Jürgen (Zingali Client Name Evo 1.5, u.v.a.m.)

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Beitragvon shakti » 02.04.2018, 22:03

hatte heute Abend mal wieder Besuch von einem sehr guten "Hörer", der damit auch im professionellen Umfeld zu tuen hat. Zumindest scheine ich auf dem richtigen Pfad zu sein, da er sehr begeistert vom aktuellen set up war. Mir sind solche Besuche immer sehr wichtig, da Menschen, die die Entwicklung des persönlichen Hörraums von Anfang an mitbekommen immer sehr gut feedback geben koennen. Wir besuchen uns zumeist gegenseitig und sind in gewisserweise gegenseitig unser Korrektiv, dass man sich nicht verläuft auf dem Weg zum optimalen Klang und irgendeinem Aspekt zu viel Bedeutung beimisst...

So werde ich nun weiterhin nach Ohr und Gefühl die Reflektionen und Moden meines Raumes angehen :-)

Gruss
Juergen
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Beitragvon Eusebius » 02.04.2018, 22:22

Ich bin überhaupt nicht gegen eine raumakustische Abstimmung nach Gehör.
Die meisten machen es ja so.
Allerdings halte ich es für falsch, auf die Rückkopplung per Messung bewusst zu verzichten.
Man sieht halt einfach viel genauer was passiert. Es ist viel mehr möglich.

Früher konnten nur einige wenige Profis messen.
Wir Hörer hatten die Möglichkeiten gar nicht.
Ich bin heilfroh, dass das heute anders ist.

Natürlich steht am Ende immer das hörbare Ergebnis.
Mit messtechnischer Unterstützung kann das sehr viel besser ausfallen als ohne.

Gruß!
Rainer
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Beitragvon Jupiter » 02.04.2018, 22:38

Hallo Joachim,
Wir sind ja nah beinander mit unserer Meinung.
Es gibt sinnvolle Reflektionen und nicht sinnvolle Reflektionen.

Irreführend ist wohl oft die absolute Aussage das man für oder gegen Raumbearbeitung ist.
Ebenso die Bearbeitung des Signals mit DSP.

Genauso oft wird die Auswirkung von Maßnahmen unterschiedlich in der Diskussion von uns bewertet ohne dass wir die Maßnahmen im bearbeiteten Raum selbst gehört haben.

Ich möchte selbstverständlich keinen toten Raum haben, aber ab wann ist das erreicht.

Welcher Maßstab ist da gültig?

Für Jürgen wäre wohl ein Nachhall von durchgehend 200 ms die Hölle, für Eusebius der Himmel.
Ich tendiere da auch eher in Richtung Himmel.

Leider beurteilen wir allzuoft die Ausprägung der Maßnahmen unterschiedlich wobei uns die Maßnahmen ja schon sinnvoll erscheinen.

Mannheimer Bahnhofshalle, ach wie schön wäre da ein Basotectdeckensegel.

In dem von dir eingestellten Link schreibt Linkwitz von einem Mindestabstand der LS von 100 cm zu den Wänden,
Ok da sind die Reflexion nicht so ausgeprägt wie bei einem Abstand von 30 cm.
100 cm Seitenwandabstand kann nicht jeder, entsprechend werden Maßnahmen nötig.


Gruß Harald
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Beitragvon shakti » 02.04.2018, 22:43

meine LS haben ca 2,5m Abstand von den begrenzenden Wänden, das ist schon mal ganz angenehm .
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Beitragvon Jupiter » 02.04.2018, 22:51

Hallo Jürgen,
Dann müßen wir beide auch nicht zwangsläufig die Seitenwände mit Basotect belegen.
Zumal wenn die LS eingewinkelt sind.

Wir beide haben da ja Glück, unser Kollege Ralf im Keller weniger.

Wir werden lesen was er berichtet.

Noch einen schönen Abend :cheers:

Gruß Harald
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Beitragvon Eusebius » 03.04.2018, 06:26

Es geht ja auch um den Zweck des Hörraums.
Für seine vielen Veranstaltungen und Hörbesuche mit mehreren Gästen braucht Jürgen eine entsprechend großen Hörzone.
Das geht mit einer so starken Bedämpfung wie ich sie mir eingerichtet habe (im Mittel sind es sogar nur 150 Millisekunden) gar nicht.

Der Zusammenhang ist ganz simpel: Je stärker die Bedämpfung, desto kleiner die Hörzone, bis sie in meinem extremen Fall wirklich zu einem Sweet-"spot" an der Spitze des Stereodreiecks geschrumpft ist.
Andererseits gilt aber auch: Je schärfer und kleiner der Sweetspot, desto schärfer und genauer funktioniert die virtuelle Abbildung der Schallereignisse über zwei LS.
So will ich hören. Es bedeutet aber auch, dass ich das nicht mehreren Zuhörern gleichzeitig vorführen kann.
Bei mir muss sich immer nur eine Person genau in den Sweetspot setzen.

Gruß!
Rainer
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Beitragvon Diskus_GL » 03.04.2018, 09:24

Eusebius hat geschrieben:Es geht ja auch um den Zweck des Hörraums.
...
Der Zusammenhang ist ganz simpel: Je stärker die Bedämpfung, desto kleiner die Hörzone, bis sie in meinem extremen Fall wirklich zu einem Sweet-"spot" an der Spitze des Stereodreiecks geschrumpft ist.

