Freifeldmessung mit Acourate

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Freifeldmessung mit Acourate

Beitragvon powerohr » 03.06.2017, 11:08

Hallo,
ich würde gerne meine DIY Lautsprecher im Freifeld messen.
Ich hätte den LS auf einem Ständer in den Garten gestellt und aus 2 m gemessen.
Welche Werte nimmt man da für die Fensterung? Kann man die Bodenreflextion herausrechnen?

Ziel ist es Messungen der Einzelchassis im Gehäuse zu haben, um damit dann eine 3 Wege Weiche zu korrigieren.
Einen Ausflug zu einem RA-Raum, wollte ich mir eigentlich bei den schweren Lautsprechern möglichst sparen.

2.
Wenn ich nun eine 3-Wege Weiche erzeuge und diese dann mit den Chassismessungen (normalisiert) korrigiere, wie berücksichtigt man die unterschiedliche Lautstärke der Chassis, die bei mir an unterschiedlich starken Endstufen laufen. Die Weiche weiß ja erstmal nicht, dass der HT zB an 50 Watt und der TT an 250 Watt hängt. Stellt man die Lautstärke vorab mit einem db-Meter über die Vorstufe vor ein und misst dann am Hörplatz durch?
Danke
Viele Grüße
PE
Bild
powerohr
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 116
Registriert: 14.06.2010, 18:20
Wohnort: Leichlingen im Bergischen Land

Beitragvon wgh52 » 03.06.2017, 12:04

Hallo Torben,

die Acourate Bedienungsanleitung zum Umgang mit der Bodenreflektion überlasse ich lieber den Fachleuten, aber ich arbeite ja auch mit aktiven DSP Weichen. Will man die Bodenreflektion im Freien möglichst bei tiefen Frequenzen halten, bietet sich Messen mit Box auf möglichst (aber noch praktikabel) hohem Podest an.

Wenn man die Chassis mißt, achte ich :wink: darauf, diese (genau!) mit den Endstufen zu betreiben, mit der sie auch später laufen werden und dcas mit jeweils penibel gleich eingesteltem Endstufeneingangspegel. Auf diese Weise sind die Chassiswirkungsgrade und der ggf. unterschiedliche Verstärkungsfaktor der Endstufen in den Messungen enthalten (weil der Rest der Messkatte ja gleich bleibt und nicht verstellt wird). Die Ergebnisse fließen dann wie sie kommen in die Weichen-, Entzerrungs und Pegelberechnungen ein. Man könnte alternativ vielleicht die Chassispegel analog per Potentiometer an den Endstufen angleichen, aber das ist halt nur mehr Arbeit, die ich :wink: mir nicht mache (es sei denn die Pegelunterschiede sind > ca. 10 dB).

Um erstmal das Chassisverhalten zu analysieren und die Übergangsfrequenzen zu definieren bietet es sich schon an, die Ergebnisse mal normalisiert anzusehen, aber ich hab das bisher nicht machen müssen, weil die Pegelunterschiede nicht so groß waren. Zusätzlich würde ich noch raten, die Chassis auch unter Winkeln zu messen um deren Richtverhalten zu ergründen und diese Erkenntnisse in die Übergangsfrequenzwahl einfließen zu lassen, denn ein ausgeglichenes Pegelverhalten unter Winkel kommt (bekanntlich) der Wiedergabequalität im Raum (Reflektionen) zugute.

Last, not least: Das Klirrverhalten der Chassis über Pegel und Frequenz beachten, damit keine Überlastung (z.B. durch zu niedrige Übergangsfrequenz) zu riskieren. Hier kann hilfsweise mit Herstellerdaten über den empfohlenen Arbeitsbereich gearbeitet werden.

Hat man das alles, kann's mit Weichen- und Entzerrungsrechnungen weitergehen. Soweit meine "2 cents worth".

Grüße,
Winfried

4107
Bild
wgh52
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 4218
Registriert: 25.01.2008, 15:17
Wohnort: Schweitenkirchen

Beitragvon powerohr » 03.06.2017, 14:37

Danke Winfried. Ich werde die Tipps beherzigen.
Ich habe beim Googlen die Anleitung von Arta gefunden. Das Thema Freifeldmessung scheint nicht so einfach zu sein, wenn es was werden soll.
Ob ich jetzt den gangen Kram in den Garten oder gleich ins Auto schleppe, ist dann auch egal.
Da ich den RAR von Visaton ausnahmsweise nutzen darf, messe ich dort. Ich wohne ja zum Glück in der Nähe.
Bild
powerohr
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 116
Registriert: 14.06.2010, 18:20
Wohnort: Leichlingen im Bergischen Land

