Fujak (Adam Tensor Epsilon + Subwoofer Teufel M11000)

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Beitragvon Hans-Martin » 17.02.2017, 11:06

Hallo Fujak,
ich habe festgestellt, dass bei der Einspeisung der 5V durch ein geregeltes Analognetzteil oder Batterie der Klang des angeschlossenen Gerätes (hier: Manunta /M2Tech Hiface) noch einmal besser wurde, wenn die rote Leitung des USB-Kabels nicht nur vor der externen Einspeisung unterbrochen wurde, sondern auch auf der anderen Seite.
Die kapazitive Einstreuung von Störungen von der Stromversorgung des Computers auf die Datenleitung wird so unterbunden.
Nun bewegt mich die Frage, ob man bei der USB-Verbindung auch auf die Masseleitung vom PC verzichten kann.
Darf man das, ohne Gefahr zu laufen, dass Potenzialunterschiede (z.B. nicht geerdeter Laptop) den USB-Eingang beschädigen?
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Fujak » 17.02.2017, 13:31

Hallo Hans-Martin,

interessante Frage. In meinem Setup kann ich sie folgendermaßen beantworten: seit ich die externe Stromversorgung am USB-Modul betreibe, reichen bei mir die beiden Datenleitungen. Ich habe das Splitpower-USB-Kabel von Paul Pang Studio im Einsatz. Hier werden die beiden Stromadern V+/- und die beiden Datenleitungen Data+/- in zwei separaten Kabeln mit zwei USB-Steckern geführt.

Wenn ich das Kabel V+/- weglasse, spielt der Streamer ohne Probleme. Wie Du beschreibst: Das Klangbild hört sich sauberer an, als wenn ich V+/- wie üblich anschließe (Der SOtM sMS-200 hat ja 1xUSB für DAC und 2xUSB für Sources).

Es funktioniert übrigens auch an der "audiophilen Vollausbaustufe" meiner USB-Strecke, nämlich:
SOtM sMS-200 ➡️ AQ Jitterbuster ➡️ USB-Kabel 1 (4-adrig) ➡️ Intona Isolator (Industrial) ➡️ USB-Kabel 2 (2-adrig PPA Splitpower) ➡️ AFI-USB-Modul

Ergebnis: Exzellent sauberer, detaillreicher und sehr räumlicher Klang.

Grüße
Fujak

P.S.: Worum es sich beim USB-Kabel 1 in Zukunft handeln wird, ermittle ich gerade in einem Test zwischen 3 hochwertigen USB-Kabeln - dazu später mehr.
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Beitragvon beltane » 17.02.2017, 16:38

Hallo Fujak,

Fujak hat geschrieben:
beltane hat geschrieben:Und dann noch folgende Frage: Wenn es vom Notebook zunächst in den USB Regen geht und von dort aus in das USB Modul und der USB Regen über ein eigenes lineares Netzteil gespeist wird, kann dann auf jeden Fall auf eine separate Stromversorgung des USB Moduls verzichtet werden?

Ja, das geht, ich glaube, Bernd Peter macht dies so (siehe hier: viewtopic.php?p=132363#p132363).

Grüße
Fujak


prima und danke - da ich jetzt noch ein lineares Netzteil für den Afi bekomme, ist meine Lösung dann wohl weitgehend optimiert.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Fujak » 24.03.2017, 20:03

Hallo zusammen,

angeregt durch die Akku-Experimente von Bernd Peter (siehe sein V-Thread) und einem längeren Telefonat mit ihm beschloss ich vor zwei Monaten, ebenfalls damit zu experimentieren. Die Grundidee, über die ich mit Bernd Peter sprach, besteht ja darin, die durch den AFI-USB erreichte galvanische Isolierung zwischen Streamer und DAC durch den Einsatz von Akkus auch in Bezug auf die Stromversorgung zu erreichen, d.h. dass auch darüber keine Potentialunterschiede mehr auftreten können. Neben dem sauberen Strom dürfte dies ein weiterer Faktor für den klanglich positiven Effekt sein.

