Lohnt sich HiRes klanglich im Vergleich zur CD-Qualität?

Tontechnische Basisthemen

Beitragvon Hans-Martin » 01.01.2017, 14:42

Hallo Ludger,
wenn es sich um Überspielungen von alten Bändern handelt, können Drehzahlabweichungen im Tonbandantrieb die Ursache sein.
Bei Miles Davis Kind Of Blue hat man das erst 30 Jahre später entdeckt - da waren es um 2% Differenz zwischen Aufnahme- und Wiedergabegerät.
Grüße Hans-Martin
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HiRes schlanker im Klang?

Beitragvon Nordlicht » 07.01.2017, 11:25

Hallo

Ich habe schon mehrfach das Gefühl gehabt, dass wenn ich mir bei Qobuz Alben in HiRes gekauft und auf der internen HD des Auralic Altair gespeichert, der Klang schlanker , wenn auch feiner ist als die 16 Bit 44khz die ich zuvor online über mein Qobuz Abo gehört habe. Sicher ist das nun auch Geschmacksache, aber der volle Klang der 16 Bit Version hatte auch seinen Reiz.

Habt ihr das auch schon so erlebt?

Jörg
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Beitragvon Fujak » 07.01.2017, 13:47

Hallo Jörg,

wir hatten dieses Phänomen schon mal an anderer Stelle (die mir leider gerade nicht mehr einfällt) diskutiert. Grundsätzlich klingt ein DAC am besten mit jenen Dateien, die die geringsten Anforderungen an seine Hardware stellen, was Up- und Oversampling bzw. Rekonstruktionsfilter anbelangt. Da arbeiten die meisten DACs bei 24/192 kHz am besten, die Wandlung erfolgt am saubersten. Bernd Peter hat diese Erfahrung bei seinen digital angesteuerten Dynacord XD 200 so umgestzt, dass er auch die 16/44 in 24/192 Dateien upsampelt, bevor er sie seinen Lautsprechern zufüttert - mit offenbar klanglich überzeugendem Erfolg (siehe sein V-Thread).

Die von Dir wahrgenommene Fülligkeit im Bass bei den 16/44.1-Dateien rührt aller Wahrscheinlichkeit daher, dass das Signal nicht so sauber gewandelt wird wie bei einer 24/192-Datei. Die dabei entstehenden Artefakte blähen den Bass ein wenig auf - lassen ihn andererseits weniger präzise und konturiert klingen. Auch neigen die Höhen dann mehr zur Schärfe, was auf manchen Anlagen auch brillianter klingen kann, auf Dauer aber eher ermüdet, als der schlankere und weichere Klang.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Twity » 07.01.2017, 14:48

Hallo Jörg Hallo Fujak,

das ist witzig, ich hatte mir letztens Muddy Water "Folk Singers" bei Tidal angehört. Die hat mich so beeindruckt das ich sie dann bei Qobuz in HiRes 192 Khz 24 Bit gekauft habe.
Das war aber kein Vergleich zu der 44,1 Version auf Tidal.
Die Tidal Version ist viel Dynamischer mit einer besseren und weiteren Bühne. Sie strotzt einfach mehr vor Kraft.
Im Vergleich die Qobuz 44,1 Version so gut wie kein unterschied zu der 24 Bit 192Khz Version ?

Wird da vielleicht geschummelt ?

Grüße
Wasfi
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Beitragvon Fujak » 07.01.2017, 16:04

Hallo Wasfi,

oha, interessant. Deine Erfahrungen scheinen tatsächlich darauf hinzudeuten, dass da entweder zwei unterschiedliche Aufnahmen/Masterings verwendet wurden, oder tatsächlich gewisse Modifikationen vorgenommen wurden, sei es von Qobuz oder von Tidal.

Grüße
Fujak
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Beitragvon cinematic » 07.01.2017, 16:38

Gerade bei so alten Aufnahmen gibt es ja inzwischen viele Wiederveröffentlichungen, Remaster, SHM-CD usw.
Da kommt es doch öfter vor, dass eine Redbook 44 Version besser klingen kann als eine HighRes Version.
Da heißt es ausprobieren.

