G-ADS DACs und Linns neue Katalyst Architektur

Gerts Modifikationen

G-ADS DACs und Linns neue Katalyst Architektur

Beitragvon totti1965 » 29.11.2016, 20:55

Liebe Forenten, lieber Gert,

es handelt sich zwar noch um ungelegte Eier, aber ich möchte hier doch einmal ein wenig spekulieren ...

Linn stellte im September 2016 für den Klimax eine komplett neue Streamer Architektur, die Katalyst DAC Architektur vor. Dies habe ich zum Anlass genommen, einmal nachzuschauen, wie lange es denn durchschnittlich dauerte, bis technologische Neuerungen beim Linn Spitzenmodell auch in die günstigeren Geräte (Akurate, Majik, Sneaky) hinein diffundierten. Nun, bei der Klimax DS Architektur dauerte es beispielsweise genau 11 Monate (Juli 2007 bis Juni 2008), bis die Neuerung nicht mehr exklusiv dem Spitzenmodell vorbehalten war, sondern bis zum Majik "runtergesickert" war (nachzulesen hier: http://docs.linn.co.uk/wiki/index.php/Majik_DS). Das läßt doch sehr konkrete Hoffnungen zu, dass die Katalyst DAC Architektur - zumindest in abgespeckter Form - ab 2017 oder 2018 auch in den günstigeren Modellen Akurate und Majik, vielleicht sogar im Sneaky zur Verfügung stehen wird.

Du, Gert, hast ja nun recht ausführlich dargestellt, aus welchen Bausteinen ein Streamer eigentlich besteht. Ich darf aus Deinem Blogeintrag über den Beginn des G-Akurate DS-1 DAC (Der G-ADS1 kommt aus dem Urlaub (das DAC Upgrade) vom 06.09.2012 zitieren:

Fortepianus hat geschrieben:So ein Streamer besteht grob gesagt aus:

1. Dem Prozessor mit Netzwerkanbindung, der auf Befehl Daten vom Netz zieht und diesen Datenstrom an die nachfolgende Digitalabteilung liefert

2. Der zugehörigen Software, die diese Datenauslese steuert und ihre Befehle dazu von extern (einem anderen Rechner, z. B. iPad) über's Netzwerk kriegt

3. Der digitalen Verarbeitung der Signale, die den Stream in das passende Datenformat (I²S, linksbündig, rechtsbündig etc.) bringt und evtl. ein Upsampling mit dazu gehöriger digitaler Filterung macht

4. Der zentralen Clock, die alles steuert

5. Dem DA-Wandler

6. Dem analogen Antialiasing-Filter, um die Samplingfrequenz zu entfernen

7. Der analogen Ausgangsstufe

8. Dem Netzteil

Linn selbst macht eine etwas gröbere Einteilung in 1. Inputs / 2. Creation / 3. Output stage

Das folgende bezieht sich auf die Bereiche 2. Creation und 3. Die analoge Ausgangsstufe - genau bei diesen beiden Bereichen setzt Linn an, um den Klang sauberer zu machen. Ich zitiere:

Linn hat geschrieben:How Katalyst improves on previous designs
Katalyst delivers unparalleled precision thanks to five key areas of improvement.

Reference Level
Now completely isolated from noise to produce a high-stability Reference Level voltage that generates the signal’s amplitude without variation.

Independent Power Supplies
Independent, isolated power supplies are tailored for each process, so feedback from one process cannot influence the performance of another, resulting in far lower distortion.

Data Optimisation
Linn-designed data optimisation stage that prepares the digital signal for conversion with greater accuracy, minimising errors right at the start of the process.

Master Clock
A single high precision clock with its own independent power supply ensures greater timing accuracy throughout.

Output Driver
The new ultra-low distortion analogue output driver prepares the delicate analogue signal for transmission out of the device, making it less susceptible to noise and degradation.

Der von Linn so genannte Bereich der "Creation" des digitalen Signals entspricht in Deiner Zählweise also vorwiegend der Nummer 3 und 4, nämlich der digitalen Verarbeitung der Signale, die den Stream in das passende Datenformat bringt und evtl. ein Upsampling mit dazu gehöriger digitaler Filterung macht sowie der Einbindung der Master Clock.

Der von Linn "Output stage" genannte dritte Bereich ist beim Klimax Katalyst auch überarbeitet (analoge Ausgangs-Treiberstufen mit nunmehr ultra-niedrigen Verzerrungen) und entspricht Deiner Nummer 7.

