 bis 4. Und da schlägt sich die gestern getestete Variante G-Sonos mit G-HA auch nicht schlecht.

Negativ ausgedrückt: Der G-HA reagiert auf unterschiedlich saubere Digitallieferanten (welcher DAC nicht?). Positiv ausgedrückt: Er stellt die Unterschiede zwischen den Digitalquellen klar dar.

Was ich als bekennender nicht-PC-Audio-Tüftler allerdings nicht vernünftig ausprobieren kann, ist die Performance des O-HA oder G-HA am USB-Eingang. Nun kenne ich niemanden, der schon so viele DACs getestet hat und sich zugleich so hingebensvoll um die PC-Digitallieferanten kümmert wie unser Fujak. Deshalb habe ich mit ihm ausgemacht, ihm einfach das Zwillingspärchen übernächste Woche zu schicken. Ich bin gespannt, wie sich die Kisten an seinem feinen Audio-PC mit oder ohne DDC machen.

Für mich bleibt festzuhalten: Den G-HA mit dem G-Sneaky, die zusammen mittelfristig bei uns den Wohn-Essbereich beschallen sollen, kann man so lassen.

Viele Grüße
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Beitragvon qwe » 02.12.2014, 08:02

Hallo Gert,

vielen Dank für Deine Mühen. Somit ist analog und digital der Oppo nunmehr aus Deiner Sicht fertig optimiert?

Verstehe ich das so richtig, dass man z.B. den G-Sonos an den G-HA 1 anschließen kann, welcher nun die Lautstärke analog per Poti einstellt oder aber per Bypass das Lautstärkeeinstellzepter an den Sonos, welcher das ja kann, weiterreicht?

Die übrigen digitalen Quellen, welche im Pegel fix sind, bleiben dann weiter über den G-HA 1 in der Lautstärke einstellbar?

Bietet der G-HA 1 nun auch eine digitale Lautstärkeeinstellung an oder bleibt es hier immer bei der analogen, vermeintlich nicht so guten, Variante?

Beste Grüße vom Ufer der Fragezeichen,

Qwe
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Beitragvon Fortepianus » 02.12.2014, 21:32

Hallo Karl Uwe,

qwe hat geschrieben:vielen Dank für Deine Mühen. Somit ist analog und digital der Oppo nunmehr aus Deiner Sicht fertig optimiert?

ja.

qwe hat geschrieben:Verstehe ich das so richtig, dass man z.B. den G-Sonos an den G-HA 1 anschließen kann, welcher nun die Lautstärke analog per Poti einstellt oder aber per Bypass das Lautstärkeeinstellzepter an den Sonos, welcher das ja kann, weiterreicht?

Ja, das habe ich eben nochmal ausprobiert. Bypass gilt auch für digitale Quellen.

qwe hat geschrieben:Die übrigen digitalen Quellen, welche im Pegel fix sind, bleiben dann weiter über den G-HA 1 in der Lautstärke einstellbar?

Im Prinzip ja, aber da müsste man dann jedesmal von standard auf bypass umschalten. Dazu muss man sich mit dem linken Dreh-Drück-Steller durch's Menü arbeiten.

qwe hat geschrieben:Bietet der G-HA 1 nun auch eine digitale Lautstärkeeinstellung an oder bleibt es hier immer bei der analogen, vermeintlich nicht so guten, Variante?

Nein, die Lautstärke wird beim G-HA wie beim HA-1 immer nur analog gestellt oder eben gar nicht bei bypass. Die analoge Lautstärkeregelung ist aber keinesfalls schlecht, das klingt sehr gut. Ich war eben an die Kanalungleichheiten bei Potis nicht mehr gewöhnt, obwohl die sich ja durchaus im Rahmen des Üblichen halten.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon nihil.sine.causa » 03.12.2014, 00:17

Hallo Gert,

Fortepianus hat geschrieben:1. G-ADS1 DAC direkt
2. G-ADS1 DAC digital über G-HA
3. G-Sneaky digital über G-HA
4. G-Oppo direkt

spannend, was qualitativ zwischen G-ADS1 DAC und G-Oppo möglich ist. Mich würde auch interessieren, wie sich die Optionen 2. und 3. einordnen, wenn statt dem G-HA der O-HA eingesetzt wird. Hast Du das auch getestet?

