Harald (AGM 5.4; FM 202; BM 8, BM 6; Abacus A-Box10, C-Box2)

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Beitragvon easy » 06.02.2017, 22:12

Na Harald ,

Das ging ja doch schneller als gedacht.
Glückwunsch zu dem feinen Teil :cheers:

Gruß

Reiner
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easy
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Beitragvon Siriuslux » 06.02.2017, 22:37

Hallo Harald,

Das heisst also, dass ich zwei Jahre gebraucht habe, zu kapieren, dass es noch jemanden gibt, der die Kombination von AGM 5.4 + FM202 hat...
Ich kann das nachvollziehen mit den FM202, und ich denke, als Center tun die einen sehr guten Dienst.

Gruß, Jörg
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Beitragvon Lefreck » 06.02.2017, 22:53

Siriuslux hat geschrieben:Hallo Harald,

...
Ich kann das nachvollziehen mit den FM202, und ich denke, als Center tun die einen sehr guten Dienst.

Gruß, Jörg

Die sind wohl momentan als Surroundlautsprecher im Einsatz ;-) :cheers:
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Beitragvon Fujak » 07.02.2017, 09:24

Hallo Harald,

das Bild enträtselt sich mir dahingehend, dass es sich beim oberen Gerät um den A/D-Wandler (adc2) und beim unteren Gerät um den neuen D/A-Wandler (dac2) handelt. Beide mit dem proprietären Masterclocksignal verbandelt/synchronisiert. Beiden fehlt auf dem Bild allerdings noch das Futter - in Bezug auf Strom wie auch in Bezug auf ein Signal. Ich bin auf Deine weiteren Ausführungen sehr gespannt.

Grüße
Fujak
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Beitragvon darwols » 07.02.2017, 13:58

Hallo Harald!

Ja ganz richtig. Ich finde Du hast noch ein Labor!

Warum noch? Weil Du systematisch alle möglichen Stellschrauben einer Audiokette dermassen gründlich theoretisch zu erfassen suchst und mit praktischen Tests weiterentwickelst!

So wie ich Dich kennengelernt habe wirst Du schließlich bei der Raumakustik landen. Und die wirst Du genauso gründlich angehen. Dann ist er da, der Hörraum!

Mehr Spaß kann man aus seinem Hobby nicht herausholen! :cheers:

Winfried
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Beitragvon totti1965 » 07.02.2017, 19:51

Ha! Und ich durfte da schon reinhören - Samstagmorgen zwischen 0.40 Uhr und 2.00 Uhr :D

Rausgefunden, warum das fireface UC in deiner Konfiguration an 192 kHz gescheitert ist?

Gruß,

Thorsten
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Beitragvon nihil.sine.causa » 12.02.2017, 11:57

Hallo zusammen,

Fujak hat geschrieben:das Bild enträtselt sich mir dahingehend, dass es sich beim oberen Gerät um den A/D-Wandler (adc2) und beim unteren Gerät um den neuen D/A-Wandler (dac2) handelt. Beide mit dem proprietären Masterclocksignal verbandelt/synchronisiert. Beiden fehlt auf dem Bild allerdings noch das Futter - in Bezug auf Strom wie auch in Bezug auf ein Signal. Ich bin auf Deine weiteren Ausführungen sehr gespannt.

Danke für Euer Feed-back. Richtig, Fujak, es sind adc2 und dac2 miteinander verbunden über eSATA. Vielleicht hat ja der eine oder andere von Euch Spaß daran, zu spekulieren, wozu diese Verbindung nützlich sein könnte. Um es nicht ganz so einfach zu machen, sollte ich vielleicht erwähnen, dass der neue DAC im Normalfall via SPDIF an meinem Linn G-ADS/1 DAC Streamer hängt. Und vom DAC geht es dann direkt in die AGM 5.4.

darwols hat geschrieben:So wie ich Dich kennengelernt habe wirst Du schließlich bei der Raumakustik landen. Und die wirst Du genauso gründlich angehen. Dann ist er da, der Hörraum!

