G-Upgrade möglich beim Oppo UDP-205?

Gerts Modifikationen

Beitragvon olliht » 16.08.2017, 09:29

Liebe Gemeinde,

wie oben angekündigt ist der G – oppo udp 205 nunmehr unversehrt angekommen, angeschlossen, spielt sich gerade ein, auf dass ich in kürze berichten kann was denn da nun erwähnenswert wäre…..
Bis dahin kann ich aber dem Interessierten Leser zur Überbrückung der „Wartezeit“ eine Photostrecke des oppo zum G oppo feilbieten und so für kurzweilige Abwechslung sorgen. Es sei aber ausdrücklich bemerkt, dass diese Photostrecke (https://www.dropbox.com/sh/jeyvk3d1e4um ... SGq_a?dl=0)
von Gert einmalig (!) angefertigt wurde und mit seinem Segen hier nun publizierte werden darf. Des Weiteren ist die Modifikation, bzw. Tausch der Furutech Kaltgeräte Buchse ein Sonderwunsch meiner Person und gehört nicht zum regulären update I + II. ( somit auch Aufpreis pflichtig). Meine Impressionen zum update werden diesen Vorgang nicht näher hervorheben.

So bis dahin, :cheers: :mrgreen:

Beste Grüße
Bild
olliht
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 24
Registriert: 30.10.2013, 13:47
Wohnort: Berlin

Beitragvon olliht » 30.08.2017, 10:13

Guten Tag liebe Gemeinde,

so nun ist genug Einlaufzeit vergangen und - wie ich sehe – offenbar wurde die Fotostrecke in der verstrichenen Zeit von den G oppo Interessenten rege besucht. Wie bereits ausgeführt, hat der g oppo gleich die volle Ausstattung und das für 2 und Mehrkanal erhalten. Um das vorhandene Potential der Ausbaustufen voll zu nutzen wurde der Zweikanal Strang ( XLR & cinch ) mit up I & II gebaut und die Veredelung des Mehrkanalstrangs für Center, Sub, SL, SR sowie SBR und SBL für ggf. späteren 7.1 vorgenommen.( siehe auch Fotos ).