Audio hatte den neuen Klimax Streamer in der November Ausgabe besprochen und die Katalyst-Architektur hat tatsächlich zu einer Reihe von Laborrekorden geführt. Das Rauschen lag um über 145 dB unter dem Nutzsignal, die einzige erkennbare Verzerrungskomponente k3 war niedriger als - 126 dB (k2 sogar niedriger als -135 dB), was weit jenseits von Gut und Böse liegt und was es so, außer vielleicht beim edlen Stage Tec Truematch Studiowandler (vgl. hier: http://www.professional-audio.de/test-d ... match-rmc/) bisher wohl in dieser Sauberkeit schlicht noch nie gab.

Wenn man sich nun Deine Punkte 3 bis 7 bei der neuen Katalyst-Architektur etwas genauer ansieht, so kann man in dem Bericht von audio auf Seite 33 (Artikel: "Das ist die Katalyst DAC Architecture") efahren, was zukünftig wohl alle Linn Streamer betreffen wird: Das Signal durchläuft zunächst einen Upsampler, der es auf 768 kHz/35 Bit umrechnet. Das so entstandene Signal geht dann mit 32 Bit Genauigkeit in einen Modulator, der es in ein 6-Bit-Signal mit 6,144 Megahertz Taktfrequenz umsetzt (Dein Punkt 3 - die digitale Vorverarbeitung der Signale -vor der eigentlichen Wandlung). Dieses Signal wird von 6 Einbitlern in ein Analogsignal gewandelt (Dein Punkt 5) und dann von einer extrem rauscharmen analogen Ausgangsstufe für die Weiterleitung aufbereitet (Dein Punkt 7).

Interessant hierbei ist natürlich, dass ein 6-Bit-DA-Wandler mit 6,144 MHz Taktfrequenz eine Auflösung bietet, die theoretisch 32 mal höher (5 statt 1 Bit) ist als die Auflösung von DSD 128 mit 5,6448-MHz-Takt. Der Aufwand, den Linn betreibt, um Störkomponenten aus der Versorgungsspannung rauszuhalten und die Referenzspannung des D/A-Wandlers und sein Taktsignal (Masterclock) Rausch- bzw. Jitterfrei zu halten wird so erst verständlich, denn erst dies macht den bei der digitalen Vorverarbeitung und der nachfolgenden Wandlung betriebenen Aufwand wirklich in Form von Sauberkeit/Klarheit/Schwärze des Hintergrundes - (ich muss dabei immer an Plasma- oder OLED-Fernseher denken!) hör- und erlebbar.

Meine Fragen an Dich, Gert sind nun:

1. Kann man diese neue Streamer Architektur bezüglich der Digitalen Signalaufbereitung auch als Zwitter aus PCM und Bitstream bezeichnen? Linn ist ja eigentlich kein Freund von Bitstream Technik (Lesenswert vielleicht dies hier: http://www.mojo-audio.com/blog/dsd-vs-p ... -vs-truth/), da das Format in der heutigen Zeit einfach seine Berechtigung verloren hätte (die Hoch-Zeit der 1-Bit DSD Technik war eigentlich um das Jahr 2000 herum...Sehr instruktiv dazu ein Forumsbeitrag eines Linn-Mitarbeiters aus 2013 der hier nachzulesen ist: http://forums.linn.co.uk/bb/showthread.php?tid=23096). Jetzt also doch, wenn auch dramatisch verbesserter 6-Bit Bitstream a la 2016?

2. Wird bei zukünftigen Modifikationen von Dir, wenn es denn bei Majik und Akurate so kommen würde, wie von mir vermutet, überhaupt noch Platz für den Burr Brown PCM1794A sein? Dieser benötigt ja 384 kHz Futter (und keines mit 768 kHz!), wenn sein 8-faches Oversampling deaktiviert wird.

3. Ist der Weg von Linn bezüglich Deiner Punkte 1 bis 5 (oder sogar 6) schon so gut, dass in diesem Bereich modifikationsmässig von Dir nichts mehr gemacht werden muss und für Dich eventuell nur noch Punkt 7 und 8 übrigbleibt - also zum Beispiel analoge Ausgangsstufen, die einfach noch etwas stabiler und grösser dimensioniert sein werden als sogar die Original - Katalyst Ausgangsstufen? Oder siehst Du auch bei Deinen Punkten 1 bis 5 noch ein zukünftiges Betätigungsfeld?