Die darauf folgenden Wochen waren mit ausgiebigen Experimenten mittels eines provisorischen Versuchsaufbaus zu diesem Thema verbunden. Nachdem dies am Ende eine echte klangliche Ofenbarung bedeutete, entschied mich, das Provisorium in eine solidere Konstruktion umzubauen. Auch wenn diese Konstruktion ebenfalls nicht endgültig ist, so kann ich mit ihr prima leben - und vor allem Musik genießen. Deshalb möchte ich sie Euch nicht vorenthalten.

Zur Konstruktion:

Akku:

Im wesentlichen stehen zwei Typen in der engeren Wahl, nämlich LiPo-Akkus (Speichersubstrat aus Lithium-Polymer) oder LiFePO4-Akkus (Speichersubstrat aus Lithium-Eisen-Phosphat). Nach einigen Recherchen entschied ich mich für LiFePO4- Akkus - und zwar aus mehreren Gründen:

  • Sie sind ungefährlicher (so gut wie keine Brand- und Explosionsgefahr)
  • Sie haben mehr Lade-/Entlade-Zyklen (2000 vs. 300)
  • Sie haben eine größere Toleranz bei der maximalen Entladespannung durch größeres Spannungsdelta (1,4V vs. 0,8V)
  • Sie haben eine stabilere Spannungskurve bei der Entladung (maximale Differenz von Start bis Dropout 0,2V vs. 0,5V - bei mehreren in Reihe geschalteten Zellen erhöht sich die Differenz entsprechend der Anzahl)


Hier mal eine Grafik, die das unterschiedliche Entladeverhalten anzeigt:

Bild
Eine typische Lipo-Zelle von Trustfire mit einer typischen LifePO4-Zelle von Soshine (Typ IFR26650), die ich übrigens in meinem Setup einsetze. (Quelle: http://lygte-info.dk)

Die Soshine-Akkus weisen eine gemessene Maximalspannung von 3,6V bei einer Kapazität von 3,4 Ah. Erworben habe ich sie bei Ebay. Sie trafen bei mir vorgeladenen mit 3,3V ein, sodass ich sie für den ersten Einsatz nur wenig nachladen musste.


Strom-Dimensionierung:

Es hatte sich in klanglicher Hinsicht als lohnend herausgestellt, alle drei in meinem Setup beteiligten Digital-Komponenten mit jeweils eigenem Strom zu versorgen. Insofern gibt es drei Verbraucher:

  • SOtM smS-200
  • AFI USB-Modul
  • AFi Basisgerät


Der SOtM sMS-200 weist eine angegeben Spannungstoleranz von 6...14V auf.
Hier habe habe ich 3 Zellen á 3,33 V 3,4 Ah (=10 V max., 6,6 V min.) genommen. Man könnte durchaus noch eine zusätzliche Zelle nehmen, um den günstigesten Arbeitspunkt des internen Regulators des smS-200 zu erreichen. Diese Zelle hat jedoch nicht mehr in mein Gehäuse gepasst und stößt auch am oberen Ende der maximalen Spannung von 14,4 V deutlich am Ende zulässigen Spannung des Regulators (14 V) an.

Der AFI weist für das USB-Modul einen Spannungseingang von 5V auf.
Zwei Zellen á 3,33 V, 3,4 Ah bedeuten jedoch 6,7V max. und 4,4V min.
Ich habe das USB-Modul mit dem Labornetzteil im laufenden Betrieb vermessen. Dabei ergibt sich ein maximaler zuverlässig funktionierender Spannungsbereich seines internen Regulators zwischen 3,5 V am unteren Ende und 7,0 V am oberen. Soweit so gut. Doch klanglich tut es dem USB-Modul nicht gut, deutlich unter 5V zu gehen und in thermischer Hinsicht sind deutlich mehr als 6V auch nicht auf Dauer human (wenn man davon bei einiem technischen Gerät überhaupt sprechen kann). Deshalb entschied ich mich hier, ein zusätzliches Regulator Modul mit einem LDR (LT1083) plus der üblichen Peripherie-Elektronik einzuschleifen. Damit kann ich dem USB-Modul konstante 5V mitgeben.

Das AFI Basisgerät weist einen mit meinem Labornetzteil gemessenen Spannungsbereich von 6,5V bis 11V auf, ohne dass es zu klanglichen Einbußen kommt. Insofern kommen hier 3 Zellen á 3,33 V 3,4 Ah (=10 V max., 6,6 V min.) zum Einsatz. Das Basisgerät verbraucht übrigens weniger als die Hälfte der Leistung des USB-Moduls.


