Teilaktivierung mittels Acourate und DD/DTS-Receivers

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Teilaktivierung mittels Acourate und DD/DTS-Receivers

Beitragvon Mister Cool » 25.02.2018, 10:33

Ich würde gerne meine bestehenden Komponenten "vorübergehend/testweise" mit Hilfe von Acourate und eines alten DD/DTS-Receivers teilaktiveren. Meine naive Idee besteht darin, 4 Kanäle des alten Receiver zum Antrieb von den beiden Hauptlautsprecher und von zwei Subwoofer zu "missbrauchen".

Hier nur ein Beispiel:
1. Front Links -> Hauptlautsprecher L
2. Front Rechts -> Hauptlautsprecher R
3. Surround Links -> Subwoofer L
4. Surround Rechts -> Subwoofer R

Die Filterung/Kanaltrennung/Kodierung des Stereo-Eingangssignals in die 4 oben genannten Kanäle (also kein Stereo PCM am Ausgang mehr) sollte mittels Acourate erfolgen, und dann auf einem digitalen/optischen Wege an den Receiver als Multikanal-Signal weitergegeben werden (optischer Ausgang eines Macs verbunden mit dem optischen Eingang des Receivers). Das setzt natürlich voraus, dass der Receiver mit dem kodierten Multikanal-Signal etwas anfangen kann. Das würde wahrscheinlich bedeuten, dass das ankommende Signal entweder als DD oder DTS kodiert ist.

Wäre sowas umsetzbar?

Die Fragen, die ich mir stelle sind:
- kann Acourate das 4-Kanal-Signal als DD/DTS ausgeben oder gibt es in dem Fall eine andere Lösung dafür
- kann mein LAConvolver die Multikanal-Filter verarbeiten, oder müsste ich z.B. auf JRiver umsteigen

Sollte es nicht möglich sein, hätte ich noch ein "Plan B", bei dem ein zwischen MAC und Receiver geschalteter DSP die Trennung übernimmt und die analogen Multikanal-Eingänge des Receivers einspeist, aber das wollte ich zuerst vermeiden.

Hier noch die Eckdaten zu den angedachten/vorhandenen Komponenten
- Player: Mac mit iTunes/LAConvolver (bzw. JRiver wenn nötig)
- Receiver: Denon AVR-2802 (5x130W, kein HDMI-Eingang)
- Hauptlautsprecher: B&W 804
- Subwoofer: 2x 18" 18Sound

Jegliche weitere Ideen sind herzlich willkommen

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon h0e » 25.02.2018, 10:57

Hi,

es gibt eine Betaversion von ConvoFS, die Frequenzweichen einfach in Mehrkanalflac rechnet.
Diese können dann entsprechend mit AVRs, Oppo oder änhnlichem wiedergegeben werden.
Immer einen Player vorausgesetzt, der Mehrkanal Flac abspielen kann.
Evtl. hilft Dir das als Anregung.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon Pittiplatsch » 25.02.2018, 14:25

Hallo Alwin,

fuer Dein Beispiel ( Stereo Setup mit 2LS+2Subs) braucht man nicht zwangslaeufig Mehrkanal. Ich trenne zwar ueber mein FF UCX, aber die die meisten AVRs trennen die main LS bei 80 Hz (main - small). Mann kann also ueber den AVR die Weiche uebernehmen lassen und die 2 Subs sloange optimieren (amplitude/phase) bis es grob passt und dann einfach eine normale Stereo-Korrektur ueber alles ausfuehren.

Der DD/DTS Ansatz is sicher interessant. Da DTS/DD aber ein codiertes Signal ist muesste man nach der Korrektur wieder encodieren (wohlgemerkt das AC3 komprimiert). Das alsa A52 plugin kann das sogar. Das habe ich aber nie zum Laufen gekriegt und dann im Heimkino den Weg ueber ein Mehrkanal-Audio-Interface gewaehlt (brutefir). Interessant waere das in jedem Fall und ich waere auch hochinteressiert.

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Mister Cool » 25.02.2018, 16:03

hi Tobias,

ein FF oder Motu Interface ist als Endlösung eingeplant, aber zerst kommt eine Ersatzlösung.
Dein Vorschlag würde aber nicht richtig Funktionieren. Zuerst die Front- und Rearkanäle bieten keinen Tiefpass für die zwei Subwoofer (nur Hochpass für die Hauptlautsprecher). Ein Tiefpass gibt es nur an Mono Subwooferkanal und nur als Low Level / Cinch. Weiterhin ich hätte keine Möglichkeit so richtig gezielt die Laufzeit des Subwoofers anzupassen (höchstens die Phase zu invertieren oder per Abstandsangaben den LZK Wert zu erwischen) ). Und dss ist mir wichtig. Daher würde ich dann eher zu dem vorhandenen 6-Kanl DSP greifen und den dazwischel schalten.
Aber die Challenge lautet zuerst ohne DSP auszukommen :-)

Danke und Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Pittiplatsch » 25.02.2018, 16:41

Hallo Alwin,

da hast du natuerlich recht. Wie du geschrieben hast koenntest du den subwoofer-Ausgang nutzen fuer die 2 Subs (mono - sub). Mir ist bewusst das das Thema mono vs. Stereo-Sub kontrovers diskutiert wird. Ich hatte beide Varianten am Laufen und bin im Moment wieder bei 2 Subs als Mono verschaltet (beim selben Setup als Stereo war das Messergebnis zu schlecht - das hat meine Psyche nicht verkraftet auch wenn es im Endeffekt bei Musik nahezu identisch klang :) ). Die Subs sind im Raum verteilt aber bei mir nicht weiter weg als die Main Speaker.
Wenn die Subs es zulassen spricht auch nichts dagegen ueber die Subs zutrennen (meine BKs koennen das auch nicht und.z.B. mein Nubert trennt fuer meinen Geschmack zu flach).