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon Fortepianus » 03.12.2014, 13:50

Hallo Harald,

nihil.sine.causa hat geschrieben:
Fortepianus hat geschrieben:1. G-ADS1 DAC direkt
2. G-ADS1 DAC digital über G-HA
3. G-Sneaky digital über G-HA
4. G-Oppo direkt

spannend, was qualitativ zwischen G-ADS1 DAC und G-Oppo möglich ist. Mich würde auch interessieren, wie sich die Optionen 2. und 3. einordnen, wenn statt dem G-HA der O-HA eingesetzt wird. Hast Du das auch getestet?

noch nicht in der Intensität wie beim G-HA. Das kennen wir doch alle, wenn ein besseres Gerät zur Verfügung steht, das schlechtere zu testen, ist ja doch eher eine Pflichtübung. Aber ich werde mich demnächst versuchen dazu zu motivieren :wink: .

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon cantusfirmus » 03.12.2014, 15:02

Lieber Gert,

vielen Dank für Deine Eindrücke! Der Vollständigkeit halber eine kleine Frage/Ergänzung:

Die Variante G-Sonos über G-HA wäre klarerweise dann an die 5. Position zu stellen, oder? (Vielleicht in der endgültigen Liste mit dem originalen HA auch interessant...)

Liebe Grüße, Horst
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Beitragvon Rudolf » 03.12.2014, 16:23

Hallo Horst,

cantusfirmus hat geschrieben:Die Variante G-Sonos über G-HA wäre klarerweise dann an die 5. Position zu stellen, oder?

so habe ich Gert leider auch verstanden. :( Es scheint mit guten Wandlern so zu sein wie mit guten Lautsprechern: Beide können nicht mehr wettmachen was zuvor verbockt wurde - im Gegenteil, die Unterschiede treten noch stärker hervor.

Wir sollten uns trotzdem vor Augen halten, dass wir hier von Unterschieden auf hohem Niveau sprechen. Wahrscheinlich klingt ein G-Sonos in Verbindung mit dem G-HA trotzdem vorzüglich! Lieber Gert, spielt er bei dir z.B. besser als ein G-Sneaky direkt?

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon alexfra » 04.12.2014, 07:34

Hallo Gert,

falls Du Lust hast und Zeit findest, fände ich eine weitere Konfiguration in deiner Versuchsreihe interessant:

G-Oppo Coax-Out an G-HA gegen G-Oppo Analog (egal ob über G-HA oder direkt in die LS)

Soweit ich informiert bin, wurde der digitale Ausgang das G-Oppo noch nicht intensiv unter die Lupe genommen.


Viele Grüße
Alex
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Beitragvon Fortepianus » 04.12.2014, 08:58

Rudolf hat geschrieben:Wir sollten uns trotzdem vor Augen halten, dass wir hier von Unterschieden auf hohem Niveau sprechen. Wahrscheinlich klingt ein G-Sonos in Verbindung mit dem G-HA trotzdem vorzüglich! Lieber Gert, spielt er bei dir z.B. besser als ein G-Sneaky direkt?


alexfra hat geschrieben:falls Du Lust hast und Zeit findest, fände ich eine weitere Konfiguration in deiner Versuchsreihe interessant:

G-Oppo Coax-Out an G-HA gegen G-Oppo Analog (egal ob über G-HA oder direkt in die LS)

Also ich seh' schon, da gäbe es noch eine Menge zu testen! Das ist eben doch recht aufwändig und auch ermüdend, wenn die Klangqualitäten recht nahe beieinander liegen. Wenn man den G-Sonos an den G-HA hängt und hat nicht den Vergleich zum G-ADS1 DAC, kommt man gar nicht auf die Idee, dass das noch besser gehen könnte.

Also ich sehe schon, ich werde da noch ein paar Versuche machen.

Viele Grüße
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Beitragvon Fortepianus » 04.12.2014, 22:18

Lieber Horst,

cantusfirmus hat geschrieben:Die Variante G-Sonos über G-HA wäre klarerweise dann an die 5. Position zu stellen, oder? (Vielleicht in der endgültigen Liste mit dem originalen HA auch interessant...)

ich habe nochmal das Spielchen durchexerziert mit Pegelabgleich und Hörtest. Zum Test nahm ich diesmal ein Stück, das wir schon mal auf der Liste hatten bei einem Forumstreffen, nämlich 2012, und das Fujak beigesteuert hatte:

