Uwe (Quadral Aurum Orkan aktiv)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
Forumsregeln
Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon Tinitus » 08.05.2017, 21:46

Hallo,

für alle, die meine raumakustische Bewusstseinswerdung verfolgt haben stelle ich hier nochmal ein paar Messungen ein:

Die neuen Frequenzgänge mit 6 Bassfallen in drei Ecken des Raumes, rechts drei Absorber und links deren zwei zwecks Unterdrückung der Erstreflektionen an der Wand zwischen LS und Hörplatz. Ditto 4 dicke Absorber an der Decke und je zwei weitere Absorber hinter dem Hörplatz rechts und links an den Seitenwänden. Dazu den bass roll off der Orkane auf -6 dB bei 50 Hz eingestellt (sozusagen Totaloperation) und die Höhen +3 dB:

Bild

und nochmal mit der Mittelung der Kanäle:

Bild

Das finde ich sieht gar nicht so unanständig aus. Jetzt ist die Mode bei 55 Hz weniger ausgeprägt und die bei 30 Hz dominanter. Musik mit 30 Hz Signalen ist aber deutlich seltener als Musik mit 55 Hz Signalen. Ob mir das so auf die Dauer gefällt, weiß ich noch nicht. Jetzt gibt es vielleicht Leute die sagen, sieht gar nicht so viel anders aus als ohne siehe oben (Post vom 12.01). Aber der Frequenzgang ist ja nicht alles:

Bild

und

Bild

Holla, die Nachallzeit liegt bei beiden Kanälen meist unter 0,4 s und erst unter 100 Hz übersteigt sie 0,5 s. Mir gefällts. Nochmal eine andere Darstellung:

Bild

Bild

Am wichtigsten ist für mich aber die Eleminierung der Erstreflexionen, die die Bühne komplett in Unordung gebracht haben. Das ist jetzt deutlich besser, so macht Musikhören wieder Spaß.

Hier nochmal die Impulsantworten des rechten Kanals vor und nach der Installation der Akustikelemente:

Vorher:

Bild

Nachher:

Bild

Sieht vielleicht nicht so unterschiedlich aus, aber die erste Reflexion vorher erreichte immerhin 2/3 des Direktschalls, nachher sind es nur noch 2/5 und die späteren Reflexionen spielen jetzt gar keine Rolle mehr. Woher diese Refleexion bei ca. 3,2 m kommt, ist mir noch nicht ganz klar. Da muss ich mir nochmal Gedanken machen, wie sich das noch etwas verbessern lässt.

Auf jeden Fall klingt Bill Withers im Moment sehr gut.

Gruß

Uwe
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Beitragvon chriss0212 » 08.05.2017, 22:00

Hallo Uwe,

Nach voll symmetrisch sieht das nicht aus.... ebenso wie der SOEKRIS nicht voll symmetrisch ist!

Es gibt jemanden hier, der versucht hat den SOEKRIS durch doppelte Ausführung voll symmetrisch zu machen (ich glaube es war daniel) aber wenn ich mich recht entsinne spielte der SOEKRIS bei ihm unsymmetrisch besser. Den Ausgang kann man ja über den Buffer noch immer symetrieren.

Was die ausgangssektion angeht: auch der SOEKRIS spielt meiner Meinung nach ohne neuen Buffer im Ausgang weit unter seinen Möglichkeiten. Hier im Forum haben einige (mich eingeschlossen) hier nachgebessert.

Aber dass muss gar nix heißen! Bitte halte uns auf dem laufenden.

