Andreas (Cabasse Bora, JBL 4429)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon Newton » 17.09.2017, 14:41

Homestory II
(Teil1)

Es klingt, als stünden die Musiker im Raum…
…ist eine dieser recht häufig gehörten Hifi-Floskeln. Vor ein paar Wochen war ich auf einer Party, wo der Gastgeber mit seinem Jazz-Quartett leidenschaftlich Standards aus den 50ern und 60ern spielte – in seinem Wohnzimmer. Mit Vintage-Instrumenten und -Equipment. Was soll ich sagen? Mit Hifi hatte das – im besten Sinne – eigentlich überhaupt nichts zu tun.

Neben der Spiellaune packten mich Dynamik, Drive und Klangfarben. Selbst meine 12-jährige Tochter, musikalisch noch etwas unentschlossen zwischen „Bibi & Tina“ und Nu Metal, zeigte sich sichtlich begeistert und redete selbst später auf der Heimfahrt im Auto noch von dem Wohnzimmerkonzert. Wie gesagt: Zu hören gab es alte Jazz-Standards! Soviel zur Magie echter Musik!

Warum ich das erzähle?
1. Nun, zunächst einmal hat es für mich die Verhältnismäßigkeiten gerade gerückt und mir wieder einmal gezeigt, was Hifi kann, bzw. eben nicht kann. Kalter Kaffee, sagen hier sicher die meisten. Ja, klar. Aber manchmal sind solche „Demonstrationen“ ganz lehrreich. Auch wenn ich regelmäßig Musik Live höre (meist sog Klassik; meine Maßstäbe sind die Hamburger Staatsoper und die Laeisz-Halle – für die Elphie bekommt man ja als Hamburg auf Gedeih und Verderb keine Karten…), war dieses musikalische Eindruck schon ganz besonders.
2. Mir wurde wieder einmal klar, warum ih soviel Freude mit Hörnern habe.

Vor einigen Jahren hatte ich meine Anlage zuletzt vorgestellt. Bis auf die Lautsprecher, zwei JBL 4429, hat sich seitdem eigentlich alles verändert. Und weil beim Aufbau meiner neuen Anlage auch vom Know how dieses Forums profitiert habe, ist es längst mal an der Zeit, etwas darüber zu schreiben. Der Erkenntnisgewinn ist wohl eher gering, da viele Tipps, wie gesagt, hier aus dem Forum stammen. Aus Zeitgründen und damit’s nicht endlos wird, in mehreren Teilen.

Zunächst mal hatte ich vor gut zwei Jahren die Möglichkeit, innerhalb meines Hauses mit meiner Musik von einem 12qm großen Raum in einen knapp 24 qm großen Raum umzuziehen. Was allein schon mal großartig war. Der Raum genießt ja bekanntlich „Komponentenstatus“. ;-)
Von da an begann die Transformation meiner Anlage:

Die meistens so aussieht:

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Oder manchmal auch so:

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Zu den Apogees kann ich ja vielleicht später noch mal was sagen. Ist nur ne kleine Vintage-Spielerei.

Schritt eins:
Wechsel vom gertifizierten Sonos Connect samt Antimode zu einem MacMini mit Dirac Live.

Das bis dahin verwendete Antimode war für mich die DSP-Einstiegsdroge. Man stößt mit dem kleinen Gerät aber schnell an Grenzen. Gern würde ich (wie in meinem Wohnzimmer mit Abacus-Streamer) Acourate verwenden, doch ich bin einfach zu lange in der Apple-Welt zuhause, um noch auf PC umzusteigen.
Für mich scheint ein Korrektursystem derzeit zwingend. Selbst in dem verhältnismäßig großzügigen Raum, in dem ich wenige Kompromisse machen muss. Die JBL gehen ja zudem gerade eben noch als Regalboxen durch. Dennoch will es mir trotz maximal möglicher symmetrischer Aufstellung nicht gelingen, dass links und rechts identisch klingen. In den Raumecken hinter den JBLs verwende ich Absorber, an den Seiten auch, auch wenn sie nach mehreren Umbauversuchen nicht mehr optimal hängen. Von Deckenabsorbern habe ich Abstand genommen. Irgendwann klang mir der Raum einfach zu tot. Geschmackssache…

