Michael (Backes & Müller BM 4, Klipsch Heresy I)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon cinematic » 07.02.2016, 17:35

Hallo Michael,

ich habe bei mir (gilt natürlich erstmal für meinen Raum) folgende Erfahrungen bei "Verschiebeaktionen" mit meinen BM18 und den Nano gemacht:

Es klingt besser bei mir wenn die Basisbreite etwas geringer ist zwischen den Lautsprechern als der Hörabstand und keine bis nur leichte Einwinklung stattfindet. B&M schrieb auch in der "Bedienungsanleitung" dass man sie ruhig enger zusammenstellen kann. Bei mir stimmt das, wenn ich sie möglichst weit aufstelle ist die Musik für mich irgendwie auseinandergerissen. Ein bischen zuviel "Stero-Ping-Pong". :wink: Stimmen stehen bei mir wie festgenagelt zwischen den Lautsprechern wenn ich so aufstelle, danach gehe ich meist vor bei der Aufstellung.

Ich habe hinter den Lautsprechern Absorber, dazwischen etwas weiter hinten aber einen glatten TV (geht nicht anders. :wink: ) Wenn ich die Lautsprecher möglichst weit nach vorne hole wird das Stereobild noch besser. Die Nano stelle ich immer vor die BM18 wenn ich mit ihnen höre (um keine 90kg wegschieben zu müssen). Der Sub2 steht dann ein Meter weiter hinten neben der linken BM18. Ich musste etwas mit der Phase rumprobieren bis er perfekt integriert war.

Vieleicht kannst Du eine engere geradere Aufstellung entgegen dem berühmten "gleichseitigen Dreieck" ja mal ausprobieren.

Grüße
tom
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Beitragvon Nova Auralis » 08.02.2016, 06:00

Hallo Michael,

hat es einen triftigen Grund, dass deine BM 4 so an die Wand gequetscht stehen?

Ich habe es bisher nie anders erlebt, als dass einem Lautsprecher ordentlich Luft im Rücken (sowie zu anderen Seiten) mit mehr Räumlichkeit (hier insbesondere räumliche Tiefe) und Abbildungsgenauigkeit danken. Sofern die Lautsprecher mit einem ortsunabhängigen Subwoofer ergänzt werden, würde ich somit immer wenn möglich einen größeren Abstand zu Wänden einhalten.

Andernfalls können wie gesagt Absorber Abhilfe schaffen, für mein Empfinden konnten diese in HiFi-Umgebungen jedoch letztendlich seltenst wirklich überzeugen. Deshalb rate ich ja ständig zu Diffusoren, die in den meisten Fällen wohl einfach die passendere Wahl wären.

Es sei aber natürlich darauf hingewiesen, dass auch Absorber in speziellen Situationen die einzig richtige Wahl sein können. Nur damit dies keiner (hier oder anderswo) falsch auffasst, ich möchte Absorbern also keinesfalls grundsätzlich eine positive Wirkung absprechen!

Schöne Grüße,
Jannis
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Beitragvon Michael » 08.02.2016, 14:02

Hallo Tom,

ich bin auch eher ein Freund von geringerer Basisbreite, aber durch das deutliche Einwinkeln, vermutlich unterstützt durch die mittigen Rfelektionen empfinde ich kein zerissenes Klanbild mit einem Loch in der Mitte.
Dieses Loch mittig empfand ich eher beim Versuch, mittels Basotec Matten mittig die Reflektionen zu vermindern, deshalb habe ich diese dort nicht eingesetzt.
Eine engere Basisbreite mit gerader Ausrichtung hatte ich übrigens vorher, mir gefällt es so aber besser!

Wobei ich deinem Tipp trotzdem telweise gefolgt bin, habe die Basisbreite also etwas verringert, aber eine deutliche, leicht reduzierte Einwinkelung beibehalten.
Das muss ich mir allerdings erst mal eine Weile anhören, um etwas dazu sagen zu können.

Das Quetschen der Boxen direkt vor der Rückwand ist momentan u.a.unserem 3jährigen Enkelchen geschuldet, denn in der Dachgaube ist noch eine Schaukel untergebracht, weiterhin steht dort öfters das Bügelbrett und zudem müssen wir öfters an die Kommoden.
Wenn mal unsere restlichen 2 Kinder ausgezogen sein werden, ist wohl auch ein Positionierung auf Ständern weiter im Raum denkbar.

Insofern auch eine Antwort auf deine Frage, Jannis.

