Lohnt ein besseres Messmikro?

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Beitragvon Trinnov » 26.12.2016, 08:53

Es wäre interessant was "nahezu linear" beim Haun Mikro bedeutet.
Vielleicht kann Hans-Martin da noch ein paar Details nachliefern.

Bei meinem Earthworks M50 waren die nachfolgenden Werte als Korrekturdatei dabei.
Ich bin auch der Meinung wie Hans-Martin, dass man in solchen Fällen auch notfalls ohne Einpflegen des Korrektur-File in die Software messen könnte. Hier sind es maximal - 0,49dB über das komplette Spektrum.
Die Abweichungen bei einem UMIK-1 oder einem ECM8000 sind deutlich größer.
Ich will hier aber nicht noch mehr lange Listen hinterlassen.
Die Vernunftentscheidung wäre vielleicht ein M30. Das sollte auch sehr ordentlich sein.

Wer nur messen will, um mit der Info dann ein paar parametrische EQs zu setzen, sollte sich über das Mikro meiner Meinung nach nicht zu viel Sorgen, solange eine passende Korrektur-Datei vorhanden ist.
Anders ist es, wenn die Messung in Acourate verwendet werden soll. Da halte ich die Qualität des Mikros schon für wichtig. Natürlich braucht keiner 50 KHz Maximalfrequenz. Aber das Diaphragma schwingt bei einem M50 auch schneller ein, habe ich mir sagen lassen. Ist das nicht auch ausschlaggebend für Beurteilungen der Sprungantwort der gemessenen Audioanlage, welche wiederum Grundlage für Acourate & Co ist?
Hier sollten sich die Mikrofon-Spezialisten mal zu Worte melden. Ich sehe mich nicht als solcher.

viele Grüße,
Horst

M50:

765.4139, 0.05044959
818.201, 0.0219331
870.9882, -0.01333048
950.1689, -0.07589111
1002.956, -0.1173938
1082.137, -0.164895
1161.318, -0.18151
1240.498, -0.1758505
1319.679, -0.1678841
1425.253, -0.1799956
1530.828, -0.2292452
1636.402, -0.2897897
1768.37, -0.3149102
1873.944, -0.2929671
2032.306, -0.2808934
2164.274, -0.3080021
2322.635, -0.3502329
2480.997, -0.3396971
2665.752, -0.3190509
2850.507, -0.3538497
3061.655, -0.363994
3272.804, -0.34801
3510.346, -0.4124346
3774.282, -0.4352724
4038.218, -0.4527209
4328.547, -0.4683783
4645.27, -0.4864317
4961.993, -0.4784091
5331.503, -0.4606197
5701.014, -0.4543459
6123.311, -0.4453594
6572.002, -0.4274447
7020.693, -0.4154424
7548.564, -0.383213
8076.436, -0.3611288
8657.095, -0.3115933
9290.541, -0.2838807
9950.38, -0.2291625
10663.01, -0.1973758
11428.42, -0.1462915
12246.62, -0.07767458
13117.61, -0.05412694
14067.78, -0.02458242
15070.73, 0.001873222
16152.87, -0.06681409
17314.19, -0.181123
18554.69, -0.2755916
19900.76, -0.3844151
21326.01, -0.417762
22856.84, -0.4316681
24493.24, -0.4908564
26261.61, -0.3883087
28135.56, -0.1878224
30167.86, -0.05209767
32332.14, 0.05612006
34628.38, 0.08059877
37135.77, -0.06244892
39801.52, -0.2054636
42652.03, -0.05063552
45713.68, -0.02525646
48986.49, -0.1601353
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Beitragvon pschelbert » 26.12.2016, 14:19

Hallo

eigenartig nach unten ist 765Hz tiefste Frequnez, da kann was nicht sein. Ansonsten würde ich mal sagen sehr gut, ist ja weniger als +-0.5dB Abweichung.
Bei Acourate, ARTA etc kan man Kalibirierdatei einfach einbindne, daher warum nicht tun.

Was ich bei der Kalibireirung eben bemerkt hatte, war der SPL-Pegel um 7dB falsch. Ich will absolut Mesugn ehaben, wegen Empdindlichkeit und um auch Klirrmessung mit richtigem SPL zu machen.

Peter
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Beitragvon Trinnov » 26.12.2016, 22:17

pschelbert hat geschrieben:eigenartig nach unten ist 765Hz tiefste Frequnez, da kann was nicht sein.


Du täuschst dich. Das ist so bei Earthworks ganz normal.

Für die unteren Frequenzen verschickt Earthworks mit der Korrekturdatei zusätzlich folgenden Standard-Hinweis:

"EDITING THE ECF CURVE TO 10Hz & BELOW:
Using the magnitude value found at the lowest frequency value (approximately 790Hz) in your ECF, you can edit the ECF, by adding coordinate points (as needed) to the .TXT file for the frequency values you require, between ~790Hz & 10Hz. For example, if you copy and paste the 790Hz line of the .TXT file into the line preceding it and then change the frequency value to 10Hz, you will have a curve with < +/-0.25dB of error between 10Hz & 790Hz. To get accurate measurement to the -3dB roll-off point of the specific model (5Hz [M30], 4Hz [QTC40], 3Hz [M50] & 9Hz [M30BX]), enter the 790Hz value, less 3dB, at the specified low end frequency, for a near vanishing error."