Ich hab schon mehrfach gelesen – auch hier im Forum – Dirac sei Acourate unterlegen, kann aber mit kleinen Einschränkungen (dazu mehr weiter unter) eigentlich nur gutes berichten. Die Bedienung ist intuitiv, das klangliche Ergebnis sehr überzeugend. Wenn man alles richtig macht! Dirac benötigt bekanntlich eine Mehrfachmessung. Zunächst hatte ich das Fenster, bzw den gedachten Quader um den Sweet-Spot zu klein gewählt, was der Musik tatsächlich alle Lebendigkeit genommen hat. 80 bis 100 cm zwischen den am weitesten entfernten Messpunkten bringen aber sehr gute Ergebnisse. Mit dem Dirac-Filter klingt der Bass trockener und organischer durch die Kompensation der Raummoden, der Focus ist schärfer, die Räumlichkeit ausgeprägter. Wieviel Aufwand es braucht, ohne digitale Filter, zeigt ja beeindruckend der Thread von Eusebius.

Bis dahin fütterte der MacMini noch einen M2Tech-Young-DAC. Und mein alter Naim Supernait versuchte den JBLs Dampf zu machen. Was diesem gar so gut beleumundeten Vollverstäker leider gar nicht so recht gut gelang.
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Beitragvon Newton » 20.09.2017, 10:54

Schritt zwei:
Ein neuer Verstärker musste her.

James Taylors „Hourglass“ ist ein klanglich üppiges, man könnte auch sagen: reichlich überproduziertes, Album von 1997. Auf jeden Fall ein typisches Kind seiner Zeit. Die stromlinienförmige Aufnahme kommt immer gefällig daher, gewinnt mit zunehmender Güte des Equipments aber erstaunlich an Charakter. Die Öko-Botschaft des Songs „Gaia“ bleibt allerdings etwas naiv.

Vor ein paar Jahren habe ich mit eben diesem Song mal eine sehr überzeugende Vorführung von Joachim Gerhardt gehört. Damals noch Sonics. Hab die Aufnahme seither gut im Ohr und viele Male zum Testen verwendet.
In Gaia strapazieren ab 4:11 hoch ausgesteuerte, großen Schlagzeugtrommeln das Equipment. So gut der Supernait mit meinen kleinen Geithains (ME 25) spielte. Die JBLs mochte er ganz offenbar gar nicht. Die Trommeln klangen deutlich verzerrt! Was nicht allein an der Leistung gelegen haben kann. Selbst meine kleine Unison Röhre klingt mit der Aufnahme sauber, wenn auch nicht so trocken. Ich vergaß weiter oben zu erwähnen: Der MacMini lief mit BitPerfect. Ein kleines, feines Programm.

Nun war klar, dass ich für die JBLs einen neuen Verstärker brauche. Auf Anfrage bei zwei Händler hatte ich schnell die Empfehlung für sehr wattstarke und leider auch recht teure Amps. Zeitgleich bin ich durch das Forum auf Audio GD gestoßen. Nach Kontakt mit Magna HIFI (sehr zu empfehlen!) aus den Niederlanden habe ich mich für den Master 9 Vorverstäker und die Endstufe Master 3 entschieden. Ein kompletter Blindkauf. Hätte auch schief gehen können.

Ging es aber nicht. Angeschlossen. Ja, dass passte! Der chinesische Endstufenbrocken bringt nicht nur gut 40 Kg auf die Waage, er liefert an 4 Ohm laut Audio GD auch 2x500 Watt und damit genügend Schub. Zudem hat der Amp die Bässe souverän unter Kontrolle. Der aufwändige Kopfhörerverstärker des Master 9 bewährte sich zudem mit meinem Sennheiser HD 800. Mein Violectric 200 wurde damit arbeitslos. So geht Zufriedenheit!