Ob der häufig genannte Tipp, einen Sub NICHT in die Ecke zu stellen, tatsächlich so allgemeingültig ist, weiss ich nicht, aber bei mir, in Verbindung mit dem recht variabel einstellbaren Velodyne DD15 halte ich den höheren Room-Gain (oder geringerem Hub bei gleicher Lautstärke) für sehr willkommen, zumal in einer Raumecke wohl kaum (oder gar keine???) destruktiven, sondern nur konstruktive Überlagerungen, die wirksamer durch Absenkungen zu korrigieren sind, entstehen.

Oder sehe ich das völlig falsch??

Schöne KRosenmontagsgrüße aus dem jecken Rheinland :cheers:
wünscht euch
Michael (aus Bonn)
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Beitragvon Michael » 10.02.2016, 13:43

Hallo an alle,

ich bin Toms Tipp gefolgt:

Michael hat geschrieben:Wobei ich deinem Tipp trotzdem telweise gefolgt bin, habe die Basisbreite also etwas verringert, aber eine deutliche, leicht reduzierte Einwinkelung beibehalten.
Das muss ich mir allerdings erst mal eine Weile anhören, um etwas dazu sagen zu können.

Und habe mir das heute mal ausgiebiger angehört.

Dabei habe ich meinen Sitz-/Hörabstand zunehmend weiter weggerückt, bis ich soweit weg war, dass die Moderatorin (mit Hilfe des mit 256kb gestreamten WDR 3 Klassiksender abgestimmt) erstmalig nicht mehr aus beiden LS zu hören war, sondern scheinbar genau aus der (Phantom) Mitte kam. Dabei war zwar bei Konzertaufnahmen die Bühne nicht mehr so breit, aber eben auch nicht mittig ausgedünnt. Ein noch größerer Abstand veränderte bei der Moderatorin kaum etwas, kam weiterhin aus der Phantommitte, allerdings wurde die Bühnenabbildung kleiner.

Was haltet Ihr von dieser Vorgehensweise?

Bei dieser Anordnung stehen übrigens die LS ca 2 m auseinander, der Hörabstand beträgt ca 2,30m, die LS sind genau auf meinen Kopf zielend / eingewinkelt.

Desweiteren habe ich vor die ab 800Hz arbeitende MT/HT Kalottejeweils ein ca 4mm dickes Schaumstoffvlies angebracht. Dadurch wird die HT-Schärfe spürbar reduziert und es klingt ewas wärmer und runder, ohne (zu)viel an Details zu unterschlagen.

Gefällt mir so ziemlich gut.

Schöne Grüße
Michael (aus Bonn)
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Beitragvon Michael » 26.04.2017, 20:36

Leeve Lück,

angeregt durch Franzens (leider hier nicht mehr hier aktiv) Hörbericht im Open End Forum über die klanglich hohen Qualitäten eines von Hartmut Alt modifizierten Klipsch Heresies Paares samt von ihm entwickelter Elektronik habe ich mich in verschiedenen Foren näher mit den Klipsch Heritage Modellen beschäftigt. Denn zu Beginn der 80er Jahre hat mich der Klang von ein paar Klipsch Heresies in einer Bonner Disco (Maddox) schon sehr gefallen. Knackig, lässig, sehr dynamisch, damit ging die Post ab.

Wie es der Zufall wollte, ploppte eines Tages beim Eingeben von Klipsch Heresy fast wie von Zauberhand eine ebay Kleinanzeige auf, gerade einmal gut 2 Stunden vorher dort eingestellt, in der jemand die Heresy 1 bzw. E (für Europa) für faire 350 Ocken anbot, das auch noch in unmittelbarer Nähe meiner Arbeitsstelle. Ein Wink des Schicksals, dachte ich mir und sofort angerufen. Einen Termin am nächsten Abend nach der Arbeit gemacht und dorthin gefahren.

Ein netter, kompetenter Verkäufer, steht auf alten Sachen, hatte schon quasi alles von Klipsch (mehrere Heresies, Klipsch La Scala, Eckhorn, die Chorus), dazu noch einiges von JBL. Hat mir auch gleich noch ein Paar Tipps bzgl. Kabeln (empfahl Solid Core von DMS) sowie Verstärkern (z.B. alte Röhrenverstärker von Phillips aus den 60gern). Allesamt eben Komponenten, die nicht viel kosten aber schon recht viel brächten.
Glücklich die alten Schätzchen ins Auto gepackt, nach Hause gekarrt, meine Frau notärztlich versorgen lassen, weil fast einen Herzkasper bekommend ,was ich da mal wieder (völlig übertrieben) angeschleppt hätte, und mal irgendwie irgendwo oben im Dachjuhehh hingestellt und an meinen alten, quasi nie genutzten Surroundverstärker von Yamaha angeschlossen und ...

