Harald (AGM 5.4; FM 202; BM 8, BM 6; Abacus A-Box10, C-Box2)

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Beitragvon nihil.sine.causa » 25.03.2017, 12:23

Hallo Jürgen,

h0e hat geschrieben:ich habe mich gefragt, warum Du das 6mm² nicht in den Stecker führst?
Einfach nur, weil der Platz in der Spannzange dann nicht reicht?

Ja, da hat Matthias Recht, aus Platzgründen. Ich habe mittlerweile aber Hans-Martins Vorschlag umgesetzt. Hierzu isoliere ich das 6mm² Kabel über eine Länge von ca. 10 cm ab, dünne es etwas aus, löte es direkt an die Lötfahne für die Steckerverbindung und isoliere es mit Teflon-Klebeband. Damit vermeide ich das Zwischenstück.



h0e hat geschrieben:Mir ist auch nicht klar geworden, wo Du die Verlängerung des 6mm² angelötet hast.
Ein Bild vom Inneren des Steckers wäre erhellend. 8)

Hierzu gibt es, genau wie Matthias sagt, bei den von mir verwendeten Neutrik-Stecker jeweils eine eigene Lötfahne fürs Gehäuse. Auf dem Bild unten links ist das die zum Betrachter hingewandte Lötfahne.
Bild


h0e hat geschrieben:Habe ich richtig verstanden, dass Du zwischen Dac und AGM ein Kabel verwendest,
wo die Masse nur auf den Steckergehäusen aufgelegt ist und Pin 1 unbelegt bleibt?

„Pin 1 unbelegt“ ist etwas zu kurz gesprungen, denn es ist unklar, worauf sich "Pin 1" bezieht (Da gibt es mehrere Möglichkeiten für "Pin 1": Stecker an der Quelle, Stecker am Ziel und es wäre die Frage „womit unbelegt“? 0V Leiter an der Quelle, 0V Leiter am Ziel, Gehäusemasse an der Quelle, Gehäusemasse am Ziel).

Ich versuche es zu erläutern: Ich habe speziell für die Verbindung arfi-dac2 → AGM 5.4 ein Kabelpaar der Bauart braunC → farblosC. „C“ steht für die 6mm² Verbindung zwischen den Steckergehäusen.

„braun“ an der Quelle, dem arfi-dac2, bedeutet, dass der Pin 1 Anschluss des DACs (der in der XLR-Buchse „eh“ nicht aufgelegt ist) nicht kontaktiert wird, dass aber der 0V Leiter im Kabel auf das Steckergehäuse aufgelegt wird (auch über die oben erwähnte Lötfahne). Warum? Weil es sich als positiv erwiesen hat, den 0V Leiter bei meinen dreiadrigen Kabeln aufzulegen u.z. nur an einer Stelle, hier also an der Quelle. Damit wirkt der 0V Leiter wie ein locker eingeflochtener Schirm, denn an die eigentliche Signalmasse ist er damit nicht kontaktiert.

Auf der Zielseite „farblos“ bedeutet, dass ich das Steckergehäuse und Pin 1 des XLR Steckers miteinander verbinde, also ein „harte“ Erdung der Signalmasse an der Verbindungsstelle vornehme. Der 0V Leiter aus dem dreiadrigen Kabel wird dabei jedoch nicht kontaktiert.

Im Endeffekt ist die eigentliche Signalmasse auf der Quellseite uninteressant, weil der Ausgang symmetrisch erdfrei gebaut ist. Auf der Zielseite "holen" sich die AGMs die Signalmasse von der Gehäusemasse. Alle Gehäuse werden über die 6mm² Verbindung auf das möglichst gleiche Potentialniveau gebracht. Wenn man es so betrachtet, ist die Signalmasse der AGMs (XLR Eingang, Pin 1 Buches) sehr wohl kontaktiert, nämlich über die 6mm² Verbindung.

Ich hoffe, dass es klarer geworden ist.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon SolidCore » 25.03.2017, 12:44

Hallo Harald

Das war echt ne Menge Text, um zu sagen, das AGM-seitig Pin 1 gegen Steckergehäuse liegt,
diese dann mit 6mm² AFi-seitig nur auf Steckergehäuse.
Oder hab ich da was verdreht ?

Habe eine neue andere Frage. Du schreibst, der AFi ist symetrisch und ungeerdet.
Symetrisch mit nur 2 belegten Adern ? Wäre das nicht Seriell ?

Gruss
Stephan
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Beitragvon nihil.sine.causa » 25.03.2017, 14:14

Hallo Stephan

SolidCore hat geschrieben:Du schreibst, der AFi ist symetrisch und ungeerdet.

Nein, ich habe keinen afi (und darüber auch nicht geschrieben), sondern ich habe einen arfi-dac2. Dieser ist standardmäßig und auch bei mir sehr wohl geerdet über die Stromversorgung.