Viele Grüße

Christian
Bild
chriss0212
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 1465
Registriert: 06.01.2015, 21:03
Wohnort: Wuppertal

Beitragvon Tinitus » 09.05.2017, 21:44

Hallo Christian,

Du hast recht, der DAC hat zwar symmetrische Ausgänge ist aber nicht symmetrisch ausgeführt. Nach dem Ayre Desaster sollte ich eigentlich wissen, dass die Werbung manchmal Dinge verspricht, die nicht der Wahrheit entsprechen, Der Cronos hat zwar vier Leitern aber die zweite pro Kanal dient zur Kalibrierung des MSB (so habe ich das gelesen, selbst wäe ich nicht darauf gekommen), das erhöht die Präzision von 14 auf 16 bit. Nach der gleichen Argumentation hat ein BB1704 auch "nur" 17 bit Präzision.
Der kleine Cronos hat jetzt gute 70 Stunden Einspielzeit hinter sich. Er macht eine schöne Bühne im Sinne einer guten Ortbarkeit der Schallereignisse, Breite und Tiefe der Bühne sind gut, den tollen musikalischen Fluss des Codex hat er (noch?) nicht. Ob er sich prima zum leise Hören eignet, was für mich wichtig ist, bin ich mir nicht 100 % sicher. Seit dem ich aber nicht mehr imMulm der Erstreflexionen sitze, kann ich auch lauter Musik hören, ohne das es stresst.

Gruß

Uwe
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Hifi auf Diät

Beitragvon Tinitus » 15.05.2017, 22:18

Hallo,

für alle die e interessiert, ich habe den Nachfolger für den Master 7 gefunden, der Armature Cronos bleibt. Nach etwas mehr als 200 h Einspielzeit, zeigt sich das kleine (215 x 230 x 45 mm³) Leichtgewicht (3,5 kg) als klangliches Schwergewicht. Da ist enorm viel Luft um die einzelnen Instrumente, die Bühne ist sowohl in der Tiefe als auch in der Breite mbM nach sehr schön.Ich habe weder den Master 7 noch den Codex lange in der letzten akustischen Ausbaustufe meines Raumes gehört, aber die warwn in diesen Disziplinen nicht besser als der Cronos. In verbindung mit meinem VV von mfa klingt das sehr schön, gerade das Anklingen ist sehr schön und direkt, liegt wahrscheinlich auch am extrem schwarzen Hintergrund. Tonal ist der Cronos sehr ausgewogen. Er ist das erste gerät, bei dem ich eine Einspielzeit wahr genommen habe, nach 200 h klingt es deutlich runder als am Anfang, kein Anflug von digitaler Härte, da kann man entspannt lange Musik hören. Zwei Dinge konnten Master 7 und Codex etwas besser:

1. Das mag am Zusammenspiel meines passiven VV mit dem DAC (keine aktiven Bauteile in der analogen Endstufe) liegen, je nach Prrogramm klingt es bei Lautstärken unter 55 - 60 dB etwas fleischloser als bei größeren Pegeln, das stört mich jetzt nicht mehr, da ich seit ich nicht mehr im MUlm der zu frühen Erstreflexionen sitze problemlos bei 65 dB + genussvoll hören kann

2. Codex und Master 7 waren zu nicht ganz so gelungenen Aufnahmen etwas gnädiger. Nicht das solche Aufnahmen mit dem Cronos nicht zu genießen wären, aber der Codex und der Master 7 waren da meiner Meinung nach etwas besser.

Trotzdem mein Fazit für 750 Euro bzw. ca. 720 Euro, wenn man den Denafrips Ares in Signapure bestellt, bekommt man da einen tollen DAC. Wer die R2R ladder Technik gerne mal zu einem erschwinglichen Preis ausprobieren möchte ist da sicherlich an der richtigen Stelle. Audiophonics nehmen den Cronos nach 14 tagen auch wieder zurück. 100 h Einspielzeit sollte man dem Cronos aber schon gönnen.

Hier mal ein paar Bilder:

So sa das vor der Diät aus:

Bild

satte 30 kg Kampfgewicht und sehr feiner Klang

Nach der Diät:

Bild

schnuckelige 6 - 7 kg und auch sehr feiner Klang (richtig, da geht auch noch der 'Plattenspieler auf die gleiche Ebene)

Nochmal ein Bild vom Cronos, der sich aber ob seines matt schwarzen Finishs nicht so gut fotografieren lässt, da verweise ich nochmal auf die weiter oben verlinkten Seiten von Audiophonics, Vinshine Audio und Denafrips:

Bild

Das Regal kann damit bedeutend näher an die Wand, da der Cronos nur 230 mm tief ist und der mfa noch etwas weniger tief.