Ja, Winfried, Du hast Recht. Beim Thema Raumakustik habe ich (neben meinem Gegenbass) lediglich ein paar Diffusoren im Raum , aber das ist definitiv ein wichtige Baustelle, die noch offen ist. Daher beschreibe ich meine Maßnahmen zur passiven Raumakustik hier noch nicht.

Mir macht es große Freude, immer weiter zu basteln und da wäre es doch irgendwie schade, wenn ich zu schnell „fertig“ wäre. Um das Thema Raumakustik systematisch anzugehen, beschäftige ich mich derzeit mit Grundlagenartikeln zum Thema raumbezügliche Stereofonie. Ich habe bisher nie verstanden, wie durch zwei Lautsprecher eigentlich so ein schönes räumliches Klangbild entstehen kann. Diesem Rätsel bin ich auf der Spur. Wenn ich diese Grundlagen besser begriffen habe, sollte ich auch besser verstehen können, worauf es bei der Raumakustik ankommt. Und dann gibt es kein Halten mehr. :wink:



 
Bei der Beschreibung meiner Audio-Kette, möchte ich gerne mit der Basis beginnen. Und das ist bei mir der Strom. Klar, ohne Strom geht nicht viel im HiFi-Bereich. Und mit schlechter Erdung ist es der halbe Spaß. Dabei denke ich weniger an Brummstörungen, sondern viel eher an Qualität des Klangbilds: Ruhe, Bühnenbreite, Lokalisierungspräzision.

1. Stromversorgung, Erdung und LAN

Hier: 1, 2 und 3 habe ich meine Maßnahmen ausführlich beschrieben. Aber nicht alles hat sich bewährt und andere Maßnahmen sind dazu gekommen. Ich will daher kurz zusammenfassen, wie die derzeitige Konfiguration beschaffen ist.

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Es handelt sich um 3 parallele Stromkreise auf ein und derselben Phase basierend. Quellseitig in der Unterverteilung UV0 haben alle drei Stromkreise überdimensionierte Schmelzsicherungen und Fehlerstrom-Schutzschalter. Mit getrennten 4x4mm² Ölflex-Kabeln (mit einseitig an der Quelle auf Schutzerde aufgelegte Schirme) geht es in die Senken. Das sind Schaltschranksteckdosen in Aufputz-Unterverteilern an den Wänden des Hörraums. Besonders wichtig ist die Erdung. Die Ziel-Unterverteiler sind mit jeweils 18mm² mit der Fundamentalerde verbunden. Als Stromkabel auf den letzten 1-2m zu den Audio-Geräten verwende ich einfache Ölflex 3x2,5mm², geschirmte Stromkabel und mit dem Schirm an der Stromquelle auf Schutzerde aufgelegt. Alle in diesen drei Stromkreisen betriebenen Audio-Geräte besitzen Schutzerde.

Bild

Grundsätzlich vermeide ich den Anschluss anderer Geräte als reine Audiogeräte an diese Stromkreise. So ist das für meine Streamer unverzichtbare LAN-Netzwerk über eine Lichtwellenleiter-Strecke vom übrigen Netzwerk galvanisch getrennt. Also auch dieser Teil der Stromversorgung hat sich sehr bewährt. Ich vermeide Verbraucher, bei denen ich befürchte, dass sie mir HF-Störungen in die Audiokette bringen können. Insbesondere vermeide ich die üblichen Schaltnetzteile wo es nur geht und ich habe keinen Computer in Betrieb, der direkt elektrisch mit der Audio-Kette verbunden wäre.

Seit einigen Monaten habe ich alle Audio-Geräte in 19-Zoll-Racks mit Alu-Seitenwänden untergebracht. Die Aluteile sind miteinander elektrisch verbunden und ich habe sie mit 6mm² geerdet. Auch wenn die Audio-Geräte damit nicht in einem vollständig geschlossenen Faradayschen Käfig sitzen, hat sich diese einfache Maßnahme doch sehr bewährt und hat nochmals mehr Ruhe ins Klangbild gebracht.