SolidCore hat geschrieben:Symetrisch mit nur 2 belegten Adern ? Wäre das nicht Seriell ?.

Ich spreche hier ausschließlich über Geräteverbindungen für analoge Signale. In meinem Fall vom Analogausgang des DAC zu den rein analog arbeitenden Aktivlautsprechern. Was meinst Du in diesem Zusammenhang mit seriell?

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon h0e » 26.03.2017, 13:16

Hallo Harald,

Danke für Deine Erläuterungen, viel Text, aber jetzt wird es klarer.
Das "balanced" Signal wird also ohne Signal - Masse übertragen (soviel zu Stephans Anmerkung).
Beim Arfi-Dac scheinbar ohnehin nicht belegt.

Es freut mich, dass Du uns an Deiner "Grundlagenforschung" so intensiv hast teilhaben lassen,
ich wäre viel zu ungeduldig, soviele Kabel zu erstellen und die Ergbnisse hier so sauber zu dokumentieren.
:cheers:

Grüsse Jürgen
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Beitragvon nihil.sine.causa » 25.05.2017, 14:24

Hallo zusammen,

nach den ersten Abschnitten zur Beschreibung meiner Audio- Kette(n) ...

1. Stromversorgung, Erdung und LAN
2. Symmetrische Signalkabel und Masseverbindung

… soll es nun weitergehen mit den ...

3. Stereo-Quellen

Da ich mehrere unterschiedliche Quellen habe, die voneinander unabhängig sind, macht es Sinn, sie getrennt zu beschreiben. Sonst würde das sicher etwas unübersichtlich werden. Zum reinen Abhören habe ich zum eine Hauptquelle für Digitalmaterial und eine Analogquelle für Tonbänder. Andererseits betreibe aber auch eine DAW-Abhöre, eine Digitalisierungskette sowie alles was ich für Mikrofonaufnahmen brauche. Mikrofone sind überhaupt die hochwertigsten Analogquellen, die ich kenne. Und deshalb will ich diese Quelle hier auch beschreiben. Dabei beschränke ich mich auch hier auf Stereo und bringe Mehrkanal-Ketten später.

Der Vorteil der modularen Beschreibung liegt vor allem darin, dass ich auf Veränderungen leichter reagieren kann. Denn das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten. Und wenn ich eine finanziell effiziente, substanzielle Verbesserungsmöglichkeit gehört habe, dann setze ich sie auch gerne um. Die Besonderheit meiner derzeitigen Quellen ist, dass ich keine analoge oder digitale Schaltzentrale betreibe. Ich stöpsele also von Quelle zu Quelle immer wieder um. Zu einer Zeit wirkt also immer nur eine Quelle. Das verschlankt das Netzwerk für die Masseverbindungen, zumal meine Signalverbindungen stets mit parallel geführter Funktionserde ausgeführt sind. Von daher stellt die Beschreibung der einzelnen, isolierten Module keine unrealistische Vereinfachung dar. Aber lasst mich einsteigen ...

3.1 Stereo Haupt-Quelle für digitales Material

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Der Linn G-Akourate DS/1 DAC ist seit vielen Jahren meine Haupt-Digitalquelle. Gespeist wird er via Synology NAS, die wie unter 1. beschreiben, vor der Verbindung zur Audio-Kette über Lichtleiter galvanisch vom Haus-LAN getrennt. Angesteuert über Linn Kinsky, Linn Kazoo oder Lumin. Bedient vom PC aus oder per iPhone oder iPad.

Am SPDIF BNC Ausgang des Linn-Streamers ist eine arfi-Adapterbox (SPDIF BNC nach RJ45 Ethercon, „in“-Version) angeschlossen. Daran angeschlossen ein 50cm kurzes Ethercon-Ethercon Kabel zum arfi-dac2.

Der arfi-dac2 wird versorgt über eine arfi-psu (siehe auch diese Diskussion über die „afip“). Diese hatte sich bei meinen Tests gegen diverse Linearnetzteile durchgesetzt, sofern die Masseführung optimiert ist. Dazu verwende die ich an den Verbindungssteckern für die Stromversorgung die EMC-Gehäuse von Neutrik (NC3MXX-EMC bzw. NC3FXX-EMC). Diese stellen im Vergleich zu den schwarzen Standard-Steckergehäusen eine verbesserte Verbindung zum Gehäuse des jeweiligen Gerätes her.

Danach geht es analog weiter. Mit selbst erstellten XLR-Kabeln braunC → orangeC, wie ich es bereits bei 2. Signalkalbel beschrieben hatte. Ziel ist mein Vorverstärker Oppo G-HA-1 von wo es weiter zu den Aktivlautsprechern geht. Der Vorverstärker ist praktisch, weil ich daran bequem die Lautstärke regeln kann. Gert hat ihn vor einigen Wochen nochmals in den Fingern gehabt und seither bin ich noch zufriedener mit dem G-HA.