Also: sieht gut aus, reichlich hochwertiges Material ist implementiert und das alles penibel und sauber, aber lohnt der Aufwand…? Habe ich doch selber geschrieben, dass ein Original Oppo UDP 205 schon beachtliche Qualitäten hat ?? Meine Kette ist einfach: L, C, R, sowie SL, SR sind direkt mit Linn Klimax Endstufen verbunden und an denen wiederum dynaudio Confidence c 1 und Center sowie Contour SR arbeiten. Als Sub dient ein Velodyne DD 12+. Bislang war ein G oppo up I + II Vollausstattung 105 EU am Werke und bot auch dem Oppo 205 seriös die Stirn. Und hier der Einstieg zur Akustischen Beachreibung. Der Goppo 105ér war / ist zum Standard 205 erhabener, seriöser. Das Klangbild ist in sich geschlossen. Bei einem Goppo hört man nicht einen einzelnen Lautsprecher oder dessen Richtung. Die Musik kommt nicht von Links und Rechts, bzw. trifft sich gut in der Mitte. Bei einem G oppo baut sich die Bühne ohne Einbrüche von links nach rechts, sowie in der Tiefe völlig bruchlos auf. Ich habe mich in letzter Zeit immer wieder dabei ertappt mich in dem Raum der Musik „zu verlieren“. Da ist kein Lautsprecher mehr, sondern da ist eine Bühne, Raum. Wollte ich immer wieder auf besondere Nuancen ( hier ein Ping, wo ist die Trompete, wie bewegen sich Synthesizer, 2 oder 3 Dimensional, wie umfänglich ist die dreidimensionale Bühne etc. ) der Wiedergabe achten, war nach wenigen Minuten der Vorsatz vergessen und ich hörte Gedankenverloren und fasziniert was da eingelegt war. ( Wiedergabe CD, SACD, Bluray audio, kein stream etc. )
Dies ist keine Verkaufsveranstaltung für einen Goppo und eine Bühne baut auch ein oppo 205 auf. Aber wenn Bryan Ferry mit seiner SACD Boy & Girls im Raum die Instrumente von vorne nach hinten schiebt gibt es keine Übergangsknicke, keinen Ein.- bruch in der Darstellung. Wenn bei Yello – touch, stereo - die Dame beginnt zu singen, ist Stimme nicht einfach in der Mitte, nein, die Stimme hat Kraft, Volumen Energie, sie ist klar umrissen zudem klar im Raum und einen Dreidimensionalen „ Nachhall“ der nach wenigen Momenten dazu führt, dass man vergisst worauf man achten wollte. Jedes Instrument, jeder Effekt wird sauberst herausgearbeitet, platziert oder eben in der Bewegung – von da nach da - gezeichnet. Und hier nun die Differenzierung Gopo 105 zum 205. In erster Linie ist der neue vom Mittelton über zum Hochtonbereich wesentlich präsenter. Hierbei aber unglaublich sauber und niemals überzeichnet oder scharf. Es ist nicht so, dass einfach der Höhenregler bemüht wurde, sondern alle Informationen ab dem Mitteltonbereich sind wesentlich präsenter. Nachhall, Details, Rauaufteilungen einer Aufnahme werden so behutsam aber deutlich ausgearbeitet das sich immer wieder staune, wie viel gutes in einer CD steckt. Beispiel: Jennifer Rush, the Power of love, 80´er Jahre Aufnahme, aber sie singt so vollmundig, energiegeladen, hochpräzise abgebildet ohne einen Hauch von Schärfe oder Kühle. Ich bin zwar kein Boxenbauer aber ohne rot zu werden verweise ich hier auch auf die Ausführungen von Gert selber. Ein weiterer Effekt: das mehr an Hochtoninformation lässt die Kette auch wesentlich schneller und so auch dreidimensionaler erscheinen.

Was fehlt noch ?? Richtig: Filmsound, bzw. Mehrkanal HD. Legt man beispielsweise hacksaw ridge – bluray – ein, begibt sich an die Küste und das Schlachtschiff beginnt den Beschuß kriegt man den Mund nicht mehr zu……Die Einschläge haben eine Wucht und Basstiefe.- Bassschwärze unheimlich. Aber wieder: Alles sauber, nix verschwommen und einfach nur Bumm… Das Geschehen auf der Anhöhe ist so zahlreich und dennoch hat der G oppo für jedes Detail den Überblick. Kein Vorgang diese Gemetzels geht im Allgemeinen unter. Zurufe aus dem Hintergrund sind klar zu hören wogegen die Vorgänger diese gerne unterschlugen. Ein weiterer beeindruckender Aspekt: Fall / Film : sunshine bluray, Assassin’s Creed, hier schafft der Goppo eine Atmosphäre eines extrem weitläufigen Raumes mit der eben beschrieben pedantischen ( nicht negativ besetzt) Detailauflösung für Spektakel als auch kleinste Details. Hier kommt wieder das Beschriebene zum tragen, des völlig bruchlosen der Dargestellten Bühne.

Es lässt isch wohl nicht leugnen, wie bin hingerissen von den Fähigkeiten des Goppo und weis sicher, dass er gegenwärtig keinen ernst zu nehmenden Gegner neben sich weiss. Auch reine SACD Player werden verlegen wenn den G oppo Begegnen.

So viel für heute….

Beste Grüße
Bild
olliht
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 24
Registriert: 30.10.2013, 13:47
Wohnort: Berlin

Beitragvon olliht » 30.08.2017, 11:25

Zitat: Und hier nun die Differenzierung Gopo 105 zum 205. Gemeint ist natürlich die Differenzierung zwischen Goppo 105 up I+II zum Goppo 205 up I + II und die nachfolgenden Impressionen schildern den G oppo 205 up I+II.,

gruß
Bild
olliht
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 24
Registriert: 30.10.2013, 13:47
Wohnort: Berlin

Beitragvon Fortepianus » 01.09.2017, 16:55

Hallo Oliver,

hab vielen Dank für Deinen tollen Bericht. Freut mich, dass Dir der G-Oppo 205 ähnlich gut gefällt wie mir.

