Wirkung unterschiedlicher Stromkabel

Tontechnische Basisthemen

Beitragvon Hans-Martin » 22.10.2016, 11:21

Hallo Martin,
ein Kopfhörerverstärker ist kein Bügeleisen, welches mit großer Stromaufnahme viel hin und her bewegt wird. Bei stationären Geräten sind sogar auf beiden Seiten festgeschraubte Elektrokabel, Massivkabel, zulässig.

Sakura Systems hatte einst (High-End noch im Kempinski) die 47 Laboratory Geräte vom gemeinsamen Schukostecker mit einem Bündel Massivdrähten versorgt, diese sternförmig einzeln, je ein Leiter für Phase und Null in Teflonmänteln zu den jeweiligen Geräten geführt. Minimalismus einmal anders.
Man konnte auf der Seite der Steckdose nicht durchgehen. Der Klang war bezaubernd, man blieb ja auch im Abstand vor den Boxen. Die Netzverkabelung wirkte bizarr, aber Messepräsentation will aufrühren, nachhaltige Eindrücke vermitteln. Das war hier gelungen.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5276
Registriert: 14.06.2009, 14:45

Beitragvon frmu » 05.11.2016, 12:21

Moin,

nun habe ich ja wirklich Geduld aufgebracht, dass Lab12 "Knack" schlappe 217h einspielen lassen.
Danach das 6 Jahre alte Ölflex dran und gleich dabei belassen. Für mich persönlich gab es da nix
zu hören, was den finanziellen Einsatz gelohnt hätte.

Nun versucht sich ein Forumsmitglied daran, vielleicht hat er ja mehr Glück, bessere Ohren oder
eine Anlage, welche irgendwelche signifikanten Unterschiede, welche mir verborgen blieben,
aufzeigen kann.

Für mich ist das Thema abgehakt, lenkt nur vom Musik hören ab.

Beste Grüße
Frank
Bild
frmu
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 665
Registriert: 07.02.2011, 16:34
Wohnort: "Klein-Istanbul"

Beitragvon shakti » 05.11.2016, 18:31

na, dann ist ja gut!
soviel Glueck wuerde ich mir bei meiner heimatlichen Stromversorgung wuenschen!
Leider laesst die Qualitaet derselbigen sowie das interagieren der Geraete dies fuer mich nicht zu.
Freue mich aber fuer jeden, der das Thema "Netzkabel" auf diese Art und Weise fuer sich abhaken kann.
Gruss
Juergen
Bild
shakti
Aktiver Veranstalter
 
Beiträge: 2368
Registriert: 18.01.2010, 16:20
Wohnort: Koeln

Beitragvon Thomas K. » 07.11.2016, 20:00

Hallo Frank,

habe mir erst heute diesen ganzen Thread durchgelesen, und finde doch zwei Parallelen zu meinen Erfahrungen.

a) Es ist nicht notwendig das Lapp-Kabel in meiner Konfiguration durch ein anderes zu ersetzen. Ich benutze dies allerdings nur als Zuleitung zu meinem Netzfilter.

b) Dahinter nutze ich robuste Stairville-Kabel aus dem Veranstalterbereich, da hier das Lapp-Kabel keine
Verbesserung bringt, das entspricht dem was Hans-Martin auch beobachtet hat. Die Verbesserung durch das Lapp Kabel vor dem Filter ist so subtil, daß sie schwer aufzuspüren ist. Ich war mir erst nach mehrmaligem Tausch sicher, daß sich mit dem Lapp ein sauberer Eindruck (besser kann ich es nicht beschreiben) einstellt.

In einer vor kurzem direkt geführten Diskussion wurde von meinem Gegenüber die Ansicht geäußert, daß solche Unterschiede nur an Geräten feststellbar sind, die über ein gewisses klangliches Potential verfügen. Ich habe das mal so hingenommen, bin aber völlig anderer Meinung.

Geräte, bei denen sich keine signifikanten Veränderungen durch unterschiedliche Netzkabel ergeben, verfügen meiner Meinung nach einfach über ein sauber konstruiertes Netzteil. Das wiederum ist für mich einer der Garanten für guten Klang.