Gruß,
Horst
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Beitragvon pschelbert » 26.12.2016, 22:20

Hallo Horst

ganz gut, wenn das so stimmt.
Dann ist es recht einfach.

Was sagt Earthworks über die Emfindlichkeit zur absoluten SPL Berechnung?

Peter
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Beitragvon Trinnov » 26.12.2016, 22:37

Beim Eartworks ist natürlich auch so ein "Measurement Microphone Calibration Chart" dabei.
Ein braunes, dickes Blatt mit Earthworks Stempel und Unterschrift des Prüfers.

Neben der Modellangabe und der Seriennummer wird unter dem Frequenzgang-Plot noch folgendes angegeben.

Sensitivity at 1 KHz: 28,00 mV/Pa
Ambient Temperature: 22,8 °C
Relative Humidity: 53 %

Somit sind auch absolute Pegelmessungen möglich.


Gruß,
Horst
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Beitragvon uli.brueggemann » 26.12.2016, 22:40

Für absolute Pegelmessungen muss dann aber auch die nachfolgende Kette sauber kalibriert sein.

Grüsse
Uli
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Beitragvon chriss0212 » 26.12.2016, 23:26

Jetzt stelle ich mir auch die Frage:
Was bringt mir in den heimischen 4 Wänden den eine absolute Pegelmessung??

Ich muss ja keine Normen erfüllen sondern möchte Musik genießen. Dafür reicht mir ja eine relative Messung.

Wichtig ist mir, dass F-Gang, Phase und Impuls möglichst sauber gemessen und kalibriert werden können und es am Ende nicht zerrt.

Grüße

Christian
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Beitragvon pschelbert » 26.12.2016, 23:58

Hallo Chris

ja genau. Der Klirr ist sehr Pegelabhängig. Da ist es wichtig dass bei Abhörlaustärke der Klirr noch klein bleibt.
Daher ist es gut den Pegel zu kenne für den der Klirr gemessen werden soll.

Das andere was mich interessiert ist Loudness. FG ist ja abhängig von Pegel, darum solltem man den Pegel besser kennen.

Für Livelautstärke: Für akustische Musik hat man so ein Gespür, aber eben das kann sehr täuschen, darum möchte ich es lieber wissen. Ich habe festgestellt, dass viel sehr leise hören, keineswegs so wie z.B. eine Trompete oder Gesang laut ist. Stellt man mal die Lautstärke so ein dass es wie Live ist, dann verzerren die meisten Lautsprecher ja schon ganz fürchterlich.

Peter
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Beitragvon Trinnov » 27.12.2016, 08:01

chriss0212 hat geschrieben:Jetzt stelle ich mir auch die Frage:
Was bringt mir in den heimischen 4 Wänden den eine absolute Pegelmessung??

Ich muss ja keine Normen erfüllen sondern möchte Musik genießen. Dafür reicht mir ja eine relative Messung.



Das ist absolut richtig. Ich hatte mit der Auflistung der "Sensitivity at 1KHz" ja auch nur die Frage von Peter beantwortet.
Erst wenn dieser Wert für das genutzte Mikro bekannt ist, ist nach sauberem Kalibrieren der kompletten Messkette eine Messung des absoluten Pegels möglich. Für unsere Anwendungen aber unsinnig.

Die Ausgangsfrage war ja, ob ein besseres Messmikro sich lohnt.
Ich sage, ja. Zumindest für Acourate Anwendungen.
USB-Mikros haben zudem das Problem eine eigene Clock zu besitzen aufgrund des eingebauten ADC.
Die diesbezüglichen Problematiken wurden an anderer Stelle schon besprochen.

Viele Grüße,
Horst
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Beitragvon chriss0212 » 27.12.2016, 08:52

Hallo Horst

Danke für die Aufklärung... geschnallt ;)

Weiß jemand wo man sich ein hochwertiges Mikrofon (bei dem man sich auch darauf verlassen kann, dass es in seinen Werten auch stimmt) leihen kann?

Ich überlege ja mir ein besseres Mikrofon zu kaufen, aber würde gerne einmal eine Vergleichsfaltung unter gleichen Voraussetzungen zwischen dem Behringer und einem "guten" Mikrofon machen.

Ich kenne zwar aus dem veranstaltungs Bereich viele Ton Verleiher, aber ich glaube nicht, dass die ihre Mikrofone auch regelmäßig zur Kalibrierung schicken. Evtl. tue ich Ihnen aber Unrecht... deswegen hake ich auch dort mal nach ;)

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon chriss0212 » 27.12.2016, 09:00

Hallo Peter

Für Livelautstärke: Für akustische Musik hat man so ein Gespür, aber eben das kann sehr täuschen, darum möchte ich es lieber wissen. Ich habe festgestellt, dass viel sehr leise hören, keineswegs so wie z.B. eine Trompete oder Gesang laut ist. Stellt man mal die Lautstärke so ein dass es wie Live ist, dann verzerren die meisten Lautsprecher ja schon ganz fürchterlich.