Nun glaube ich natürlich nicht, das diese Vor-/Endstufenkombi die beste der Welt ist. Aber das Preis-/Leistungsverhältnis ist schon überragend. Wenn man bedenkt, dass die Kombi Master 9 und 3 aktuelle etwa 3500,- Euro kostet, kommt mann bei dem betriebenen Aufwand schon ins Grübeln über die Margen anderer Hersteller, die ebenfalls in China fertigen lassen.

Whats next?
Um mit dem Werber Don Draper aus der großartigen Sixties-Serie „Mad Men“ zu sprechen: „What is happiness? It's a moment before you need more happiness.“

Ich wollte jetzt auf jeden Fall auch noch den Master 7 DAC, obwohl ich ja eigentlich mit meinem M2Tech Young zufrieden war. Der hatte sich im Vergleich zum Mytek- und Rega-DAC erfolgreich geschlagen.
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Beitragvon Hans-Martin » 20.09.2017, 14:45

Newton hat geschrieben:In Gaia strapazieren ab 4:11 hoch ausgesteuerte, großen Schlagzeugtrommeln das Equipment. So gut der Supernait mit meinen kleinen Geithains (ME 25) spielte. Die JBLs mochte er ganz offenbar gar nicht. Die Trommeln klangen deutlich verzerrt! Was nicht allein an der Leistung gelegen haben kann. Selbst meine kleine Unison Röhre klingt mit der Aufnahme sauber, wenn auch nicht so trocken.

Hallo Andreas,
diese Aufnahme hätte ruhig 6dB niedriger ausgesteuert werden dürfen, bei 4:10-4:14 sind mit einem WAV-Editor reichlich geklippte Wellenformen zu erkennen, wie mit der Heckenschere gekappt.
Ab 4:10 ist bei der Spektralanalyse ein Maximum bei 50Hz, mit Abfall darunter, wie darüber zu 10kHz um -54dB.
Übliche Aufnahmen haben ihr Maximum zwischen 80-100Hz, was zeigt, dass hier einige Klangregister gezogen wurden.
Wenn die besagten Trommeln verzerrt klingen, wäre das nach der Wellenformbetrachtung auch zu erwarten, ein Verstärker, der das Obertonspektrum (Klirr) wegbügelt, könnte sich dem Vorwurf des Sounding ausgesetzt sehen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Newton » 20.09.2017, 15:09

Okay… Sehr interessant.
Der Naim klang also richtig?! :? :| :wink:
Konnte mich allerdings nicht an die Verzerrungen mit meinen Geithain erinnern. Das die Trommel sehr hoch ausgesteuert ist, konnte ich allerdings schon hören.

Hab mir die Aufnahme eben grad noch einmal über den Kopfhörer angehört. Stimmt schon, man hört die Übersteuerung. Sie klingt allerdings nicht so kratzig, wie ich sie seinerzeit über die LS wahrgenommen habe.

Danke aber für die Info

Gruß
Andreas
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Beitragvon Sire » 20.09.2017, 19:04

Hallo Andreas,

Newton hat geschrieben:Der Naim klang also richtig?! :? :| :wink:
(...)
Hab mir die Aufnahme eben grad noch einmal über den Kopfhörer angehört.


etwas Ähnliches habe ich letztens auch erfahren dürfen, als ich bei einer Aufnahme so etwas wie ein Flatterecho hörte. Ich dachte zuerst, dass es an meinem neuen DAC liegt und hab dann einiges hin und her probiert - ohne Erfolg. Erst ein paar Tage später kam ich auf die Idee, mir die Aufnahme mit Kopfhörer anzuhören. Du ahnst es schon, es ist es so aufgenommen... War mir vorher aber nie aufgefallen.