Viele Grüße
Thomas
Bild
Thomas K.
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 1174
Registriert: 12.03.2009, 13:46
Wohnort: Konstanz

Beitragvon SolidCore » 07.11.2016, 22:19

Hallo Thomas

Thomas K. hat geschrieben:Geräte, bei denen sich keine signifikanten Veränderungen durch unterschiedliche Netzkabel ergeben, verfügen meiner Meinung nach einfach über ein sauber konstruiertes Netzteil. Das wiederum ist für mich einer der Garanten für guten Klang.

Du bist also der Meinung, das "gute" Geräte sauber konstruierte Netzteile vorraussetzen. Da bin ich noch bei Dir. Aber dass diese, aus diesem Grund, dann generell nicht mehr auf Netzkabel reagieren kann ich nicht nachvollziehen. Selbst ein ASR Emitter zeigte aus meiner Erfahrung hörbare Unterschiede beim Einsatz verschiedener Netzkabel und Stromleisten. Natürlich subtiler Natur oder mit kleiner Wirkung, aber doch heraushörbar. H.Schäfer bestätigte mir dies mit dem Verweis, den Besitzern eine Spielwiese für ihr bevorzugtes Netzkabel zu lassen.

Gruss
Stephan
Bild
SolidCore
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 346
Registriert: 12.12.2014, 10:38

Beitragvon Thomas K. » 07.11.2016, 23:33

Hallo Stephan,

im allgemeinen halte ich mich aus Diskussionen über Kabel jeglicher Art heraus. Fand es aber interessant, daß Frank über seinen Versuch berichtet hat, einen Vergleich anzustellen. Ich kenne die ASR Verstärker nur dem Namen nach, kann also dazu nichts sagen und darum Deine Erfahrung nicht mit Dir teilen.

Mir ging es nur darum, Frank mitzuteilen das ich Erfahrungen gemacht habe, die seinen gleichen.
Meine Meinung eben.

Viele Grüße
Thomas
Bild
Thomas K.
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 1174
Registriert: 12.03.2009, 13:46
Wohnort: Konstanz

Beitragvon Funky » 08.11.2016, 01:39

Guten Abend

Muss meine Geräte leider auch in die Kategorie empfindlich auf netzkabel einordnen.
Ichn habe nur den Vorteil, dass die Linn-Standardkabel schon einen sehr guten Job machen.

Das gilt bei Geräten mit Linear- aber auch mit Schaltnetzteil. Es gibt auch bei Linn Meinungen, dass Netzkabel bei Schaltnetzteilen keine oder nur sehr wenig Auswirkungen haben sollten. Stimmt aber nicht. Insofern: es hilft nur ausprobieren, Händler leihen einem Kabel auch aus, somit gibt es keinen Grund nicht etwas experimentierfreudig zu sein.

Nur bitte nicht den Umkehrschluss ziehen: wenn es bei einem selbst keine hörbaren Unterschiede gibt, dies für alle anderen auch zu negieren (einfach freuen und glücklich sein).


Meine 2 cents

Funky
Bild
Funky
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 321
Registriert: 30.01.2012, 19:26

Beitragvon Hans-Martin » 08.11.2016, 12:03

Moin,
mMn haben die Netzkabel 2 unabhängig voneinander arbeitende Aufgaben:
1. Verlustbehaftete Stromversorgung über 2 miteinander verkoppelter Leiter (Hin- und Rückleitung mit magnetischen Kräften gegeneinander).
2. Erdung des Gehäuses, Ableitung von Störungen und Ausgleichsströmen zwischen den Komponenten.
Damit lassen sich einige Beobachtungen erklären.

Zu 1. Schaltnetzteile laden einen Ausgangskondensator mit Pulsen derart nach, dass dort immer gleichbleibende Spannung mit kleinem Ripple bereisteht. Die Regelung gleicht weitgehend die Ladung am ersten Elko aus, der über Netzkabel, Netzfilter, NTC, Gleichrichter geladen wird.

Zu 2. Die HF-Belastung des Gehäuses, Einstrahlung von innen (von z.B. Digitaltechnik), Verbindung zur Funktionserde (Signalmasse) und von außen, Kopplung von anderen belasteten Gerätegehäusen der Nachbarschaft und natürlich alles, vor dem das abschirmende Gehäuse sein Innenleben schützen soll, muss über den Schutzleiter abgeleitet werden.

Abgeschirmte Leitungen zeigen, dass es noch mehr Effekte gibt, auch wenn die Schutzerde am Gerät nicht angeschlossen ist.