Was sich übrigens nicht bewährt hat, ist die Ferneinschaltung der Lautsprecher und des Behringer DCX2496 (Zeitverzögerung für Gegenbass) via Relais. Ich hatte die Maßnahme hier beschrieben. Mit den Relais schaltete ich gewisse Schaltschranksteckdosen abhängig von einer Steuerspannung ein- und aus.
Ich weiß nicht so recht, woran es lag. Ich vermute, dass die Relais irgend eine Art von HF Störung produziert haben. Denn seit ich alles von Hand ein- und ausschalte und seit ich die Relais wieder komplett aus den Audio-Stromkreisen entfernt habe, ist das Klangbild insgesamt (leicht) besser geworden.

Soweit zur eigentlichen Stromversorgung. Ich bin insgesamt mit den Maßnahmen sehr zufrieden. Weiter geht es mit den Signalverbindungen und der Masseführung in meiner Audiokette. Fortsetzung folgt also.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon totti1965 » 17.02.2017, 13:43

Lieber Harald,

kannst Du mir verraten, warum Deine beiden Switches unmanaged sind?
Ich möchte eigentlich heute oder morgen ein Netgear GS108E-300PES bestellen. Das ist EUR 19,-- teurer als die unmanaged Basisversion und "WeB Managed (Plus)".

Bedeutet das schon mehr Schmutz als in Deinem, oder kann ich bedenkenlos zuschlagen?

Gruss,

Thorsten

PS: Wenn einem computeraudiophilen noch was einfällt dazu...würde ich mich natürlich auch sehr über eine schnelle Antwort freuen. Ich bin nämlich schon ganz heiss drauf meine neuen gebrauchten G-Sonos (sind heute gekommen, danke Marco [bullrich]!) mit dem Heimnetz zu verbandeln.....werde die wohl nicht ewig behalten, muss aber ein wenig Klangforschung betreiben... :D
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Beitragvon nihil.sine.causa » 17.02.2017, 16:30

Hallo Thorsten,

totti1965 hat geschrieben:kannst Du mir verraten, warum Deine beiden Switches unmanaged sind?
Ich möchte eigentlich heute oder morgen ein Netgear GS108E-300PES bestellen. Das ist EUR 19,-- teurer als die unmanaged Basisversion und "WeB Managed (Plus)".

Bedeutet das schon mehr Schmutz als in Deinem, oder kann ich bedenkenlos zuschlagen?

Ich habe zur einfachsten Lösung gegriffen. Den Switch im Audio-Teil des Netztes brauche ich ja nur, weil ich den G-Oppo und den G-ADS anbinde und daher eben zwei Netzwerkanschlüsse brauche. Sonst hätte der Lichtleiter-Umsetzter ausgereicht. Was am Ende jetzt mehr HF-Störung macht, kann ich aber nicht sagen. Damit habe ich micht so eingehend auch nicht beschäftigt. Ich bin einfach nach dem Prinzip "so wenig wie möglich - so viel wie nötig" vorgegangen.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon nihil.sine.causa » 25.02.2017, 09:41

Hallo zusammen,

weiter geht es im Text – diesmal mit den Signalkabeln. Das Herstellen eigener Kabel hat bei mir eine gewaltige Verbesserung gebracht, daher will ich es hier so beschreiben, dass jemand, der an der Sache auch interessiert ist, sich ein solches Kabel selbst bauen könnte. Sicher gibt es sehr viele sehr gute Kabel, die auch ganz unterschiedlich gebaut sind. Die folgende Darstellung beschreibt nur „meinen Weg“, ich behaupte nicht, dass die Verbesserungen, die ich bei mir wahrnehmen konnte, verallgemeinerbar sind.


2. Symmetrische Signalkabel und Masseverbindung

Als Signalkabel verwende ich dreiadrige, selbst hergestellte Kabel ohne äußeren Schirm. In diesem Thread habe ich das ausführlich beschrieben. Hier also nur eine Zusammenfassung zu der Konstruktion, die sich bislang besonders bewährt hat.