Beim Lesen des Hörberichts werde ich fast ein bisschen neidisch, denn ich komme gerade wenig dazu, meine Anlage zu genießen. Warum das? Nun, ich baue wieder mal um daheim - für diejenigen, die damals meinen Bericht über den Bau meines Hörraums verfolgt haben: Auf der anderen Seite des Hauses, zum Garten hin, hat's noch ein bisschen Platz, und den will ich ungern ungenutzt lassen. Außerdem habe ich ja schon seit drei Jahren, seit der Hörraum fertig ist, nichts mehr umgebaut am Haus :). Und natürlich - wie könnte es anders sein bei mir - kommt in das vergrößerte Wohnzimmer eine weitere Anlage rein. Alles ist soweit im Plan mit dem Anbau, aber der Elektriker hinkt ein bisschen hinterher. Zumal der Bauherr besondere Ansprüche an die Elektrik hat, Erdungskonzept der Anlage etc. Der Elektriker bin ich. Deshalb habe ich diese und nächste Woche Urlaub und ziehe Unmengen Strippen. Ich werde dann im Vorstellungsthread genauer berichten, wenn es was zu sehen gibt.

Viele Grüße
Gert
Bild
Fortepianus
Aktiver Entwickler
 
Beiträge: 3529
Registriert: 17.12.2008, 12:41
Wohnort: Stuttgart

Beitragvon Siriuslux » 01.09.2017, 21:25

Fortepianus hat geschrieben:... aber der Elektriker hinkt ein bisschen hinterher.


Das kenne ich auch, denn mein Elektriker kommt auch nur alle paar Monate mal, und es gibt noch einiges fertig zu stellen im Haus, was eigentlich schon seit Anfang 2015 fertig sein könnte. Unter anderem gibt es am Platz des Klaviers keine ordentliche Beleuchtung, so dass man eigentlich keine Noten lesen kann.

Gruss, Jörg

P.S.: Das war jetzt natürlich OT, wenn's stört, einfach verschieben.
Bild
Siriuslux
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 563
Registriert: 13.05.2013, 12:46
Wohnort: Sandweiler / Luxembourg

Beitragvon olliht » 29.11.2017, 07:57

Guten Tag,

das modifizieren des oppo 205 mit Gert geht weiter. :mrgreen: :mrgreen: Folgendes Netzteil ist von mir bestellt, wird in Kürze durch Gert implementiert, bebildert und sodann geprüft ob das ein update mit entsprechenden Mehrwert / Benefit rechtefertigt....
https://www.clonesaudio.com/product-page/psudp205

Beste Grüße
Bild
olliht
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 24
Registriert: 30.10.2013, 13:47
Wohnort: Berlin

Beitragvon Andi » 03.01.2018, 09:48

Moin Olliht,

hast Du das NT schon bekommen und eingebaut?

VG Andi
Bild
Andi
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 15
Registriert: 21.08.2016, 18:46

Beitragvon Fortepianus » 03.01.2018, 12:40

Hallo Andi,

Andi hat geschrieben:hast Du das NT schon bekommen und eingebaut?

das Netzteil werde ich einbauen. Es ist bereits bei mir, aber Oliver schickt den Player erst nächste Woche - sonst hätte Oliver ja keinen G-Oppo an den freien Tagen :wink: .

Viele Grüße
Gert
Bild
Fortepianus
Aktiver Entwickler
 
Beiträge: 3529
Registriert: 17.12.2008, 12:41
Wohnort: Stuttgart

Beitragvon Andi » 03.01.2018, 16:20

Moin Gert,

danke für die Info.

Bin echt gespannt auf Deine Meinung und das Ergebnis.