Einige Hersteller kaufen nach Hörvergleichen ein aus der Vielfalt ausgesuchtes Kabel immer wieder von demselben Lieferanten mit gleichbleibender Qualität über Jahre, ein Kabel für alle ihre Geräte, das macht guten Klang mit wenige Aufwand. Mit diesem Kabel werden die neuen Geräte ebenfalls abgestimmt.
Gut möglich, dass man Kabel findet, die den Klang verbessern, oder aber auch nicht verbessern.

Die Idee, denselben Kabeltyp mit derselben Länge für alle Geräte einer Kette sternförmig einzusetzen, sorgt für einen Gleichtakt der aus dem Netz ankommenden Störungen. Da hat man dieselbe Induktivität, und 2 benachbarte Geräte der Kette haben dieselbe Kapazität untereinander. So würde der Denkansatz wie bei symmetrischen Eingängen mit Gleichtaktunterdrückung auch hier zu einer Erklärung genügen, warum sternförmige Netzverteilungen mehr Ruhe in den Klang bringen, oder bei Steckdosenleisten in der Kette aufeinanderfolgende Geräte auch benachbarte Steckplätze bekommen sollen.
Das steht im Widerspruch zu der von HMStrassner vertretenen (und von mir hier im Forum schon öfter zitierten) Theorie, die genau diese Induktivität im Netzkabel und die Kapazität zwischen den Geräten zu einem Schwingkreis zusammenfügt, welcher von außen durch HF angefacht wird, und bei den Geräten ein Gegentakt vorgefunden wird.
Es gibt also 2 Fälle zu betrachten, je nach Ursprung der Störung.
Die einen schwören auf Ferrite über den Schutzleiter oder jedes Netzkabel in der Gesamtheit, andere stehen auf Schirmung, oder kurze flache Erdungsbänder mit hinreichend Querschnitt verbinden die Gehäuse, oder, oder...

Es tut sich eine unglaubliche Vielfalt auf, besonders seit der Digitalisierung der Musik und der damit einhergehenden Aussendung von Störungen sowie die Empfindlichkeit gegenüber von Störungen, die im selben Spektralbereich liegen wie das Digitalsignal der Musik.
im klassischen Konzept von Plattenspieler Tonabnehmer mit Parallelkapazität zur Linearisierung des FGs, Phonoeingang mit Mittelwellenfalle (RC Glied 100Ohm in Serie/100pF nach Masse), Analogverstärker mit HF-Stopper am Eingangstransistor, Endstufen mit Ausgangsinduktivität (oder Röhrenverstärker mit Ausgangstransformator), da sollte jeweils HF nicht eindringen und nur NF verarbeitet werden.
Da war die Welt noch in Ordnung, weil überschaubar...
Heute kann man viele Gründe finden, bei Netzkabeln Unterschiede zu hören, oder auch nicht.
Kabelbrücken heben Nebenwirkungen von Kopplungen über den Estrich weitgehend auf und reduzieren diese Einflüsse auf Kabelunterschiede, womit die Unterschiede stärker zum Vorschein kommen können, Luft ist das beste Dielektrikum.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5276
Registriert: 14.06.2009, 14:45

Beitragvon SolidCore » 15.11.2016, 20:27

Hallo Hans-Martin
Ich zitiere dich mal:
Die Idee, denselben Kabeltyp mit derselben Länge für alle Geräte einer Kette sternförmig einzusetzen, sorgt für einen Gleichtakt der aus dem Netz ankommenden Störungen. Da hat man dieselbe Induktivität, und 2 benachbarte Geräte der Kette haben dieselbe Kapazität untereinander.

Top! Das ist die sinnvollste Erklärung, die ich bisher über den Vorteil einer Sternverdrahtung gelesen habe.
Ist nachvollziehbar.
Viele andere Theorien, ob mit oder ohne Ferrit, oder nur den Erdleiter mit Ferrit, sind mir etwas schwammig.
Ich denke das damit auch Schwächen des eigentlichen Kabels gegenkompensiert werden. So ähnlich wie: Man kauft sich einen zu hell klingenden CD (Kabel), und einen Equilizer (Ferrit), und verbiegt ihn damit wieder zum Neutralen (nur sinngemässes Beispiel). Die frei aufspielende Dynamik bleibt dabei leider auf der Strecke. Auch beim Netzkabel.

Gruss
Stephan
Bild
SolidCore
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 346
Registriert: 12.12.2014, 10:38

Vorherige

Zurück zu Grundlagen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: bartmayer und 1 Gast