Gehäuse:

Als Gehäuse dient eine Metallkassette, die einen flachen Deckel zum Aufklappen besitzt, der mit einem Hebelverschluss versehen ist. Auf diese Weise kann ich die Akkus zum Laden schnell herausnehmen und später wieder einsetzen. Lediglich auf der Rückseite habe ich 4 Durchlässe für diverse Kabel (siehe Bilder) gebohrt und 4 Gummi-Gerätefüße am Boden angebracht. Damit ist das Gehäuse fertig.

Alle Komponenten habe ich auf einer schwarz beschichteten Holzplatte (Birke-Multiplex) aufgebaut, was gegenüber dem Direktaufbau in die Kiste den Vorteil hat, dass ich alles zunächst einmla ohne große Verrenkungen aufbauen und dann nach Fertigstellung komplett in die Kiste einsetzen kann.

Das sieht dann von außen so aus:

Bild

Hier die Rückseite mit herausgeführten Kabeln:

Bild

Hier das andere Ende der Kabel mit Steckern:

Bild

Und hier die Innenansicht mit den verbauten Komponenten:

Bild

Die Komponenten im einzelnen:


Sicherung:

Neben den 8 Akkuhalterungen sieht man links im Bild drei größere Sicherungshalter. Da die Zellen in der Lage sind, sehr hohe Ströme (um die 30A kontinuierlich) abzugeben, sichere ich jede der drei Outputs durch spezielle Sicherungen ab:
Als Wert habe ich 10A mittel gewählt, um den Stromdurchfluss nicht zu sehr zu bremsen. Es geht letztlich darum, im Falle eines Kurzschlusses, die Akkus nicht zu zerstören bzw. einen Brand zu verhindern.

Sicherungen mit 3A in kleineren Sicherungshaltern, die elektrisch gesehen auch ausgereicht hätten, haben sich leider negativ auf den Klang ausgewirkt. Diese hier sind aus dem Car-Hifi-Bereich mit vergoldeten Kontaktkappen und mit rundumlaufendem Federkragen, der die Sicherungskappe kontaktschlüssig umfasst.


Relais-Platine 6-kanalig:

Direkt über den Akku-Halterungen befindet sich eine Relaiskarte mit sechs Relais (250V/5A), deren Aufgabe es ist, die Akkus zweipolig an den Vebraucher zu schalten, bzw. bei Nichtgebrauch zweipolig vom Verbraucher zu trennen - letzteres ist unabdingbar, um verlässlich jede Entladung bei Nichtgebrauch zu unterbinden. Die Versorgung der Relaisspulen erfolgt durch ein externes 5V USB-Netzteil, welches vor meinen Stromfiltern in der Hauptzuleitung hängt. Da ich meine Anlage über einen Hauptschalter im Sicherungskasten ein- und ausschalte, ziehen die sechs Relais also beim Einschalten an und meine drei Digitalkomponenten werden mit Akkustrom versorgt. Schalte ich meine Anlage aus, werden die Akkus beim Abfallen der Relais automatisch von ihren Verbrauchern getrennt.


Akku-Wächter:

Da Akkus generell Tiefentladungen übel nehmen und mit vorzeitigem Dienstende - zumindest aber mit Reduzierung weiterer Ladezyklen - quittieren, ist ein Spannungswächter m.E. unabdingbar. Zum Einsatz kommen die kleinen Höllenmachinen aus dem Modellbau. Höllenmaschinen deshalb, weil sie bei Unterschreiten der eingestellten Mindestspannung einen Trommelfell zerfetzend lauten Piepton abgeben, den man ihnen angesichts ihrer Größe nicht zutrauen würde.

Jede einzelne Akkuzelle wird dabei einzeln überwacht. Die Anzeige wechselt im Sekundentakt zwischen der Gesamtspannung des Zellenverbundes und der Einzelanzeige jeder Zelle. Die drei Akkuwächter sind übrigens aus Stromspargründen der Relaiskarte nachgeschaltet, sodass sie erst aktiv werden, wenn die Relais anziehen, die Anlage also läuft. Zudem verhindere ich damit, dass die Dinger in Momenten Alarm geben, wenn man gerade seine Ruhe haben möchte (z.B. nachts).


