Uwe (Quadral Aurum Orkan aktiv)

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Beitragvon Tinitus » 02.01.2017, 23:48

Hallo,

erst mal Danke an Alle für Eure Rückmeldungen. Noch ist ja Hopfen und Malz nicht verloren (als Weintrinker könnte ich damit auch leben).

Ich denke es besteht noch Hoffnung, dass ich in Zukunft zufrieden Musik werde hören können. Die von mir bestellten Akustikelemente werden auf jeden Fall die Nachhallzeit deutlich verkürzen und die Erstreflexionen eleminieren. Ob sich die Mode bei ca. 55 Hz wegbügeln lassen wird, wird man sehen, insgesamt werde ich sechs in den drei zur Verfügung stehenden Ecken unterbringen, vier davon absobieren schon ganz ordentlich bei 50 Hz, zwei sogar ab 40 Hz. Ich werde auch einige nicht ortsgebundene Elemente haben, mit denen ich hoffentlich die Stereomitte dahin bekomme, wo sie hin gehört.

Solange Musik nur nebenbei "dudelt" ist am Klang nichts aauszusetzen, wobei für mich aktives hören die 1 - 2 h abends sind, die ich im sweet spot verbringe und beim Musikhören entspannen kann, da geht es gar nicht, wenn Charles Aznavour im Olympia nicht mitten auf der Bühne steht, sondern am rechten Rand noch hinter dem Vorhang :shock: . Nachdem ich ja über 20 Jahre mit meinen KEF Caprice II gehört habe und da die Bühne sicherlich auch ziemlich diffus war, waren die Orkane eine echte Offenbarung, auf diese mögliche Qualität möchte ich nicht verzichten. Die Kosten für die akustischen Maßnahmen liegen unter dem Neupreis meines DAC und wenn ich damit meine Probleme in den Griff bekomme, ist der Klanggewinn deutlich größer als der Unterschied zwischen meinem DAC und einem guteen DAC der 500 Euro Preisklasse. Mit Pflanzen stehe ich etwas auf Kriegsfuß, bei mir vertrocknen auch Kakteen und Dritte lasse ich nicht in der Nähe meiner LS mit Wasser hantieren. :mrgreen:

Und ja, Eberhard, es ist richtig, dass die Musik an sich wichtiger ist als das klangliche Niveau des Tonträgerss/der Abhörkette, insofern könnte gutes Mono eine Alternative sein, allein, an nichts gewöhnt man sich so leicht wie an Luxus, wie Tiefenstaffelung und Ortbarkeit. Winfried hat auch Recht, manche Aufnahmen geben auch gar nicht viel Räumlichkeit her. Mit der trifftigste Grund für mich sich die Investiotion in einen Lautsprecher wie eine Geithain gut zu überdenken, da man deren Potenziaal mit vielen Aufnahmen gar nicht heben kann. Ich bin auch der Meinung, dass Live Musik hören und Konserve hören zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Ersteres geht bei mir wegen des Tinitus nur noch bedingt, da bei Live Musik oft mir unangenehme Pegel erreicht werden. Konserve ist ganz was anderes, allein schon die Mikrofinierung bedingt, dass das was ganz anderes ist. Dazu kommt noch, dass die Konserve ein Kunstprodukt des Toningenieurs ist, so kann die darauf enthaltene Rauminformation vollkommen artifiziell sein, weil zu gemischt, auch die Musiker müssen ja nicht mal unbedingt im gleichen Raum gespielt haben. Wenn ich nach der Umsetzung der raumakustischen Maßnahmen immer noch nicht zufrieden sein sollte, werde ich Horst-Dieter das Thema Klangzurechtbiegen in Angriff nehmen. Ich habe mir ja nun endlich einen Minirechner mit mpd und brutefir zusammen gebastelt. Ich gehe sogar davon aus, dass ich darum nicht herum kommen werde. Der Grund warum ich zuerst die Raumakustik in Angriff nehme,ist, dass ich der Meinung bin, dass solche Maßnahmen eher Hörplatzkorrektur als Raumkorrektur darstellen und eben deshalb auf das Notwendigste reduziert werden sollten. Schön, dass Du mit dem Trinnov schon so weit bist, dass gibt mir die Hoffnung auch noch dahin zu kommen. Last but not least Jochen, nein noch lasse ich den Kopf nicht hängen, Bücheregal steht schon über die ganze Rückwand (hinter dem Hörplatz), bezüglich raumakustischer Maßnahmen ziehe ich Bassfallen Venusfliegenfallen vor, gut rüber gekommen bin ich auch, Ihr hoffentlich auch und viel zu tun habe ich demnächst ja Anlagentechnisch auch. Wobei ich nicht zu den Optimierungswütigen, bei denen das zum eigentlichen Hobby wird, gehöre (aber der Süchtige verleugnet ja immer seine Sucht :wink: ). Trotzdem erscheint mir ein Verhältnis der Beiträge Musikempfehlungen/technischen Beiträgen, was Jochens Quotienten näher kommt erstrebenswert.