Beitragvon uli.brueggemann » 03.06.2017, 14:44

Zur Frage 2:
ich messe schlichtweg das Gesamtsystem mit allen Chassis und aktiven Weichen.
Dann Room Macro 1 rechnen lassen.
Es zeigt sich dabei dann schnell, ob die Chassis in einzelnen Bereichen Lautstärkeunterschiede aufweisen. Die man dann schön auswerten kann = Antwort, um wieviel dB man ein lautes Chassis denn abschwächen müsste.
Anschliessend kann man sich überlegen, ob man das digital macht (aber auch gleichbedeutend mit digitalen Genauigkeitsverlusten, wenn zumeist auch gering) oder analog durch Anpassung der Verstärkung der Endstufe.
Eine neue Messung hilft schnell beim Verifizieren.

Grüsse
Uli
Bild
uli.brueggemann
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 3158
Registriert: 23.03.2009, 15:58
Wohnort: 33442

Beitragvon Hornguru » 03.06.2017, 21:35

sehr knifflige Themen :)

Punkt zwei lässt mich momentan noch grübeln da meine Treiber alle sehr unterschiedlichen Wirkungsgrad haben.
Die Endstufe für jeden Kanal ein Drehpoti am Eingang (Para 806).

Analog klingt auf den ersten Blick verlockend. Da digital ja Auflösungsverlust. Bei mir schon 1-2 Bit.

Aber... so ein Drehpoti wird in Richtung Mitte ja Hochohmig. Dann handelt man sich doch alle möglichen Probleme ein wie Klangeinfluss vom Kabel, Impedanzanpassung Vorstufe, lineare Verzerrungen an den untersten und höchsten Oktaven...

Das zweite Problem, stell die mal links und rechts so genau aufs Zehntel dB gleich auf 11 oder 2 Uhr :D
Man könnte das grob auf 1dB einpendeln und dann digital den Rest. Aber was wenn man dagegen kommt? Ich beim Stecker ziehen, die Dame beim Staub wischen, oder der Presslufthammer draußen bringt das Gebäude wieder zum Wackeln? Geht die schöne Abstimmung wieder flöten.

Alle auf Anschlag hoch und digital ist da schon stabiler und genauer. Was meint ihr?

Gruß
Josh
Bild
Hornguru
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 743
Registriert: 08.02.2016, 13:13
Wohnort: Trier

Beitragvon wgh52 » 03.06.2017, 23:38

Hallo Josh,

Hornguru hat geschrieben:...Man könnte das grob auf 1dB einpendeln und dann digital den Rest ... Alle auf Anschlag hoch und digital ist da schon stabiler und genauer...
Die unbeabsichtigte Verstellproblematik an Potis kann man (meist) auf eine der folgenden zwei Weisen lösen:

- Poti in gewünschte Position drehen und die Achse oder den Drehknopf mit einem Lackpunkt fixieren
- Poti in gewünschte Position drehen, die Teilwiderstände ausmessen und das Poti (geräteintern) durch den festen Spannungsteiler ersetzen.

my 2 cents worth

Grüße,
Winfried

4110
Bild
wgh52
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 4218
Registriert: 25.01.2008, 15:17
Wohnort: Schweitenkirchen

Beitragvon Hornguru » 04.06.2017, 11:23

Hm gute Idee!
Was für ein kleber am besten? Einer der sich rückstandsfrei entfernen lässt durch abziehen.
Bei meinem Amp sind die Poti leider sehr weit auf dem Gewinde vom Chassis entfernt. Wird ein fetter Klumpen :)
Silikon ist zu weich. Heißkleber könnte schwer zu entfernen sein(?).

Gruß
Josh

PS: wenn sich nur alle die Arbeit machen würden wie Fostex Lab Amps. Der hatte ein Rasterpoti mit dB Skalierung und Spannungsteilern. Irrsinnig aufwendig. :roll:
Bild
Hornguru
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 743
Registriert: 08.02.2016, 13:13
Wohnort: Trier

Beitragvon wgh52 » 04.06.2017, 14:52

Hallo Josh,

Hornguru hat geschrieben:...Was für ein kleber am besten? Einer der sich rückstandsfrei entfernen lässt durch abziehen..:
Ich hab das mal erfolgreich mit Nagellack gemacht, und zwar habe ich die Potiachse durch den Lackpunkt mit dem Potigehäuse verbunden. ...ein Foto:

Bild

Mir kam aber gerade noch die Idee, dass einfaches UHU eventuell auch fest genug kleben könnte und gut entfernbar ist. Mit Heißkleber hätte ich auch etwas Bauchschmerzen. Es kommt halt darauf an was die Klebestellen "annehmen".