Umsomehr wird sich Jürgen mit dem Reflexionsbild im Hörbereich - bzw. in seinem Raum - beschäftigen müssen. Einfach nur alles wegdämpfen bis man nur noch an einem Platz das passende Verhältnis von Direktschall zu Reflektiertem Schall hat funktioniert bei Jürgen nicht... muss auch nicht.

Idealerweise bezieht man die Wahl geeigneter Boxen (Stichwort zum Raum passendes Abstrahlverhalten) mit in die Überlegungen ein... ansonsten bleibt nur noch das Umstellen von Boxen und Möbeln...bis es halbwegs passt. Glücklicherweise hat Jürgen einen großen Raum... und die nötige Geduld. :cheers:

Grüße Joachim
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Beitragvon shakti » 06.04.2018, 20:54

heute ist der Rest der bestellten HOFA Teile gekommen, dh insgesamt 8 Kartons mit 50 x50 cm grossen Absorbern/Diffusoren zusätzlich zum "spielen".

In meinem Zimmer sind bereits einige Diffusoren und Absorber dieses Maßes verteilt. Ziel der Aufgabe war es, zu hoeren, ob an den richtigen Stellen Absorber oder Diffusoren stehen.

Die Idee ist es gewesen, an den entsprechenden Punkten im Zimmer 2D und 3D Diffusoren (VM-Acoustic und HOFA) sowie HOFA Absorber 1zu1 auszutauschen und zu hören, wie der Effekt ist.

Weiterhin sollten an potentiell neuen Stellen weitere Elemente platziert werden, bzw eben auch entfernt werden.

Die Positionen im Raum sind weitestgehend vorgegeben, da eine harmonische optische Aufteilung angestrebt wird. Nur im Extremfall weiche ich davon ab (zB muss im Bereich der ersten Reflektion an den Seitenwänden etwas platziert sein)

Es geht entsprechend auch nicht um eine Neuinstallation (die liegt schon etwas zurueck) , sondern um die Erkenntnis, wie sich der Wechsel zwischen den 2D, 3D Diffusoren und Absorbern so macht.

Meine Decke und der Boden sind unbehandelt, auf dem Boden liegen Felle, die Decke ist abgehängt mit Lüftungslöchern, kann also fein schwingen....und die 7 Lüftungslöcher der Abluftanlage sind sicherlich auch interessante nicht definierte Bassfallen :-)

Ich nutze zum hoeren (ich messe ja nix) gerne Musik mit mehreren Gitarren, zB "Friday night in San Francisco", da man mit solchen Platten sehr schoen die Verdeckungseffekte von Reflektionen hören kann, aber auch sehr schnell klar wird, ob Dynamik, Natürlichkeit und "Musik" verloren geht.


Festhalten kann man, dass an jeder Position der Unterschied zwischen den 3 Elementen auch wenn nur 0,25qm gross, sofort eindeutig hörbar war. Wichtig ist, dass alle gerade nicht genutzten Elemente ausserhalb des Hörraums gelagert werden! Entsprechen ist es etwas Lauferei , die Elemente zu tauschen.

hat man sich an einer Stelle entschieden, geht man die nächste an und nächste an, kann man wieder vorne anfangen, da die Wirkung der Elemente sich gegenseitig beeinflusst.

hat man an einigen stellen 2 oder 3 der Elemente übereinander , ist es auch interessant zu hoeren, dass man nicht pauschal sagen kann, an welcher Stelle welches Modul zu kommen hat, habe nun einen dreier Stack mit einem 2D Diffusor als unterstes Element, das haette ich nicht so erwartet.

Bei HOFA gibt es die Absorber in der einfachen und der Holzgerahmten Form.

die einfachen sind beidseitig akustisch offen, dh mit diesen Elementen kann man auch dickere Absorber bauen, indem man 2 oder 3 aufeinander setzt.

Dies ist auch eine interessante Variation, so nutze ich nun einen doppelten HOFA Absorber in der Nähe einer Raumecke / hinter dem Sofa ein. Passten prima in eine alte einseitig offene Holzkiste, die mir als TelefonTisch dient.

Die Dicke der Absorber ist aber an allen Positionen recht schnell hörbar. Wurde mir aber zumeist zu viel, dh die Lebendigkeit nimmt ab.

Interessanterweise konnte ich die pauschale Meinung , dass Diffusoren die Energie im Raum lassen und Absorber rausnehmen in meinen Fensternischen nicht bestätigen. Es kommt tatsaechlich auf die individuelle Position an, ob der Holzgerahmte HOFA Absorber oder ein VM-Acoustic 2D Diffusor in meinen Fensternischen lebendiger spielt.


Das war ein spannendes Unterfangen und ein weiterer Schritt in eine mir persoenlich passende Raumakustik.

Gruss
Juergen
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Beitragvon zebaoth » 08.04.2018, 08:03

Ciao Juergen

Danke für Deinen Erfahrungsbericht, was sehr interessant wirkt.
Bin gespannt, wie sich künftig Dein Raum anhören wird.

Gruss Patric
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