VG Andi
Bild
Andi
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 15
Registriert: 21.08.2016, 18:46

Beitragvon Fortepianus » 11.01.2018, 09:34

Liebe 205er-Fans,

wie von Oliver angekündigt habe ich mich noch ein bisschen mit anderen Netzteilen im Oppo 205 beschäftigt. Oliver hat dieses hier in Hongkong besorgt: https://www.clonesaudio.com/product-page/psudp205

Ich hatte kürzlich mit einem anderen Netzteil Erfahrungen gesammelt, mit dem UDP-203/205 LPM SE auf http://www.oppomod.com. Das hatte mir ein Forumskollege mitgeschickt und die Bitte geäußert, es beim Umbau doch auch gleich gegen das originale Schaltnetzteil auszutauschen. Ich hatte das gemacht und ließ den Player dann gegen meinen G-Oppo2 antreten. Nun, nach den Erfahrungen beim Forumstreffen mit Schaltnetzteilen wundert es wahrscheinlich kaum jemanden, dass dieser Player mit dem konventionellen Netzteil meinen klanglich übertraf. Es ändert sich nichts bei Klangfarben, Dynamik oder Präzision, aber es ist mehr Ruhe und Gelassenheit im Klangbild.

Warum um Himmels Willen kaufst du ein Netzteil in Hongkong, wo es doch kaum eine einfachere Herausforderung in der Elektronik gibt, als so ein kleines Netzteil selbst zu bauen, höre ich Euch fragen? Nun, wenn das doch schon einer gemacht hat, brauch' ich das doch nicht auch noch machen, und wenn es gleich zwei Chinesen gibt, die diese Übung schon hinter sich haben, erst recht. Ok, das Bittstellertum, das man auf dem Zollamt zumindest hier bei uns an den Tag legen muss und die Zeit, die man mit Warten dort verbringt, trübt das Vergnügen im Vorfeld etwas.

Dieses Netzteil habe ich bei mir drin:

Bild

Man sieht einen ordentlich dimensionierten Ringkerntrafo und recht gute Bauteile, die verwendet wurden. Mechanisch macht das Gebilde zwar einen etwas wackeligen Eindruck, aber was soll's. Oliver hat mir dieses Netzteil geschickt:

Bild

Das ist mechanisch ganz vorzüglich aufgebaut, sehr solide auf einer dicken Aluplatte, und im Gegensatz zu dem Netzteil oben kann es auch die 115V-230V-Umschaltung des Oppo umsetzen. Beim Netzteil oben muss man angeben, für welche Spannung es sein soll. Vom mechanischen Aufbau her gesehen würde ich dem zweiten Netzteil klar den Vorzug geben. Was mir beim ersten besser gefällt, ist der dicke Ringkerntrafo im Vergleich zum Standard-Printtrafo beim zweiten. Aber erstmal einbauen, dann sehen wir weiter. Olivers G-Oppo2 mit Seriennummer 1 wartet darauf:

Bild

Jetzt muss Schicht für Schicht runter, damit man an das Netzteil kommt. Erstmal die Up1-Platine für Surround weg:

Bild

Dann die Surround-Audioplatine des Oppo runter:

Bild

Die Up2-Platine hinten im Bild mit den Lundahl-Übertragern kann bleiben. Entfernt man nun eine Blechquerstrebe, liegt die Blechabdeckung des Schaltnetzteils fertig zum Rausschrauben da:

Bild

Deckel runter (ist ein bisschen fummelig):

Bild

Da ist das Schaltnetzteil. Ausgebaut neben das neue gelegt:

Bild

Das Netzteil passt mechanisch perfekt in die Befestigungsbolzen auf dem Geräteboden, und auch die Stecker passen perfekt:

Bild

Die Blechabdeckung passt allerdings nicht mehr drauf, dafür ist das Netzteil gerade ein bisschen zu hoch. Bei dem ersten Netzteil oben, das in meinem G-Oppo2 drin ist, ging die Abdeckung gerade noch drüber. Ich musste dazu allerdings die Schraube, die den Ringkerntrafo hält, andersrum einbauen. Hier versuche ich mir dadurch zu helfen, dass ich kleine 5mm-Distanzbolzen einsetze:

Bild

Macht man das an allen sechs Schraubverbindungen des Deckels, geht er gerad so rein:

Bild

Bild

Nun wieder alles drauf, erst das Surround-Audioboard, dann das Surround Up1:

Bild

Bild

Deckel drauf:

Bild

Funktioniert alles? Nun, er bootet, aber woher kommt denn der entsetzliche Brumm? Er kommt aus dem Gehäuse des Oppo, speziell vom Netzteil. Mein Verdacht, dass es die Blechabdeckung ist, erhärtet sich. Ich vermute, dass der Deckel gerade so den Trafo berührt und dann von dessen Streufeld zum Brummen angeregt wird. Alles wieder zerlegen. Deckel runter. Ich setze anstelle der 5mm-Distanzbolzen solche mit 10mm Länge ein, das passt dann gerade noch in der Höhe. Außerdem lege ich einen Streifen Zellkautschuk zwischen Trafo und Deckel, dann wird doch wohl Ruhe sein. Alles wieder eingebaut und erwartungsvoll eingeschaltet. Ergebnis: Es brummt immer noch fürchterlich. Der Standard-Trafo hat offensichtlich ein so starkes Streufeld, dass der Blechdeckel wie eine Membran im Magnetfeld mit Netzfrequenz zappelt. Bei dem ersten Netzteil oben ist das überhaupt kein Problem. Alles wieder alles raus, Blechhaube weglassen und alles wieder rein:

Bild

Bild

Nun erkennt der Kenner auch von außen, wenn die Gerätehaube wieder draufsitzt, noch das neue Netzteil:

Bild

Immerhin, ohne den Blechdeckel über dem Netzteil ist Ruhe.

Als nächstes wird sich Olivers Player meinem im Hörtest stellen müssen.

Viele Grüße
Gert
Bild
Fortepianus
Aktiver Entwickler
 
Beiträge: 3529
Registriert: 17.12.2008, 12:41
Wohnort: Stuttgart

Beitragvon Salvador » 11.01.2018, 10:10

Hallo Gert,

könntest Du nicht etwas elektromagnetische Schirmfolie zwischen Trafo und den Bords einkleben/auflegen?
Die schwingt wenn dann nicht brummend und schirmt doch ab, wenn sie leitende Verbindung mit dem Gehäuse hat, leitet sie diese auch ab. Eine Audioplatine direkt über einem trafo einzubauen ist wahrscheinlich nicht so gut, oder?
Ansonsten immer wieder eine Freude, Deine saubere Arbeit so schön bebildert bestaunen zu können!

LG,
Andi
Bild
Salvador
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 1458
Registriert: 01.12.2012, 10:58
Wohnort: Region Hannover

Beitragvon Fortepianus » 11.01.2018, 14:08

Hallo Andi,

ja, eine Abschirmfolie könnte man dazwischenmachen, gute Idee. Ich habe aber erstmal ohne den Hörtest durchgeführt.

Ich trage Olivers G-Oppo2 in den Hörraum, wo mein G-Oppo2 wartet. Mann, sind die G-Oppos schwer, besonders der 2er bringt ein sattes Gewicht auf die Waage. Die beiden Player sind identisch aufgebaut bis auf das Netzteil, das in Olivers Gerät stammt von Clones Audio, das in meinem von Oppomod. Beide Hersteller sitzen in Hongkong und beide sind konventionell aufgebaut. Ich erwarte, dass das auf ein ziemlich anstrengendes Ohrenbrechen rauslaufen wird.