Regulator-Modul:

Ganz links im Bild ist das oben erwähnte Regulator-Modul für die USB-Einheit des AFI. Auch dieses wird natürlich erst zugeschaltet, wenn die Relais anziehen.


Akku-Ladegerät:

Aufgeladen werden die Akkus übrigens durch dieses Gerät der Marke "Gyrfalcon":

Bild
(Quelle: http://www.akkuteile.de)

Bei diesem Gerät wird jede Zelle in Bezug auf Ladestrom und Ladedauer separat kontrolliert. Der Ladestrom beträgt pro Zelle 1A, was einerseits einer überschaubaren Ladedauer von etwa 2-3 Stunden (je nach Entladungsstatus) entspricht, längere 100%-Kapazität-Lebenszeit garantiert. Denn nominal können die Zellen auch mit bis zu 6A geladen werden (max. 30 Minuten Ladezeit).


Klang

Wie immer am Ende aller Mühen und Plagen steht die Frage: Was hat's gebracht? Wie klingt das Ganze? - Wie ich eingangs bereits andeutete: Es klingt wirklich sehr sehr gut.
Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass die Klangverbesserung gegenüber den bislang von mir verwendeten Linearnetzteilen so drastisch ausfällt. Der Klangunterschied liegt mindestens in der gleichen Größenordnung wie jene durch den Einsatz des AFI-USB. Einen so sauberen Klang habe ich bislang nirgendwo gehört. Es übertrifft in puncto räumliche Präzision, Detailauflösung und Ruhe im Klangbild alles bisherige, was ich in dieser Hinsicht gehört habe.

In den ersten Tagen, als ich das Ganze noch als Versuchaufbau betrieben hatte, hatte ich meine Anlage immer wieder eingeschaltet, um mich zu vergewissern, ob der Unterschied tatsächlich so groß ist. Er war es, und er ist es.

Dafür nehme ich übrigens auch gerne in Kauf, je nach Dauer meiner Hörsessions ein bis zweimal in der Woche meine Akkus aufladen zu müssen. Ich werde mir nun einen zweiten Akkusatz zulegen, um nicht gerade dann vom nahenden Ende des Akkus überrascht zu werden, wo ich es gerade überhaupt nicht gebrauchen kann.


Fazit

Akku-Betrieb für Digitalkomponenten ist ein echter Sprung nach vorne, den man nach meiner bisherigen Erfahrung auch mit sehr guten Linearnetzteilen nicht erreichen kann. Gerade Digitalkomponenten, die nur wenig Strom (bis 500mA) ziehen, sind für diesen Schritt prädestiniert.


Und wie immer am Ende meines Berichtes die aktualisierte Grafik meines Setups:

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Beitragvon muenchenlaim » 25.03.2017, 12:18

Hallo Fujak,

sehr interessanter Bericht. Du hattest das Thema „letztens“ schon angedeutet, ich habe aber nur mit halbem Ohr hingehört. Über die positive Wirkung dieser Stromversorgung liest man ja schon seit Jahr und Tag, aber mit der Digitaltechnik, die uns oftmals Geräte mit sehr niedrigem Stromverbrauch beschert, wird das Handling realistisch.

Er (der Bericht) weckt auch gleich meine Phantasie. Ausprobieren will. Mein Aries kommt doch mit 14-15V klar. Und im Keller liegt ein 14,4 Volt Akku von A-Schrauber (inkl. Ladegerät). Also: nur noch den passenden Stecker und fertig ist das Probierset. Oder habe ich da einen Denkfehler? Wenn „nein“: Wo gibt es denn die passenden Stecker (in München?)?

Viele Grüße!
Christoph
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Beitragvon Fujak » 25.03.2017, 13:14

Hallo Christoph,

ich nehme an, dass es sich bei Deinem Schrauber um NiCd-Akkus handelt. Insofern könnte das klappen. Ich würde allerdings sagen: Erwarte nicht so viel, wie es mein Bericht beschreibt - aus zwei Gründen:

1. Du betreibst Deinen Aries Femto bereits mit einer sehr guten Stromquelle, bestehend aus dem Netzfilter plus dem Horwege-Nezteil.

2. Der von mir beschrieben Klangunterschied ist ja eine Addition aus drei Geräten, die zuvor jeweils per Linear-Netzteil betrieben wurden.

