Andree (Backes & Müller BM Prime 8)

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Andree (Backes & Müller BM Prime 8)

Beitragvon Buschel » 15.12.2013, 18:29

Hallo zusammen,

bereits vor über einem Jahr bin ich über dieses Forum "gestolpert" als ich mich nach einer neuen Vorstufe umgesehen habe. Seit Ende letzten Jahres -- dann begann meine Suche nach Erfahrungsberichten zu Lautsprechern -- lese ich mehr oder weniger regelmäßig mit und habe viele für mich interessante Meinungen und Informationen gefunden. Und weil ich hier sowieso regelmäßig reinschaue, möchte ich mich jetzt auch aktiv beteiligen.

Der Anfang
Angefangen hat Hifi für mich mit dem "Auftragen" der alten Geräte meines Vaters, ein Telefunken Receiver, eine Mehrspurtonbandgerät und irgendwelche Stereolautsprecher. Die ersten neueren Anschaffungen waren dann Verstärker und CDP von Technics, und meine über fast zwei Jahrzehnte heiß und innig geliebten Dynaudio Contour 1 -- ein Verstärker fressender kleiner Kompaktlautsprecher. Die Contour konnte ich damals nach geschalteter "Suche"-Anzeige als Schüler gebraucht zu einem Schnäppchenpreis ergattern, der Neupreis war unerreichbar hoch. Nach ein paar Jahren Nebenjob im Pizza-Service habe ich dann vor dem Studium noch einmal zugelangt und bin auf Sony ES umgestiegen, der TA-F808ES läuft immer noch im Gästezimmer. Das Hifi-Hobby ist dann während des Studiums und den ersten Jahren im Job in den Hintergrund getreten. Zu dieser Zeit war ich auf der "dunklen Seite der Macht" tätig und habe mich im Bereich der Audiosignalverarbeitung mit dem Schwerpunkt in der Entwicklung verlustbehafteter Audiocodecs herumgetrieben.

Neuzeit
Vor zwei Jahren hat mich der Hifi-Virus dann wieder infiziert, und ich habe mir mit den Dynaudio Focus 220 II erwachsenere Lautsprecher gegönnt. Ich war damals begeistert von dem ungewohnt tiefen und druckvollen Bass -- na ja, das geht auch noch anders wie ich mittlerweile weiß. 8)
Die Elektronik wurde dann innerhalb einiger Monate ebenfalls ausgetauscht. Zunächst kam ein T+A CD1260R dazu. Mir hatten es neben dem Design die einstellbaren Oversamplingfilter angetan. Nachdem ich mich eingehender mit deren Wirkung beschäftigt habe, bleibt das Filter aber mittlerweile unverändert auf dem Standard-FIR. Als Endstufe kam dann eine kraftvolle und optisch schon fast martialisch anmutende AudioNet Amp 1 dazu, die dann zuletzt durch eine Restek Editor Vorstufe ergänzt wurde.

Aktivierung
Das hätte alles wunderbar nochmal 15-20 Jahre halten können, hätte ich nicht während meiner Suche nach einer Vorstufe auf der HighEnd 2012 in München B&M Lautsprecher gehört. Mit Sicherheit sind Vorführungen auf Messen immer suboptimal, aber: ich war angefixt. Erst Anfang diesen Jahres habe ich meinen inneren Schweinehund überwunden und mich mit Interesse an den Kandidaten Prime 6 und 8 zu einem der Workshops angemeldet. Dort hat mir die 6er besser gefallen, weil mich die Abbildung der 8er zu direkt angesprungen hat. Als nächster Schritt kam die Hörprobe beim Händler mit eigener Musik, noch einmal im Vergleich Prime 6 und 8. Tja, Überraschung! Die Prime 6 war nach kurzem Vergleich für mich aus dem Rennen. Fehlte nur noch das finale Hören zu Hause...
Die Prime 8 wurde also in der Wunschfarbe schwarz mit Ebenholz-Grigio zur Probestellung geordert. Ich brauchte zwar ein wenig Geduld, aber die hat sich gelohnt. Der Unterschied zur Dynaudio ist deklassierend deutlich. Vor allem die Loslösung von den Lautsprechern und der gnadenlos tiefe und beherrschte Bass faszinieren und überraschen mich immer noch. :shock:
Sprich: die Endstufe und die Dynaudio's sind weg, die B&M's sind noch da und werden wohl noch eine ganze Weile bleiben. Wie bei der Vorstufe habe ich einfach das Gefühl, das richtige getan zu haben. Ich freue mich auf jede Gelegenheit zum Musikhören und bekomme dabei das Grinsen nicht aus dem Gesicht. :mrgreen:

Akustik
Neben den Lautsprechern und der Elektronik habe ich die Akustik als ein weiteres Interessengebiet entdeckt. Seit Anfang 2012 arbeite ich an der Raumakustik im mir als Hörraum dienenden Wohnzimmer und habe ganz ordentliche Fortschritte im Klang gemacht, mit denen ich zu Beginn der Aktion nicht gerechnet hatte. Mittlerweile reduzieren 6 farbige gestaltete DIY-Wandabsorber Nachhall und Reflexionen, 4 Cornertraps versuchen den Oberbass zu bändigen und zwei DIY-Resonatoren kümmern sich um die übelsten Raummoden. Derzeit muss ich noch am Finish von zwei bereits montieren Deckensegeln arbeiten -- ich habe verpennt vor Weihnachten noch einen Lackierer zu finden. Als nächste Schritte möchte ich die Deckensegel fertigstellen und danach den Bau von wohnzimmertauglichen Superchunks. Letzteres wird trotz seeeehr großer Toleranz für mein Hobby eine Herausforderung. :mrgreen:
Falls die Superchunks nicht wohnzimmertauglich werden, und ich somit die verbleibenden Moden nicht durch mechanische Maßnahmen in den Griff bekomme, kommt Plan B: elektronische Lösung mittels DSP. Ich tendiere derzeit zu einem OpenDRC, weil ich flexibel sein möchte und meinem Spieltrieb damit gerecht werden könnte.

So, genug für heute. Ich freue mich auf spannenden und gerne auch technischen Austausch mit euch.

:cheers:
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Buschel
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Beitragvon wgh52 » 15.12.2013, 18:47

Hallo "Buschel",

herzlich willkommen als B&M Fan im Kreise vieler B&M Fans :cheers:

Nach wechselvollem Werdegang bist Du ja in einem ziemlich "akustisch gestalteten" :wink: Zimmer angelangt. Es wäre interessant diese Akustikbauten mal auf Bildern zu sehen. Kleiner Tipp: Die Mitbewohner nicht zu sehr mit optisch sichtbaren Akustikmaßnahmen "belasten", irgendwann reicht's. Schau mal im Forum nach Themen zu VBA (Virtual Bass Array) und DBA (Double Bass Array), damit lassen sich in den unteren Oktaven (ohne großvolumige Absorber) elektronisch sehr gute Modendämpfungsergebnisse erzielen!

Was ist eigentlich ein "Superchunk" (übersetzt: Superklotz oder Superklumpen) und was bedeutet in dem Zusammenhang "wohnzimmertauglich" (schein sich auszuschließen :mrgreen: )?

Noch eins: Wir sprechen uns hier mit Vornamen an; wie heißt Du?

Gruß,
Winfried

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Beitragvon Buschel » 15.12.2013, 19:12

wgh52 hat geschrieben:herzlich willkommen als B&M Fan im Kreise vieler B&M Fans :cheers:

Danke!

wgh52 hat geschrieben:Es wäre interessant diese Akustikbauten mal auf Bildern zu sehen.[...] Was ist eigentlich ein "Superchunk" (übersetzt: Superklotz oder Superklumpen) und was bedeutet in dem Zusammenhang "wohnzimmertauglich"?

Bilder lade ich später nochmal hoch. Jetzt ist der Rechner gleich erst einmal anderweitig belegt. Ein Superchunk ist nur ein großvolumiger poröser Absorber. Wohnzimmertauglich wird so ein deckenhohes Ding -- wenn überhaupt -- nur wenn es nicht störend in einer Ecke aufgebaut und optisch ansprechend verkleidet wird...

wgh52 hat geschrieben:Noch eins: Wir sprechen uns hier mit Vornamen an; wie heißt Du?

Erster Beitrag und gleich ein Fauxpas. :|
Ich heiße Andree.

PS: Kann ich den Threadtitel nachträglich bzgl. Namen verändern?
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Beitragvon wgh52 » 15.12.2013, 19:26

Hallo Andreé,

alles im grünen Bereich (ein Admin ändert den Vorstellungstitel gerne) :wink:

Woher weist Du, dass Du so ein Monsterteil brauchst? Hast Du (oder ein Akustiker) Deinen Raum gemessen? Falls ja, wären die Ergebnisse (Nachhallzeit, Reflektionen, ...) interessant und hier gibt's ein paar Leute, die sicher Rat dazu geben könnten.