Gar nicht so einfach, zwei gleiche G-Oppos miteinander zu vergleichen: Wie will man sie getrennt steuern? Eine Fernbedienung bedient immer beide zugleich. Ich entscheide mich für zwei iPad mini und starte auf beiden die App für den 205. Da tauchen beide Player beim Start zur Auswahl auf, und ich wähle beim linken iPad den linken Player (meinen) und auf dem rechten iPad den rechten (Olivers). Mit der daneben wartenden Logitech Elite kann ich dann über die Umschaltanlage zwischen den beiden Analogpfaden wählen:

Bild

Ich vergleiche mit Stereo-flacs von der NAS (Surround kann ich nicht vergleichend umschalten mit meiner Anlage). Beide Player sind identsch XLR-verkabelt, und nach der Umschaltanlage geht es direkt in die beiden AGM 9.4:

Bild

Ich starte mit dem Kyrie aus der Misa Criola, unserem Forums-Dauerbrenner mit Mercedes Sosa. Ich staune. Die beiden Player klingen ganz grundsätzlich verschieden. Und ich will nicht verschweigen, dass mir meiner mit dem Oppomod-Netzteil erheblich besser gefällt. Aber dann merke ich, klar, meiner ist auch eindeutig lauter, trotz gleicher Lautstärke-Einstellung. Ich messe. Beide kriegen ein flac mit 1kHz-Sinus 0dBFS zu fressen und ich schalte die Umschaltanlage auf die ständig einsatzbereiten Messgeräte (das linke davon sieht man auf dem Bild ganz links außen). Stimmt, meiner liefert 580mV ab, Olivers 570mV. Das ist ein Unterschied von 0,15dB. Ok, denke ich, dann kriegt der Player mit dem Clones Audio eben einen Vorsprung, ich gehe dort eine Stufe höher und damit spielt er nun 0,35dB lauter als meiner. Ich vergleiche wieder. Das ändert überhaupt nichts am grundsätzlichen Unterschied, außer, dass jetzt der andere Spieler eben ein bisschen lauter ist. Ich nenne meinen mit Oppomod-Netzteil A und Olivers B:

A spielt viel lässiger aus dem Ärmel. Bei B schrumpft Mercedes Sosa um 10cm in der Größe. B klingt erheblich steriler, und der Chor ist so angestrengt. Vielleicht deshalb, weil er aus weniger Mitgliedern zu bestehen scheint. Ich bin ein bisschen schockiert.

Wechsel ich doch mal die Musik, Diana Krall darf Temptation singen. Der Bass zu Beginn ist bei beiden Playern schön knackig und das Schlagzeug super aufgelöst. Aber als Diana anfängt zu singen, wirkt ihre Stimme über A farbiger, ausgeschlafener und konturierter als bei B. Je länger ich zuhöre, desto größer scheint mir der Unterschied zwischen A und B zu werden. Ich wundere mich schon ziemlich. So groß war mir der Unterschied nicht vorgekommen, als ich meinen Player mit dem neuen Netzteil von Oppomod ausgerüstet hatte. Ok, ich hatte da auch keinen Direktvergleich. Aber ich habe den Verdacht, dass der Player mit dem Netzteil von Clones Audio schlechter spielt als mit dem Originalnetzteil.

Das werde ich rausfinden - ich baue jetzt Olivers Player wieder zurück auf den ursprünglichen Zustand und mache dann den Vergleich nochmal.

Echt schade, denn mechanisch macht das Clones Audio einen hervorragenden Eindruck.

Viele Grüße
Gert
Bild
Fortepianus
Aktiver Entwickler
 
Beiträge: 3529
Registriert: 17.12.2008, 12:41
Wohnort: Stuttgart

Beitragvon Fortepianus » 11.01.2018, 18:04

So liebe Freunde der gepflegten Stromversorgung,

jetzt ist die Kiste wieder rückgerüstet auf das originale Netzteil und auch schon wieder auf dem Postweg, damit Oliver am Wochenende nicht auf seinen geliebten G-Oppo2 verzichten muss. Ich habe ihn vorher aber nochmal gegen meinen G-Oppo2 im Hörtest antreten lassen. Und siehe da, der Unterschied zwischen den Playern war jetzt viel kleiner! Ok, meiner mit dem Oppomod-Netzteil macht noch eine etwas größere Bühne, die Klangfarben sind noch etwas natürlicher und er spielt noch ein bisschen lässiger. Aber da muss man schon genauer hinhören! So hatte ich den Unterschied zum originalen Netzteil auch in Erinnerung. Von dem Schrumpfeffekt, der beim Umschalten vom Oppomod auf das Clones Audio so erschreckend war, keine Spur mehr.