Dennoch würde ich es ausprobieren. Den Hohlstecker mit 5,5mm außen und 2,1mm innen bekommt man in München am ehesten bei Conrad Electronic.

Viel Erfolg!
Fujak
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Beitragvon totti1965 » 28.03.2017, 12:06

@ Fujak: oh, wow!
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Beitragvon Fujak » 03.04.2017, 11:48

Hallo zusammen,

ich werde immer wieder nach Bauteilen bezüglich meiner Akku-Versorgung gefragt. Hier mal ein paar Informationen zu den bisherigen Anfragen:

Akkus: Größe 26650, Firma Soshine (Quelle: Ebay)
Akkuhalterungen: Firma Sourcingmap (Quelle: Amazon)
Stromkabel: Sommercable Magellan SPK 225 (Quelle: Thomann)
Gehäuse-Kabeldurchführungen: Ebay
Metall-Klinkenstecker: unter diesem Begriff suchen (Quelle: Ebay)
Relaiskarte: nach Raspberry auf Ebay oder Amazon suchen
Akkuwächter: Unter dem Stichwort bei Ebay oder Amazon suchen
Regulatorplatine: gabe es mal bei Audiowind, wird in der Form nicht mehr gebaut (da gibt es aber bei Audiophonics.fr gute Alternativen)
Sicherungen: gibt es im Car-Hifi-Bereich (Quelle: Ebay oder Amazon)

Ich hoffe, das beantwortet alles bislang gestellten Fragen. Sonst bitte weiteres nachfragen; ich ergänze es dann hier.

Happy assembling!
Fujak
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Beitragvon Fujak » 19.05.2017, 15:53

Heute möchte ich über die jüngsten Veränderungen in meinem Setup berichten.
Die Kurzform: Im Digitalweg spielt nun aktuell statt dem bisherigen AFI-USB ein kleiner DDC, der F-1 von Singxer, den ich in puncto Spannungsversorgung modifiziert habe.

Bild

Die Langform:
Durch einen Tipp von Stephan (SolidCore) bin ich auf den Singxer F-1 aufmerkam geworden. So unscheinbar er in Größe und Preis (180,- €) daherkommt, so interessant ist jedoch sein Innenleben - und damit seine klanglichen Eigenschaften.

Beim Blick auf die Platine fällt sofort die durchgehende Trennung zwischen USB-Teil und SPDIF-Teil auf (siehe nächstes Bild). Lediglich ein Übertrager für die Versorgungsspannung und einige Optokoppler überbrücken diese galvanische Grenze. Man kann hier also tatsächlich von einer kompletten galvanischen Trennung von Ein- und Ausgang sprechen.
Desweiteren fällt auf, dass der F-1 gute Oszillatoren der Firma Crystek verbaut hat. Im SPDIF-Teil kommen für die beiden Basisfrequenzen zwei Oszillatoren des Typs CCHD-575-25 zur Anwendung. Laut Datenblatt liefern sie folgende Rauschwerte:

100,00 dBc/Hz @ 10Hz
130,33 dBc/Hz @ 100Hz
150,95 dBc/Hz @ 1kHz
162,69 dBc/Hz @ 10kHz

Auch der Phase-Jitter liegt mit 82fSec RMS im Bereich einer echten Femto-Clock. ;-)
Der vor den Clocks liegende SMD-Linearregler, der sie mit den geforderten 3,3V versorgt, ist ein ADI150 mit 9µV Ripple.

Bereits im Originalzustand klang der Singxer F-1 ziemlich gut - so gut, wie ich es noch von keinem DDC in dieser Preisklasse gehört habe. Das versprach einiges an Potenzial.

Also frisch ans Werk:

1. Schritt

Externe Einspeisung der 5V mittels USB-Kabel mit separatem 5V-DC-Kabel, an welchem zwei LiFePO4-Akkus hängen, die mittels Ultalownoise-Regler-Modul auf 5V gehalten werden.
Resultat: Alleine das war schon eine deutliche klangliche Zunahme.


2. Schritt

Derart ermutigt, nahm ich nun die direkte Einspeisung auf der Platine vor; der Pluspol des USB-Kabels abgeklebt.
Resultat: Nochmals ein Stück besser.