Grüße
tom
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Beitragvon Nordlicht » 07.01.2017, 17:17

Hallo

Ist es eigentlich Harwareabhängig ob dieses Phänomen des schlankeren Klanges Auftritt ? D.h. Liegt es am Auralic, aber ihr habt ja anscheinend auch sowas erlebt? Bin unsicher ob es dann richtig ist das Geld für die HiRes auszugeben oder gratis im Rahmen meines Abos bei Qobuz zu hören. Habe vor längerer Zeit auch mal bei Tidal reingeschnuppert und hatte das Gefühl das Qobuz klanglich besser ist. Bin ja auch nur bei den gekauften HiRes unsicher.

Jörg
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Beitragvon SolidCore » 07.01.2017, 18:58

Hallo zusammen
Ich glaube, das Hi-Res zwar deutlich mehr Potential bietet, was technisch gesehen auch so ist,
aber zum einem stark von der Hardware, und leider auch zum anderem von der Produktion abhängt.
Höre ich z.B die HD Version von Cheryl Benthyne - Blue Prelude (den Track), falle ich jedesmal von der Couch,
wie gut ein HD-File klingen kann. Danach kann ich kein CD-Format mehr hören, weil es automatisch pappig und matschig dagegen klingt. Schade finde ich, das ich ebenso mindestens 20 HD-Alben habe, in denen ich nichtmal einen Vorteil gegenüber der Variante im CD Format finde.
Mein Meridian DAC hat, wie auch Bernd Peters Dynaudio, die Eigenschaft, das er mit HighRes gefüttert, einfach besser spielt. Also wenn man ein CD File spielt, und dieses softwaremässig einfach mal nach 96khz und 192khz recoded, klingt es in allen 3 Varianten über den DAC verschieden, aber immer bleibt 44,1khz der Verlierer. Obwohl dies das Orginal ist. Ich nehme an, das andere Wandler, wie der erwähnte Lampizator, nicht dermassen darauf reagieren.
Das gute alte CD Format bietet aber von Haus aus eigentlich das Potential dazu.
Nehme ich einen guten alten CD-Recorder, wie den Pioneer PDR-05, und nehme damit das HighRes File vom DAC über den analogen Record-In auf, klingt die gebrannte CD in 44,1 ebenbürtig. Also wird der Klang an sich ebenfalls auf CD Niveau erreicht.
Letztendlich hilft wirklich nur ausprobieren auf der persönlichen Ausstattung zuhause. Ein Verallgemeinern bringt da nicht weiter. Technisch ist HighRes klar überlegen, klangtechnisch gesehen jedoch nur in Einzelfällen.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Hans-Martin » 07.01.2017, 19:38

SolidCore hat geschrieben:Nehme ich einen guten alten CD-Recorder, wie den Pioneer PDR-05, und nehme damit das HighRes File vom DAC über den analogen Record-In auf, klingt die gebrannte CD in 44,1 ebenbürtig.

Hallo Stephan,
an deinen Kabeln wird es sicher nicht liegen :mrgreen: aber es ist ein interessantes Thema zum Nachhaken. Ich habe LPs mit einem Marantz DR700 auf CD gebrannt, mit phantastischen Ergebnissen, die ich den gekauften CDs von den Aufnahmen als deutlich überlegen empfunden habe.
Wir haben vor Jahren das hier diskutiert, Uli äußerte die Vermutung, dass Schlieren in der vorgegebenen CDR beim Brennen den Strahlweg bereits so beeinflussen, wie später beim Abtasten. So wäre dieser Einfluss kompensiert.