4. Kann es sein, dass die Jungs aus Glasgow deutschsprachige Spione eingesetzt haben, in diesem Forum heftig herumgelesen und Deine Ideen zur Klangverbesserung an Linn übermittelt haben? :D Es scheint jedenfalls (zumindest bis jetzt im Klimax Katalyst - Stand ab Sept. 2016) vieles von Deinen Ideen umgesetzt worden zu sein!

Wie gesagt, alles ungelegte Eier, aber trotzdem interessant zu erfahren, wie Du, Gert, die Zukunft Deiner Modifikationen siehst, wenn sich bei Linn die DAC Architektur der vierten Generation (seit 1991) und damit der ersten echten Nachfolgegeneration seit 2007 auch bei den Modellen Akurate und Majik durchgesetzt haben wird.

Immer nur das Beste,

Thorsten
(der immer noch keinen Oppo 105 D gekauft hat -und ihn Dir folglich deshalb nicht zum Umbau schicken kann-, weiter intensiv über die Anschaffung eines Majik DSM wegen wohl halbaktiver Zukunft (!) grübelt und glücklich ist, vor ein paar Wochen erfahren zu haben, dass Admin Harald auch aus Bonn stammt [und der sich deshalb schon auf ein privates Hör-Treffen mit Harald im Januar freut!])
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Beitragvon h0e » 30.11.2016, 01:31

Hallo,

ja viele spannende Fragen.

Deshalb sind wir schon gespannt, wann Joachim (Hifi4life) endlich einen neuen Klimax hat, den wir dann mit einem G-Dac vergleichen können. Das Treffen war für Dezember geplant, leider hat Linn nur seine Premium Händler beliefert. Schade.

Akurate soll wohl 2017 bereits die neue Architektur erhalten. Ich bin sicher, dass Gert verbesserungswürdige Teile finden würde, ob das diesmal eine Dac Platine sein wird, bleibt abzuwarten. Der Klimax ist jedoch wg. des Gehäuses schon kein G-Kandidat. Also wird man sicher auf den Akurate warten müssen.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon RS.schanksaudio » 30.11.2016, 09:16

Hallo Thorsten,

naja, "Architektur" ist ein großes Wort dafür, das im Grunde nur der DAC-IC und damit natürlich die involvierte Schaltung getauscht wurden.

Ich zitiere mich in dem Kontext einmal selbst:

RS.schanksaudio hat geschrieben:Mit "Architektur" meint das Marketing wohl den Wechsel des DAC ICs vom betagten Wolfson WM8741 (125dB SNR / -100dB THD @ 48kHz) auf einen aktuellen AKM AK4497 (131dB SNR / -116dB THD @ 48kHz). Der neue DAC-IC arbeitet intern mit 32 Bit (wie ESS und einige TI) und hat diverse Filterkonfigurationsmöglichkeiten zur etwaigen Kolorierung.

Wen es technisch interessiert, dem empfehle ich die Aussagen des LINN-Technikers zur Lektüre: http://forums.linn.co.uk/bb/showthread.php?tid=34417

oder auch allgemein die PM von AKM:
http://www.akm.com/akm/en/aboutus/news/ ... 7Linn_001/

Die Laborwerte lassen sich mit dem AKM AK4497 erreichen wenn man die Musterschaltung des Herstellers nutzt, insofern sind die Ergebnisse einigermaßen vorhersehbar:
http://www.akm.com/akm/en/product/datas ... o=AK4497EQ

Schaltungsvorschläge finden sich auf den Seiten 96 -98:
http://www.akm.com/akm/en/file/datasheet/AK4497EQ.pdf


Viele Grüße
Roland

PS: Bei Digikey ist der AK4497 jetzt ab ca 50 € verfügbar:
http://www.digikey.com/product-detail/e ... ND/6235385

PPS: Wenn es darum geht den AK4497 einmal zu hören, wäre dies hier ggfs eine Option:
http://www.shenzhenaudio.com/gustard-a2 ... 84khz.html
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Beitragvon Fortepianus » 30.11.2016, 09:25