Wenn Dein AVR einen Mehrkanal Analog-in hat koennte man es problemlos so machen wir du gesagt hast.

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Mister Cool » 26.02.2018, 09:09

Hi,
Was war bei Stereo-Subwoofer messtechnisch schlechter?
Was ein mittig aufgestellter Mono-Subwoofer auf jeden Fall verbessert, ist der IACC Wert, aber auf diese „Verbesserung“ lege ich kein Wert :-)

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Pittiplatsch » 26.02.2018, 22:43

Hallo Allwin,

natuerlich 2 Subs mit einem Mono-Signal fuer beide Kanaele. Folgendes Vorgehen:

1) Sub1 aufstellen (so wie es messtechnisch am besten passt)
2) Sub2 dazustellen (logischerweise andere Position im Raum)
3) versuchen Sub2 ueber Phase, Amplitude und Frequenz so einzustellen das er der groessten Mode entgegenwirkt
4) Mains dazu und ueber alles korrigieren

zumindest diese Abstimmung geht nur Mono, weil ja beide Subs das Signal gleichzeitig kriegen muessen. Danach kann man sie wenn man will getrost getrennt ansprechen. Wie gesagt habe ich bei Musik keinen Unterschied gehoert (auch bei Aufnahmen die im Bassbereich "Stereo" sind). Warum sich das dann bei einer Stereo-messung grausig misst resultiert daraus das der FG ja dann nur passt wenn beide subs zusammenspielen - man sieht bei der Messung eines Kanals ja nur die halbe Wahrheit. Mit 4 Subs koennte man das komfortabel loesen :).

Die main LS kannst du ja ueber das AVR Bassmanagement nach unten beschneiden und an die Subs ankoppeln.

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Pittiplatsch » 01.03.2018, 21:22

Hallo Alwin,

wie so immer findet sich die Loesung erst dann wenn man sie nicht mehr braucht. Es hat mich immer gewurmt das a52 plugin nicht zum Laufen zu bekommen. Die Suche im Netz endet meist bei Leuten die es aufgegeben haben ...Es gibt tausende Dokumente wie es nicht geht ...
Dabei ist es ganz einfach und dank Ubuntu gut beschrieben:

https://help.ubuntu.com/community/DigitalAC-3Pulseaudio

eingestellt, meinen alten AVR digital angestoepselt und per:

speaker-test -Da52 -c 6


erscheint ein schoenes "Dolby Digital" auf meinem AVR. Scheint zu gehen. In Ermangelung passender LS kann ich es leider nicht weiterfuehren testen.

Damit kann man dann vermutlich genau das reslisieren was du willst und braucht nur irgendeinen AVR mit digital - eingang und kann ihn als mehrkanal audio interface nutzen (recht kostenguenstig). Einziger Wermutstropfen ist dann die zusaetzliche AC3 Kodierung aber ich bin da schmerzbefreit :).

es reizt mich nun doch das auch mal auf dem PI zu probieren. Wenn das geht hat man mit OSMC + PI + DRC + brutefir ein Mediacenter was nebenbei noch 5.1. Raumkorrektur macht :).

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Mister Cool » 01.03.2018, 22:36

Hi,

Super, danke!
Dein Hinweis auf diese Möglichkeit hat mich die ganze Zeit gewurmt, aber wegen der vielen Themen/"Baustellen", die ich zur Zeit gleichzeitig verfolge, bin ich noch nicht dazu gekommen, sich das ganze im Detail anzuschauen. Aber es kommt, genau die richtige Spielwiese für mich :-)

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Pittiplatsch » 03.03.2018, 00:17

Hi Alwin,

mit brutefir scheint man das a52 device jedenfalls nicht problemlos ansprechen zu koennen:

ALSA I/O: Could not link alsa devices: Function not implemented.


das paasiert bei einem alsa-call zu snd_pcm_link; vermutlich ist da etwas fuer das a52 plugin nicht implementiert was man fuer brutefir aber braeuchte... eigentlich schade...

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Pittiplatsch » 03.03.2018, 13:57

ok, geht nicht - gibts nicht - ganz besonders bei software :) - Es funktioniert:

in asoundrc:

pcm.a52 {
type rate
slave {
pcm {
type a52
format S16_LE
bitrate 448
channels 6
card 0
}
rate 48000 #required somehow, otherwise nothing happens in PulseAudio
}
}


und das device kann man dann bequem in brutefir als "a52" Ausgabedevice ansprechen. Ob man eventuell noch an der rate drehen kann habe ich nicht ausprobiert. Vermutlich sind die 48kHz fuer AC3 (Dolby Digital) vorgegeben...

in Brutefir gibt es die besagte beschraenkung das brutefir einen rate-sync versuch mit snd_pcm_link. Das macht fuer ein SW device wie ein plug oder rate -device meiner Meining nach keinen Sinn. Man kann also getrost die Fehlerbehandlung abwandeln (bei Fehlschlag Ausgabe auf stdout und weiter gehts). Das laeuft bei mir auch stabil auf dem PC. Ich bin gespannt wie es sich auf dem PI schlaegt :).

Um das brutefir Problem zu ueberbruecken muss man nur den Fehler-return auskommentieren (bfio_alsa.c).

Die Loesung haette ich vor einem Jahr gebraucht aber interessant ist die Option auf jeden Fall!

Fuer alle die damit rumprobieren: mann kann sich die Muehe sparen direct auf das a52 plugin auszugebe. Das geht nicht. Lieber mit speaker-test verifizieren und dann direkt in brutefir enbinden (hat mich einige Zeit gekostet ...).

Viele Gruesse,
Tobias
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