Mir gefällt es so besser, war zwar ein etwas langer Weg dahin, aber jetzt bin ich da.

Entspannte Grüße an Alle
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Beitragvon Tinitus » 29.05.2017, 21:21

Hallo,

nachdem ich festgestellt habe, dass die Einstellungen der Regler an meinen Orkanen nicht ganz so war wie notiert, habe ich kurzerhand nochmal gemessen und das Ergebnis sieht jetzt so aus:

Linker Kanal
Bild

RT60 berechnet aus RT30
Bild

Rechter Kanal
Bild

RT60 berechnet aus RT30
Bild

beide Kanäle zusammen
Bild

und der mittlere Frequenzgang aus beiden Kanälen:
Bild

Den Unterschied in den Nachhallzeiten, kann ich mir nur so erklären, dass in der früheren Messung (siehe Eintrag vom 08.05.17) die Tür zum Hörzimmer zu war und bei der Messung vom 27.05.17 war sie auf. Das sind ja nochmal richtige Unterschiede. Mit offener Tür liege ich bis 270 Hz unter 0,25 s beim linken Kanal, für den rechten bin ich bei 270 Hz unter 0,29 s. Interessant ist dabei, dass beim Klatschtest (in der Nähe der Tür) es mit Tür zu weniger hallt als mit Tür auf, aber an der Hörposition ist das anders.

Die Unterschiede den Pegeln bis ca. 800 Hz liegen sicherlich an der Tatsache, dass die Eckbassfalle beim rechten LS weiter vom LS entfernt ist als beim linken und eben beim linken LS ein Teil der Seitenwand verglast ist. Beim Messen bei gleichen Einstellungen ergibt sich für den Logsweep auch 1,5 dB weniger Headroom für den rechten Lautsprecher. Schön ist, wenn man gemessene Phänomene erklären kann.

Das Beispiel der offenen Tür zeigt für mich auch, dass Dinge einen unerwarteten großen Einfluss haben können. Das bestätigt mir auch wieder, was ich in der vorherigen Wohnung für einen tollen raum hatte, der hatte gleich drei Öffnungen und natürlich wegen seiner Abmessungen keinen frühen Erstreflexionen. Ich kann nur ermutigen das Thema Raumakustik anzugehen. Denn letzten Schliff werde ich jetzt mit digitaler Hörplatzkorrektur angehen.

Grüß Euch

Uwe
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Beitragvon Pittiplatsch » 29.05.2017, 21:47

Hallo Uwe,

das sieht doch schon recht gut aus. Nachdem die aergsten Probleme bei Dir "nur" im Bass zuschlagen koenntest du auch erwaegen einen Subwoofer gegenphasig zu den Mains laufen zu lassen und auf die Problemfrequenz einzustellen. Auch wenn einige sicher andrer Meinung sind muss das auch nix teures sein - soll ja nur Bass absaugen :).
Den Weg der elektronischen Korrektur wuerde ich so wie du vor hast in jedem Fall obendrauf packen.

Viele Gruesse,
Tobias
Bild
Pittiplatsch
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 352
Registriert: 26.02.2012, 10:48