Fast mitternächtliche Grüße

Uwe
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Beitragvon Melomane » 03.01.2017, 00:27

Hallo Uwe,

ach, vielleicht habe ich es nur mit den Ohren und bin zu bescheiden. ;)

Ich habe deinen ganzen thread nicht durchgelesen. Deswegen mag das Folgende deplaziert und schon durchprobiert sein.

Ich empfehle, die Mathematik für einen Augenblick außer acht zu lassen und einen nächsten freien Tag zu nutzen, um die LS umzustellen. Und zwar so, dass sie nicht auf das L schallen, sondern z.B. links vor die Fenster und dann nach rechts zur Wand abstrahlen. Keine Garantie auf Erfolg, aber Versuch macht kluch.

Ach ja - Pflanzen: Es gibt wunderbare aus Kunststoff. Die wirken heutzutage fast echt. ;)

Gruß

Jochen
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Beitragvon Tinitus » 03.01.2017, 22:58

Hallo Jochen,

L-förmig ist die Fensterfront (Großteil der Stirnwand und 2 m links um die Ecke), der Raum selbst ist rechteckig. Wenn ich die LS über Eck stellte, hätte ich zwar hinter den LS Symmetrie aber eine der Seitenwände wäre dann Beton und die andere Glas. Außerdem befände sich der linke LS dann direkt vor der Durchgangstür zur Terasse. Die (Terasse) kann man zwar auch über einen anderen Raum erreichen, aber ob mein Junior das auch verstünde, wenn er in der warmen Jahreszeit mal schnell rein oder raus will? Dann träfen 32 kg LS mit v = 0 auf 22 kg (Tendenz steigend) mit vmax = 5 m/s (auch hier Tendenz steigend), was der gute Newton dazu sagen würde, weiß ich nicht, ein eventuell bleibender Schaden an einem der Stoßpartner würde mich nicht fröhlich stimmen, ach ja da sind sie wieder, die limitierenden Randbedingungen, die das eigentlich so einfache Steckenpferd "Musik Hören" mnchmal so kompliziert machen.

Gruß

Uwe
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Beitragvon Melomane » 03.01.2017, 23:06

Hallo Uwe,

ich für meinen Teil entdecke immer mehr den Kopfhörer als Instrument für eine exakte Musikabbildung. Nicht, dass meine im Raum agierenden Installationen schlecht wären. Aber wenn ich der Aufnahme so richtig auf das Maul schauen möchte, greife ich dann doch immer öfter zum KH.

Vielleicht wäre das auch eine Option für dich: Für das alltägliche Gedudel die Boxen und für den Musikgenuss den KH? Man sage nicht, dass da ja die Räumlichkeit fehle. Na klar, man hat nicht den Raum. Aber eine Raumillusion kann auch ein KH vermitteln. Und er bietet auch nicht nur Kopfmusik. Das Gehirn kann da schon recht hilfreich eingreifen.

Bevor du dich also nur nur ärgerst - zumindest für eine Übergangszeit bis zur Heilung der "Raumkrankheit" könnte so ein KH nützen.

Gruß

Jochen
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Beitragvon wgh52 » 03.01.2017, 23:27

Hallo Jochen,

Melomane hat geschrieben:... man hat nicht den Raum. Aber eine Raumillusion kann auch ein KH vermitteln. Und er bietet auch nicht nur Kopfmusik. Das Gehirn kann da schon recht hilfreich eingreifen ...

