Wie sieht eine ideale Sprungantwort aus?

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Beitragvon uli.brueggemann » 17.11.2017, 08:57

Eine "ideale" Form von Martins System könnte z.B. so ausschauen:

Frequenzgang:

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Dabei ist eine untere Grenzfrequenz von 25 Hz angenommen. Die Abtastfrequenz ist 192 kHz und Marting hat bis 20 kHz gemessen. Es ist also oben ein Tiefpassfilter aktiv.

Die Sprungantwort dazu sieht dann so aus:

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Man erkennt, dass der Nulldurchgang in etwa passt. Das Überschwingen mit Maximum bei 0.0765 ist bei Martin so nicht zu finden, da schlägt schon der Raum zu.

Zoomt man noch in den Anfang der Sprungantwort zeigt sich:

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Rot ist hierbei das Ideal ohne 20 kHz Tiefpass. Mit Tiefpass zeigen sich die Auswirkungen als Welligkeiten um den Sprung. Und zwar als linearphasige Artefakte. Einfach dadurch gegeben, dass die Sweepbegrenzung auf 20 kHz sich als linearphasiges Tiefpassfilter darstellt.

Wenn man nun Ideal und Messung/Auswertung vergleicht, erkennt man Abweichungen. Natürlich entspricht die Realität nicht dem Ideal. Ich gehe trotzdem davon aus dass sich das korrigierte System (parallelgeschaltete Breitbänder und dazu Eckhörner) mit dieser Sprungantwort besser anhört als das unkorrigierte.

Wie sieht den die Spungantwort unkorrigiert aus?

Grüsse
Uli
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Beitragvon cornoalto » 17.11.2017, 13:47

Hallo an alle,

unkorrigiert
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korrigiert:
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unkorrigiert:
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korrigiert:
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Klanglich wirkt sich die Korrektur vor allem darin aus, daß der Bass nicht mehr hinterherhinkt (10 ms).
Das Klangbild ist natürlich tonal ausgeglichener und zudem noch ein klein wenig aufgeräumter.
Beim IACC tut sich nicht viel , der Wert ist ja unkorrigiert schon akzeptabel.

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Grüße

Martin
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Beitragvon chriss0212 » 17.11.2017, 14:18

Hallo Martin

Beim IACC tut sich nicht viel , der Wert ist ja unkorrigiert schon akzeptabel.


Haha... da scheinen Deine Ansprüche aber mit 99,2% nicht sonderlich hoch zu liegen :cheers:

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Daihedz » 17.11.2017, 17:42

cornoalto hat geschrieben:unkorrigiert:
Bild

korrigiert:
Bild


Eigenartig - Für mich sieht die korrigierte Version im Abschnitt zwischen 0.0625 und 0.0628 deutlich "stufiger", d.h. weniger monoton, resp. weniger wie eine erwünschte, negative log-Funktion aus als die unkorrigierte Version - was wohl einer "Verschlimmbesserung" gleichkäme? Woran mag das liegen?

Verdutzte Grüsse
Simon
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Beitragvon uli.brueggemann » 17.11.2017, 18:37

cornoalto hat geschrieben:unkorrigiert
Bild

korrigiert:
Bild
n

Simon,

für mich ist das gezoomte Bild etwas zu weit gezoomt, es wird dabei nicht so ganz klar was passiert.
Siehe die ungezoomten Bilder im Vergleich. Da sind die Breitbänder ja fast "nadelförmig" zu erkennen. Der Bass ist dabei etwas abgesetzt.

Durch die Korrektur wird nun der Bass nach vorne geholt und dabei heben sich in der gezoomten Sprungantwort der "Durchhänger" der unkorrigierten Antwort an.
Da die Korrektur ihrerseits ja auf einer Auswertung der unkorrigierten Pulsantwort beruht und im weiteren auch Fensterungen stattfinden, wird nicht voll korrigiert. Insofern wird auch nicht die "perfekte" Sprungantwort erreicht, man nähert sich aber zumindest schon einmal etwas mehr an.

Grüsse
Uli
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Beitragvon dietert » 21.11.2017, 11:58

Hallo miteinander,

ich weiß, wir sind hier in einer acourate Diskussionsgruppe, aber in der Dokumentation zu der open-source Software DRC von D. Sbragion finde ich gerade folgende Grafik als Beispiel:

Bild

Hier ist der erste Nulldurchgang bei etwa 22 msec. Ist das eine andere Darstellungsart oder eine andere Definition der Sprungantwort als bei acourate? Oder geht es da um den Delay im Bass (Lippensynchrone Korrektur)?

Grüße,
Dieter T.
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Beitragvon uli.brueggemann » 21.11.2017, 12:35

dietert hat geschrieben:Hier ist der erste Nulldurchgang bei etwa 22 msec. Ist das eine andere Darstellungsart oder eine andere Definition der Sprungantwort als bei acourate?

Dieter,

nein, es ist dieselbe Definition.
Die 22 ms entsprechen z.B. einem Buttworth-Hochpass 2. Ordnung mit Eckfrequenz 5.5 Hz.

Ich gehe dabei davon aus dass dahinter aber kein realer potenter Bass dahintersteckt.

Grüsse
Uli
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Beitragvon dietert » 21.11.2017, 12:47

Hallo Uli,

nun, aus dem Text zu diesen Diagrammen verstehe ich, dass es seine eigene Anlage ist. Es ist auch die Rede von einem Subwoofer. Deswegen frage ich ja. Anscheinend muss man doch etwas aufpassen mit diesen Diagrammen, oben war ja auch von Fensterung die Rede.

Noch eine andere Frage: In deinem "idealen" Beispiel weiter oben, hat der 25 Hz Hochpass bei der Grenzfrequenz -3 db oder -6 dB? Das ist leider nicht so gut zu erkennen.

Grüße,
Dieter T.
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Beitragvon uli.brueggemann » 21.11.2017, 12:59

dietert hat geschrieben:Noch eine andere Frage: In deinem "idealen" Beispiel weiter oben, hat der 25 Hz Hochpass bei der Grenzfrequenz -3 db oder -6 dB? Das ist leider nicht so gut zu erkennen.

Im allgemeinen sind die Acourate-Weichen linearphasig. Sie addieren sich dann passend, wenn der Pegel bei der Grenzfrequenz -6 dB ist. In meinem Beispiel wurde so ein Filter verwendet.

Grüsse
Uli
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