Gruß Klaus
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Beitragvon Newton » 27.09.2017, 12:29

Hi Klaus!

Aber Du hast Dir deshalb keinen neuen Verstärker gekauft ;-)



Nur ein Spaß. Damit hier kein Missverständnis aufkommt. Beim Naim – und nur beim Naim – waren deutliche Verzerrungen vornehmlich im linken Kanal zu hören. Ein Defekt, oder Unverträglichkeit mit den LS? Ich weiß es nicht. Ist mittlerweile auch schon wieder gut 2 Jahre her.


„Gelebtes Nerdtum“, war der Kommentar eines Besuchers, dem ich in meinem Musikzimmer auf Wunsch eine Platte aufgelegt hatte. Ich sehe mich eigentlich nicht als Nerd. Okay… die Lautsprecherkabel lagen zu der Zeit gerade auf Putzschwämmen. :mrgreen:
Ein wenig nerdy ist es aber schon, seinen Computer in einen guten Musicplayer zu verwandeln. Rückblickend würde ich das nicht noch mal machen. Die Investitionen sind beträchtlich. Softwareseitig greifen die Zahnrädchen manchmal nicht optimal ineinander. Kurz: Da kommt schnell mal Frust auf. Mit einem getunten Sonos war ich aber auch verwöhnt. Der klingt gut, und die Bedienung ist absolut ausgereift. Allein das Einbinden der digitalen Raumkorrektur ließ mich seinerzeit gegen einen Streamer entscheiden.

Start at the beginning!
Der alten Hifi-Doktrin folgend, dass man für guten Klang am Anfang beginnen sollte, hab ich also reichlich Zeit und vor allem auch Geld investiert, um meinen Mac mini zu optimieren. In der Grundausstattung mit i7 Pozessor und 16 GB RAM gab es folgenden Stellschrauben.

Stromversorgung
USB-Verbindung zum DAC
Reclocking
Music-Player
Einbindung von Dirac

Linearnetzteil für den Mac
Wegen der Kosten bin ich recht lange um die Lösung von Uptone-Audio herumgeschlichen. Nicht ganz billig, aber passend für den Mac. Das JS2 wurde ja nach audiophilen Gesichtspunkten entwickelt. John Swenson und „Superdad" Alex Crespi sind zudem angenem auskunftsfreudig im CA-Forum.
Das JS2 bietet gleich zwei Ausgänge mit variablen Spannungen. Was will man mehr? Das wird auch in Zukunft passen. Im Bundle mit dem ReGen hat mit Alex Crespi einen guten Preis gemacht. War ja auch kurz vor Weihnachten. Bereits vier Tage nach meiner Bestellung hatte ich das Paket unter dem Baum. Der Einbau des MMK Fan Kits in den Mac ist nicht wirklich kompliziert, aber etwas zeitaufwendig, da viele Komponenten ausgebaut werden müssen. Nach 90 Minuten war das aber erledigt. Klanglich wurde mir danach richtig warm ums Herz! Ein schönes Geschenk! Mit dem Ausbau des Schaltnetzteils ist schon mal eine große Störquelle ausgeschaltet. Der Klang wird sauberer und plastischer. Überhaupt wurde der Klang mit (fast) jeder Tuningmaßnahme vor allem transparenter und greifbarer. Soviel vorweg. Nach einem Umbau höre mir zunächst meist eine puristische Liedaufnahme an. Z. B. Schuberts Winterreise (Demus/Dieskau; eines meiner 5 Alben für die Insel!). Stimmen machen ja schnell wesentlich Unterschiede deutlich. Es ist faszinierend, wie es gutem Hifi gelingt, die menschliche Stimme gefühlt echt werden zu lassen. Gänsehaut pur!

USB
Während ich das Netzteil als klare Verbesserung empfunden habe, blieb das Regen eher hinter meinen Erwartungen zurück und war deshalb auch nur eine kurze Episode in meiner Anlage. Ich hab mich dann recht schnell für einen Recklocker entschieden.