Ich vermute, dass das Clones Audio schlicht unterdimensioniert ist. Der Trafo kann nur 15VA. Das mag vielleicht gerade so reichen, ohne dass er abraucht, aber den Ringkerntrafo des Oppomod schätze ich auf 100VA. Den kratzt es wenig, wenn man von ihm 10 oder 20W will. Übrigens ist das Oppomod nicht nur besser, sondern auch deutlich billiger als das Clones Audio.

Die Klangsteigerung durch ein gutes Linearnetzteil ist also kein Riesenschritt, aber wenn man schon alles hat (z. B. einen G-Oppo2 mit Up1+2 auf allen Kanälen), dann ist das doch noch eine nette kleine Steigerung.

Vielleicht war dieser Schuss in den Ofen aber nicht ganz umsonst: Vielleicht hilft es dem einen oder anderen hier weiter, der mit einem Linearnetzteil für seinen Oppo 205 oder G-Oppo2 liebäugelt. Mein Fazit ist jedenfalls: Das Oppomod ist top, das Clones Audio ein Flop.

Viele Grüße
Gert
Bild
Fortepianus
Aktiver Entwickler
 
Beiträge: 3529
Registriert: 17.12.2008, 12:41
Wohnort: Stuttgart

Beitragvon Andi » 11.01.2018, 19:50

Moin Gert,

wie immer, ein ganz toll zu lesender Bericht. Es macht einfach immer wieder Spaß, wie Du es schaffst einen mitzunehmen, ganz herzlichen Dank dafür.

Ich vermute mal, da wird der ein oder andere, beim Auftrag des Mods auch gleich das NT mit ordern.

VG Andi
Bild
Andi
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 15
Registriert: 21.08.2016, 18:46

Beitragvon Fortepianus » 11.01.2018, 20:26

Hallo Andi,

Andi hat geschrieben:wie immer, ein ganz toll zu lesender Bericht. Es macht einfach immer wieder Spaß, wie Du es schaffst einen mitzunehmen, ganz herzlichen Dank dafür.

danke für die Blumen!

Andi hat geschrieben:Ich vermute mal, da wird der ein oder andere, beim Auftrag des Mods auch gleich das NT mit ordern.

Das sollte ich vielleicht versuchen, richtig zu stellen. Ich biete das Netzteil nicht an beim Umbau, wie erwähnt ist mir schon allein das Theater mit dem Zoll zu zeitraubend. Aber wenn jemand ein solches Netzteil sich besorgen möchte und mit dem Player mitschickt, kann ich das einbauen, wenn ich den Player eh umbaue. Ansonsten ist der Umbau kein großes Hexenwerk, es gibt eine Anleitung bei Oppomod, wie das geht. Man muss dazu nicht löten, nur schrauben und stecken. Wenn man den Umbau bei einem G-Oppo machen will, geht das beim Stereo Up1 und auch Up1+2 wie beim Originalgerät. Wenn das Surround Up1 oder 1+2 drauf ist, muss eben die G-Platine mit ein paar Schrauben und Steckverbindern auch noch runter wie im Beitrag oben gezeigt. Wenn man ein wenig handwerkliches Geschick hat, ist das gut zu machen.

Viele Grüße
Gert
Bild
Fortepianus
Aktiver Entwickler
 
Beiträge: 3529
Registriert: 17.12.2008, 12:41
Wohnort: Stuttgart

VorherigeNächste

Zurück zu G-Mods

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot], Yahoo [Bot] und 0 Gäste