Beitragvon Tinitus » 29.05.2017, 22:04

Hallo,

an alle die es interessiert (zumindest Christian war neugierig). Ich habe bei Audiophonics nochmal nachgefragt, der Armature Cronos ist kein sign magnitude R2R ladder DAC. Das heisst, ihm reichen vier Leitern für eine echte symmetrische Ausführung. In einem anderen Forum meinte jemand, es sei ein sign magnitude R2R ladder DAC ( wie es zum Beispiel der soekris ist oder nicht diskret sondern als chip ein BB1704). Das heisst, beim Nulldurchgang des Signal könnte es an Auflösung fehlen und zum glichting kommen. Laut Audiophonics begegnet der Cronos dem mit seiner überdimensionierten Stromversorgung die ultrarapid sein soll und aufgrund der vielen, kleinen Kondensatoren einen sehr niedrigen ESR haben soll und deshalb fast Batterie artige Qualitäten haben soll. Er klingt zumindest gut und wie die Messungen von Stereophile gezeigt haben gibt es beim 21 bit Yggdrasil von Schiit auch glitching und er soll vorzüglich klingen (trotz oder wegen?). Seinem kleinen 19 bit Bruder Gungnir Multibit wurde ja schon in illustrer Forenrunde ein gutes Zeugnis ausgestellt und bei dem müsste das glitching noch stärker ausfallen. Wenn ich mal mehr Zeit habe, mache ich zum Thema einen neuen faden auf.

Ist Euch eigentlich bei den Fotos meines neuen DreamTeams aufgefallen wie extrem suboptimal der dunkelrote Filz zum VV passt? Der VV ist ultramarinblau mit leuchtorangefarbener Beschriftung. Da geht eine rote Unterlage gar nicht (und selbst wenn sie bis 5 Hz entkoppelte). Also:

Bild

Schee is!

Und:

Bild

Der Cronos gefüttert mit 32/96 von meinem Odroid (die unteren LED zeigen 48 kHz und x 2 = 96 kHz an), die obere rechte LED zeigt Zuspielung über USB die LED auf der rechten Seite, das die gewählte Phase positiv ist.

Hier noch ein Bild des Ensemble:

Bild

Damit hat mein DAC kein aktives verstärkendes Bauteil in der analogen Ausgangsstufe (die diskrete Leiter macht es möglich) und mein VV ist ja eigentlich ein abschwächender Trafo, da sind auch keine aktiven Bauteile drin, dass passt gut zu meinen aktiven Orkanen.

Gute Nacht

Uwe
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Beitragvon wgh52 » 30.05.2017, 08:23

Hallo Uwe,

ich freue mich mit Dir über die erreichte Qualitätsstufe mit dem Orkanen! Mir sind da noch drei Dinge (unabhängig vom DAC) aufgefallen, die ich aber nicht als Kritikpunkte, sondern als Verständnisfragen verstanden wissen möchte:

1. Bei 28 und 53 Hz scheinen mir noch Bassüberhöhungen zu existieren. Ist dem (subjektiv) so? Oder dröhnt da nichts (ansatzweise) oder tönt's vielleicht einfach etwas "fett"? Du kannst das ja einfach mögen... :cheers:

2. Im Bereich 90 bis 2.000 Hz laufen die Frequenzgänge von Re und Li doch recht signifikant auseinander. Ich könnte mir vorstellen, dass durch die unterschiedliche Tonalität der Seiten eine linkslastige Bühnendarstellung resultiert. Beobachtest Du das auch oder fällt das nicht auf?

3. Im Bereich 2.000 bis 8.000 Hz sehe ich eine 2-3 dB "Badewanne", welche die Obertonbrillianz beeinflussen könnte. Beobachtest Du das auch oder fällt das nicht auf?

In meinen Abstimmungen achte ich besonders auf Kanalgleichheit für gute Bühnendarstellung und mein "Zielkurve" ist (wie Deine) zu den Höhen leicht abfallend, aber eben "linearer", darum meine Rückfragen.

Grüße,
Winfried

4102
Bild
wgh52
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 4290
Registriert: 25.01.2008, 15:17
Wohnort: Schweitenkirchen

Beitragvon Tinitus » 30.05.2017, 20:29

Hallo Tobias,

Gegenbass wäre eine Alternative, allerdings müsste der Sub im Bücherregal stehen und würde den. Couchtisch anpusten. Außerdem freue ich mich gerade wie ein Keks, dass ich auch Dank Deiner Hilfe und der von anderen Mitforenten kurz davor stehe erfolgreich Falten zu können. Das will ich erst mal ausprobieren und genießen. Einen Gegenbass einzubinden, würde für mich das nächste Neuland bedeuten.

