Ludger (hoer-wege Manger)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
Forumsregeln
Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon llucki » 22.04.2017, 12:43

Hallo zusammen,

gerade war Ulli Müller, der Raumakustiker aus Berlin nochmal bei mir! Zum Glück hat er derzeit hier in der Region zu tun und war so lieb, sich den neuen Raum anzuhören.

Die Abbildung und die Bühne waren im neuen Raum auf Anhieb sehr gut. Doch hatte ich den Eindruck, dass im unteren bis mittleren Bereich eventuell etwas zu viel absorbiert würde. Bei den sorgsam abgestimmten Elementen hatte ich mich nicht getraut, selber mit Experimenten anzufangen, sondern hatte ihren Schöpfer um Rat gefragt.

Sein Urteil ist positiv! Der Raum ist im Prinzip nicht schlechter als der vorherige, aber einiges ist anders. Mit den Elementen müssen wir nicht von vorne beginnen. Viel mehr hat er mich ermuntert, die Position von Lautsprechern und Hörplatz zu verändern: Lautsprecher etwas näher an die Rückwand, Sitzplatz etwas weiter nach hinten. Da hatte ich mich mit der Geometrie vom früheren Raum nun wohl genau an eine Stelle gesetzt, wo es im neuen Raum im Tiefton eine Auslöschung gab.

Gut zu wissen, dass es kein grundsätzliches Problem gibt, dass hätte ich ohne ihn nicht gewusst! Boxenrücken ist ja kein Problem. Den besten Kompromiss werde ich über kurz oder lang sicher finden.

Ein Detail habe ich gerade noch gelernt: das mit den Pflanzen zwischen Lautsprechern und Rückwand habe ich damals missverstanden, so, wie ich es verstanden hatte, hatte er es nicht gesagt. Einen großartigen Effekt haben die nicht. Schaden aber auch nicht, ich lasse sie da, ich habe mich an ihren Anblick gewöhnt.
(Autosuggestion: ich war mir sicher, einen Unterschied zu hören...)
(EDIT: Wenn sich visuell in Blickrichtung etwas verändert, hat das bei mir immer einen starken Einfluss auf das Hörempfinden. Deshalb mache ich es meistens recht dunkel und schließe viel die Augen beim Hören.)

Viele Grüße
Ludger
Bild
llucki
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 587
Registriert: 27.09.2013, 13:01
Wohnort: Paese montagnoso

Beitragvon llucki » 23.04.2017, 20:25

Hallo zusammen,

so, jetzt bin ich wieder richtig zufrieden! Die Positionen von Boxen und Sitzplatz sind so, wie Ulli Müller sie gestern aus dem Handgelenk angeregt hatte, ideal! Ich habe noch eigens ausprobiert und die Positionen dann so festgelegt, wie es gestern schon war. Dann alles exakt ausgerichtet und zum Finale Anti-Mode 2.0 neu eingemessen.

Gegenüber dem alten Raum stehen die Boxen 30 cm näher an der Rückwand. Wegen des breiten Durchgangs zum Hinterraum ist das unkritisch. Den Sitzplatz habe ich ungefähr 30 cm nach hinten verlegt. So habe ich nun ein Dreieck von (wie gehabt) knapp 2 m Boxenabstand (mehr ist wegen der Raumbreite nicht möglich) und ca. 2,6 m Abstand von Ohr zu Box (vorher knapp 2 m). Die Einwinklung der Boxen habe ich entsprechend etwas geöffnet, so, dass der Schnittpunkt wie gehabt ca. 20 cm vor der Nase ist. Bei den MSW ergibt sich so nach meinem Geschmack und in diesen Räumen die beste Bühne.

Die Bühne ist jetzt, wie man sich denken kann, etwas größer als zuvor. Bei meiner Lieblingsmusik (kleinere Jazz-Bands) ist das relativ egal. Zuvor war es hart an der Kante zum Nahfeld-Hören, aber gerade noch so, dass die Eigenschaften des Raums zum Gesamteindruck beitrugen. Das ist jetzt nicht wesentlich anders. Die Mittenortung ist immer noch gut. Was mir vorhin beim Probehören jedoch aufgefallen ist, ist, dass große Orchestern glaubwürdiger herüberkommen. Somit bin ich nun meiner Absicht ein Stück näher gekommen, mich mehr mit klassischer Musik zu beschäftigen. Ich habe einige schöne Aufnahmen, die ich gerne höre, mit zu kleiner Bühne macht das aber nicht wirklich Freude. So wartete das seit längerem.

