Treiberlinearisierung ohne active XO?

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Treiberlinearisierung ohne active XO?

Beitragvon Sigi M. » 01.02.2017, 15:35

Hallo zusammen,
dieses ist die erste Frage, die ich hier im Forum poste.
Momentan befasse ich mich mit active XO (Mitch Barnett Kindl Buch "Accurate Sound reproduction" hilft!)

Beim Thema Treiberlinearisierung kam mir folgender Gedanke:
Problem: Mein BMS 4590 Horn hat bei 3 kHz einen "ausgeprägten" Schalldruckpegel, der doch stört.

Macht es Sinn VOR der eigentlichen Raumkorrektur (Makro 1-4) eine "Treiberlinearisierung" über den gesamten Frequenzbereich durchzuführen? Denn Acourate korrigiert den Schalleindruck aus meiner Sicht nicht ausreichend (der Buckel ist aber auch sehr ausgeprägt + elektrische Resonanz bei 3,3 kHz)

...und wie würde man das bewerkstelligen, müsste man eine Weiche mit einem Zweig (10 Hz-24 kHz) mit der erstellten Linearisierung falten, oder lässt sich das für die Raumkorrektur (Makr..) mit einbeziehen?

Danke für Eure Stellungnahme im Voraus !

Sigi M.
Bild
Sigi M.
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 72
Registriert: 30.01.2017, 17:54
Wohnort: 69469 Weinheim

Beitragvon pschelbert » 02.02.2017, 09:57

Hallo Sigi

ich würde den Treiber zuerst linearisieren. Messung im schalltoten Raum, praktisch im Raum mit Zeitfesnter filtern oder draussen messen.

Dann ein Filter um den Treiver zu lienarisieren.
Danach Raum EQ.

Peter
Bild
pschelbert
inaktiv
 
Beiträge: 1148
Registriert: 25.08.2015, 12:44

Beitragvon uli.brueggemann » 02.02.2017, 10:07

Bei NT-XOs schaue ich mir die Breite des Durchlassbereichs an und mache dann einen passenden Sweep ohne XO von unterer Frequenz zu oberer Frequenz. Messung im Nahbereich, möglichst ohne Raumeinfluss.
Dann rechne ich die Minimalphase mit passenden Werten für below und above und fenstere das Ergebnis mit FDW. Anschliessend Amplitudeninvertierung und Falten mit der zugehörigen Weiche. Schlussendlich Normalisierung auf 0 dB.

Bei Bass mache ich nie eine Linearisierung. Hat keinen Zweck, der Raum spielt immer zu start mit rein und das ergebnis hängt zu stark von der Messposition ab.

Grüsse
Uli
Bild
uli.brueggemann
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 3220
Registriert: 23.03.2009, 15:58
Wohnort: 33442

Beitragvon Sigi M. » 02.02.2017, 10:31

Hallo Uli und Peter,
verstehe, Treiberlinearisierung einzeln und dann Raumkorrektur.

Bin gerade dabei mir selber eine Anleitung (Extrakt) "HowTo-Treiberlinearisierung" aus dem Buch von Mitch zu erstellen, weil ich so am Besten in die Materie einsteige, wenn gewünscht, kann ich die gerne zur Verfügung stellen. Habe 50 Kindl Seiten auf 5 Din A4 Seiten eingedampft, man muss aber Acourate schon mal bedient haben, um damit zurecht zu kommen.

Meine Frage ging eigentlich aber eher in die Richtung: Wenn ich ein System mit passiver Weiche habe, und die gängige Raumkorrektur mit Makro 1-4 mir als Korrektur nicht reicht, (15/11 höher wirds gepresst) wie kann ich den Effekt der Korrektur verstärken? (3 kHz Buckel) Habe mal irgendwo gelesen, dass jemand mehrfach hintereinander die Raumkorrektur durchgeführt und das neue Ergebnis mit der vorherigen Korrektur gefaltet hat, ist das eine Option? .. und wie funktioniert das?

Viele Grüsse

Sigi
Bild
Sigi M.
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 72
Registriert: 30.01.2017, 17:54
Wohnort: 69469 Weinheim

Beitragvon uli.brueggemann » 02.02.2017, 10:48

Sigi M. hat geschrieben:Meine Frage ging eigentlich aber eher in die Richtung: Wenn ich ein System mit passiver Weiche habe, und die gängige Raumkorrektur mit Makro 1-4 mir als Korrektur nicht reicht, (15/11 höher wirds gepresst) wie kann ich den Effekt der Korrektur verstärken? (3 kHz Buckel) Habe mal irgendwo gelesen, dass jemand mehrfach hintereinander die Raumkorrektur durchgeführt und das neue Ergebnis mit der vorherigen Korrektur gefaltet hat, ist das eine Option? .. und wie funktioniert das?

Mehrfachkorrektur:
1. erstelle eine Korrektur und benenne die Filter Cor1L/R um in XO1L/R
2. erzeuge eine multiway wav aus der XO1
3. messe mit der multiway im Logsweeprecorder und berechne eine neue Korrektur
4. wiederhole ab 1.

Verstärkung Effekt der Korrektur:
erstelle mit PeakNDip im Zielkurvendesign ein zusätzliches Dip bei 3 kHz, variiere dabei Frequenz, Gain und Güte Q je nach Bedarf

Grüsse
Uli
Bild
uli.brueggemann
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 3220
Registriert: 23.03.2009, 15:58
Wohnort: 33442

Beitragvon Sigi M. » 02.02.2017, 17:20

Hi Uli,
genau das hab ich gesucht :-) (wie die wav zu erzeugen ist)
... mir ist nur nicht genau klar, wie das funktioniert, ich möchte Dich gerne bitten noch etwas ausschweifender zu werden?!

Meine Vorstellung davon
Entweder messe ich mit Logsweep die "Fehler" mit höherer Priorität (durch die eingebaute XO), um eine "bessere" Korrektur zu erhalten, (dann habe ich die Cor Dateien nicht kapiert)
oder
ich muss die gemessenen Fehler mehrfach in die Korrekturkurve falten, so wäre mein Gedanke (oder meinst Du das mit Punkt 3?)
Verstehe Punkt 3 berechne eine neue Korrektur als Makro 1-4, oder doch falten? stehe doch auf dem Schlauch merke ich gerade.

Peak n Dip kenne ich, habe ich keine für mich zufriedenstellende Ergebnisse schaffen können

Viele Grüsse und Dankle füür Deine Mühe

Sigi
Bild
Sigi M.
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 72
Registriert: 30.01.2017, 17:54
Wohnort: 69469 Weinheim

Beitragvon uli.brueggemann » 02.02.2017, 17:45

Mit der multiway wav wird die Logsweepmessung inkl. Filter durchgeführt. Die Umbenennung der Cor in XO und Erzeugung der multiway daraus führt dazu, dass in der nächsten Makro1-4 Runde die XO mit einberechnet werden. Das ergibt dann eine iterative Korrektur unter Berücksichtigung der vorhergehenden Korrektur.

Grüsse
Uli
Bild
uli.brueggemann
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 3220
Registriert: 23.03.2009, 15:58
Wohnort: 33442

Beitragvon Sigi M. » 02.02.2017, 20:57

prima, kapiert :D :D
Danke Dir!
Bild
Sigi M.
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 72
Registriert: 30.01.2017, 17:54
Wohnort: 69469 Weinheim


Zurück zu Acourate

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: nad911 und 6 Gäste