Hallo Winfried,

die eingestellten Frequenzgänge sind noch nicht korrigiert. Die Bühnendarstemlung ist jetzt trotz größerer Unterschiede im Frequenzgang besser als ohne akustische Maßnahmen. Vorher war der Pegel rechts so viel höher, dass Sänger immer etwas weiter rechts von der Mitte standen. Ich habe keine symmetrische Situation, deshalb jetzt auch der Wunsch nach Hörplatzkorrektur. Aber die Absorbtion der frühen Erstreflexionen sorgt für deutlich mehr Ordnung im Klanggeschehen. Der Bass ist eindeutig etwas zu fett, je lauter man hört, um so störender. Den möchte ich zunächst auch per Hörplatzkorrektur in den Griff bekommen, deshalb zur Filtererstellung alle Regler der Orkane neutral. Je nach Abhörlautstärke kann ich dann über die parametrische Equalizer der Orkane dein tunen. Die Badewanne in den Höhen soll auch weg. Zur Zeit habe ich im Haus wegen Gewitter kein Intetnet, ich lade, wenn es wieder funktioniert, meine Zielkurve hoch. Im Prinzip zwischen 100 Hz bis 3 kHz flach, nach oben bis 20 kHz -3 dB linear und unten 100 bis 80 Hz +3 dB, dann wieder flach bis 25 Hz und dann steil runter. Untenrum ist man ja meist doch mehr Rums als neutral gewohnt, deshalb +3 dB. Die Orkane lassen auch eine Anpassung zwischen 150 und 30 Hz per Notchfilter um +/-6 dB zusätzlich kann man noch den roll off des Basses neutral, stärker und schwächer einstellen. Wenn ich dann zwischen Sitzplstzkorrektur und Reglerstellung an den Orkanen eine zufriedenstellende Einstellung gefunden haben werde, kann ich diese ja über die Veränderung der Zielkurve komplett über die Sitzplstzkorrektur erreichen und die Regler der Orkane wieder neutral stellen. Das wird spannend.

Gruß

Uwe

PS Danke Harald für die PN, sobald das Internet wieder funktioniert, melde ich mich bei dir
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Beitragvon Tinitus » 02.06.2017, 21:54

Hallo Winfried,

hier das Bild meiner Zielkurve:

Bild

und hier meine Einstellung im DRCDesigner:

Bild

Jetzt kann ich auch deine Fragen besser beantworten:

1. Ja das was ich ohne Filter gemessen habe, ist bei den beiden Hauptmoden meines Raumes ca. 28 und 53 Hz zu "fett", vor der Filtererstellung habe ich meist mit einer Absenkung des Basspegels um ca. 6 dB gehört. Jetzt mit der obigen Zielkurve sind alle Regler auf neutral und ich finde es nicht zu fett, die leichte Bassanhebung gefällt mir zur Zeit (noch?).

2. Nein ich habe keine linkslastige Bühnendarstellung wahr genommen, das mag daran liegen, dass sich die Pegel nur bei niedrigen Frequenzen unterscheiden, vielleicht hat jemand noch eine andere Erklärung?

3. Der Hochtonbereich ist der Bereich ist der Frequenzbereich bei dem ich im Moment am ehesten Lust hätte was zu ändern. Die letzte Messung ist ja mit Reglern an den Orkanen in Neutralstellung gemacht, gehört habe ich vorher mit Regler auf +3 dB ab 3 kHz. Jetzt könnte ich mir vorstellen, den Abfall im Hochtonbereich meiner Zielkurve snfter zu gestalten, aber zunächst möchte ich erst mal eine Weile so Musik hören denn:

Auch wenn der jetzige Filter noch weit vom Optimum entfernt sein mag, es ist eine Verbesserung, auf die ich nicht mehr verzichten mag. Die Verbesaserung der Raumakustik hatte zu einem Zustand geführt in dem ich zufrieden habe Musik hören können (im Gegensatz zu vorher). Es trat Ordnung auf der Bühne ein, Stimmen kamen bei Mono-Aufnahmen wieder aus der Mitte. Ohne diese Maßnahme hätte ich mich vom Hobby anspruchsvolle Wiedergabekette verabschiedet (nicht vom Musikhören). Das ist die Investion in dieses Hobby mit der höchsten Effizienz €/Zufriedenheit.
Als ich dann Dank der Hilfe hier aus dem Forum es geschafft habe die Filter einzubauen, war dies das Tüpfelchen auf dem i. War vorher die Bühne schon ordentlich aufgeräumt, kommt jetzt eine nie zuvor gehörte Präzision hinzu, die Ortung der einzelnen Schallereignisse ist nun sehr präzise. Die Breite der Bühne ist nicht größer geworden aber die Tiefe hat zugenommen. Vor allem aber die Höhenstaffelung ist deutlich besser geworden. Der Bass hat natürlich durch die Zähmung enorm an Präzision zu genommen.
Worin äußert sich das? Das Musik Hören strengt viel weniger an. Das führt dazu, dass ich nun locker bei 65 bis 75 dB Musik hören kann, das sind fast 10 dB mehr als ich vorher als angenehm empfand.
Eine weiteres Phänomen hat seine Erklärung gefunden. Mit dem music first audio (hoher Gebrauchsnutzen und hoher Erbauungsnutzen würde Peter sagen) war es so, dass mit einer Pegelerhöhung eine leichte Verschiebung der Tonalität einherging. Die Darbietung wurde basslastiger. Dieser Effekt ist durch die Einbindung der Filter deutlich zurück gegangen, ein Zeichen, dass die mit dem Pegel zunehmende Anregung der Moden die Ursache war.

So wie es jetzt ist kann ich sehr zufrieden Musik hören. Wahrscheinlich wird es mich nun irgendwann jucken mit der Zielkurve zu spielen und dann würde ich gerne auch mal messen, wie denn die Frequenzgänge mit den Filtern sind. Geht das mit audacity? Das Steinberg erlaubt ddie Einbindung der Filter nicht. REW erzeugt ja IIR Filter, ob ich darin die mit DRCDesigner erzeugten FIR Filter einbauen kann, weiß ich nicht. Da ich nur Musik über die Anlage höre, ist auch das durch die FIR Filter erzeugte Delay nicht störend.

Gruß

Uwe
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Beitragvon Horse Tea » 02.06.2017, 22:07

Hallo Uwe,

Du schreibst, dass Deine aktuelle Zielkurve noch verbesserungswürdig sein kann. Sie entspricht weitgehend meiner (die ich auch aus Beiträgen hier im Forum abgeleitet habe). Das spricht für sie :mrgreen: . Eine Bitte habe ich aber: könntest Du die Zielkurve höher aufgelöst zugänglich machen? Die Achsenbeschriftung ist recht schlecht zu lesen.

Freundliche Grüße
Horst-Dieter
Bild
Horse Tea
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 373
Registriert: 19.03.2016, 20:22
Wohnort: Unterfranken

Beitragvon Tinitus » 02.06.2017, 22:52

Hallo Horst-Dieter,

ich fürchte zwischen der einfachen grafischen darstellung von DRCDesigner und der begrenzung der Auflösung von ihm Forum eingestellten Bilder wird das mit einer graphischen Darstellung schwierig, deshalb mal in Tabellenform:

0 Hz -30 dB
10 Hz -10 dB
20 Hz -6 dB
25 Hz 0 dB
80 Hz 0 dB
100 Hz -3 dB
3 kHz -3 dB
20 kHz -6 dB
22 kHz -8 dB
24 kHz -12 dB