Ja da war er wieder, der knackige, lässige sehr klare und anmachende Klang wie weiland im Maddox (evtl.t auch nur eingebildet). Befürchtete Hornverfärbungen, von denen man immer so hört, waren, ähnlich wie es Franz auch empfand, nicht auszumachen, doch die sind die Höhen schon recht crisp. Allerdings eine nicht so erwartete Klarheit, eine ziemliche Direktheit, wohl wegen der Hörner, aber nicht zu unangenehm und eine insgesamt sehr knackige Widergabe mit eher schlanken, aber präzisen Bassbereich. Tja, so ein hart aufgehängter 30iger Bass mit Papiermembran und geringen Hüben selbst bei hohen Pegeln über 100dB ist halt so ne richtige „Rennpappe“. Ich beginne, die Freunde von Höernern und wirkungsgradstarke LS zu verstehen und deren Gründe hierfür zu teilen!

Als ich zwischendurch auf meine BM 4 umgebaut habe, dachte ich zuerst, ist der HT kaputt? Bei geringen Pegeln klingst selbst die geregelte BM 4 merklich müder und letzten Endes weniger livehaftig! Dazu macht es total Laune, deutlich richtig laut aufzudrehen, weil die Teile rotzen das mit einer Lässigkeit raus, da komprimiert und klingelt nichts, außer meinen Öhrchen!

Und in Verbindung mit einem präzisen Sub (hab ja den geregelten 38er Velodyne DD 15) geht z.B. bei Helmut Hattler oder auch Johnny Guitar Watson so die Post ab, fast schon süchtig machend.

Meine BM habe ich jetzt erst mal abgeklemmt und werde mich aufgrund des bisherigen Ergebnisses mit einer Röhrenendstufe befassen.

Bin alles in allem total begeistert! Danke dir, Franz (du liest doch bestimmt immer noch hier mit !?!)

Mit freudigen Grüßen aus Bonn
Michael
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Beitragvon easy » 26.04.2017, 20:54

Hallo Michael,

Schöner Bericht ,man spürt förmlich deine Begeisterung .Viel Spaß mit den "alten Geraffel" :cheers:

Und ja, Franz liest hier immernoch mit,hatte grad heute noch mit ihm über den Besuch bei Hartmut Alt telefoniert.

Dann lass es mal richtig rocken

Reiner
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Beitragvon Rudolf » 26.04.2017, 21:05

Hallo Michael,

die Klipsch Hersey ist bei mir schon seit Längerem vorgemerkt meinen Lautsprecherzoo zu verstärken.

Schön zu lesen, dass sie dir so gut gefallen!

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Melomane » 26.04.2017, 21:17

MIchael,

hast du die Heresy auf Ständern in Ohrhöhe oder in ihrer bodennahen Normalstellung?

Ich hatte die kurzzeitig bei mir - leider nicht auch auf Ständern getestet. Bodennah war mir die "Bühne" zu niedrig - da sangen nur Zwerge. ;)

Ansonsten: Viel Spaß mit den Dingern.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Hans-Martin » 26.04.2017, 22:41

Hallo an alle alte Ohren,

der Trend zu Hörnern ist unaufhaltsam. Ur-Opa hatte noch ein Hörrohr, wir kümmern uns alternativ demnächst um gekoppelte Hörgeräte (mit denen das räumliche Hören unterstützt wird). In der Zwischenzeit wechseln wir zwecks Musikhören zu Konzepten der frühen 1960er Jahre, geblendet von der anspringenden Dynamik, die die LS der Röhrenzeit boten. :cheers: Vergessen sind die Verfärbungen, die manchen von uns einst von diesen LS ferngehalten haben, aber geschickte Modifikationen oder DSP oder Acourate schaffen es schon, die unangenehmen Resonanzstellen und Verfärbungen zu korrigieren. Die von Anselm Goertz bei hornblower modifizierten Klipsch LaScala riefen ja auch Begeisterung hervor.

Mein Eindruck von den Heresy (1979 bei einem Berliner Händler gehört, damals natürlich mit Vinyl) war davon geprägt, dass die Dynamik im Mittel-/Hochton den Bass deutlich zu überholen schien. Die Boxen standen dort direkt vor einer Wand, bodennah auf niedrigen Ständern, und Transistorverstärker der späten 1970er waren soo schlecht auch nicht. Ich habe nie wieder Heresy gehört, das Kapitel war für mich abgehakt (und dieser Eindruck hat fast 40 Jahre überdauert).