Schön und beneidenswert, dass das bei Dir funktioniert! Bei mir bleibt beim Hören mit Kopfhörer die Bühne "schön" im Kopf und zwischen den Ohren. :(

Uwe,

lass Dich durch mein Jammern nicht am Probieren hindern! :cheers: Hoffentlich funktioniert's bei Dir! :D

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Melomane » 03.01.2017, 23:32

Winfried,

je nach KH fällt das auch mehr oder minder leicht bzw. schwer. Bei modernen, die die Membranen etwas angeschrägt stellen, geht es natürlich leichter.

Und ansonsten: Nimm dir eine Klassikaufnahme und stell dir vor, wie das Orchester sitzen müsste. Das klappt bei mir meistens.

Uwe, sorry für den Missbrauch deines Threads.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Tinitus » 04.01.2017, 21:37

Hallo,

habe gerade Nachricht bekommen, dass die Akustikelemente schon bald geliefert werden. Da bin ich gesspannt wie ein Flitzebogen, der Kopfhörer kann dann auch erst mal warten.

Gruß

Uwe
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Beitragvon Heule » 05.01.2017, 17:58

Hallo Uwe,

drücke dir die Daumen für deine Akustikelemente.

Probiere unbedingt wenn du kannst die Genelec mit GLM 2.0 + deine Akustikelemente. Ich denke danach könntest du sehr zufrieden sein. Wenn ich deine Messungen sehe werden die Akustikelemente alleine nicht reichen. Würde mich aber für dich freuen wenn ich mich irre. Beides zusammen ist der Bringer wenn man nicht über einen optimierten Hörraum verfügt!

Gruß Oliver
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Beitragvon Tinitus » 12.01.2017, 23:54

Hallo,

die Akustikelemente kommen schon bald, meine krummen Frequenzgänge haben mir aber keine Ruhe gelassen. Ich habe dann auch Kontakt mit Sascha Reckert dem Entwickler der Orkane aufgenommen. Der meinte, man sollte die akustischen Messungen unbedingt unter 90° machen. Heute wollte ich dann nochmal die Ist Situation vor den akustischen Maßnahmen fest halten und habe verschiedene Messungen gemacht. Insgesamt wohl über 30 stück. Keine angst ich werde die nicht alle hier einstellen. Ich habe dann aber fest gestellt, dass die Orkaane sich ohne Abdeckung besser messen. Eigentlich unglaublich, dass heutzutage noch Abdeckungen gebau werden, die einen deutlichen Einfluß auf den Frequenzgang haben.
Wenn also abends der Junior im Bett ist und nicht auf den Gedanken kommen kann, mit den vor die Basstreiber gespannten Seile (siehe am Anfang meiner Vorstellung) Gitarre zu spielen, müssen die Abdeckungen ab. Zur Zeit spielt Kraftwerk und ich muss mich noch an den Anblick der nackten Orkane gewöhnen.

Jetzt aber doch noch ein paar Messergebnisse. Nachdem ich festgestellt habe, dass die Frequenzgänge bei Messung unter 90° deutlich besser aussehen als unter 0°, habe ich dann bei beiden LS die Höhen (wirkt ab 3 kHz) auf +3 dB einzustellen:

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Sieht doch gar nicht so schlecht aus, an den Unterschieden im Bassbereich kann man erkennen, dass die akustischen Verhältnisse nicht symmetrisch sind.

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geglättet mit 1/6 Oktave erkennt man schon mehr, dann wollte ich es aber noch mal genauer wissen:

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Na also, sieht doch gar nicht so schlecht aus (psychoakustisch geglättet). Die Mode bei ca. 55 Hz fällt mit 6 dB gar nicht so krass aus. Bin gespannt was die sechs Bassfallen daraus machen werden.

Die Dellen bei knapp unter 100 Hz, bei 350, 700 Hz (ups Nachtigall ick hör dir trapsen) und 2,1 kHz könnten nach Unterdrückung der Erstreflektionen auch besser sein bzw. sich mit digitaler Sitzplatzkorrektur ausbügeln lassen. Da ist doch ein Silberstreif am Horizont.

Gute Nacht

Uwe

PS: Gibt es jemanden, der eine Erklärung dafür hat warum die Orkane unter 0° gemessen einen deutlich größeren Abfall ab ca. 1 kHz haben als unter 90° gemessen?
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Beitragvon Fujak » 13.01.2017, 10:55

Hallo Uwe,

Deine letzte Frage würde ich so beantworten, dass unter 90° je nach zeitlicher Fensterung der Messung mehr Höhenanteil durch Raumreflektionen in die Messungen miteinfließen.