Bild


3. Schritt

Vom Akku einen weiteren Ultralownoise-Regler mit 5V über eine zweite DC-Leitung zum Sekundärteil des Übertragers (nächstes Bild rote Markierung) - also auf die SPDIF-Seite der Platine.
Resultat: Deutlicher Schritt nach vorne. Sehr schön durchhörbares und extrem sauberes Klangbild. In etwa die gleiche Schrittweite wie die erste DC-Leitung zum USB-Teil. Dafür habe ich kein Bild, da es mir nur eine Übergangslösung zu sein schien, denn...


4. Schritt

Bild
Auch wenn der Linearregler (grünes Rechteck) vor den beiden Crystek-Oszillatoren (blau) mit 9µV Rauschen angebeben wird, so weiß ich doch aus diversen Erfahrungen, dass die Realität deutlich verrauschter ist. Die Nominalwerte erreicht man nur, wenn der LDR absolut sauberen Eingangsstrom bekommt. Ansonsten schlägt der Eingangssripple immer bis zu einem gewissen Grad durch und landet im Ausgang. In der vorliegenden Platine speisen die 5V aus dem Übertrager (rot oben im Bild) im SPDIF-Teil auch weitere Prozesse, u.a. jene im Xilinx-Chip. Aus meinen Computer-Tagen weiß ich, wieviel Unruhe dies für den Strom auf den Leiterbahnen bedeuten kann. Der ADI150 (grün) wird sicher im Eingangsbereich keinen sauberen Strom erhalten - und ebenso wahrscheinlich ist es, dass der Ripple an seinem Ausgangspin niemals bei den angegebenen 9µV liegen wird.

Insofern entschloss ich mich zu einer Direkteinspeisung der beiden Oszillatoren über eine Akkuzelle. Das ist aufgrund der Spezifikation der Eingangsspannung der Crystek-Oszillatoren möglich, die mit 3,3 V und einer Toleranz von +/- 0,3V angeben wird. Bei einer Ladeschluss-Spannung der LiFePO4-Akkus von 3,6V gibt der vollgeladene Akku maximal 3,4 V aus. Nach unten bedeutet das eine Reserve bis 3,0 V, bevor der Oszillator abschaltet. Ideal für eine LiFePO4-Akkuzelle, die bis etwa 80% ihrer Kapazität eine nahezu konstante Spannung abgibt.
Angesichts eines Maximalverbrauchs von 25mA pro Oszillator verspricht eine 3,5AH-Zelle damit mindestens 60 Stunden Musikgenuss, bevor es ans Aufladen geht.

Für diesen Schritt habe ich (siehe obiges Bild roter Pfeil) auf der Platine die Leiterbahn nach dem ersten SMD-Kondensator ab Ausgangspin des ADI150 durchtrennt und dahinter den Pluspol des Stromkabels für die Oszillatorspannung gelötet - eine Arbeit nicht unbedingt für Grobmotoriker.

Bild

Es liegen noch weitere Bauteile (SMD-Cs nach Masse) im Stromweg der Oszillatoren. Man könnte diese auch noch umgehen, indem man direkt an die Pins der Oszillatoren geht. Ob das nochmal den Klang verändert (ob positiv oder negativ), könnte nur ein Test zeigen. Den habe ich mir erspart. Ich war erstmal neugierig, wie es nach dem Eingriff klingt. Also noch zwei isolierte Klinkenbuchsen rechts und links neben den USB-Eingang montiert und das Ganze angeschlossen.

Bild

Bild
Hier nochmal von vorne. (Die Beschriftung kann gar nicht auffällig genug sein, denn wehe, man verwechselt die beiden Stromeingänge ...)


Klang:

Das Resultat ist wirklich beeindruckend: Eine fast schon als gläsern zu bezeichnende durchsichtige Transparenz beim Hören - mit einer Flut von Details. Dazu eine faszinierend aufgeräumte und weitgespannte Räumlichkeit.
Interessante Anekdote am Rande: Zu Beginn meines Hörtests tauchte immer wieder leises Knistern und Knacksen beim Abspielen einiger meiner Files auf, deren Ursache ich nicht sofort herausfand. Ich dachte zunächst an die Versorgungsspannung der Oszillatoren, die vielleicht doch nicht optimal ist und andere Fehlermöglichkeiten. Erst als ich einen Test-File mit Sinustönen und Stille abspielte, waren diese aperiodisch auftretenden Phänomene verschwunden. Des Rätsels Lösung: Es waren Details auf den Aufnahmen, die ich bis dahin nie so deutlich wahrgenommen habe (besonders bei Live-Darbietungen klassischer Musik oder Jazz).