Grüße,
Winfried

4113
Bild
wgh52
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 4218
Registriert: 25.01.2008, 15:17
Wohnort: Schweitenkirchen

Beitragvon Udor » 05.06.2017, 19:59

Hallo Torben,

vor der Korrektur mit Acourate die Pegel der einzelnen Chassis mit Arta im FR1 Modus einstellen.
Erste Seite als Overlay speichern dann die andere Seite möglichst genau angleichen.
Dazu stelle ich beide Boxen direkt nebeneinander und das Mikro mittig davor in ca 1m Abstand.
Microhöhe mittig zwischen MT und HT. Dann haben Beide LS gleiche Bedingungen.
Den Rest erledigt dann Acourate.

Bei meiner BM12 hab ich nach zwei Jahren "spielzeit" mal wieder nachgemessen.
Ergebnis > hätte ich mir auch sparen können...und das ganz ohne Nagellack...

Gruß Udo...
Bild
Udor
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 360
Registriert: 01.09.2010, 23:17

Beitragvon Sigi M. » 11.06.2017, 10:45

Hallo Josh
meiner Meinung nach beeinträchtigen die Potis (verzichtbarerweise) das Signal.
Wenn die Endstufen keine aktive Lautstärkeregelung haben, oder auch nur einen Drehregler für die EIngangsempfindlichkeit, würde ich (auch bei sym Auslegung) das hier für empfehlenswert halten:
http://www.2pi-online.de/html/preampi_front_end.html
wäre eine einsetzbare Lösung!
Damit werden aufgrund des äusserst geringen Eingangswiderstandes sogar Cinchkabel besser (die ich allerdings grundsätzlich nach Möglichkeit vermeide)
Wenn Du sowieso Cinch fährst, würde ich Potis erst Recht nicht akzeptieren! Aber ist nur meine Meinung :wink:
www.2pi-online.de/Was_ist_Masse_1.pdf
Viele Grüsse
Sigi
Bild
Sigi M.
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 65
Registriert: 30.01.2017, 17:54
Wohnort: 69469 Weinheim

Beitragvon Kawumm » 11.06.2017, 14:46

Hallo Leute

Die Software Accurate schwirrt mir schon länger auf meinem HiFi Radar herum , das Problem dabei sind meine 2 persönliche Prefencen. die da wären :

OSX & Audirvana 3

Das Messen und erstellen müsste doch über Bootcamp funktionieren und wenn die Filter abgespeichert sind , über einen Convolver nutzbar . Ein Convolver wäre z.B. doch Pedalboard2

FUNKTIONIERT sowas , bis jetzt ist das nur Recherche übers Internet und keine praktischen Erfahrungen .

Bei Audirvana3 ist auch das Remote für Qobuz eingebunden .

sonnige Grüsse

Otto

Sorry ich sehe gerade falscher Thread :oops: bitte in den richtigen verschieben
Bild
Kawumm
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 322
Registriert: 18.01.2016, 21:48

Beitragvon Hans-Martin » 11.06.2017, 15:53

Hornguru hat geschrieben:Aber... so ein Drehpoti wird in Richtung Mitte ja Hochohmig. Dann handelt man sich doch alle möglichen Probleme ein wie Klangeinfluss vom Kabel, Impedanzanpassung Vorstufe, lineare Verzerrungen an den untersten und höchsten Oktaven..
Hallo Josh,
es gibt die Möglichkeit, einen Vorwiderstand (vorausbestimmter Festwert) in Reihe zu schalten und für die Senke einen 10-Gang Spindeltrimmer nach Masse legen, der liegt mit seiner Schleiferbahn nicht im klangrelevanten Bereich, somit umgeht man bewegliche Teile direkt im Signalweg.
Bei XLR wählt man 2 gepaarte Festwerte in die beiden Eingänge und den Spindeltrimmer nicht nach Masse, sondern (mit doppeltem Wert) zwischen die beiden (+/-) Eingänge.
Für 10-Gang Potentiometer gibt es Digitalknöpfe mit Feststellbremse, die passen auch auf normale Achsen (nicht gezähnt).
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 4869
Registriert: 14.06.2009, 14:45


Zurück zu Acourate

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Yahoo [Bot] und 3 Gäste