Hallo Thorsten,

ja, wie Jürgen schon schrieb, ist das bis jetzt alles Spekulation. Es ist aber in der Tat auffällig, dass Linn genau an den Punkten ansetzt, an denen auch mein Upgrade zum G-DAC ansetzt. Vielleicht hatte sich ja mal ein G-ADS1 DAC aus Versehen zu Linn verirrt :) ? Wie die Architektur genau aussieht, ist auf diesem Niveau vermutlich nicht so entscheidend wie die genaue Umsetzung dieser Konzepte. Insofern bin ich sehr gespannt auf einen Vergleich des neuen Klimax mit meinem G-ADS2 DAC.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon RS.schanksaudio » 30.11.2016, 09:37

Fortepianus hat geschrieben:ja, wie Jürgen schon schrieb, ist das bis jetzt alles Spekulation. Es ist aber in der Tat auffällig, dass Linn genau an den Punkten ansetzt, an denen auch mein Upgrade zum G-DAC ansetzt.

Ja, scheinbar hat LINN doch weniger geändert als das Marketing kommuniziert:

Master Clock: (...) The Katalyst DAC uses the same ultra-low jitter clock as our previous generation DAC, and as before, it has its own dedicated power supply to isolate it from external influences.
Output Driver: (...) The Katalyst DAC in the Klimax DS/DSM uses the same low-distortion transformer-isolated output stage as previous designs (...)

Quelle: http://forums.linn.co.uk/bb/showthread. ... #pid408631

Den Bereich "Data Optimisation" (Upsampling auf 32-Bit/768kHz) macht der AK4497, damit hat LINN/Katalyst an sich nichts zu tun.

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon musikgeniesser » 30.11.2016, 13:17

Lieber Roland,
lieber Gert,
liebe Forenten,

RS.schanksaudio hat geschrieben:Mit "Architektur" meint das Marketing wohl den Wechsel des DAC ICs vom betagten Wolfson WM8741 (125dB SNR / -100dB THD @ 48kHz) auf einen aktuellen AKM AK4497 (131dB SNR / -116dB THD @ 48kHz).

Quelle: viewtopic.php?f=23&t=7963&start=1

was die Bedeutung des Klangs, den Linn-Streamer bieten, relativiert.

Der Modellwechsel führt dazu, dass die Gebrauchtpreise für die nun alten Modelle, gemäß dem Ausmaß des Getöses um den klanglichen Fortschritt, weich werden. Das macht Linn auch für wirtschaftlich weniger potente Enthusiasten interessant, was sehr zu begrüßen ist. Andererseits bleibt die Qualität von Gerts Umbauten davon unberührt.

Möge es nützen

Peter
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Beitragvon Funky » 30.11.2016, 22:42

Guten Abend zusammen,

hmm, anscheinend bin ich der Einzige hier, der den neuen Streamer gehört hat. Ich habe meine Eindrücke in diesem Forum schon kommuniziert.

Was mich etwas verwundert, ist die Tonlage. Linn Engineering hat sich durchaus ein paar fundamentale Gedanken gemacht - das die Überlegungen in eine ähnliche Richtung gehen, wie Sie Fortepianus ebenfalls anstellte heisst ja nur, dass man dazu lernt und auch bereit ist neue Wege zu gehen.

Ich kann nur sagen, dass letztendlich das Gesamtergebnis zählt und mich hat der neue Player wirklich beeindruckt. Da für mich Tonalität, Raumauflösung nicht an allererste Stelle stehen sondern die Darstellung von musikalischen Zusammenhängen und Bezügen kann ich hier nur den Hut ziehen vor dem was die Jungs da rausbringen.

Und ich bin der Meinung, dass gewisse Leistungen eines Gerätes sich nicht an der reinen Kennzahl von DB Werten ablesen lassen. Bei Shaktis VV-Vergleich hat der Funk VV sicher mit Abstand die besten Messwerte wohl in allen Kategorien. Nur für mein Musikempfinden spielt das Ding Töne und keine Noten. So ähnlich sehe ich das auch bei Digitalmaschinen. Es gibt sehr sehr viele die spielen Töne und keine Noten (Meitner, EMM Labs, Weiss). Da fehlt sehr häufig der Zusammenhang und die Binnenstruktur die vor allem klassische Musik braucht (siehe auch DAC Vergleich ebenfalss bei Jürgen - ich glaube nicht, dass man Anhand der reinen Messergebnisse der DACs die Reihenfolge der klanglichen Leistungen hätte ermitteln können, wie sie sich im Hörtest ergeben hat).