Soweit der Zwischenstand. Als nächstes folgt dann die I²S-Anbindung an meinen DAC. Denn wie man auf dem zweiten Bild von oben erkennen kann, beherbergt die Platine des F-1 bereits den entsprechenden I²S-Bus. Ich werde berichten, sobald die entsprechenden Teile eingetroffen und verbaut sind.

Zum Schluss nochmal herzlichen Dank an Stephan (SolidCore) für den Hinweis auf diesen DDC! :cheers:

Grüße
Fujak

P.S.: Hier noch die aktualisierte Grafik meines Setups:

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Beitragvon Ralf77 » 19.05.2017, 20:10

Hallo Fujak, bin mal wieder verblüfft und begeistert....
Ich habe ja nur den AFIS (also ohne USB, da ich bis jetzt noch kein entsprechenden Streamer habe).

Wenn ich aber einen sMS-200 kaufen sollte, würde es dann technisch Sinn machen vom sMS-200 per USB in den Singxer zu gehen und dann vom Singxer per SPDIF in meinen AFIS gehe...und dann vom AFIS in die Genelec?

Danke für Deine Einschätzung.

Grüße,
Ralf
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Beitragvon Fujak » 19.05.2017, 20:42

Hallo Ralf,

ich nehme an, dass Du bei Deiner Frage den Singxer F-1 im Originalzustand meinst.

Da sind m.E. mehrere Aspekte bedenkenswert:

1. Das USB-Modul von Acousence ist schon eine ziemlich durchdachte und ausgearbeite Konstruktion in Verbindung mit dem AFIS.

2. Das Singxer F-1 ist an der Stelle des Acousence USB-Moduls eingesetzt zwar in der Konstruktion einfacher, aber das könnte einen Versuch wert sein, da es ja auch günstiger als das USB-Modul ist. Ich selber konnte USB-Modul und Singxer F-1 nicht miteinander vergleichen, weil am AFI-USB kein Cincheingang vorhanden ist.

3. Der Singxer reicht im Originalzustand schon recht nahe an den AFI-USB - vor allem mit separatem USB-Netzteil (siehe Schritt 1). D.h. auch ein Direktbetrieb (mit USB-Versorgung) ohne AFIS könnte einen Versuch wert sein.

4. Mit der von mir vorgenommenen Versorgung über zwei unabhängige Akku-Quellen zieht der F-1 auch am akkubetriebenen AFI-USB sehr klar vorbei. Ich glaube, das liegt vor allem an der Direkteinspeisung der Clock-Spannung. Da würde ein nachgeschalteter AFIS, den Klang möglicherweise eher wieder schmälern.

5. Interessant wäre natürlich, wie der AFIS/AFI-USB klanglich reagiert, wenn man neben dem Basisgerät auch dessen Clock direkt mit Akkustrom versorgen würde.

Grüße
Fujak
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Beitragvon rpaul » 20.05.2017, 08:40

Guten Morgen Fujak,

ein sehr interessanter​ Bericht!

Falls du für deine geplante I2S-Anbindung noch nach Kabeln Ausschau hältst: Ich kann das hier empfehlen:

http://www.apolloa-v.com/50-off-sale-ap ... -ethernet/

(War nach 5 Werktagen hier und keine Versandkosten - als ich vor 1,5 Wochen gekauft hatte.)

Mir fehlt zwar der Vergleich zu anderen höherwertigen Kabeln, aber seitdem ich dieses hier zwischen den SU-1 und den A20H gesteckt habe, höre ich meine Musik quasi "neu".....

