Fragen zu hochwertiger Phonowiedergabe

Plattendreher und Bandmaschinen

Beitragvon Hans-Martin » 09.12.2016, 11:54

Also ich kann mir das bildlich gut vorstellen, dass die 3 Halbschalen die 3 Regafüße aufnehmen und am Wegrutschen hindern. Es entfällt der akustische Einfluss eines Board mit eigenem Resonanverhalten unter dem Plattenspieler - und das passt in seinem Minimalismus gut zur Rega-Philosophie. :wink:
Die Körperschallentkopplung von den Boxen ist bei schwimmend verlegtem Estrich ideal, bei Dielenboden im Altbau gegenüber einem schwankenden Rack eine ideale Alternative.
Da unmittelbar vor der Wand hinter den LS ein Druckmaximum herrscht, ist vermutlich der Betrieb ohne Haube sinnvoll und hörbar besser. An der Seitenwand sind die Bedingungen idR günstiger.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5390
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Beitragvon shakti » 09.12.2016, 12:36

@Andi
Habe mich dieses Jahr auf der High End lange mit Michael Latvis, dem Entwickler (und glaube ich auch Inhaber) von HRS unterhalten.
http://avisolation.com/company

HRS wird von zB Brinkmann und AMG als Plattenspielerunterlage empfohlen.

Die HRS Basen gibt es in drei Qualitaetsstufen. Alle haben einen Aluminiumrahmen und eine Aluminium Bodenplatte.
Die einfach haben ein MDF Platte, die mittleren Schiefer, die teuren eine Granitplatte als Basis fuer die Geraetefuesse.

Als Grund fuer diese Hirarchie wurde mir gesagt, dass Schiefer zwar eine gute Daempfung besitzt, diese sich aber zwischen unterschiedlichen Schieferplatten stark unterscheidet. Auch sei die Resonanzbildung stark vom individuellen Schiefer abhaengig.

Man sei nach vielen Versuchen auch dazu uebergegangen, jede Basis mit 2 Schieferplatten (nebeneinander) auszustatten, um ein breiteres Spektrum an Daempfung und Resonanz einem entsprechend anderen Frequenzbereich zu realisieren.

Granit hingegen sein ein homogeneres Material mit nur einer , dafuer aber sehr ausgepraegten Resonsanz.
Diese liesse sich, dh die Granitplatten der M3x Basis immer gleich dimensioniert sind, aber entsprechend leicht bedaempfen.

Vielleicht kann mit diesen Informationen ein Schallplattenspieler Basen selber Bauer ja etwas anfangen!



Gruss
Juergen
Bild
shakti
Aktiver Veranstalter
 
Beiträge: 2446
Registriert: 18.01.2010, 17:20
Wohnort: Koeln

Beitragvon Sire » 09.12.2016, 16:52

wgh52 hat geschrieben:Hallo Klaus,

Dein Plattendreher steht also mit seinen drei Beinen auf je einem Verifix, richtig? Von dieser Lösung sähe ich gerne das eine oder andere Foto, wie das gemacht ist und aussieht. Weiter wüßte ich gerne die Bezugsquelle der Blechhalbkugeln.

Vielen Dank,
Grüße,
Winfried

3936


Hallo Winfried,

richtig, jeweils mit einem Bein auf auf einem Varifix. Die Varifix gibt es in Edelstahl und als verzinkte Version. Ich habe mich für die einfache Version entschieden, passt farblich gut zum Rega.

Leider ist mein Foto futsch. Deshalb habe ich nur Fotos vom provisorischen Aufbau, noch ohne die Halbkugeln. Wie man auf dem ersten Foto erkennen kann, sollte man vor dem Dübeln genau messen und nicht einfach den Mittleren genau mittig setzen :wink:

Bild

Der Dreher steht mittlerweile noch etwas weiter nach vorne gerückt, steht nicht so nach an der Wand, wie es hier auf dem zweiten Bild ausschaut.

Bild

Auf dem dritten Bild ist noch gerade zu erkennen, dass es auch ohne Halbkugel gehen würde, mir war es jedoch auf Dauer zu riskant. Vor allem, wenn man darunter putzt oder so... Und die Kunststoffkappen fallen im Alltag nicht so ins Auge, wie hier auf den Bildern mit Blitz.

Bild

Die Halbkugeln gibt es bei ebay: http://www.ebay.de/itm/142041060027

Viele Grüße

Klaus
Bild
Sire
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 257
Registriert: 02.12.2013, 15:01

Beitragvon Sire » 09.12.2016, 17:12

Hans-Martin hat geschrieben:Also ich kann mir das bildlich gut vorstellen, dass die 3 Halbschalen die 3 Regafüße aufnehmen und am Wegrutschen hindern. Es entfällt der akustische Einfluss eines Board mit eigenem Resonanverhalten unter dem Plattenspieler - und das passt in seinem Minimalismus gut zur Rega-Philosophie. :wink:
Die Körperschallentkopplung von den Boxen ist bei schwimmend verlegtem Estrich ideal, bei Dielenboden im Altbau gegenüber einem schwankenden Rack eine ideale Alternative.
Da unmittelbar vor der Wand hinter den LS ein Druckmaximum herrscht, ist vermutlich der Betrieb ohne Haube sinnvoll und hörbar besser. An der Seitenwand sind die Bedingungen idR günstiger.
Grüße Hans-Martin


Hallo Hans-Martin,

genau das waren die Überlegungen. Für die Rega werden Wandhalterungen empfohlen, und der Dreher ist an der Seitenwand montiert. Der Zimmer-Boden ist ein Holzparkett auf Holzunterkonstruktion und schwingt. Für einen Dreher wäre eine Racklösung da sicher nicht so optimal.