Na dann auf bald!
Winfried

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Beitragvon Buschel » 15.12.2013, 20:16

So, hier mal ein paar Impressionen aus dem Wohnzimmer. Die Deckensegel sind wie gesagt noch provisorisch.

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Wohnzimmer mit Absorbern

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Resonatoren

Durchgemessen habe ich selbst. Dazu verwende ich Carma und ein ECM-40 an Focusrite Scarlet 2i2. Hier ein paar Ergebnisse, wobei Nachhallzeit und ETC noch mit den Dynaudios gemessen wurden. Bei den letzten Messungen mit den B&M's hatte ich zu viele Nebengeräusche. Die muss ich nochmal nachholen.

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Frequenzgang, Nachhallzeit und ETC

@Admin: Danke für die Änderung des Threadtitels. :cheers:
Buschel
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Beitragvon Buschel » 11.01.2014, 10:21

Hallo zusammen,

seit einer Weile schraube ich ja mit mechanischen Maßnahmen an meiner Raumakustik herum. Im Bassbereich war mein letzter Plan der Bau eines "Superchunks". Leider hat sich gezeigt, dass mit dem maximal tolerierbaren Volumen des Chunks die erreichbare Wirkung nicht ausreichen wird. Deswegen möchte ich jetzt verstärkt in Richtung einer DSP-Lösung schauen.

Meine Ziele nach Priorität:
1. Moden reduzieren (PEQ, FIR oder VBA?)
2. Linearisierung Frequenzgang
3. Optimierung Sprungantwort

Zur Auslegung der Filter kann ich mir derzeit Acourate ganz gut vorstellen. Allerdings möchte ich keinen PC für die Filterung aufsetzen und betreiben, sondern suche nach einer standalone Lösung. Die sollte folgendes können:

a) Analog I/O mit >2 Vrms input (idealerweise auch parallel digital I/O wegen Zukunftssicherheit)
b) On/Off per FB
c) Filterupload/Konfiguration per USB
d) mind. 2 Filtersätze, per FB oder Knopf schaltbar
e) hinreichend Rechenpower, um auch lange Filter (65k taps pro Kanal bei Stereo) rechnen zu können

Bisher habe ich dazu leider nicht wirklich eine fertige Lösung gefunden. Der OpenDRC erfüllt immerhin schon 3 der 5 Anforderungen, hat aber kein On/Off per FB und kann nur knapp 6k taps berechnen (12k taps bei zwei Kisten im dual mono Betrieb).

Kennt ihr eventuell weitere Optionen, die ich mir näher anschauen kann?

Gruß,
Andree
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Beitragvon Buschel » 16.04.2014, 22:19

Überrascht stelle ich fest, dass ich seit knapp 3 Monaten kein Update gegeben habe. Das hole ich hiermit mal nach.

In der Zwischenzeit war ein Bag End E-Trap zum Test hier. Entgegen meiner Hoffnung konnte ich trotz eigentlich optimaler Positionierung keine nennenswerte Wirkung erzielen. Der E-Trap ging nach kurzer, aber intensiver Messorgie, wieder zum Händler zurück. Zumindest hatte ich dadurch die Gelegenheit, mich ein wenig in REW einzuarbeiten, das ich mittlerweile parallel zu CARMA einsetze.

Danach habe ich es endlich geschafft, die Deckensegel fertig zu bekommen. Der Lackierer hat schnelle und saubere Arbeit geleistet. Die Stoffbespannung den innen liegenden Rahmens war danach dann aufwändiger als gedacht. Das Ergebnis kann sich optisch aber besser sehen lassen als das Provisorium, und die Wirkung ist wie gewollt. Insgesamt sind die Reflexionen jetzt bei max. etwa -20 dB zum Nutzsignal. Damit kann ich gut leben. :mrgreen:

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Fertige Deckensegel

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ETC mit Reflexionen

Auch haben sich bzgl. digitaler Raumkorrektur einige Dinge herauskristallisiert. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, keine für mich passende stand-alone Lösung zu finden. Wichtig ist mir ein möglichst frei konfigurierbares Filterdesign, in das ich direkt und detailliert eingreifen kann. Acourate bietet mir diesen Freiheitsgrad und ist eine wahre Spielwiese, fordert einem aber auch eine gewissen Toleranz bzgl. Usability und Bedienerfreundlichkeit ab. Betrieben werden soll die Raumkorrektur zunächst via Focusrite Scarlet 2i2 als AD/DA-Wandler mit einem i3-NUC als Convolver, eingeschleift über USB. Wenn ich das Convolving im Griff habe, plane ich die Anschaffung eines Restek MDAC+, bei dem der NUC über eine USB-Loop eingebunden werden kann.
Als Hardware habe ich letzten Monat einen lüfterlosen NUC auf i3-Basis von TranquilPC bestellt (http://www.tranquilpcshop.co.uk/abel-h2-series/). Schickes Teil, leider mit unerwartet hoher Lieferzeit -- ich warte immer noch ... Auf dem NUC möchte ich Linux mit BruteFIR laufen lassen. Die Leistungsfähigkeit sollte ausreichen, um später in Richtung von Audio- und auch Video-Streaming hochzurüsten (XBMC?). Aber das kommt erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Die ersten eigenen Tests mit Acourate -- über Notebook und Focusrite an die Vorstufe -- sind ziemlich vielversprechend bzgl. Linearisierung des Frequenzgangs und der Modenproblematik. Allerdings bin ich mir noch nicht schlüssig wie ich letztlich mit der Phasenkorrektur umgehen werde. Nach der Phasenkorrektur ändert sich der Klang der BM Prime 8 recht deutlich sobald ich nicht direkt im Sweet Spot sitze. Zum Beispiel werden Stimmen bei einigen Titeln vertikal wesentlich tiefer abgebildet. Bei der Prime 8 ist ja offenbar der TT zum HT verpolt, so dass ich mir gut eine Auswirkung der Phasenkorrektur auf das Abstrahlverhalten vorstellen kann.

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Frequenzgang L/R am Hörplatz nach Korrektur

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Sprungantwort mit (blau) / ohne (grün) Korrektur

Zum Abschluß noch ein paar Bilder von der BM Prime 8, die ich hier bisher gar nicht gepostet hatte.

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Bis bald,
Andree
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Beitragvon slarti05 » 16.04.2014, 23:02

Hallo Andree,

vielen Dank für Dein Update und die bisherigen Berichte - ich finde die Konsequenz mit der Du die akustische Optimierung angehst beeindruckend und spannend, gerade auch da das Ergebnis ja sehr effektiv zu schein scheint und wohnraumkompatibel ästhetisch gelungen ist (wenn auch leider bei mir der WAF trotzdem nicht gegeben wäre :oops: ).

Habe ich das auf den Fotos richtig gesehen, dass es keine Absorber an den seitlichen Spiegelpunkten gibt? Ist das Absicht (bspw. auf Basis der Empfehlungen von Floyd Toole 2008) oder anders motiviert?

Die gezeigte Sprungantwort der BM8 finde ich interessant, aber wie kann es eigentlich sein, dass die invertiert gebaut wird, wo BM hier soviel Wert auf die Betonung der Firtec-Technik legt? In dem Zusammenhang ist es auch interessant, dass die korrigierte und unkorrigierte Sprungantwort sich (gespiegelt) kaum unterscheiden - vermutlich dank Firtec und der konsequenten Akustikbehandlung? Habe ich so jedenfalls noch nicht gesehen, bei mir z.B. sind die Unterschiede immer viel dramatischer.

Vielleicht noch eine letzte Frage - bei dem korrigierten Frequenzgang fällt mir auf, dass es hier praktisch keinen Höhenabfall gibt, der ja normalerweise durch den Raum bedingt wird und von den meisten Hörern wohl als "richtig" bzw. "wohlklingend" empfunden wird (von mir auch). Ist dies eine bewusste Entscheidung hinsichtlich der Target-Kurve in Acourate?

Es gibt ja verschiedene Empfehlungen hinsichtlich der Target-Ausgestaltung, von "Abfall ab ca. 1 kHz parallel zum Raum", "ca. 3db linear bis 20kHz" bzw. von dem Toningenieur Bob Katz mit "linear bis 1 kHz, danach 6db Abfall bis 20kHz". Hast Du hiermit mal experimentiert?

Viele Grüße
Ralf
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Beitragvon Buschel » 17.04.2014, 07:28

Hallo Ralf,

slarti05 hat geschrieben:Habe ich das auf den Fotos richtig gesehen, dass es keine Absorber an den seitlichen Spiegelpunkten gibt? Ist das Absicht (bspw. auf Basis der Empfehlungen von Floyd Toole 2008) oder anders motiviert?