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Ich nehme das erste Stück der CD "Concerti per le solennita", das Allegro des Vivaldi-Violinkonzertes D-dur RV212. Die Musik ist ein dicht gewobener Teppich aus vielen verschiedenen Streichinstrumenten, die weich oder scharf klingen können, vertreten vom Bass bis in die Höhen, Pizzicati mit steilen Einschwingvorgängen dabei, und das alles in einem großen Raum mit deutlichem Nachhall, der eine zugleich warme, aber auch konstruktiv-gespannte Atmosphäre verbreitet. Die Aufnahme ist auch vom technischen Standpunkt aus tadellos mit enormem Detailreichtum und sauberer Fokussierung der Instrumente. Die Streicher spielen mit ungeheurem Zug am roten Faden und lassen die Spannung nicht reißen - die Disziplin "musikalischer Fluss" ist da sehr gut zu überprüfen.

Wie gehe ich bei einer solchen Vielzahl aus Kombinationsmöglichkeiten am besten vor, frage ich mich. Es gibt die Maschinen G-A (G-ADS1 DAC), G-O (G-Oppo 105), G-Sy (G-Sneaky), G-So (G-Sonos), G-HA (G-HA 1) und O-HA (original HA-1), und das mit a und d für Analogein/ausgang oder Digitalein/ausgang, die sich alle in meinem Hörraum versammelt haben. Ich wähle die gute alte Methode, zunächst zwei sinnvolle, bekannte Ankerpunkte zu setzen.

Ankerpunkt 1: G-A-a
Ankerpunkt 2: G-O-a

Ja, das ist unterscheidbar, eindeutig. Der G-O-a spielt etwas eckiger und grobkörniger als der G-A-a. Auch der Raum ist etwas kleiner, die Orchestermitglieder etwas mehr in der Mitte versammelt, die Decke des Raumes etwas niedriger. Der G-A-a musiziert im Vergleich selbstverständlicher und lässt mich noch mehr in Raum und Musik eintauchen.

Ok, soweit klar, das sind die mir auch bisher schon bekannten Unterschiede zwischen G-A-a und G-O-a. Die beiden Maschinen sind aber auf einem Niveau angekommen, das jeden, der einen G-Oppo hat und den G-ADS1 DAC noch nicht im Vergleich dazu gehört hat, fragen lässt: Kleinerer Raum beim G-Oppo? Geht's noch?

Ich höre insbesondere die ersten 50s des Stücks mehrmals auf beiden Streamern, bis ich den klanglichen Fingerabdruck der beiden Geräte auf dieser Aufnahme verinnerlicht habe.

Nun den G-Sneaky analog angeschlossen, also G-Sy-a, um in der oben eingeführten Abkürzungs-Nomenklatur zu bleiben.

Ok, auch das ist klar einzuordnen. Das ist weiter unten auf einer virtuellen Skala angesiedelt. Man muss da aber differenzieren, in welchen Disziplinen. Der G-Sneaky bietet zwar nicht den Detailreichtum von G-Oppo oder gar G-ADS1 DAC, aber er spielt sehr musikalisch. Was soll das denn jetzt heißen, fragt sicher mancher, musikalisch ist doch der Musiker oder auch nicht. Ich meine damit eine gewisse Wärme im Klang, er wird nie aufdringlich und ist einfach angenehm anzuhören, stressfrei auch auf lange Dauer. Ein gutes Raumgefühl wird vermittelt, aber nicht in der Größe wie bei den oben genannten Geräten. Alles eine Nummer kleiner, aber dennoch gut.

Nun also die beiden HA-1, der G-HA und der O-HA. Ich beginne mit dem G-HA-d (d hier für Digitaleingang), gefüttert vom G-A-d (d hier für Digitalausgang). Diese Kombi ist nur mit großer Mühe vom G-A-a zu unterscheiden! Das liegt klar oberhalb des G-O-a. Möglicherweise rückt der G-Oppo aber noch ein Stück nach oben, wenn er an seinem USB-Eingang spielen darf. Zumindest deute ich einige Berichte von Nutzern so, und dann hat man nebenbei bemerkt auch das gapless-Thema abgehakt.