Das zeigt wie unterschiedlich wir sind und an die Sache herangehen. Ich käme niemals auf die Idee nachzumessen, ob ich Musik in Original Lautstärke höre. Ich höre so laut, wie es mir gefällt.

und wenn es anfängt zu zerren, weiß ich auch, dass ich meinen Lautsprechern nichts gutes tue und mache leiser (ist mir in meiner jetzigen Konstellation jedoch nicht nicht passiert).

Grüße

Christian
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Beitragvon pschelbert » 27.12.2016, 10:58

Trinnov hat geschrieben:Sensitivity at 1 KHz: 28,00 mV/Pa
Ambient Temperature: 22,8 °C
Relative Humidity: 53 %

Somit sind auch absolute Pegelmessungen möglich.

Gruß,
Horst


Sehr gut

ja damit lässt sich nun alles messen was vernünftig ist.

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Beitragvon pschelbert » 27.12.2016, 11:17

chriss0212 hat geschrieben:Hallo Horst
Weiß jemand wo man sich ein hochwertiges Mikrofon ... leihen kann?

Viele Grüße

Christian


Hallo Christian

ein Messmikrophon, kalibiriertes wollte mir auch niemand leihen. Die Dinger werden wie Schätze gehütet.
Aber ich konnte bei einem Messlabor vorbei, das einige regelmässig kalibrierte Miks hat.
Die haben auch einen BK Kalibrator, der amtlich geprüft wird mindestens alle 2 Jahre.

Meine Behringer ECM8000 habe ich bei Hifishop kalibrieren lassen, relative Kalibirierung ist recht gut.
Absolute Kalibrierung wie gesagt hat nicht gestimmt, warum auch immer.
Mit dem BK Kalibrator habe ich dann nachgeprüft und insbesondere den absoluten Pegel (Sensitivity) kalibiriert.

Veranstalter leihen schon, haben aber nichts derart Hochwertiges gehabt, haben zwar Kondensator Miks zum Aufnehmen, aber nie präzise Messmiks. Regelmässig kalibirierte schon gar nicht, solange es tönt ist gut...

Lohnt ein gutes Messmikro:
-Ja, muss kalibiert sein
-Darf kein USB-Mikro sein

Da das Mikro ja als Referenz für Korrekturen (acourate z.B. ) verwendet wird, wird ein Unsinn korrigiert wenn das Mikro nicht in einer engen Toleranz drin ist und die Korrektur ist somit unbrauchbar.

In dieser Anwendung ist die die Kalibrierung der absoluten Empfindlichkeit allerdings kein Problem.

Peter
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Beitragvon pschelbert » 27.12.2016, 11:26

chriss0212 hat geschrieben:Hallo Peter

Das zeigt wie unterschiedlich wir sind und an die Sache herangehen. Ich käme niemals auf die Idee nachzumessen, ob ich Musik in Original Lautstärke höre. Ich höre so laut, wie es mir gefällt.

Grüße

Christian


Ich will ab un dzu mal wissen um Lautsprecher zu vergleichen wie laut es wirklich ist und ob die Lautsprecher vernünftigen Pegel fahren können.
Datenblätter sind ja da sehr dünn.

Beispielsweise:
Audiostatic hatte ich mal, schon bei relativ leisen Pegeln schaltet das Ding ab, nur wieviel der Pegel war konnte ich damals nicht messen.
Quad57, dasselbe
QuadESL63 etwas besser
Apogee Duetta, 78dB/1m/1W: geht zwar, aber der Amp muss 500w-1000W liefern können und es beginnt zu verzerren.

Es ist ja so dass 3dB lauter gerade so wahrgenommen werden, tönt leicht lauter, nichts dramatisches. Elektrisch geht da aber was ab, die Leistung verdoppelt sich. Schraubst Du nun die Lautstärke mal doppelt so hoch, sind es 10dB. Gehörmässig nicht wahnsinnig. Elektrisch und akustisch aber schon (Verzerrungen gehen sehr schnell rasant hoch).

Peter
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Beitragvon chriss0212 » 27.12.2016, 12:04

Hallo Peter

Meine Behringer ECM8000 habe ich bei Hifishop kalibrieren lassen, relative Kalibirierung ist recht gut.
Absolute Kalibrierung wie gesagt hat nicht gestimmt, warum auch immer.


Also die gemessene FG- Linearität stimmt, nur der Absolute Pegel nicht richtig?

Wenn dem so ist, darf man ja evtl. den F- Gang schrieben von Haun nicht trauen. Sie geben ja eine recht gute Linearität an (+1,-0) , aber Hifi Selbstbau hat Abweichungen im Bereich von fast 5 dB gemessen.

Hat schon einmal jemand ein Haun Mikrofon kalibrieren lassen?

Grüße

Christian
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