Wenn du die CDR dann rippst, wie verhält sich die HighRes dagegen im Vergleich?
Das wäre für mich die entscheidende Frage, und nicht, ob die CDR mit der CD-Version vergleichbar ist.´Was meinst du mit diesem Satz? :
Also wird der Klang an sich ebenfalls auf CD Niveau erreicht.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon SolidCore » 07.01.2017, 21:25

Hallo Hans Martin

"Also wird der Klang an sich ebenfalls auf CD Niveau erreicht."

Damit meine ich, das die Cheryl Benthyne als HiRes abgespielt und mit dem CD-Recorder aufgenommen,
als gebrannte AudioCD sehr vergleichbar klingt wie das Orginal in HiRes, obwohl es ja nur noch CD-Format hat.
Also kam ich zu der Schlussfolgerung, das dieses CD-Format das Potential hat, sehr gut zu klingen.

Gleiches fiel mir damals schon auf, als Schallplatten besser klangen als die Kauf-CD davon. Nahm man die Schallplatte auf einen CD-Recorder auf, klang sie als CD abgespielt so gut wie identisch wie die Schallplatte, und deutlich besser als die Kauf-CD. Auch als gerippte Version von Festplatte war das Ergebnis gleich.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Melomane » 07.01.2017, 21:34

Hallo Stephan,

ich habe jetzt nicht alle Beiträge nachgelesen, aber solche Ergebnisse wie die deinigen zeigen doch nur eins: Dass nämlich die Geräte ein erhebliches Wörtchen mitreden und über Formate wenig Erkenntnisse gewonnen werden können.

Gruß

Jochen
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Beitragvon SolidCore » 08.01.2017, 00:59

Hallo Jochen

Das sehe ich genauso. Ich vergleiche es mal so, das auch der 4K Tevion Fernseher aus dem Sonderangebot
nicht mit der Topklasse der Panasonic TVs, die nur 1080p können, mithalten kann.
Der 4K Panasonic wäre hingegen echte Konkurenz.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Salvador » 08.01.2017, 02:13

Die Frage ist halt, was ist besser, der 1080p Panasonic oder der 4k Panasonic? Die richtige Disc /File vorausgesetzt, schon letzterer, oder?

LG,
Andi
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Beitragvon beltane » 08.01.2017, 09:30

Hallo zusammen,

aber eigentlich doch klar - bei High Resolution nehmen sich die Hifi Kette und der Fernseher nichts. Die reine Fähigkeit, ein Signal technisch aufzulösen und wiederzugeben, sagt noch nichts über die Qualität aus, mit der das geschieht. Und die Anzahl der beeinflussenden Komponenten ist in der Hifi Kette ungleich höher als beim Fernseher. Wenn nur eine Komponente nicht in der Lage ist, die Unterschiede herauszuarbeiten, hilft High Resolution nicht weiter. Zumal bereits eine gut produzierte CD mit dem richtigen Equipment hervorragend wiedergegeben werden kann.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Nordlicht » 08.01.2017, 10:50

SolidCore hat geschrieben:Hallo Hans Martin

"Also wird der Klang an sich ebenfalls auf CD Niveau erreicht."

Damit meine ich, das die Cheryl Benthyne als HiRes abgespielt und mit dem CD-Recorder aufgenommen,
als gebrannte AudioCD sehr vergleichbar klingt wie das Orginal in HiRes, obwohl es ja nur noch CD-Format hat.
Also kam ich zu der Schlussfolgerung, das dieses CD-Format das Potential hat, sehr gut zu klingen.

Gleiches fiel mir damals schon auf, als Schallplatten besser klangen als die Kauf-CD davon. Nahm man die Schallplatte auf einen CD-Recorder auf, klang sie als CD abgespielt so gut wie identisch wie die Schallplatte, und deutlich besser als die Kauf-CD. Auch als gerippte Version von Festplatte war das Ergebnis gleich.

Gruss
Stephan



Hallo Stephan

ich habe mir das genannte Album von Cheryl Benthyne mal angehört. Tolle Musik in sehr guter Klangqualität. Und das in 16 Bit 44 Khz. Vielen Dank für den Tip. Mehr brauchte ich nicht.

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