Ich habe an den Seitenwänden keine Absorber angebracht, weil ich von dort keine nennenswerten Reflexionen messen kann. Die von dort ausgehenden Reflexionen bei etwa 11 ms (nahe Seitenwand) und 17 ms (ferne Seitenwand) liegen ebenfalls um oder unter -20 dB. Und ohne Not möchte ich nicht noch mehr Absorber ins Wohnzimmer bringen, irgendwann ist die Toleranz meiner Frau dann doch am Ende...

Auf den Fotos ist nicht zu sehen, dass ich an der linken Seite relativ dicke und deckenhohe Vorhänge mit ordentlich Faltenwurf habe, die ich beim Musikhören zuziehe. Auf der rechten Seite überlege ich noch, ob ich Basotectreste hinter das große Familienbild (4 cm tiefer Rahmen, knapp 2,5 qm Fläche) stopfe. Davon verspreche ich mir aber nicht wirklich einen Effekt -- ausprobieren schadet aber auch nicht. 8)

slarti05 hat geschrieben:Die gezeigte Sprungantwort der BM8 finde ich interessant, aber wie kann es eigentlich sein, dass die invertiert gebaut wird, wo BM hier soviel Wert auf die Betonung der Firtec-Technik legt? In dem Zusammenhang ist es auch interessant, dass die korrigierte und unkorrigierte Sprungantwort sich (gespiegelt) kaum unterscheiden - vermutlich dank Firtec und der konsequenten Akustikbehandlung? Habe ich so jedenfalls noch nicht gesehen, bei mir z.B. sind die Unterschiede immer viel dramatischer.

Der zum HT invertierte TT hat mich auch erst gewundert. Aber die von B&M beworbene Zeitrichtigkeit mittels FIRTec kommt erst ab der Line-Serie zum Einsatz, bei der Prime-Serie wird nur von Minimalphasigkeit gesprochen. Die Invertierung wird wohl mit den eingesetzten Weichen zusammenhängen.

Die "Buckel" bei 5 und 7 ms waren auch bei den alten Lautsprechern an ähnlicher Stelle und in vergleichbarer Ausprägung zu sehen, Das wird also eine Folge der Aufstellung im Raum sein. Zu deiner Beruhigung: Wenn ich die Sprungantwort über einen längeren Zeitraum darstelle, wird sie auch sehr unruhig. Dann werden auch die Raummoden und die Wirkung des Filters darauf sehr deutlich sichtbar.

slarti05 hat geschrieben:Vielleicht noch eine letzte Frage - bei dem korrigierten Frequenzgang fällt mir auf, dass es hier praktisch keinen Höhenabfall gibt, der ja normalerweise durch den Raum bedingt wird und von den meisten Hörern wohl als "richtig" bzw. "wohlklingend" empfunden wird (von mir auch). Ist dies eine bewusste Entscheidung hinsichtlich der Target-Kurve in Acourate?

Die Zielkurve ist linear bis 3 kHz und fällt von dort bis -3 dB bei 24 kHz ab. Mit der Zielkurve werde ich aber noch weiter spielen. Ich habe mich so an die Moden gewöhnt, dass ich z.B. (vorerst) im Bass eine leichte Anhebung machen werde.

Als Uli mir Testfaltungen zugesendet hatte, hatte er laut eigener Aussage etwa -6 dB bei 20 kHz als target gesetzt. Das kam mir zu sanft vor. Stimmen waren zwar in ihren S-Lauten weniger scharf, dafür fehlte mir das gewisse metallische etwas bei Becken und Hihats. Ich mag es da eher etwas crisp. :wink:

Viele Grüsse,
Andree
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Beitragvon cinematic » 17.04.2014, 08:28

Hallo Andree,

das sieht alles sehr durchdacht und gut gemacht aus.
Die Maserung der BM8 prime sieht auch toll aus.

viel Spass beim Lauschen!
tom
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Beitragvon versuchstier » 18.04.2014, 11:52

Hallo Andree,

auch von mir ein Herzliches Willkommen. :cheers:

Wir haben ja bereits anderweitig hier und da voneinander gelesen. :wink:

Gefällt mir sehr gut wie Du die Aktivierung umgesetzt hast. Sieht super aus, auch die Akustik-Maßnahmen!

Dass Du mit der Prime 8 glücklich bist glaube ich Dir ungehört. :mrgreen:

Gruß Wolfgang
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Beitragvon Johnny Ca$h » 06.05.2014, 17:46

Sieht Klasse aus.
Noch ein Acourater :D
Die sind hier ja weit verbreitet.
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Beitragvon Buschel » 06.05.2014, 18:53

Hallo ihr zwei,

versuchstier hat geschrieben:Gefällt mir sehr gut wie Du die Aktivierung umgesetzt hast. Sieht super aus, auch die Akustik-Maßnahmen!