Jetzt nochmal mit G-Sonos davor, also G-So-d an G-HA-d. Ein klein wenig vom Glanz des G-HA bröckelt ab im Vergleich zum G-A-d als Datenlieferant. Aber meine Güte, klar, im Direktvergleich ist das auszumachen, aber das spielt exzellent! Der G-Sonos am G-HA liegt für mich immer noch über dem G-Oppo alleine, er spielt selbstverständlicher, aber mit ordentlich Detailreichtum dabei, und die Musik fließt. Das ist der klare Preis-Leistungs-Sieger, wenn man keinen Wert auf HiRes-Files legt (das kann der Sonos nicht).

Nun das gleiche Spiel mit dem O-HA. Ich beginne mit der besten Quelle, also G-A-d an O-HA-d. Ich checke nochmal genau die Pegel. Auch wenn die Anzeige z. B. -14dB anzeigt, kann man innerhalb des -14db-Bereichs erhebliche Variation erzeugen, bis man bei der Anzeige -13,5 oder -14,5dB landet - das Poti ist eben analog, nur die Anzeige ist digital. Ich stelle wieder mit einem Testsinus auf genau gleiche Ausgangsspannung wie beim G-HA ein. Der G-HA zeigt jetzt -13, der O-HA -14dB auf dem Display an, die Ausgangsspannungen sind innerhalb eines mV gleich (bei 600mV Pegel).

Diesen peniblen Abgleich hätte ich mir wahrlich schenken können, als ich das Ergebnis höre. Wenn man sich, um Harald (nihil.sine.causa) zu zitieren, die Ohren gebrochen hat für Einordnung oben genannter Geräte am Ende der Fahnenstange, ist das erfrischend und erheiternd zugleich, wie weit unterhalb des bisherigen Testfeldes sich das abspielt. Selbst mit dem G-ADS1 DAC als Datenlieferant! Der O-HA ist für sich betrachtet sicher kein schlechter DAC, aber er spielt weit unterhalb des G-Sneaky am Analogausgang. Es ist eben nicht allein getan mit einem gewissen Detailreichtum, den der O-HA zweifelsohne mitbringt. Er lässt gerade bei diesem Teststück die Streicher im Vergleich lästig klingen, quäkig und scharf. Dennoch wirkt das Klangbild richtig müde. Seid mir nicht böse, aber die Differenzierungen mit den darunter liegenden Datenlieferanten wie G-Sneaky oder G-Sonos mache ich nun nicht mehr, denn besser wird es damit sicher nicht.

Fazit dieses Hörtests:

1a. G-ADS1 DAC am Analogausgang
1b. G-ADS1 DAC digital zu G-HA
1c. G-Sonos digital zu G-HA
2. G-Oppo am Analogausgang
3. G-Sneaky
4. Egal, welcher Streamer zu O-HA

Von 3 nach 2 nimmt die Detailauflösung und die Raumgröße zu, von 2 nach 1 die Selbstverständlichkeit der Darbietung, das Eintauchen in die Musik und der Fluss. 4 fällt in diesem Vergleich deutlich ab.

Viele Grüße
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Beitragvon Fortepianus » 05.12.2014, 06:52

Liebe G-HA-Beobachter,

erlaubt mir bitte noch eine Bemerkung zum Vergleich O-HA digital angesteuert vs. G-Sneaky am Analogausgang. In meiner ersten Euphorie, als ich den HA-1 neu hatte, schrieb ich damals:

Fortepianus hat geschrieben:Nun schalte ich auf den Analogausgang des G-Sneaky, und es wird klar, dass alles vorher Genannte Meckern auf hohem Niveau war. Der G-Sneaky am Analogausgang kann mit dem HA-1 nicht mithalten. Das Klangbild wird kleiner, eingeengter und unpräziser. Und vergegenwärtigen wir uns bitte, dass der G-Sneaky je nach Geschmack des Hörers mal knapp vor, mal knapp hinter dem originalen Linn Akurate DS1 gesehen wird. Damit kann man jetzt schon dem HA-1 ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis bescheinigen.

Das muss ich ganz klar revidieren. Es stimmt, der O-HA spielt präziser als der G-Sneaky. Und es stimmt auch, dass er eine größere Bühnendarstellung bietet. Was aber erst bei genauerer Beschäftigung mit dem Gerät auffällt, ist eine gewisse Lästigkeit im Klang. Man hört das insbesondere bei Streichern, die Geigen sind aufdringlich und kommen mir irgendwie verfärbt vor. Längeres Hören kann somit, je nach Musikgeschmack, ziemlich anstrengend werden. Und das merkt man beim ersten Schnellschuss nicht. Insofern ist ihm, wenn man sich näher mit den Geräten beschäftigt, der G-Sneaky gerade bei Klassik klar überlegen. Der Klang des G-Sneaky strahlt eine ganz andere Ruhe aus als der des HA-1. Das war bei dem zuletzt gewählten Musikbeispiel sehr gut zu hören.