5er Big Black
  • Aderleiter: Alpha Wire 2856/1 20AWG
  • Leiterquerschnitt je Ader: 0,52 mm²
  • Leitermaterial: Kupfer, solid core, silberplattiniet
  • Isolator: PTFE (Teflon)
  • Anzahl der Leiter für Hot (+, Pin 2) und Return (-, Pin 3) jeweils: 2
  • Anzahl der Leiter für die Signalmasse (Pin 1): 1
Die zwei Aderleiter für Hot sind von der Quelle aus gesehen gegen den Uhrzeigersinn verdrillt, für Return im Urzeigersinn. Die drei Stränge Hot, Return und Masse werden zu einem vergleichsweise luftigen Zopf verflochten. Hot wird immer an Pin 2, Return immer an Pin 3 in den XLR-Steckern gelötet. Als Lötzinn wird WBT-0800 Silberlot verwendet.

Bild
Leiter für + (Pin 2) verdrillt

Bild
Leiter für – (Pin 3) im anderen Drehsinn als + verdrillt

Nun kommt eine Besonderheit, die wir im Prinzip im Thread zum Thema Schutzerde und Signalmasse diskutiert haben. Ziel ist es, die beiden zu verbindenden Geräte auf ein möglichst gleiches Potential zu bringen. Man kann das über die Stromkabel erreichen und die Verwendung derselben Steckdosenleiste. Man kann auch zusätzliche Verbindungen zwischen den Gehäusen vornehmen (Stichwort Funktionserde), wie es im Forum auch von verschiedenen Kollegen gemacht wird. Ich dagegen verwende dafür die XLR Steckergehäuse, weil damit das Potential an der Stelle gleich gezogen werden kann, an der – je nach Gerätetyp – auch die Signalmasse mit Erde verbunden ist oder verbunden werden kann.

Damit ich die Gehäuse möglichst niederohmig verbinden kann, verwende ich als XLR Stecker-Gehäuse die Gehäuse der Neutrik NC3 FXX-EMC bzw. MXX-EMC, da diese einen besseren Kontakt zum Gehäuse des jeweiligen Audio-Gerätes machen und einen deutlich geringeren Ohmschen Widerstand als die sonst üblichen FXX-B bzw. MXX-B besitzten. Als „Innereien“ für die XLR Stecker dagegen verwende ich Neutrik NC3 FXX-B bzw. MXX-B, da diese vergoldete Kontakte haben.

An die Lötfahne für das XLR-Steckergehäuse löte ich einen kurzen doppelt genommen Aderleiter an, führe diesen durch die Spannhülse aus dem Stecker heraus und löte daran 6mm² Kupferkabel (H07V-K feindrähtig). Das 6mm² Kupferkabel wird parallel zum eigentlichen Signalkabel geführt, mit Teflon-Klebeband von diesem auf ca. 5cm Distanz gehalten mit dem anderen XLR-Steckergehäuse in gleicher Weise verbunden.

Bild
Fertiges Signalkabel, hier für den linken Kanal in der Ausführung braunC → farblosC

Diese niederohmige Verbindung zwingt die beiden verbundenen Audio-Geräte auf ein gemeinsames Potential. In unterschiedlichsten Tests hat sich dieses Verfahren sehr bewährt: die Bühne ist breiter, das Klangbild ist kohärenter und Phantomschallquellen lassen sich präziser orten als ohne diese Maßnahme. Tests mit unterschiedlichen, durchaus auch sehr hochwertigen Stromkabeln haben in meiner Kette keine nennenswerten hörbaren Verbesserungen mehr gebracht, solange die XLR-Steckergehäuse auf diese Weise niederohmig verbunden sind.

Für die Verbindung der Signalmasse des Kabels an die XLR-Stecker gibt es verschiedene Varianten. Um hier eine gewisse Übersicht zu wahren, habe ich mir die Farbvarianten ausgedacht. Damit ich mir das merken kann, verwende ich XXR Codierringe für die jeweilige Variante. Den linken und rechten Kanal unterscheide ich durch farbige Spannhülsen, gelb für links und rot für rechts. Wenn ich das Kabel einmal umlöten muss, kann ich den Codierring gleich mit austauschen, ohne dass ich alles ab und wieder anlöten muss.