Gruß
Andreas
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Beitragvon bvk » 27.09.2017, 14:40

„Gelebtes Nerdtum“ :)
Das ist es wohl, auch bei mir. Eigentlich habe ich nur einmal kurz einen Player ausprobiert, es war Amarra, und das war dann der Auslöser. Mit Vertiefung der Softwarekenntnisse, und weil die Chassis meiner Lautsprecher beschädigt waren, wurde klar dass was Aktives her muss. So ist es dann eigentlich ein Computerprojekt geworden. Ich versuche nach außen hin das Nerdtum möglichst nicht in den Vordergrund treten zu lassen, aber wenn ich ehrlich bin geht es schon in die Richtung. Keine Ahnung wie ich darauf kam, dann auch noch die Boxen selbst zu bauen, vielleicht weil die Aktiven vor ein paar Jahren noch prohibitive Preise hatten, während ich allmählich verstanden habe wie es akustisch und computertechnisch geht.
Übrigens dank der Aktives Hoeren Akademie.

Grüße, und weiterhin Nerd ahoi!
Bernd
PS: es ist manchmal wie Meditation
PSPS: den MacMini noch stromseitig zu verbessern, schwebt auch mir noch vor. Dann ist aber wirklich Schluss, ganz sicher!
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Beitragvon Newton » 27.09.2017, 17:33

Auf das nächste (natürlich letzte) Projekt, Bernd!
:cheers:
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Beitragvon Newton » 20.10.2017, 13:51

Schritt 3b – Der Mac wird weiter optimiert.

Oje..., nach zwei Jahren den Aufbau meiner Anlage Revue passieren zu lassen, entpuppt sich doch als ein etwas dröges Unterfangen. Was fehlt ist das Momentum, der Augenblick der Euphorie nach dem Einschalten. Wenn einen der neue Klang umhaut. Wobei man ja manchmal auch zum Opfer seiner Begeisterung wird ;-). Rückblickend sind das alles nur noch praktizierte Schritte, und die Gewöhnung ans Neue setzt ja bekanntlich schnell ein.

Ich mache es deshalb mal kurz mit den nächsten Tuning-Steps. Mittlerweile wandelte ein Master 7 die digitalen Daten. Die Frage war nun, wie den Mac am besten anschließen? Beim USB-Kabel habe ich mich ganz auf die Empfehlung hier im Forum verlassen und mich für ein Kabel von solidcore entschieden. Hatte kürzlich allerdings mal ein anderes dran, eines von Furutech, und hab auch nichts vermisst.

Nachdem ich das (den?) Regen nicht so dolle fand, beschäftigte mich nun das Thema Reclocking. Der damals neue Mutec USB war schnell bestellt und wäre wohl auch geblieben, hätte mich das ganzheitliche Konzept des Afi nicht noch ein wenig mehr überzeugt. Ihr Geld sind beide Geräte zweifellos wert. Nachträglich wäre es interessant gewesen, herauszufinden, ob die stromseitige Optimierung des Mac mit dem AFI überhaupt notwendig war. Sei es drum.

Von der Hadware bleibt der Mac mit Uptone-Netzteil und Afi+usb jetzt so wie er ist. Weiteres Geld stecke ich da nicht mehr rein. Sehe auch kein Grund dafür. Erstaunlich fand ich, wie viele Afis hier im Forum nach kurzer Zeit wieder im Gebrauchtmarkt landeten. Ich finde das klangliche Ergebnis in Verbindung mit Audirvana ganz hervorragend – nicht nur für einen kurzen euphorischen Moment, sondern mittlerweile seit gut einem Jahr.