Die analoge Lautstärkeregelung ist wichtig, weil der Linn Streamer am Digitalausgang immer vollen Pegel (nachweislich bit-identisch) liefert und ich es unpraktisch finde, die Abhörlautstärke durch digitale Pegelreduktion in den Quelldateien einzustellen (Offline-Verfahren). Testweise habe ich dies aber schon getan und war mit der Qualität, die der arfi-dac2 direkt – also ohne Vorverstärker – liefert sehr angetan.
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Beitragvon nihil.sine.causa » 25.05.2017, 14:25

3.2 DAW-Abhörquelle

Zum Schneiden, Mischen und Bearbeiten von digitalem Audio-Material verwende ich eine Digital Audio Workstation (DAW). Zum Einsatz kommt ein Standard-Notebook (derzeit Lenovo Y50). Als Software verwende ich vorwiegend WaveLab Pro derzeit in der Version 8.5 für die Bearbeitung von Stereo-Material. Zum Mischen verwende ich Cakewalk Sonnar in der einfachsten Ausführung „Artist“, angereichert durch diverse Plugins. WaveLab und Sonnar verwenden zur internen Verarbeitung 64 Bit float. Bei allerlei Tests haben sich diese Maschinen als sehr genau und robust herausgestellt.

Damit habe ich auf digitaler Ebene also eine gewaltige Spielwiese und natürlich kann ich den Stereo-Downmix bzw. das fertige Resultat abspeichern und über die Haupt-Quelle (Linn-Streamer) abspielen. Aber man möchte ja auch schon während der Bearbeitung den Stereo-Master Ausgang verwenden, um das zu erwartende Ergebnis zu überprüfen. Natürlich könnte ich in der arfi-Familie bleiben und einen afi-USB an das Notebook anschließen. Bei Tests hat sich aber eine andere Methode als klanglich ebenbürtig erwiesen.

Idee dabei ist die folgende. Zum einen mag ich die Möglichkeiten des RME Fireface UC als Standard-USB-Interface. Der Asio-Treiber von RME ist sehr stabil und mit DIGICheck stehen allerlei hoch präzise Werkzeuge zur Verfügung, die ich auch gerne mal bei der Bearbeitung benutze, wie z.B. das Goniometer „Vector Audio Scope“

Bild

Zum anderen ist das Fireface sehr präzise in der Lage, sich auf eine externe Master-Clock zu synchronisieren. Und mit dem arfi-adc2 (dem ADC aus der arfi-Serie) besitze ich bereits eine sehr gute Master-Clock.

Bild

Nun, wie wird das Ganze verbunden? Der arif-adc2 wird versorgt vom Netzteil arfi-psu. An seinem Ethercon-Ausgang ist ein längeres Ethercon-Ethercon Kabel gesteckt, das am Fireface UC in einer arfi-Adapterbox (RJ45 Ethercon nach SPDIF Coax, „out“-Version, mit galvanischer Trennung per Übertrager) endet. Das Notebook ist per Standard-USB-Kabel mit dem Fireface UC verbunden. Vom Fireface geht es dann weiter zum arfi-DAC wiederum mit SPDIF, also per arfi-Adapterbox (SPDIF Coax nach RJ45 Ethercon, „in“-Version, ebenfalls mit galvanischer Trennung per Übertrager). Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass das System Fireface / Notebook vom empfindlichen Teil der Abhörkette zumindest durch Übertrager galvanisch getrennt ist. Fireface und Notbook können daher auch einen komplett anderen Stromkreis verwenden, ohne dass es für die Abhörqualität ungünstigen Ausgleichströmen kommen kann.

Nun kommt ein bisschen der Clou dieser Konstruktion. Die arfi-dac2 soll natürlich auch das hochwertige Clocksignal vom arfi-adc2 erhalten. Hierzu sind die beiden Geräte über eine eSATA Verbindung direkt gekoppelt. Der Master-Clock Schalter am arfi-dac2 steht dann auf Extern. Damit nutzt der arfi-dac2 das Clock-Signal vom arfi-adc2. Von hinten sieht das so aus - und damit ist das kleine Rätsel, das ich im Februar gestellt habe aufgelöst:

Bild

Die Audio-Qualität dieser DAW-Abhörquelle ist insgesamt nicht ganz so gut wie die der Haupt-Digitalquelle mit dem Linn-Streamer, aber doch auf einem sehr hohen Niveau und ermöglicht mir damit, auch Feinheiten bei der digitalen Bearbeitung laufend zu hören.

Viele Grüße
Harald

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Übersicht:
1. Stromversorgung, Erdung und LAN
2. Symmetrische Signalkabel und Masseverbindung
3. Stereo Quellen
3.1 Stereo Haupt-Quelle für digitales Material
3.2 DAW-Abhörquelle
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