Wie Du siehst, sind die Übergange zwischen den einzelnen Pegelniveaus immer linear. Meine Orkane sind mit -3 dB bei 29 Hz angegeben, aufgrund meiner Raummode bei ca. 28 Hz, habe ich mich entschieden bis 25 Hz runter den Pegel bei 0 dB zu lassen, darunter lasse ich ihn ziemlich steil abfallen. Schaust Du dir meinen Frequenzgang an , siehst Du, dass der Anstieg im Bass aufgrund der ersten Raummode von ca. 53 Hz bei 80 Hz beginnt, deshalb habe ich einen Abfall von 3 dB zwischen 80 und 100 Hz eingebaut, von da dann linear bis 3 kHz und dann ein Abfall von 3 dB von 3 bis 20 kHz. Darüberhinaus habe ich nur Werte angegeben, weil DRCDesigner bis 24 kHz Werte benötigt. Da ich mir nicht sicher war, ob die Filter korrekt funktionieren, habe ich dann nochmal einen deutlichen Abfall eingestellt, da die Hochtöner der Orkane bis über 60 kHz gehen und ich nicht wollte, dass mir die durch schmurgeln, nach dem Motto "better safe than sorry". Wobei ich ab 13 kHz sowieso nichts mehr bewusst höre.
Vielleicht teste ich auch nochmal eine Zielkurve, die von 100 bis 20000 Hz flach verläuft, um mal zu schauen, ob mir das noch besser gefällt. Es klingt aber auch so schon sehr schön.

Gruß

Uwe

PS: Einen sehr netten Avatar hast Du da
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Beitragvon Hans-Martin » 04.06.2017, 22:21

Tinitus hat geschrieben:Wobei ich ab 13 kHz sowieso nichts mehr bewusst höre.
Hallo Uwe,
ich habe berechtigte Zweifel daran.
Vielleicht teste ich auch nochmal eine Zielkurve, die von 100 bis 20000 Hz flach verläuft, um mal zu schauen, ob mir das noch besser gefällt.

Vermutlich geht das schief.
Es klingt aber auch so schon sehr schön.

Eben - man könnte sich fragen, warum eine solche Kurve so gut klingt.
Es gibt dazu Antworten.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 4980
Registriert: 14.06.2009, 14:45

Beitragvon Tinitus » 07.06.2017, 20:53

Hallo Hans-Martin,

schön, dass Du mal vorbei schaust. Ich schrieb ja, dass ich bewusst über 13 kHz nichts mehr höre, vielleicht hätte ich ergänzen sollen, dass ich von Sinustönen sprach, was sich unbewusst da vielleicht noch tut bzw. bis zu welcher Frequenz ich Töne wahrnehme, weiss ich nicht.
Meine Vermutung, dass mir eine auch in den Höhen lineare Zielkurve vielleicht besser gefallen könnte, rührt daher, dass als ich noch ohne Filter gehört habe, ich bei mancher Musik eine Anhebung der Höhen ab 3 kHz um 3 dB, was zu einem fast linearen FG in den Höhen geführt hat, als angenehm empfunden habe. Vielleicht befinde ich mich, was mein Empfinden für Musik angeht, einfach nicht in der Mitte der Gausskurve. Im Moment höre ich aber mit Filtern entsprechend der obigen Zielkurve sehr zufrieden Musik.

Gruß

Uwe
Bild
Tinitus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 707
Registriert: 10.11.2013, 21:48

Beitragvon Pittiplatsch » 07.06.2017, 21:05

Hallo Uwe,

das kann man nach meiner Erfahrung nicht pauschal sagen. Ich habe lange mit der BK-Kurve gehoert mit Hoehenabfall. Nachdem ich den Raum akustisch staerker behandelt habe hoere ich auch mit komplett linearer target curve. Ich habe bisher persoehnlich keinerlei Beleg dafuer gehoert das eine flache Kurve langweilig klingt.

Es kann als von vielen Parametern (Raum + Ohren :) ) abhaengen was am Ende passt. Einfach probieren - bin gespannt.

BTW: Mesungen nach der Korrektur waeren mal interesant :).

Viele Gruesse,
Tobias
Bild
Pittiplatsch
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 352
Registriert: 26.02.2012, 10:48

VorherigeNächste

Zurück zu „wie ich zum aktiven Hören kam“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 10 Gäste