Also wartet ab und hört Euch die Engine an. Ich verspreche Euch, an einem zeitlich genau arbeitendem Equipment kommt viel Spass und Freude auf. Sehr natürliche Tonalität und authentische Raumabbildung gibt es als Dreingabe.

Meine 2 Cents

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Beitragvon RS.schanksaudio » 01.12.2016, 09:20

Hallo Funky,

Du hast natürlich Recht, am Ende zählt das Hörerlebnis, das ist klar.

Der Punkt ist nur, das LINN außer dem DAC IC verhältnismäßig wenig geändert hat, siehe meine zitierten Aussagen des LINN-Entwicklers dazu. D.h. die mutmaßlichen Fortschritte kommen hauptsächlich (vielleicht sogar ausschließlich) vom neuen DAC-IC, dem genannten AK4497. Um einen ersten Eindruck von dessen "Klang" – insbesondere den Kolorierungs-Filtern (5 Stück) – zu bekommen, empfiehlt sich ggf. das Gegenhören von Gerätschaften die den gleichen DAC nutzen, wie beispielsweise der oben verlinkte Gustard.

Viele Grüße
Roland

PS: Die Produkte der genanten Hersteller Meitner, EMM Labs, Weiss haben alle hervorragende, wenn nicht sogar klassenbeste Messwerte, da sie auch hauptsächlich den Studiobereich bedienen. Hier ein Beispiel der analogen Ausgangstufe eines Weiss-DAC (−152 dB THD!): http://www.weiss.ch/files/downloads/op1 ... eet-R1.pdf

In Blindtest schneiden Geräte mit guten Messwerten klanglich mehrheitlich besser ab als Geräte mit schlechteren Messwerten, das trifft auch auf Produkte von Funk Tonstudiotechnik zu.
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Beitragvon chriss0212 » 01.12.2016, 10:09

Hallo Roland

In Blindtest schneiden Geräte mit guten Messwerten klanglich mehrheitlich besser ab als Geräte mit schlechteren Messwerten, das trifft auch auf Produkte von Funk Tonstudiotechnik zu.

Aus welcher Gruppe kommen denn dort die Tester? Sind das eher Hifi- Hörer oder eher Studio Menschen. Im Studio sind die Bedürfnisse und Bedingungen ja oft anders als bei jemandem zu Hause. Von daher wird natürlich auch mit unterschiedlichem Maß gemessen bzw. gehört.

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon RS.schanksaudio » 01.12.2016, 10:23

Hallo Christian,

ist ein wenig off-topc, aber...

chriss0212 hat geschrieben:Aus welcher Gruppe kommen denn dort die Tester? Sind das eher Hifi- Hörer oder eher Studio Menschen. Im Studio sind die Bedürfnisse und Bedingungen ja oft anders als bei jemandem zu Hause. Von daher wird natürlich auch mit unterschiedlichem Maß gemessen bzw. gehört.

F. Toole hatte bei Harmann über Jahre großangelegte Tests, meist mit drei Gruppen, (1) nicht-affine Konsumenten, (2) HiFi-affine und (3) Tonmeister/Produzenten durchgeführt. Sobald man die psychologische Beeinflussung reduzierte oder gar aufhob, korrelierten die Beurteilungen des Klangs bei allen Gruppen sehr schön mit den Messwerten.

Du findest die Ergebnisse in seinem Buch: https://docs.google.com/file/d/0B_l73GV ... edit?pli=1
und seinem Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zrpUDuUtxPM

Viele Grüße
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Beitragvon OpenEnd » 01.12.2016, 12:49

Ich möchte weder einen Weiss Dac, noch einen Funk VV haben. Nicht mal geschenkt. Mit diesen Geräten bluten mir die Ohren. Das habe ich mehrfach gecheckt.

Für Studio mag das OK sein. Entwickler von Home Hifi haben aber die Herausforderung, Realitätsanmutung der Wiedergabe unter Heimbedingungen zu generieren. Dazu reicht es nicht aus, nur Techniker zu sein. Wenn man garnicht weiss, wo das Entwicklungsziel liegt, wird man es nicht finden und dann aus der Not mit technischen Gimmiks zu punkten versuchen.

Der kaufende Kunde trifft die Entscheidung. Wer braucht schon blutende Ohren? Da ist es egal, ob Hans Herribert Supertechniker behauptet, das sei technisch richtig.