Zwei Erkenntnisse hat das Manöver gebracht:
1. Bez. Tiefton und der negativen Nebenwirkungen von Raummoden (Dröhnen, Überlagerungen, Auslöschungen) geht es in einem kleinen Raum um Zentimeter, die über das Ergebnis entscheiden.
2. Es hat sich wieder mal bewahrheitet, was Hans-Martin seit Jahren sagt: neben brauchbarer Technik und einer grundsätzlich geeigneten Raumakustik sind die Positionen von Boxen und Sitzplatz ausschlaggebend. Erst danach machen weitere Tuning-Maßnahmen Sinn.

Als nächstes werde ich mit einem Vorhang im Durchgang zum Hinterzimmer experimentieren. Provisorisch habe ich ein Laken aufgehängt. Neben der visuellen Wirkung (ein Schreibtisch in Blickrichtung ist wirklich nicht ideal zum Abspannen...), wird es sich aber auch auf den Klang auswirken. Wie, muss sich zeigen.

Viele Grüße
Ludger
Bild
llucki
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 587
Registriert: 27.09.2013, 13:01
Wohnort: Paese montagnoso

Beitragvon llucki » 23.04.2017, 20:28

Ach ja, dann werde ich mir noch neue Filter mit Acourate anfertigen, um den Convolver wieder in Betrieb nehmen zu können. Der ist seit dem Umzug abgeschaltet. Anti-Mode ist auch bei digitaler Zuspielung aktiv. FLOW ist irgendwie das Sahnehäubchen, kommt bald wieder!
Bild
llucki
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 587
Registriert: 27.09.2013, 13:01
Wohnort: Paese montagnoso

Beitragvon llucki » 15.10.2017, 14:59

Hallo zusammen,

ich will mal erzählen, warum ich in der letzten Zeit gar nicht mehr hier zu sehen bin: Mitte Mai habe ich mich völlig unerwartet neu verliebt! Eine alte Beziehung war bereits 2014 zu Ende gegangen und ich hatte zum Thema lange keine Meinung gehabt. So traf es mich unerwartet, aber umso heftiger und in einer Qualität, die ich für mich eigentlich schon abgehakt hatte. Hier passt alles zusammen, große Freude!

Nun lebt sie in der nächsten großen Stadt, während ich eher ländlich wohne und die Strecke nur per Auto zu überbrücken ist. So bin ich meistens dort, seltener, dass sie herkommt. Dazu habe ich meinen intensiven Beruf, in den Ferien meine Kinder. Da bleibt nicht mehr viel für Hobbys. (Aber lieber so als andersherum!)

Anfang dieses Jahres hatte ich mich mit meiner Indie-Phase der frühen 80er beschäftigt, dann mit Indie-Rock der 90er, den ich seinerzeit verpasst hatte (Nirvana, Soundgarden, Foo Fighters, etc.). Dann lernte ich meine neue Freundin kennen. Als ich das erste Mal bei ihr zuhause war, konnte ich mit Freude feststellen, dass sie eine sehr respektable Stereo-Anlage hat, korrekt aufgestellte Boxen und einen sehr großen Sessel im Sweet Spot. Super! Und dann legte sie auf: 1a Indie-Rock der 90er! Vorgestern waren wir zusammen auf einem Nick Cave Konzert in Düsseldorf.

Bei meiner Anlage hatte ich ja gesagt, dass ich das Ziel, das ich mir gesteckt hatte - eine Wiedergabe, die mich begeistert - erreicht hatte und nicht mehr viel dran verändern wollte. Dabei ist es geblieben. Jedes Mal, wenn ich etwas Zeit dafür habe, höre ich und freue mich über den Klang und genieße die Musik. Das ist nach wie vor ein großes Privileg!

Dafür bedanke ich mich bei allen hier, die mir das mit ihren hochkompetenten, geduldigen und oft auch unterhaltsamen Beiträgen ermöglicht haben! Ohne euch könnte ich jetzt nicht auf so hohem Klang-Niveau hören. Vielen Dank!!!

Ich bin aber noch da und lese gelegentlich mit.

Viele Grüße
Ludger
Bild
llucki
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 587
Registriert: 27.09.2013, 13:01
Wohnort: Paese montagnoso

Vorherige

Zurück zu „wie ich zum aktiven Hören kam“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste

cron