Zum Vergleich hatte ich vor einiger Zeit mal meinen alten NAD CD-Player an den DAC angeschlossen. Zwei Freunde waren beim Test dabei. Zunächst klang es für uns eigentlich ganz okay. Doch nach kurzer Zeit war klar, dass da doch einiges fehlte. Das Klangbild wirkte blasser, als hätte jemand den Kontrast rausgedreht. Die Darbietung von Stimmen war seltsam kraftlos, nicht so griffig. Es machte schlicht nicht mehr so viel Freude zu hören. Verglichen haben wir natürlich ohne Raumkorrektur.

Soviel zur Quelle, die man mMn nach nicht unterschätzen sollte. Was nicht die Bedeutung von Lautsprecher und Raum schmälert. Gibt ja grad hier im Forum eine Diskussion zum Thema. Am Ende ist es doch so, als ob man eine gutklingende oder eine schlechtklingende Aufnahme abspielt. Was vorn fehlt, gibt es hinten nicht mehr zurück. Eine alte High-End-Binse.
Ich bin mit der Linn-Doktrin audiophil sozialisiert worden und kann mich noch gut an die Demo eines Händlers Ende der 1970er erinnern. Der ließ einen Thorens TD 160 gegen einen japanischen Direktantrieb aus der gleichen Preisklasse mit identischen Systemen gegeneinander antreten. Mit dem Thorens klang es deutlich besser. Woraufhin ich mir einen Plattenspieler aus dem Schwarzwald gekauft habe - und später noch einen mit SME Serie III Tonarm. Erst 1993 wurde es dann ein Linn LP 12, der bei mir bis heute seine Runden dreht.

Der nächste Schritt:
Nach der Hardware kommt die Software. Und die machte leider etwas Ärger...
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Beitragvon hans » 20.10.2017, 17:55

Newton hat geschrieben: ... und kann mich noch gut an die Demo eines Händlers Ende der 1970er erinnern. Der ließ einen Thorens TD 160 gegen einen japanischen Direktantrieb aus der gleichen Preisklasse mit identischen Systemen gegeneinander antreten. Mit dem Thorens klang es deutlich besser.


Hallo Andreas, wenn das damals Harry C. war, haben wir ziemlich zeitgleich unsere - wie du so nett schreibst - audiophile Sozialisation erfahren - auch mit den annähernd gleichen Folgen (LP 12 etc.) :mrgreen:
In neugieriger Erwartung von Schritt 3c (?) grüßt

hans
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Beitragvon Newton » 22.10.2017, 15:43

Hallo Hans!

Der Vergleich fand beim Hamburger Händler Schaulandt statt. Zu der Zeit haben da u. a. Ingo Hansen (genau der!) und ein Brite, ich glaube er hieß Mike Reed, beraten. Beide glühende Linn-LP12-Anhänger. Thorens fand natürlich auch Gnade. Reed konnte uns, ein paar Freunde und mich, wohl ganz gut leiden und hat uns manchmal Sachen vorgeführt, obwohl eigentlich klar war, dass wir uns das (noch) nicht leisten konnten.

Wo ich dich hier grad an der "Strippe" habe. Danke für euren Thread über das Uptone MMK-Kit und die externe Netzversorgung für den Mac. Eure Erfahrungsberichte haben mir die Entscheidungen für das Uptone-Netzteil deutlich leichter gemacht. :cheers:

Gruß
Andreas
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Beitragvon Newton » 22.10.2017, 17:13

Noch ergänzend zum Musikbetrieb meines Macs:
1. Die Musikdaten kommen von einer externen Firewire-Platte bzw. per Stream (derzeit teste ich Tidal) via WLAN.
2. USB-seitig ist nur noch die Tastatur mit Maus angeschlossen.
3. Bluetooth ist deaktiviert.
4. Der Monitor wird nach dem Booten stromseitig getrennt. Ipad und Iphone dienen als Fernbedienung.
5. Mac und der Afi hängen beide am Uptone-Netzteil, jeweils verbunden mit einem Oyaide DC-Kabel. Ralf Koschnicke war so freundlich und hat mir das Kabel für den Afi konfektioniert. Das USB-Modul wird nicht extern mit einem Netzteil versorgt.
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