Bild
Farbvarianten zur Behandlung von Signalmasse und Gehäusemasse

Bei einem dreiadrigen nicht geschirmten Kabel gibt es für die Signalmasse folgende Varianten: Die Signalmasse kann nur mit Pin1 verbunden sein (blau), nur mit dem Steckergehäuse (braun) oder sowohl mit Pin1 als auch mit dem Gehäuse (violett). Ist die Signalmasse nicht mit Pin1 verbunden, so wäre das die orangene Variante oder die farblose. Bei letzterer ist Pin1 des Steckers über einen kurzen eigenen Aderleiter mit dem Steckergehäuse verbunden.

Ich mache ein Beispiel. Der arfi-dac2 besitzt erdfrei symmetrische XLR-Anschlüsse bei denen Pin1 gar nicht aufgelegt ist. Hier hat sich die braune Verbindungsvariante bewährt. D.h. ich lege den dritten Leiter im Kabel auf das Gehäuse des XLR Steckers auf. Auf der Zielseite, den AGM 5.4 Lautsprechern bleibt der dritte Leiter unverbunden. Hier verwende ich die Variante farblos und stelle im XLR-Stecker eine Verbindung zwischen Pin1 und dem Gehäuse her. Ich nenne das Ganze braunC → farblosC, also Quelle, braun, auf Ziel, farblos. „C“ steht für "Chassis" und deutet die 6mm² Kupferverbindung zwischen den XLR-Steckergehäusen an.

Und warum bietet braunC → farblosC Vorteile gegenüber anderen Varianten? Nun ich habe die unterschiedlichsten Verbindungsoptionen empirisch durchgetestet unter Verwendung eines Testkabels mit Turmsteckern. Beidseitiges Auflegen der Signalmasse hat sich bei ungeschirmten Kabeln nicht bewährt. Zwar habe ich eine gewisse Vorstellung entwickelt, warum das eine besser sein könnte als das andere, aber es ist doch recht spekulativ. Was ich aber genau sagen kann, ist, dass die Kabel mir eine großartige Klangverbesserung bringen. Das Klangbild ist ruhig und klar, genau in den Transienten, breit in der Bühnendarstellung und vor allem präzise bei der Lokalisierungsschärfe der Phantomschallquellen.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon Hans-Martin » 25.02.2017, 10:48

nihil.sine.causa hat geschrieben:Bild
Fertiges Signalkabel, hier braunC → farblosC

Diese niederohmige Verbindung zwingt die beiden verbundenen Audio-Geräte auf ein gemeinsames Potential.

Hallo Harald,
vielen Dank für deine unermüdliche Weiterentwicklung an diesem Thema!
Allerdings sehe ich bei diesem Bild eine Abweichung zu deinem Text, denn hier sind die Leiter für pos und neg offensichtlich nicht gegensinnig gewendelte Adernpaare.
Für meine alten Augen sieht das nach zwei Linksgewinde aus, die auch links umeinandergeschlagen sind.
Damit nährt sich der Verdacht, dass du verschiedene Varianten ausprobiert haben könntest?:
Linksgewinde für pos und Rechtsgewinde für neg,
Rechtsgewinde für pos und Linksgewinde für neg,
Linksgewinde für pos und Linksgewinde für neg, wie das Bild zeigt,
Rechtsgewinde für pos und Rechtsgewinde für neg,

Dazu die Überlegung, dass ebenso denkbar und vor dem Hörvergleich noch gleichberechtigte alles Vorgenannte pos und neg Paare einmal als Linksgewinde (wie das Bild zeigt) und ebenso als Rechtsgewinde umeinandergewendelt sein könnten.
Somit entstehen 8 Varianten, die meiner Erfahrung nach alle unterschiedlich klingen, und aus denen man eine präferierte Version heraushören kann. Selbstverständlich alle in Stereo, also 8 Doppel=16 Ausführungen.

Beim Erstellen der verdrillten Adernpaare (antiparallel, nehme ich an) würde ich immer von deren V-Knickpunkt ausgehend die Schenkel umeinanderschlagen, während die freien Enden locker hängen und sich nicht in sich verdrehen, also keine Torsion aufbauen. Dann hält am Ende verlötet das Paar stabil zusammen und es bilden sich keine größeren Augen, es will sich nicht entdrillen. Ich meine, es lohnt sich, hier sorgfältig zu arbeiten, auch wenn es spürbar Vorbereitungszeit kostet, länger als die Frühstückseier garen...

Die Masseverbindung mit mindestens 4 qmm hätte ich auf kürzestem Weg über Kabel unter blanken Gehäuseschrauben gemacht, aber nun verstehe ich auch, weshalb du die Neutrik-Gehäuse zugunsten des geringeren Übergangswiderstandes getauscht hast.
Da liegt es nahe, nicht mit einem Kabelrest geringeren Querschnitts einen Übergang zu gestalten, ich möchte anregen, stattdessen das 6qmm Kabel im hinreichenden Abstand abisolieren, die äußeren Litzen nach außen biegen, die inneren herauskürzen (etwa 2/3 der Menge), die äußeren wieder zurückbiegen, im Windungssinn der Leitung verdrillen, Im Schnittbereich mit den inneren per Aderendhülse verquetschen oder zusammenlöten und einen Schrumpfschlauch über das ausgedünnte Ende ziehen und im Stecker auf das Gehäuse löten. Auf diese Weise lässt sich der Gesamtdurchgangswiderstand noch weiter verringern und die Durchgängigkeit der äußeren Leiter sorgt für bessere HF-Ableitung / Ausgleich zwischen den Geräten.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon nihil.sine.causa » 25.02.2017, 11:04

Hallo Hans-Martin,

Hans-Martin hat geschrieben:Allerdings sehe ich bei diesem Bild eine Abweichung zu deinem Text, denn hier sind die Leiter für pos und neg offensichtlich nicht gegensinnig gewendelte Adernpaare.

erwischt! :oops: Bei dem fertigen Kabel handelt es sich noch um eine Variante, bei der ich + und - im gleichen Drehsinn verdrillt habe. Mittlerweile verwende ich unterschiedlichen Drehsinn für + und - und das macht es einen Tick besser. Aber große Effekte sind das nicht und so verwende ich das mühsam hergestellte Kabel weiter.

Hans-Martin hat geschrieben:Die Masseverbindung mit mindestens 4 qmm hätte ich auf kürzestem Weg über Kabel unter blanken Gehäuseschrauben gemacht, aber nun verstehe ich auch, weshalb du die Neutrik-Gehäuse zugunsten des geringeren Übergangswiderstandes getauscht hast.

Das ist sicher eine gute Alternative. Und es gibt viele Möglichkeiten, Funktionsmasse zwischen den Geräten zu bauen. Schließlich ist es auch kein Problem, zusätzlich zu der XLR-Gehäusekonstruktion weitere Funktionserde-Verbindungen zu schalten. So hatte ich hatte z.B. auch eine Verbindung zwischen Tonbandmaschine und arfi-adc2 über eine zusätzliche 6 mm² Verbindung getestet. Das hat dann aber nicht mehr allzuviel gebracht bei mir.


Hans-Martin hat geschrieben:Da liegt es nahe, nicht mit einem Kabelrest geringeren Querschnitts einen Übergang zu gestalten, ich möchte anregen, stattdessen das 6qmm Kabel im hinreichenden Abstand abisolieren, die äußeren Litzen nach außen biegen, die inneren herauskürzen (etwa 2/3 der Menge), die äußeren wieder zurückbiegen, im Windungssinn der Leitung verdrillen, Im Schnittbereich mit den inneren per Aderendhülse verquetschen oder zusammenlöten und einen Schrumpfschlauch über das ausgedünnte Ende ziehen und im Stecker auf das Gehäuse löten. Auf diese Weise lässt sich der Gesamtdurchgangswiderstand noch weiter verringern und die Durchgängigkeit der äußeren Leiter sorgt für bessere HF-Ableitung / Ausgleich zwischen den Geräten.

Gute Idee, danke. Das werde ich mal testen.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon Hans-Martin » 28.02.2017, 18:13

nihil.sine.causa hat geschrieben:erwischt! :oops: Bei dem fertigen Kabel handelt es sich noch um eine Variante, bei der ich + und - im gleichen Drehsinn verdrillt habe. Mittlerweile verwende ich unterschiedlichen Drehsinn für + und - und das macht es einen Tick besser. Aber große Effekte sind das nicht und so verwende ich das mühsam hergestellte Kabel weiter.