Viele Grüße

Klaus
Bild
Sire
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 257
Registriert: 02.12.2013, 15:01

Beitragvon Hans-Martin » 14.04.2018, 00:46

Hallo Vinyljunkies,
es kommt wieder Bewegung in die Szene, https://hdvinyl.org/ hat eine neue Generation Schallplattenschnitt angekündigt, mit Laser geschnittene Folien und Keramikstamper, die nicht nach 1000 Pressungen abgenutzt sind. Im ersten Track sollen 100 kHz möglich sein, bis zu 30% mehr Spielzeit wird versprochen - oder deutlich mehr Dynamik.
Besonders abenteuerlich finde ich den Ansatz, beim Schnitt die Abtastung mit einem gekröpften Tonarm zu berücksichtigen, wobei Tangentialtonarme das Nachsehen haben, die sonst aus vielen Gründen eine weniger kompromissbehaftete Abtastung ermöglichen, seien es geringste Winkelabweichung, über den vollen Verlauf der modulierten Rille, gegegenüber dem bisher üblichen Schneidstichel, oder der berechtigte Verzicht auf eine Antiskatingeinrichtung, deren nur der gekröpfte Tonarm bedarf.

Der Laserschnitt überwindet die mechanischen Begrenzungen eines konventionellen Schneidkopfs, zudem die bekannten Probleme bei der Überholung und Verschleiss des herkömmlichen Verfahrens, abgesehen vom Mangel an erfahrenen Ingenieuren, die eben schon lange in Rente sind, ebenso Defizite bei Ersatzteilen und den Aspekt von Verwerfungen der Lackfolie beim Schnitt der benachbarten Rille eine Umdrehung weiter (Resultat: Vorecho), was allerdings bei DMM (Schnitt in Kupferfolie) weniger das Problem war.

Ob das neue Verfahren mit real existierenden Tonabnehmersystemen und Nadelschliffen nicht doch mehr kollidiert als harmoniert, wird sich zeigen.
Das Granulatrauschen des Pressmaterials am unteren Ende und die Auslenkbarkeit der Nadel am oberen Ende werden die Systemdynamik definieren. Und für eine sphärische Nadel (wie bei Denon DL 103), die bei den inneren Rillen ernsthafte Schwierigkeiten bei Frequenzen über 10kHz bekommt, wird sich nichts ändern, egal, ob die Bandbreite des Tonträgers sich auf 20kHz beschränkt oder auf 100kHz.
Die Resonanz im Nadelträger wird bei der Systemkonstruktion ans obere Ende des Audiobereichs verschoben, bisher haben Schneidköpfe den kritischen Bereich nicht mehr mit vollem Pegel schneiden können (vereinfachte Darstellung), sodass es kaum Konflikte gab.
Wenn das HighResolution-Vinyl kommen sollte, könnte man über einen zweiten, darauf abgestimmten Tonarm mit geeignetem System nachdenken, scharfe Nadelschliffe wie Shibata, Microridge, Namiki, etc. vorausgesetzt, weil nur diese die ausgedehnte Bandbreite -vielleicht auch nur ansatzweise- abtasten können.
Viele Fragen bleiben offen
Grüße Hans.Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5390
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Beitragvon Radiohörer » 14.04.2018, 09:35

Schöne, und kritische Darstellung, Hans-Martin, danke dafür!

Als Tangentialtonarmbenutzer sehe ich die beschriebene Kritik auch als Farce an.
Auch die Nadelschliff-Frage wird spannend sein. Selbst jetzt besteht schon mMn bei modernen Pressungen ein deutlicher Vorteil für moderne Schliffe, während bei alten Pressungen sphärische Nadel durchaus eine gewisse Faszination ausüben können.

Bin gespannt, was so eine "supramaximal"-Qualität bei der Vinylherstellung alles so nach sich ziehen wird...

Beste Grüße
Balazs
Bild
Radiohörer
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 303
Registriert: 19.08.2011, 01:04

Beitragvon Hans-Martin » 15.04.2018, 00:09

Hallo Balazs,
wenn ich mich recht erinnere, wurden inzwischen um die 8% aller Tonträger als Vinyl verkauft, gegenüber den nicht mehr erwähnenswerten Anteile um das Jahr 2000, eine gigantische Steigerung, die Kurve würde mich mal interessieren, vermutlich angenähert exponentiell.
1982 wurde die CD konkret vorgeführt, seitdem war sie auf dem Siegeszug, aber etwa 2000 kam die Umkehrung der Tendenz, die Vinylisten holten verlorenes Terrain beständig zurück.

"Verbesserungen" wie DMM wurden von Enthusiasten abgelehnt, und wer erinnert sich an den zusätzlichen Decoder für die (Dekrompession der) Dynamikkompression der CX-kodierten Schallplatte?

Die Schelllackplatte unserer Großeltern scheint mehr Dynamik gespeichert zu haben als das mp3-Gedudel, welches unsere Kids über sich ergehen lassen.

Besonder witzig finde ich die Aussage eines am Remastering Beteiligten zum The Beatles Reissue auf Vinyl, wo gesagt wurde, dass die Schallplatten unkompriomiert, aber die digitalen Ausgaben (ich habe da 48kHz /24 Bit) dynamikkopmprimiert wurden.

Ich warte ab.
Irgendwann kommen die Plattenfirmen auf die Idee, ihre Megaseller auch in neuen Formaten wieder herauszugeben.
Hardrock auf 78 UpM - keramikgepresst, lasergeschnitten, das wäre doch mal was :wink:
Ohne Dynamikkompression, versteht sich :cheers:
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5390
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Beitragvon uli.brueggemann » 16.04.2018, 18:00

Bild
uli.brueggemann
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 3403
Registriert: 23.03.2009, 16:58
Wohnort: 33442

Vorherige

Zurück zu Analoge Quellen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste