F-Weichenentwicklung bei getrennten Meß- und Faltrechner

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

F-Weichenentwicklung bei getrennten Meß- und Faltrechner

Beitragvon johnny99 » 08.11.2016, 21:14

Hallo liebe Acourate'ler,

ich bin neu im Forum, noch relative Acourate-Newbie und habe daher noch so einiges an Fragen über grundsätzliche Vorgehensweisen und best practices mit Acourate.

Mein Ziel:
Ich möchte für meine 3-Wege-Box das ganze Acourate-Spektrum einsetzen. D.h. Frequenzweiche, linearisierte und zeitoptimierte Chassis, Raunkorrektur und FLOW.

Meine Basis:
- ein Deskop-PC mit AcourateConvolver und 8-Kanal-Soundkarte als Faltrechner
- ein Laptop mit Acourate und 2-Kanal-Karte als Meßrechner

Ich habe lange im Forum gesucht, im Acourate-Wiki und im Bucn von Mitch Barnett. Aber keine Antowrten zu folgende Fragen gefunden:

1. Raumkorrektur bei obiger Konstellation
Ich habe die Chassis einzeln gemessen und lienarisiert. Ich habe nun 6 XO-Dateien. Wie wende ich die Raumkorrektur-Makros darauf an? Der Logweep-Recorder läuft auf dem Messrechner, da gehen nur 2-Kanäle raus. Wenn ich die XO-Dateien in das AC-Format konvertiere und dort vom AC ablaufen lasse, weiß der LSR nix von den einzelnen Dateien. Wie bringe ich die Weichenzweige und die Gesamtmessung zusammen? Einfach convolven? Oder muss ich die Messung mit dem Stadn-alone LSR am Desktop durchführen aber wie get's dann weiter?

2. Lautstärkenabgleich Chassis
Wo ist die Beste Stelle wo man den unterschiedlichen Wirkungsgrad der LS-Chassis abgleicht (und wann im "Prozess")?

3. Ausgleich unterschiedlicher Verstärkungsfaktor der Endstufen
Ich benutze 2 verschiedene Typen Endstufen mit unterschiedlichem Verstärkungsfaktor. Die gleich Frage wie bei den Chassis: Wo ist die beste Stelle das auszugleichen und wann im Gesamtvorgehen.

4. Mikro-Ausrichtung
Ich habe ein auf 90 und 0 Grad kalibriertes Meßmikro. Welch Ausrichtung schlagt ihr bei der Hörplatzmessung vor.

Das mal zum Einstieg. ich habe schon viel darüber gegrübelt um alles richtig zu machen und deswegen schon einen Knoten im Hirn, der mich das offensichtlich evtl. übersehen lässt.

Kann mir jemand die Gedanken sortieren?

Vielen DAnk im voraus, Christian
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Beitragvon Hornguru » 09.11.2016, 18:46

Moin Christian

Zu 1.
Hardware:
Du musst die Filter für jeden einzelnen Treiber in den Convolver laden. Dann den Ausgang des Messrechners an den Eingang des Convolvers hängen.
Technisch noch besser wirds wenn du die 8 Kanal Soundkarte gleich zum Messen benutzt.
In letzterem Falle wurde das in dem Buch angegeben. Man muss die einzelnen Wege als MultiWay WAV abspeichern. Dann gibt der LSR nach Reihenfolger der XO Nummerierung auf allen Kanälen der Soundkarte separate Signale aus, zum Treiber passend.
Software:
Ich nehme mal an du hast die linearisierung mit den XO Dateien schon gefaltet und wieder zurecht gekürzt?
Das ist Voraussetzung.
Nachdem die Raumkorrektur fertig ist machst du das gleiche quasi mit den Filtern.
Nur dass du hier jede einzelne der Drei Wege mit der gleichen Raumkorrektur faltest.
Zb Tieftöner Links: Linearisierung * XO * RaumkorrLinks... und dann wieder schneiden, logisch.
Ist ein wenig mehr Arbeit als 1 Weg Makro :)

2. so weit wie möglich am Ende der Kette und analog.
Wenn du Potis an den Endstufen hast, mach das dort relativ grob auf 1-2dB Toleranz. Anschließend die Potis mit Klebeband fixieren (kein Witz) und nochmal im Filter das letzte Quäntchen auf 0.1 genau (mit starker Glättung findet man die horizontale am besten)

3. siehe 2 :) habe die gleiche Konstellation. Schau dass die Potis fixiert sind! Bombensicher. Kommt jemand dagegen ist deine ganze Arbeit für die Tonne! Und da das fixieren durch bloßes berühren schon ändert, erst kleben, dann finetuning.
Das gibt den besten Rauschabstand und Dynamik.

4. darüber kann man sich streiten. Was wir hier auch tun :)
0 Grad hat den Vorteil dass der Hochton >5kHz lauter aufgenommen wird, das gezacke in der Rohmessung wird weniger, es wird genauer. Auch werden Reflektionen geringer gewertet. Leider strahlen die Lautsprecher auf 30° das Mikro an, die Kalibrierung passt nicht.
Auf 90° fällt das Weg.
Nachdem ich beides miteinander Verglichen habe muss ich sagen dass 0° stark im Vorteil liegt.
Im stark bedämpften Raum mit großen Hornlautsprechern und lautem Sweep sieht das wieder umgekehrt aus.

Gruß
Josh
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Beitragvon johnny99 » 10.11.2016, 09:38

Hallo Josh,

erst mal vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich erwidere jetzt kurz "unsystematisch".

Zu 4:
Mir wurde in der Vergangenheit "beigebracht", dass man für Raum- bzw. Hörplatz-Messungen besser mit 90Grad agiert. Habe aber festgestellt, dass überall wo ein Acouratler misst, die 0Grad angewendet wurden. Da es ja um die erste Wellenfront geht, ist 0Grad wahrscheinlich vernünftiger.

Zu 2 & 3:
Ich habe Endstufen ohne Poti. Deshalb werde ich die Lautstärken-Differenzen in brutefir bzw. Acouracte-Concolver einstellen.

zu 1:
Ich habe nochmal im Buch gelesen. Bin da nicht schlauer geworden, aber deine Antwort und eine Mail von Uli Brüggemann (dass alles ganz einfach wäre) hat mich nochmal nachdenken lassen. Ich bin auf folgende
Gedanken gekommen:
  • man muss sich mal anschauen was auf einem Rechner passiert: Die (linearisierte) Weiche wird dem LSR "mitgegeben". Die Raummessung wird durchgeführt. Es entsteht eine Impulsantwort. Diese ist Basis der Makros. Bei der Durchführung der Makros "erkennt" Acourate, wenn XO-Dateinen in aktuellen Arbeitsbereic liegen. Und "arbeitet die Raum-Korrektur entsprechend in die Weichenfilter ein. Soweit so einfach
  • Wenn ich jetzt so vorgehe, dass diese Situation hergestellt wird, sollte das so einfach bleiben
  • Es gilt zunächst das Problem zu lösen, wie ich die Weichenfilter zur Anmwendung bringe. Da gibt es 2 Möglichkeiten: LSR (Standalone) oder einen Convolver (brutefir bei Linux / AC bei Windows)
  • Messung mit Weichenfilter durchführen. Das Ergebnis ist die gleichen Impulsantwort wie "EIn-Computer"-Fall. Wenn die Weichenfilter im Arbeitsbereich sind - einfach weitermachen wie oben
  • Einzige Schwierigkeit beim "Standalone"-LSR: Man kann nur auf eine Filterdatei verweisen. Ich brauche aber 2: Weichenfilter, Mikro-Korrektur.
  • Das Thema wird vermieden, wenn man nicht den Satndalone-LSR für die Messung nutzt
  • Wenn doch, steh ich jetzt auf'm Schlauch. Kann man da den Pre-Filter-Schritt (MAcro 0) nutzen?

Ich bitte um Korrektur, wenn ich was falsch sehe und einen Hinweis zum letzten Listenpunkt. Und gerne noch Input zu den anderen Fragen.

Gruß, Christian
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Beitragvon Hornguru » 10.11.2016, 11:31

Hi Christian

4. wellenfront bleibt wellenfront, der Lautsprecher kommt ja immer noch vor der Reflektion an. Das Hirn hört ja auch beim Kopf drehen den LS aus der gleichen Richtung. Die Gewichtung Reflektion zu LS verschiebt sich nur um <6dB. Nach dem was wir hier festgestellt haben sind die 30-0° Fehler <1 (oder sogar 0.1dB).

2&3 hat sich ja dann erledigt :) ist ja gleich wo du das einstellst. Ich persönlich halte die Filter gerne neutral und stelle im Convolver die Pegel ein. Ist flexibler, technisch gleichwertig.

1. es wird komplex :)
Habe vergessen dass das Makro die XO erkennt. Dann ists ja einfach.

LSR und Convolver Messung sind gleich wenn du digital verbindest. Analog hast du dann noch eventuell ein klein wenig DaAd Fehler drin. Größenordnung bei guten Wandlern ähnlich MikroKalibrierungsfehler, siehe oben :D

Makro 0 so wie ich das verstanden habe .... nein eigentlich hab ichs vergessen... faltet die messung entweder mit einem Filter oder rechnet diesen aus der Messung raus!? Jedenfalls kannst du den hier nicht verwenden!

Also eigentlich hat Uli recht. Solange die XO mit verrechneter linearisierung im Ordner liegt, werden diese erkannt, das Macro nimmt einem alle Arbeit ab, easy!

Das Problem Kalibrierung und Filter gibt es nicht. Dafür gibt es ja im LSR zwei verschiedene Felder.
Das obere bekommt die Mikro Kalibrierung, nach der Messung werden die MirkoFehler rausgerechnet.
Das untere Feld bekommt dann die MultiWay WAV wenn du standalone mit LSR misst.
Wenn du über den Convolver misst, entfällt dass natürlich, dann bleibts dort leer. Nur Mikro benötigt.

Gruß
Josh
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Beitragvon johnny99 » 10.11.2016, 13:13

Hallo Josh,

bei einem muss ich dir wiedersprechen. Das Problem im LSR mit den 2 Filterdateien existiert. Deswegen habe ich immer vom "Stand-Alone-LSR" gesprochen, also dem der nicht in Acourate integriert ist. Der unterscheidet sich nämlich vom integrierten in genau diesem Punkt: Man kann nur ein Filterfile angeben.
Und nachdem ich Acourate nur für den Laptop lizenziert habe muss ich die Kalibrierung irgendwie ins Spiel bringen. Außer ich geh gleich auf die Convolver-Messung mit 2 Geräten.

Gruß, Christian
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Beitragvon Hornguru » 10.11.2016, 15:34

Ahhh ich sehs. Ja mit dem kannst du nur eine faltung nach der messung machen.
Die faltung des Messsignals selbst auf mehreren Ausgängen geht nicht.
Dann musst du über den Convolver.
Ist aber auch nicht schlecht.
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