Immerhin stehen uns 40 Jahre später nicht nur neuere Erkenntnisse, sondern auch damals ungeahnte, heute verfügbare Hardware, hilfreich zur Seite, Hornverfärbungen deutlich zu mildern. Man hört ja nicht nur Rock oder Jazz mit exzessiven Bläsersätzen, gelegentlich ist ja auch mal eine menschliche Stimme zu hören. Die konnte die Heresy von damals aber gar nicht. Die modifizierte macht das besser?

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Michael » 26.04.2017, 23:06

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure freundlichen Reaktionen, jawohl

1) Reiner, ja, du liegst goldrichtig, ich bin total begeistert
2) Rudolf, die Dinger darfst du dir nicht entgehen lassen, wie gesagt, gebraucht für kleines Geld tolle Spaßmacher, und danke für die Einbindung der Heresies in meiner "Überschrift"
3) Jochen, ich hatte sie anfangs auf dem Boden, war schon etwas ungewohnt, hätte aber, da üblicherweise im Sessel sitzend lauschend, mich daran gewöhnen können.

Nun habe ich sie in ca. 60cm Höhe (Unterkante Boxen) auf den bisherigen Positionen der BM 4 stehen, leicht eingewinkelt, im Sitzen befindet sich die Mitte des TT in etwa in Ohrhöhe, der Mund von Sänger/innen in dieser Position ist somit leicht erhöht, ich schaue sozusagen zu den Künstler/innen auf, die meisten haben dies wohl auch verdient.

Aufgrund des spürbaren Bassabfalls besonders in der jetzt erhöhten Position ist es aber wohl sinnvoll nur mit einem zusätzlichen Sub. Wobei, zusätzlich habe ich, welch Frevel, in die Öffnung des HT- Horns ca 1cm dicken Schaumstoff eingelegt, empfinde ich für mich in der jetzigen Kombination und meinen Hörgewohnheiten noch langzeittauglicher, aber ich bin halt in der Probierphase.

By the way: Die Heresies waren ja wohl damals als Ergänzung für die Eckhörner konzipert worden, um bei evtl. zu großen Basisbreiten die Mitte akustisch aufzufüllen. Und ich denke, um die Basstiefe und Fülle zu unterstützen, hat sich Klipsch bewusst für diese Positionierung entschieden und daraufhin abgestimmt.

Lt. irgendwo gelesener netter Anekdote muss wohl jemand, dem Mr. Klipsch dieses Unterfangen erläutert hatte, wohl entgegnet haben, wenn er es hinkriegt, "kleine" Boxen zu entwickeln, die mit den Eckhörnern akustisch in etwa (wohl im Sinne der Homogenität) mithalten, grenze das an (akustischer) Ketzerei. Da stand für den Klipsch fest, wenn ihm dies gelänge, würden die Dinger Heresy = Ketzer heißen.

Mit freudigen Grüßen aus Bonn
Michael
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Beitragvon Melomane » 27.04.2017, 07:12

Michael hat geschrieben:By the way: Die Heresies waren ja wohl damals als Ergänzung für die Eckhörner konzipert worden, um bei evtl. zu großen Basisbreiten die Mitte akustisch aufzufüllen.

Hallo Michael,

die Story meine ich auch über die Cornwalls gehört zu haben. Dabei interessiert mich doch, wer eigentlich für das "Loch in der Mitte" verantwortlich war: Die LS oder die damals oft anzutreffende Ping-Pong-Stereo-Philosophie. Na ja, nehmen wir doch im Sinne der Entwickler an, dass die wussten, was sie taten. ;)

Gruß

Jochen
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Beitragvon Michael » 27.04.2017, 22:11

Hallo zusammen,

habe mir gestern aus rumliegendem, isoliertem Kupferkabel, Durchm. ca 1.5mm 2 etwa 3m lange, verdrillte LS Kabel gebastelt und meinen alten Yamaha StereoverstärkerAX-570 (war mir gar nicht mehr sicher, ob der überhaupt noch funktioniert), an die Heresies angeschlossen, als Quelle fungiert mein Audio Cocktail X 40.