Johnny Ca$h hat geschrieben:Sieht Klasse aus.

Danke :cheers:

Ja, Acourate ist hier ziemlich verbreitet. Wobei ich ja noch kein aktiver Acourater -- im Sinne von mit Acourate korrigiert hören --, sondern einer "in spe" bin. Mein Convolver-NUC ist immer noch nicht angekommen ... Heute wurde von TranquilPC allerdings Fortschritt gemeldet. Ich hoffe auf den Versand in den kommenden Tagen und auf ein glückliches Händchen bei der dann anstehenden Konfiguration von BruteFIR. 8)

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Buschel » 29.05.2014, 21:14

Hallo zusammen,

nach einiger Arbeit in der letzten Woche und am heutigen Vatertag mal wieder ein Update von meiner Seite -- mit guten und schlechten Nachrichten... :?

Die guten zuerst: Der lüfterlose NUC ist seit einer Weile angekommen und seit letzter Woche auch in Betrieb. Die Installation von Ubuntu 14.04 und xbmc lief recht problemlos. Auch habe ich es heute nach stundenlangem Basteln mit alsa und brutefir geschafft, meine Focusrite Scarlet 2i2 als USB-Soundkarte in meine analoge Wiedergabe einzuschleifen. Dabei habe ich die einfachste Variante in Betrieb genommen, bei der nur usbaudio ankommt, das Signal gefaltet wird und wieder über usbaudio ausgegeben wird. AD/DA wird dabei also von der Focusrite übernommen. Daten von NUC-interne Playern können noch nicht gefaltet werden, weil ich die asound-loop nicht zum Laufen bekommen habe.

Eigentlich wollte ich dann mit Acourate-Filtern (mit/ohne Phasenkorrektur, verschiedene Bassanhebungen) spielen. Aber die Balance passte immer irgendwie nicht. Ich wollte die Ursache ja erst nicht glauben, aber eine Messungen hat es dann mehr als deutlich bestätigt. Damit bin ich dann bei den schlechten Neuigkeiten: Mein Editor hat offenbar eine Macke. Wenn ich den "Split B"-Modus (Tape-Loop über Cinch) aktiviere, verliert der linke Kanal breitbandig gegenüber dem rechten satte 6 dB. :shock: Sobald ich den Split-Modus deaktiviere, stimmt der Pegel wieder. Ich kann also über den NUC und USB-DAC sauber abspielen, aber (derzeit) nicht die Tape-Loop nutzen. Mal schauen, was Restek dazu sagt... :roll:

Gefrustete Grüße,
Andree
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Beitragvon Buschel » 05.06.2014, 18:25

Hallo zusammen,

Buschel hat geschrieben:Mal schauen, was Restek dazu sagt... :roll:

Wortwörtlich: "Das ist natürlich ärgerlich."
Das Gerät habe ich am letzten Freitag kurzerhand selbst nach Fuldabrück gebracht und die Zeit mit einem Klönschnack mit Elschot senior verbracht. Der Fehler war schnell reproduzierbar und eingegrenzt. Die Reparatur selbst wurde dann in Rekordzeit am Montag ausgeführt, der Editor war bereits Dienstag Vormittag wieder zurück. Ärgerlicher Fehler, aber toller Support. :cheers:

Nachdem der Editor seit gestern wieder angeschlossen war konnte ich schon ein wenig mit den Filtern spielen, und auch neue Stücke über die Loop hören, die ich bisher noch nicht testweise gefaltet hatte. Ich muss mich da aber noch an einiges gewöhnen und mit den Parametern spielen. Tendenziell neige ich dazu, die Exzessphasenkorrektur nicht anzuwenden. Grund dafür ist zum einen, dass Bluray-Playback lippensynchron bleiben soll, und dass sich die Ortung -- wie ich zuvor schon einmal beschrieben hatte -- mit Exzessphasenkorrektur zum Teil recht deutlich verschiebt sobald ich nicht exakt im Sweetspot sitze. Möglicherweise werde ich sogar die Korrektur im Mittelton/Hochton abschwächen und vor allem im bei mir problematischen Bassbereich korrigieren.

Hier noch ein Bild vom lüfterlosen Abel H2 Gehäuse. Zum Größenvergleich habe ich die gute WYWH mit fotografiert.

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Bis bald,
Andree
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