Der HA-1 bringt aber einen der besten DAC-Chips mit, die es zur Zeit gibt (den Sabre ES9018), und ein richtig gut gemachtes Netzteil. Auch die verwendeten Bauteile in der Analogsektion sind vom Feinsten, und die massive Mechanik macht Freude. Das alles ist eigentlich Garant für einen guten Klang - wenn da nicht ein paar kleine Fehler wie diese unsäglichen unvorgespannten Elkos im Signalweg wären, die nach meiner Einschätzung genau diese Lästigkeit auf Dauer bewirken.

Aber auf dieses Fundament lässt sich gut aufbauen. Die Änderungen bessere Clock und DAC-Versorgung, Elkos raus und dicke Ausgangsstufe können sich damit voll auswirken.

Viele Grüße
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Beitragvon Bernd Peter » 05.12.2014, 08:18

Hallo Gert,

3 Jahre ist es nun her, als 1 Tag vor Weihnachten das Paket aus Stuttgart ankam.

Mein G-Sneaky.

Ein Gerät, in das viel Denkarbeit eingeflossen ist. Wer den Werdegang des Tunings liest, versteht anschließend einiges mehr von digitaler und analoger HiFi Technik.

Ein Gerät, daß als S/PDIF Lieferant, für die Direktverbindung zum aktiven Lautsprecher und selbst für den Anschluss an passive Lautsprecher geeignet ist.

So flach wie er ist, kann man ihn fast unsichtbar irgendwo ins Regal schieben und gut ist es.

Ein Alleskönner für sämtliche wichtige Musikformate und Sampleraten, gepaart mit einer für mich perfekten Steuerung und Bedienoberfläche.

Seither ist einiges Wasser den Bach heruntergeflossen und die Welt bleibt nicht stehen.

Die Klangsignatur des G-Sneaky ist geblieben.

Rundum ausgewogen und langzeittauglich.

Die Musik fließt, kein Programmabbruch oder Neustart wegen Treiberproblemen oder Sonstigem, alles in höchster Zuverlässigkeit.

Entspanntes Hören und Bedienen. Keine tausend Kabel und Kästchen.

Manchmal tut es mir fast leid, alles auf den Hörtest zu reduzieren, das Rundum gehört eigentlich auch mit dazu.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon wgh52 » 05.12.2014, 08:28

Hallo Bernd-Peter,

dem möchte ich vollumfänglich zustimmen! Das Gesamtpaket macht's, wobei Klangqualität natürlich den Löwenanteil ausmacht. Bei mir führte trotzdem der "Rest" des Gesamtpaketes allerdings weg vom Sneaky hin zum modifizierten Cambridge Streammagic, der ist klanglich sehr schön und auch langzeittauglich (nicht auszudenken wenn Gert den in die Finger bekommen/genommen hätte :wink: ).

Gruß,
Winfried

3286
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Beitragvon nihil.sine.causa » 05.12.2014, 11:22

Hallo Gert,

Fortepianus hat geschrieben:Fazit dieses Hörtests:

1a. G-ADS1 DAC am Analogausgang
1b. G-ADS1 DAC digital zu G-HA
1c. G-Sonos digital zu G-HA
2. G-Oppo am Analogausgang
3. G-Sneaky
4. Egal, welcher Streamer zu O-HA

Von 3 nach 2 nimmt die Detailauflösung und die Raumgröße zu, von 2 nach 1 die Selbstverständlichkeit der Darbietung, das Eintauchen in die Musik und der Fluss. 4 fällt in diesem Vergleich deutlich ab.

schönen Dank für die vielen Tests und die Einordnung aus Deiner Sicht. Klar dass das kein großer Genuss ist, wollte man alle Kombinationsmöglichkeiten testen und bewerten. Ich finde das durch die 4 Klassen als sehr griffig dargestellt.

Den HA-1 finde ich insofern interessant, als er DAC, Vorverstärker und Kopfhöererverstärker in sich vereint. Daher bin ich gespannt auf weitere Tests und Berichte, etwa im Vergleich zu anderen DACs am "Ende" einer Audio-PC-Kette.

Beste Grüße
Harald
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