Zusätzlich habe ich die Boxen hinten ca 1cm höher gestellt als vorne, also eine leichte Neigung nach unten realisiert, da meine Kopfhöhe in meinem Hörsessel unter dem HT liegt. Weiterhin hatte ich ja bereits die HT mit ca 1cm dickem Schaumstoff etwas gezügelt.

So habe ich heute wirklich seeeeehr genussvoll Musik gehört.

Dabei fördern die Boxen möglicherweise sogar mehr Details zutage als meine BM 4, zumindest im höheren Bassbereich bis hin zu den mittleren Höhen! Das Klangbild erscheint mir deutlich offener, erheblich dynamischer und einfach so viel mehr livehaftig, wie ich es zumindest bei mir so noch nie gehört habe!

Nicht nur Jazz (hier die CD "The toys of men" von Stanley Clarke) kam bei hohen Pegeln beinahe so authentisch rüber, als wäre ich live dabei. Es komprimiert dabei halt noch nichts, das Klangbild wird nicht dichter, sondern alles kommt mit einer solchen Lockerheit und Selbstverständlichkeit und eben auch Offenheit, einer angenehmen, nicht zu starken Direktheit und zusätzlich Souveränität daher, ich bin total begeistert!

Aber auch Klassik klingt für meine Ohren sehr authentisch. Habe vorhin die komplette "Pictures of an exhibition" mit Georg Solti und dem Chicgo Symphony Orchestra gehört. Es waren mehr Details zu vernehmen als mit den BM 4! Im Moment höre ich von Copland "The fanfare for the common men". Kommt mit einer Sauberkeit und Wucht rüber, einfach toll!

Wobei ein guter, schneller Sub schon sinnvoll ist, vervollständigt er doch das Klangbild auch in den untersten 2 Oktaven bis so ca. 60/70 Hz. Da ist so mein geregelter 15 Zöller wohl schon passend, evtl gar 2 davon.

Mit weiterhin freudigen, fast schon euphorischen Grüßen

Michael (aus Bonn)
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Beitragvon Melomane » 27.04.2017, 22:59

Hallo Michael,

Michael hat geschrieben:Aber auch Klassik klingt für meine Ohren sehr authentisch.

Willkommen im Klub! ;)

Wobei ein guter, schneller Sub schon sinnvoll ist

Hm, für authentische Klassik nicht unbedingt erforderlich, zumal die Koordination der beiden Konzepte nicht einfach werden dürfte. Dann lieber ein Upgrade auf größere Klipsch, sofern zimmerkompatibel.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Michael » 28.04.2017, 09:20

Hallo Jochen,

natürlich ist das Einbinden eines Subs nicht einfach, und meine Einstellung ist sicher nicht optimal. Der Pegel des Subs ist generell eher leiser einstgestellt, auch der Low Pass ist z.Zt bei etwa 60Hz und 12dB Steilheit nicht sehr aufdringlich. Wobei ohne Sub fehlt bei elektronischer Musik, aber auch bei vielen Jazzaufnahmen schon etwas, da macht das Hören mit SUB zumindest viel mehr Spaß! Bei Klassik ist der Sub dagegen häufig entbehrlich, wenn nicht gerade Mahler, Beethoven oder Orgelstücke "drann" sind.

Wobei ich, so glaube ich zumindest, das große Glück habe, in einem rel. großen mit fast gar keinen parallelen Wänden versehenen Raum hören kann.

Das Giebeldach beginnt bei etwa 90 cm Höhe und hat eine (Innen)firsthöhe von rund 4 m. Der seitliche Wandabstand der Boxen liegt etwa bei 1,5. Der Innenabstand der Boxen bzw. Chassismitten beträgt gut 2 m und mein augenblicklicher Hörabstand liegt bei gut 2,50m, dahinter habe ich dann zwar kaum noch Platz bis zur Rückwand, aber so gut 7,5m müssten es schon noch sein. :D :mrgreen: :cheers: Rechnerisch bekomme ich bei der größten Raumdiagonale mit etwa 12m locker 30Hz "unter"! Dazu ist der Raum rel trocken, Bücherregale stehen rechts und links an den langen, eben auch nicht ganz parallelen Wänden (ca 4-7 Grad, müsste das mal ausrechnen.

Im Moment lausche ich dem WDR3 Klassikforum über den Tuner des Cocktail X 40, und selbst hierbei - übrigens ooohne Sub!- klingst einfach schön, auch bei eher geringerer Zimmerlautstärke bereits gut durchhörbar und ziemlich lifelike.

Zudem stören mich Hornverfärbungen nicht, ich zumindest nehme nichts dergleichen wahr. Aber ich bin sicherlich nicht der so geübte Hörer, mangelsu.a. häufiger Konzertbesuche.