Hallo Harald,
dem neugierigen Auge entgeht nichts...
Angesichts der Gleichtaktunterdrückung des vollsymmetrischen Eingangs sollte man erwarten, dass die Leitergruppen pos und neg gleichberechtigt aufgebaut sind, also sich nicht unterscheiden.
Meine Erfahrungswelt ist bei symmetrischen Verbindungen recht eingeschränkt, ich bin mehr bei Single-Ended (RCA/Cinch) und da finde ich Linksgewinde für die Masse besser, Rechtsgewinde für das Signal.
Definitiv klingen beide Verseilrichtungen unterschiedlich, offenbar spielt auch geschmackliche Orientierung mit hinein, denn bei vielen kommerziellen Anbietern sind die Kabel nicht erkennbar gleichsinnig, offenbar herrscht keine Einigkeit darüber, was richtig ist. Obwohl es doch eine physikalische Erklärung dazu geben müsste, warum der Wendelsinn einen hörbaren Unterschied bewirkt. Sei es, dass er HF bei der Masseverbindung etwas unterstützt oder beim Signal leicht unterdrückt.

Ich wollte immer schon einmal einen Rolladenmotor (Industrierestposten, langsames Übersetzungsgetriebe, mit Fußschalter für beide Laufrichtungen) für solche Zwecke umbauen, um müheloser Kabel zu verseilen. Damit sollte es möglich sein, diesen Handarbeitsbereich deutlich zu beschleunigen, weil man sich dann auf den Bereich konzentrieren kann, wo die beiden Stränge durch 2 Gardinenringe locker, aber mit der Hand geführt zusammenlaufen. Für eine rein händische Verdrillung braucht man bei 2m schließlich mehr als 10 min.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon h0e » 03.03.2017, 17:58

nihil.sine.causa hat geschrieben:An die Lötfahne für das XLR-Steckergehäuse löte ich einen kurzen doppelt genommen Aderleiter an, führe diesen durch die Spannhülse aus dem Stecker heraus und löte daran 6mm² Kupferkabel (H07V-K feindrähtig). Das 6mm² Kupferkabel wird parallel zum eigentlichen Signalkabel geführt, mit Teflon-Klebeband von diesem auf ca. 5cm Distanz gehalten mit dem anderen XLR-Steckergehäuse in gleicher Weise verbunden.


Hallo Harald,

ich habe mich gefragt, warum Du das 6mm² nicht in den Stecker führst?
Einfach nur, weil der Platz in der Spannzange dann nicht reicht?
Mir ist auch nicht klar geworden, wo Du die Verlängerung des 6mm² angelötet hast.
Ein Bild vom Inneren des Steckers wäre erhellend. 8)

Habe ich richtig verstanden, dass Du zwischen Dac und AGM ein Kabel verwendest,
wo die Masse nur auf den Steckergehäusen aufgelegt ist und Pin 1 unbelegt bleibt?

Grüsse Jürgen
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h0e
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Beitragvon Harry_K » 24.03.2017, 07:33

Hallo Jürgen,
ich klinke mich mal ungefragt hier ein :)
Der Stecker besitzt oberhalb der eigentlichen Signal-Pins eine zusätzliche Lötaufnahme, um dort bspw. die Abschirmung der verwendeten Signalkabel draufzulöten. Mit Sicherheit wurde hier das dünne Kabel angelötet, weil das Kupferkabel niemals zusammen mit den verdrillten Signalkabeln durch die Spange gepasst hätten. Ich hatte da schon bei meinem normalen Sommer-Kabel Probleme.
Ich habe beispielsweise aufgrund der doppelten Schirmung des Sommer-Kabels die innere Schirmung als Masseleitung benutzt. Die äußere Schirmung liegt bei mir nur einseitig auf der Signalseite des xlr-Kabels auf dem Masseleiter des Steckers (nicht der 3-polige Masseleiter). Am Lautsprecher selbst liegt nichts an. Das hat jetzt aber nichts mit diesem Thema hier zu tun :?
Viele Grüße
Matthias
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Harry_K
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