Grüße
Fujak

P.S.: Halte uns auf dem LAufenden, wie es weitergeht, wenn Deine Akustikelemente da sind. Spannende Geschichte.
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Beitragvon Tinitus » 16.01.2017, 21:42

Hallo,

die Elemente sind da. Die Bassfallen sind schon an ihren endgültigen Plätzen, die Absorber an den Seitenwänden noch auf provosorischen Plätzen, die Deckenabsorber noch gar nicht am Platz. Und?

Es klingt etwas ungewohnt. Allein wenn man im Zimmer auf Höhe der Absorber katscht ist das viel trockener als vorher. Und die Stereomitte ist brav in der Stereomitte, auf der Bühne herrscht eine tolle Ordnung, die Musik ist mehr zwischen die Lautsprecher gerückt, dafür ist alles viel besser definiert. So macht das mehr Spaß, auch wenn es noch ungewohnt kling, aber es besteht für mich kein Zweifel, dass das viel besser ist. Nur an den Geruch muss ich mich entweder gewöhnen oder so hoffe ich er läßt mit der Zeit nach. Das klingt sogar so gut, dass ich obwohl ich sehr neugierig bin, wie die Nachhallzeit jetzt liegt im Moment lieber hören möchte. Genauerer Bericht kommt später.

Güßle

Uwe :D
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Beitragvon wgh52 » 16.01.2017, 23:07

Glückwunsch Uwe!

Ja bespaße Dich musikalisch erstmal gründlich und irgendwann machst Du Messungen. Hoffentlich geht ein vorher/nachher Vergleich.
Ich warte in geduldiger Spannung :cheers:

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Tinitus » 07.05.2017, 21:49

DAC Dilemma

Hallo,

jetzt ist es fast schon vier Monate her, dass ich hier was geschrieben habe. Ich war nicht untätig, es drehte sich aber nicht alles um die Raumakustik.
Ich hatte mich ja entschieden mich von meinen Audio GD Geräten zu trennen, nicht weil ich klanglich nicht mit ihnen zufrieden gewesen wäre, sondern weil mein Geräteschrank aufgrund der Tiefe der beiden Master Geräte sehr weit von der Wand weg stehen musste. Im neuen deutlich kleinerem Hörzimmer gefiel mir das nicht mehr. Also Zielsetzung: Es muss kleiner werden! Vorverstärker seitig war die Entscheidung schnell gefallen, es sollte ein music first audio Classic V2 werden. Ich habe dann den Fehler gemacht direkt bei Jonathan Billington zu ordern. Warum Fehler? Der gute Jonathan ist sicherlich ein Meister auf seinem Fachgebiet, er ist bzw. war aber auch fast allein für die Tätigkeiten von mfa zuständig, was dazu führte, dass die Lieferzeit länger und länger wurde. Die erste Ausgabe hatte dann ein leichtes Problem mit der tonalen Balance, wenn man die Lautstärke veränderte. Die ging an Jonathan zurück, der daraufhin die Wicklung seiner Übertrager mit 31 Stufen geändert hat. Ich wurde dann aber doch etwas ungeduldig. Dann hat Jonathan aber jemanden für die Verwaltungsaufgaben eingestellt und richtig Gas gegeben. Mit dem Gerät mit der geänderten Wicklung bin ich nun sehr zufrieden. Lieferzeit insgesamt: fast ein halbes Jahr.
DAC technisch war die Entscheidung schwieriger, in Frage kamen:

Ayre Codex

Schiit Gungnir Multibit

Holo Audio Spring DAC

Ich habe mich dann für den Codex entschieden, nachdem ich mich bei Ayre direkt versichert habe, dass der Ayre sich mit Linux versteht und der USB Receiver auch mit 32/96 zurecht kommt, da ich alle Dateien mit sox auf 32/96 umrechne. Warum Codex? Ich bin der festen Meinung, dass das wichtigste am DAC die implementierten Filter und die Ausgangstufen sind. Der Ayre hat den Wavelength Filter, der das preringing auf ein Mindestmaß reduziert und seine Ausgangsstufen sind nach den bekannten Ayre Grundsätzen gestaltet: zero feedback, diamond buffer in class A ein EI Trafo. Außerdem kann man ihn als DAC oder VV betreiben, dies erlaubt zwischen vier verschiedenen Ausgangsspannungen (2x symmetrisch, 2x SE) zwischen 2 und 7 V zu wählen. Wenn man wie ich einen passiven VV betreibt ist das von Vorteil, da man dann je nach Empfindlichkeit der verwendeten Lautsprecher die passendste Einstellung verwenden kann. Außerdem gefällt mir der Formfaktor des Codex:

http://www.stereophile.com/content/ayre ... -amplifier

http://www.audiostream.com/content/ayre ... tal-preamp

Wie klingt der Codex? Sehr fein! Obwohl ein popliger ESS9018K2M als DAC Chip verwendet wird. Der Codex hat mir bestätigt, dass die Filter und die Ausgangsstufen die Mussik machen (hauptsächlich zumindest).

Aber

Der Codex versteht kein Linux. Mit dem Windows-Rechner sehr fein, aber mit Linux nichts. Dann habe ich den Händler und den deutschen Vertrieb kontaktiert, die meinten Linux sei halt was für IT-Spezialisten. Anschliessend mit Ayre Kontakt aufgenommen, von dort kam die Aussage, dass Ayre die USB-Implementierung von Wavelength zu kauft und nur mit Windows und OSX testet und deshalb nicht wirklich weiter helfen könnte. Ich wurde dann auf einen Head-fi Thread hingewiesen, in dem ein Forent sagt, dass er den Codex unter Linux zum laufen bekommen hat, ohne allerdings mit zu teilen wie. Mehr könne man bei Ayre nicht für mich tun. Der deutsche Vertrieb hat sich dann noch darum bemüht, herauszufinden, wie der Codex unter Linux funktionieren könnte. Das Ende vom Lied war, dass ich mich mit dem Händler auf eine Rücknahme des Gerätes geeinigt habe. Da er das Gerät extra für mich über den deutschen Vertrieb für mich in den USA bestellt hatte, musste ich allerdings einen finanziellen Verlust hinnehmen.

Fazit:

Der Codex hat meine Vermutung bestätigt, dass die verwendeten Filter und die Ausgangstufen einen großen Einfluss darauf haben, wie gut ein DAC klingt.
Ayre schafft es ohne sich mit der USB-Implementierung auszukennen, mit einem zugekautem Filter und der von Ayre bekannten exzellenten Verstärkertechnik unter Verwendung eines DAC-Chips von der Stange einen sehr guten DAC zu bauen. Dumm nur, dass mich die Erkenntnis so teuer kam.

Also war ich wieder am Ausgangspunkt. Zumindest waren inzwischen alle Akustikmodule installiert. Nun der Holo Spring DAC entspricht vom Formfaktor nicht wirklich meinem Beuteschema, aber vielleicht doch? Zumal berichtet wird, dass das Basismodell auf ähnlichem Niveau wie die beiden modifizierten Modelle spielt. Dann wäre das mit ca. 1600 Euro fast erschwinglich und der darin verbaute XMos USB-Receiver verteht auf jeden Fall Linux. Oder doch Schiit Gungnir Multibit? Der entspricht schon eher meinem Wunsch bezüglich Formfaktor, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob sein C-Media USB-Receiver jedwede Form von Linux versteht. Kommt noch hinzu, dass der USB Eingang des Gungnir mit Sicherheit sein schwächster Eingang ist, ich aber nur über USB zu spiele.

Grübel, Grübel

Dann bin ich darauf gestossen:

https://www.vinshineaudio.com/product-p ... es-r2r-dac

http://www.denafrips.com/ares.html

http://www.audiophonics.fr/fr/dac-sans- ... 11831.html

http://armature.audio/cronos-dac-r2r-sy ... -xlr-xmos/

Sind fast baugleich, der Cronos hat angeblich einen besseren Trafo und dafür keinen RFI-Filter im Eingang. Da der Cronos "nur" 30 Euro teurer ist als der Ares (Zoll) und mir eine Garantie in Signapur nicht viel bringt, da die Frachtkosten hin und zurück ja schon ca. 100 Euro sind und nicht auszuschließen ist, dass der RFI-Filter vielleicht sogar eine Dynamikbremse ist, habe ich den Cronos bestellt. Hans-Martin, falls Du mit liest der kann die Phase invertieren. Der spielt sich jetzt seit Samstag bei mir ein.

Fortsetzung folgt.