Wäre natürlich interessant, wie Hans-Martin dies hier bei mir empfände, schreibt er doch, dass dies vor langer Zeit ein K.o.-Kriterium gegen die Heresy gewesen wäre.

Doch spielen die Hörgewohnheiten, das Hörempfinden, ob man evt. Grundton- oder Obertonhörer ist, wie der eigene Hörverlust ist, sich der eigene, noch vorhandene Dynamikbereich des Hörorganes (von der Ohrmuschel bis zum Hörzentrum bzw. die Verarbeitung der gelieferten Signale in demselbigen), der Raumakustik, des Frontends, Aufnahmetechnik ... eben alles auch eine Rolle.

Kurzum, bei so vielen Einflussgrößen bin ich froh, dass mir die Dinger sooo viel Freude machen, und dies für solch lächerliches Geld, Preis-Leistung für mich: sehr schwerlich zu toppen !!!

Mit "happygen" Grüßen

Michael (aus Bonn)
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Da kann man ja direkt Eintritt verlangen!

Beitragvon Michael » 01.05.2017, 12:12

Gestern habe ich meinen Nachbarn Robert auf der Terasse gefragt, ob er mal Lust hätte, sich meine Neuerwerbung anzuschauen bzw, wichtiger, anzuhören. Trotz besten Wetters hatte er Lust dazu. Er solle sich gerne irgendeine Platte mitnehmen, meinte ich. Gesagt, getan, ab ins Dachjuhehh.

Kurzum:
Den optischen Test haben die Heresies nicht wirklich bestanden, aber immerhin, der Vintage Look hätte ja doch schon irgendwas (ist halt ein netter, höflicher Mensch, der Robert).

Dann seine ECM CD eingelegt.

Doch irgendwas stimmte gar nicht:
Der linke Kanal war total leise und klang verzerrt.

Mist, ist etwa der alte Yamaha X 570 über Nacht abgeraucht, wissend, das kanns ja nicht sein. Nach einigen Minuten Fehlersuche stellt ich fest, dass an der linken LS-Verstärkerbuchse ein Kabel meiner aus 2 ca. gut 1mm durchmessenden soliden Kupferkabels selbst gedrehten, (nein, nicht Zigaretten) LS-Kabeln gelöst hatte bzw mit Wackelkontakt drann hing. Danach war das Problem gelöst.

Nun wiederseine ECM Scheibe reingelegt, es war irgendein ganz filigranes, zartes Jazzstück. Hat uns beide aber nicht so wirklich überzeugt. Wobei Robert sehr gerne und meist über Kopfhörer hört. Über seinen Sennheiser, ich glaube Mod. HD 650 kämen doch mehr Details.

Dann habe ich die mir von Robert zu meinem letzten Geburtstag geschenkte Stanley Clarkes "The Toys of man" eingelegt und auch mal etwas lauter gedreht. Das hörte sich dann gleich ziemlich involvierend an.

Und mit zunehmender Spiedauer, fingen Roberts Füsse immer heftiger an zu wippen und er begann "Luftschlagzeug" zu spielen (gibts das überhaupt)? Früher hatte er mal in ner Schulband Schlagzeug gespielt und war gleichzeitig häufiger auf Livekonzerten, z.B. Leverkusener Jazztage oder in der Bonner Harmony, u.a. waren wir dort auch zusammen bei Helmut Hattler usw.

Sehr gut, dynamsch und livehaftig, dazu knochentrocken, eben sehr authentisch gefiel ihm insbesondere die Wiedergabe von Schlagzeug und E- wie auch akustischem Bass. Dazu die Lässigkeit und Klarheit, mit der die Kombi aus Billigverstärker, gutem Sub (DD15) und den 350€ Heresies agierte.

"Quasie wie im Konzert", insbesondere, wenn wir es mit der hier im Forum schon öfters zitierten "Naturlautstärke" abspielten.

Sein Augen leuchteten und er war total "dabei", und dann kam sein Satz aus der Überschrift.

Und wenn eine Anlage sowas ermöglicht, kann sie soviel nicht verkehrt machen und ermöglicht, vielleicht nicht bei jeder Musik, das, was wir eigentlich anstreben. Allerdings scheine ich auch ein Riesenglück mit meinem Raum zu haben, ohne diesen wäre es wohl so nicht ganz möglich.

Euch noch nen schönen ersten Mai!

Michael (aus Bonn)
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