Grüssle vom Charly
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Beitragvon musikgeniesser » 01.12.2016, 18:18

Lieber Charly,
liebe Forenten,

OpenEnd hat geschrieben:Ich möchte weder einen Weiss Dac, noch einen Funk VV haben. Nicht mal geschenkt. Mit diesen Geräten bluten mir die Ohren.

Ich weiß, Charly, ich weiß. Aber das ist noch lange kein Grund, krummer Hund

OpenEnd hat geschrieben:Hans Herribert Supertechniker

zu mir oder anderen Funk-VV-oder Weiss-DAC-Liebhabern zu sagen. Ich mag Funk VVs.

Möge es nützen

Peter
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Beitragvon OpenEnd » 01.12.2016, 20:55

Hallo Peter,

wenn es dir gefällt, ist alles richtig für dich.

Grüßle vom Charly
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Beitragvon Funky » 02.12.2016, 22:17

Guten Abend Roland,

sagen wir mal so, gute Messwerte können für guten Ton stehen, diese sind somit eine notwendige, aber eben keine hinreichende Bedingung. Nun ich hatte alle 3 in mir bekannten Setups hören können. Den Weiss in meinem.

Es steht ausser Frage, dass der Weiss eine sehr saubere Wiedergabe an den Tag legt, es klingt klar, aufgeräumt, tonal etwas nüchtern und stellt dabei die Instrumente gut gestaffelt in einen virtuellen Raum. Wenn das der Massstab ist, ok, dann passt es. Für mich sind aber andere Faktoren ausschlaggebend. Bei der Bachschen triple Concert 1044 CD (eine noch aus der analogen Ära stammende Archiv Produktion mit Trevor Pinnock ) war er kaum in der Lage die polyphone Struktur von Flöte, Cembalo und Violine herauszuarbeiten. Das war ein gleichmässiges dahingleiten, ohne die rythmisch vertrackte und dadurch so spannende Einspielung wiedergeben zu können. Wir sprechen hier also von einer eher auf die "zeitliche" Auflösung fokusierte Bewertung. Tonal kann ich dem Wandler nicht am Zeug flicken, nur wenn mich ein Gerät mehr zum Abschalten animiert also zum weiterhören, dann brauch ich es nicht.

Der grosse EMM Wandler hat wiederum ein anderes Problem. Er gleicht die Pegel an, sprich minimale Lautstärkeunterschiede von Stimme und Klavier bei gleichzeitigem starken akustischem Bass (Patrizia Barber - Cafe Blue) spielte sich Lautstärkemässig alles auf einer Ebene ab. Keine Spannung durch die an sich vorhandenen minimalen Dynamiksprünge bei Klavier und Stimme. DAs Stück verflachte einfach in seiner Aussage. Ansonsten war das eine Super ausgeleuchtete und sehr große Bühne. Ein gute Tiefenstaffelung und auch Druck im Keller - nur eben nicht variable in seinem Microdynamischem Ansatz.

Es gibt also ein paar mir wichtige Eigenschaften die ich so aus Messwerten nicht ablesen kann (zumindest aus den mir zugänglichen Werten). Das ein schlechter Dynamikwert schon mal nichts gutes für das Auflösungsvermögen bedeutet das leuchtet natürlich sofort ein.

Vielleicht ein Trost, auch der ehemalige ÜberCD Player CD 12 von Linn musiziert gegenüber optimal versorgten guten Streamern mit sehr grobem Raster , also inzwischen auch nichts , was mich heute noch begeistern würde.

Meine 2 Cents

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Beitragvon Radiohörer » 01.01.2017, 18:04

Ich finde, diese von Funky genannten und teils vermissten Qualitäten sind hoch spannend und oft beim flüchtigen Hören kaum zu entdecken. Oft bieten sonst messtechnisch nicht perfekte, mit offensichtlichen Schwächen "gesegneten " Geräte musikalisch herausragende Qualitäten. Sie es im Bereich der Lautsprecher mit Konzepten von Hörnern, Breitbändern, etc, oder als Elektronik mit Röhren, etc.
Ich denke auch bei Digitalelektronik gibt es welche, die wie auch immer technisch gelöst, eine wichtige Qualität der Musik, seine Spannung und Integration irgendwie erhalten und wiedergeben könnnen, andere wiederum zwar mit anderen Qualitäten glänzen, aber doch Wesentliches vermissen lassen.

Was habt Ihr in dieser Hinsicht für andere Erfahrungen?
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