Viel Spass in München!
Robert
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Beitragvon SolidCore » 20.05.2017, 14:06

Hallo Fujak

Ein sehr interessanter Bericht. Betreibe ich meinen F-1 doch "nur" mit dem S11 Zerozone Netzteil.
Bin trotzdem schon sehr zufrieden damit.
Dein Bericht liest sich sehr spannend, ich habe nun ebenfalls Bauteile für ein Akkunetzteil bestellt.
Möchte dies aber im Automatikmodus" aufbauen, also ohne externes Akku laden oder ins Gehäuse eingreifen zu müssen. Nennen wir es bedienfreundlich. Als Akku dient ebenfalls ein LifePo4, der automatisch geladen wird,
aber mittels Schalter vom Lader getrennt werden kann, um "Akku pur" hören zu können.
Bin mehr als gespannt über das Ergebnis.

Beim Lesen deines Berichts kamen mir folgende Fragen:
- Wie gut würde statt dem Akku ein zweites, eigenständiges S11 für die Einspeisung der Clock im Vergleich zu einem Akku abschneiden?
- Macht es sich wirklich klanglich bemerkbar, wenn man den DC-DC Converter entfernt und dort 5V einspeist, statt 3,3V hinter dem Regler?
- Lohnt es klanglich, den USB Part ebenfalls mittels LifePo4 zu versorgen, statt dem Zerozone S11 ?

Ich habe das Zerozone Netzteil mit 2 vollkommen unabhängigen S11, mit je eigenem R-Core Trafo,
dies würde ja wenig "drumherum" um das F-1 ergeben. Ebenso kann man genauso ein doppeltes Akkunetzteil
in ein Gehäuse bauen. Über Klangberichte dahingehend würde ich mich freuen.
ansonsten stelle ich den ganzen genannten Aufbau mal nach, deine Variante natürlich ebenso, und höre mir alles mal an. Bei dem Preis des F-1 hat man noch genug Geld über, ihm passendes Equipment zur Seite zu stellen, um es auszureizen. Sehr schön finde ich auch, das hast du noch nicht genannt, das ein F-1 selbst mit einem absolut nicht optimierten, simplen Standart-Lapptop, sogar mit Windows 10 über ASIO out, bereits wunderbare Klänge zu entlocken sind. Optimierungsversuche bei Betriebssystem und Tools wie Audio-Optimizer könnten dem noch eins draufsetzen.
Ich selbst habe keinen AFi-USB, und suche auch nicht den Vergleich dazu. Mir geht es primär darum,
endlich auch einem PC, ohne große Anstrengungen, die selben Highendigen Töne entlocken zu können,
wie ich sie von den besten CD-Laufwerken gewohnt bin. Spätestens dann kann man sie zu den Akten legen.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Bernd Peter » 20.05.2017, 17:56

Hallo Stephan,

Mir geht es primär darum, endlich auch einem PC dieselben highendigen Töne entlocken zu können,
wie ich sie von den besten CD-Laufwerken gewohnt bin.


mehr Ansprüche hast du nicht? :roll:

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon SolidCore » 20.05.2017, 19:31

Hallo Bernd

Eigentlich nicht. Wir reden nun aber nicht über den Digitalausgang eines Denon CD Spielers und Konsorten.
Den kannst du mühelos mit jedem DDC toppen.
Immer davon ausgehend, man möchte seinen lieb gewonnenen DAC behalten. Diese sollte dann von hoher Wiedergabequalität sein.

Die hochauflösenden 96khz/24Bit Files spielt ein einfacher DDC natürlich bereits sehr gut ab,
meine Musiksammlung besteht aber hauptsächlich aus selbst gerippten Audio-CDs.
Vergleiche ich diese dann per F-1 und einem Theta Laufwerk, einem Mission Discmaster mit PSX-R oder
meinetwegen auch einem Meridian 500, kommt das F-1 trotz gleichem Digitalkabel leider nicht ganz an die Performance heran. Auch mein OldSkool Lieblingsplayer Meridian 508/20 zeigt dem F-1 auf, das es besser geht. Also hoffe ich, das verschiedene umbauten das Niveau dann gleichsetzen.

Meine vormals eingesetzten DDCs wie das WaveIO, das JL, M2Tech, Ifi-Audiound noch ein paar andere hatten trotz externem Linearnetzteil einem nie das Gefühl gegeben, mit dieser Quelle könnte man zufrieden sein.
Das F-1 zeigt sofort, das es in einer anderen Liga spielt. Selbst ohne optimiertem PC. Ein Linearnetzteil am USB Eingang ist dafür die kleinste Voraussetzung.

Gruss
Stephan
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