Gruß

Uwe
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Beitragvon chriss0212 » 08.05.2017, 06:10

Hallo Uwe,

das hört sich spannend an. Und der Preis ist ja fast rekordverdächtigen ;)

Allerdings ist ist der "kleine" Cronos auch "nur" ein 20Bit Wandler. Zumindest schreibt das vinshineaudio. Außerdem scheint es wenn ich mir die Fotos ansehe, als hätte man nicht gerade viel Aufwand in die Ausgangstufe gesteckt... ähnlich wie beim SOEKRIS.

Aber manchmal ist ja weniger mehr. Bin also sehr gespannt auf deinen Hörbericht ;)

Vinshineaudio hat ja noch einige größere Modelle die dann auch voll symmetrisch aufgebaut sind und echte 24Bit machen... zumindest wenn ich die Seite richtig interpretiere ;)

Viele Grüße und viel Spaß mit dem neuen DAC.

Christian
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Beitragvon Tinitus » 08.05.2017, 21:03

Hallo Chrisian,

ja das ist schon spannend, zumal der Cronos/Ares ja die Antithese des Codex ist. Man könne es auch so formulieren:

Bei meinem vorherigen Wandler dem Master7, wurde sowohl viel Wert auf die DA-Wandlung (8x BB1704UK) als auch auf die Analogsektion gelegt. Ohne es genau zu wissen, gehe ich davon aus, dass das verwendete Filter eher konventionell war (mit preringing).
Der Codex verwendet für die DA-Wandlung einen recht günstigen Chip von der Stange, ein Filter das preringing weitestgehend vermeidet und auch eine sehr gute Analogsektion.
Der Cronos/Ares ist ein echter R2R ladder DAC (somit gepflegte Wandlung), betreibt upsampling auf 768 kHz mittels eines AKM AK4118EQ, was den Schluss nahe legt, dass er auch ein eher konventionelles digitales Filter verwendet. Das analoge Filter ist einfach gehalten und wie Du schon festgestellt hast, ist die Analogsektion sehr spartanisch gehalten. Es heißt, es befinden sich keine aktiven Bauteile im analogen Signalweg, sprich da gibt es wie beim soekris einen buffer und gut ist.Die Werbung lautet, dass das einen kurzen und deshalb gutenSignalweg verspricht, es spart aber auch enorm Bauteile :wink: . Allerdings hat die Ausgangsstufe eine Impedanz von satten 1000 Ohm im Gegensatz zum soekris mit 20 Ohm. Wobei nicht klar ist, ob die 1000 Ohm für die SE ausgänge oder die symmetrischen Ausgänge gilt. Ich mache mir da keinen Kopf, bei den Lautstärken, bei denen ich höre, sorgen die Übertrager in meinem VV dafür, dass die Verstärker meiner Orkane von den 1000 Ohm noch zwischen < 1 Ohm und 25 Ohm sehen. Der Cronos soll übrigends voll symmetrisch aufgebaut sein, ob das stimmt, kann ich schwer nachvollziehen (erschliesst sich vielleicht für kenner aus der Tatsache, wie die SE Ausgänge verdrahtet sind, was auf einem der Produktfotos gut zu sehen ist). Aber die Übertrager symmetrieren einen SE Eingang eh.
Auch die 20 bit stören mich nicht. Schiit Bifrost Multibit hat nur 16 bit und kostet genauso viel, hat einen einfacheren USB-und spdif-Receiverchip integriert, aber sicherlich die aufwändigere Analogsektion. Gungnir Multibit hat auch nur 18 bit und Yggdrasil 21. Für die, die mehr wollen gibt es ja die anderen Denafrips Modelle Pontus, Venus und Terminator 8). Mir ist allerdings Pontus schon zu teuer (ca. 1800 Euro importiert) und der ist auch nicht mehr so schnuckelig wie der Cronos/Ares, obwohl immer noch eher klein. 24 bit und die Möglichkeit zwischen NOS und OS zu wählen fände ich zwar ganz interessant, aber die ganzen zusätzlichen Eingänge die der Pontus hat, benötige ich nicht.
Bezüglich der Analogsektion, wie gesagt soekris geht den gleichen Weg und selbst der Acousence DAC hat, wenn ich es richtig weiß keine aktiven Bauteile in der Analogsektion.

Eins ist jetzt schon nach ca. 50 h Einspielzeit klar, der Codex war nicht dreimal besser als es der Cronos ist, kostet aber fast das dreifache.

Gruß

Uwe
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