Heinz (Abacus A-Box 10, DIY Dipol-Bässe)

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Heinz (Abacus A-Box 10, DIY Dipol-Bässe)

Beitragvon L_Hörer » 15.08.2014, 13:30

Liebe Forenten,

nach einiger Zeit des Mitlesens bin ich von den fundierten Beiträgen im Forums ebenso angetan wie von dem positiven Umgangston. Deshalb habe ich mich angemeldet und möchte zunächst über meine – weitgehend aktive – Historie berichten.

Meine Audio-Karriere begann in frühen Jahren mit Detektor-Radio und Kurzwellenempfang, nach den ersten Erfahrungen mit HiFi bin ich aber sehr schnell diesem Bazillus verfallen. Aus einem elektrotechnischen Haushalt kommend war Selbstbau und Lötarbeit angesagt, und zwar von Tunern (Görler, Nogoton) über Vor- und Endverstärker bis hin zu Lautsprechern. Erste aktive Lautsprecher waren Klipsch Basseckhörner (Eigenbau) mit Elektrostaten von Rennwald. Beides wurde von Endstufen angetrieben, für deren Entwicklung ein zwischenzeitlich absolviertes Elektrotechnik-Studium und unterschiedliche Auflagen der „Halbleiter-Schaltungstechnik“ von Tietze/Schenk vorteilhaft waren.

Dem Aktivbetrieb bin ich dann stets treu geblieben, aber die Zeit und Lust zum Löten und Ätzen fehlte. Das hat über viele Jahre zu einem Beharrungszustand in Sachen Audio geführt - auf durchaus gutem Niveau, wie mir die Besuche von HiFi-Messen immer wieder deutlich gemacht haben. Die Lautsprecher wurden etwas kleiner, da Klipsch-Hörner sich nicht in jeden Raum integrieren lassen und ich mir mittlerweile auch andere Lösungen für eine gute Basswiedergabe erarbeitet hatte (Q=0,5; geschlossen; aktiv entzerrt; doppelwandig mit Sand). Einen echten Schritt nach vorn hat die Aufrüstung mit der Raumkorrektur Tact RCS gebracht und mir gezeigt, in welche Richtung es gehen muss.

Und dann kam ACOURATE, sozusagen die Erfüllung all meiner Wünsche in Sachen Korrektur und auch, was das lötfreie Handling angeht. Die Möglichkeiten dieser Software sind weitreichend, und die Arbeit mit dem Programm fördert das Verständnis für die Messtechnik und das, was im Raum mit der Schallwelle passiert. Und mit dem wachsenden Verständnis kann man die Toolbox ACOURATE immer besser und gewinnbringender anwenden.

Seit 2007 nutze ich dieses Programm, heute mit der Abacus A-Box 10 und zwei Eigenbau-Dipolbässen. Die Entscheidung für die A-Box ist gefallen, nachdem ich ein Testpaket ausgiebig hören und messen konnte (Klirr, Frequenzgang, praktisch mögliche Basspegel). Die Bässe werden von einer Abacus 60-120C befeuert, die Trennung der Frequenzbereiche bewerkstelligt der AcourateConvolver mit Neville-Thiele-Filtern. Ein Fireface 400 speist die 60-120C und die A-Boxen.

Weil ich Leisehörer bin und die gehörrichtige Lautstärkeregelung schätze, ist der AcourateConvolver für mich unverzichtbar. Trotz dediziertem Audio-Rechner (Win8.1) habe ich weder Jplay noch MQN mit dem Convolver ohne zumindest gelegentliche Knackser (eher: Knaller) zum Laufen gebracht. Deshalb betreibe ich jetzt als Zuspieler einen zusätzlichen PC, der das Signal per SPDIF an das Fireface gibt. Durch diese Trennung kann das FF am AudioPC mit minimaler Buffer-Size betrieben werden und auf dem ZuspielerPC kann ich mit beliebigen Software-Playern experimentieren.

Ich höre hauptsächlich gerippte CDs, d.h. das Ursprungsformat 44/16 steht im Vordergrund. Mit der Einbindung eines Internet-Radios will ich mir neue Musikrichtungen erschließen - erfreulicherweise wird Titel und Interpret bei diesem Medium ja mitgeliefert. Die SPDIF-Übertragung zum FF bietet sicher noch einiges an Optimierungspotential (Mutec MC3+, ... ), das liegt noch vor mir.

Dem AH-Forum verdanke ich schon jetzt eine Fülle von Anregungen. Dafür bin ich sehr dankbar, und ich freue mich auf weitere an- und aufregende Diskussionen.

Bis dahin Grüße von der Schwäbischen Alb,

Heinz
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Beitragvon LordHelmchen » 15.08.2014, 18:25

Hallo Heinz,

Dir ein herzliches Willkommen im Forum und vielen Dank für Deine ausführliche Vorstellung.

Schön zu lesen das Du nach einiger Zeit der Kontinuität jetzt offensichtlich wieder Spaß daran hast Dich intensiver mit dem schönsten Hobby der Welt zu beschäftigen. :cheers:

Mit der A-Box 10 einem dediziertem Musik PC und Acourate hast Du eine feine Kombination zusammen gestellt.

Wenn Du magst schreib doch noch etwas über die Anbindung und Konstruktion der Dipole, das würde bestimmt nicht nur mich interessieren.

Viele Grüße und ein erholsames Wochenende

Markus
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Beitragvon L_Hörer » 16.08.2014, 14:50

Hallo Markus,

danke für die netten Worte zur Begrüßung.

Bei der Konstruktion meiner Dipole habe ich mich orientiert an den Messungen von Bernd Timmermanns in „Hobby Hifi“ (2005). Das Ergebnis ist 35x35x35 cm groß, beherbergt je Kanal zwei 30cm-Basslautsprecher von Peerless, die spiegelbildlich angeordnet sind und impulskompensiert betrieben werden. Sie arbeiten gemeinsam auf die mittlere, nach vorne abstrahlende Kammer, die seitlich flankiert wird von je einer Kammer, über die der rückwärtige Schall nach hinten abgestrahlt wird. Schon mit der erforderlichen Entzerrung, aber ohne Frequenzweiche ergibt die Klirr-Messung (Farina) ein gutes Ergebnis:

Bild

Das Ganze im Nahfeld gemessen bei dem, was ich Zimmerlautstärke nenne: Man könnte sich mit gehobener Stimme noch unterhalten, aber es wäre anstrengend. Das ist so mein Hörpegel. Die Trennung zu den A-Boxen erfolgt bei 100 Hz mit Neville-Thiele Filtern 2. Ordnung via AcourateConvolver.

Die Dipole sind parallel zur Seitenwand ausgerichtet, bei Ausrichtung auf den Hörplatz (auf die Raumecken hinter mir zielend) gab es zusätzliche Resonanzen, die ich so vermeiden konnte. Sinn des Dipols im Einsatz mit der Abacus A-Box ist nicht tieferer Bass, sondern die Entlastung des Tieftöners in der A-Box. Hierdurch gewinnt die Wiedergabe deutlich.

Nach Rücksprache mit Herrn Sonder setze ich zur Ansteuerung eine Abacus 60-120C Endstufe mit verstärktem Netzteil ein. Das klappt gut, in die Begrenzung (rote LED) bin ich bisher nicht gefahren.

Was mir an den Dipolen gefällt: sie sind
- klein, sowohl absolut als auch relativ zur abgestrahlten Wellenlänge
- offen, es gibt praktisch kein Mitschwingen von Gehäusewänden.

Die Resonanz bei 200...300 Hz kann man mit Acourate per Driverlinearisation gut kompensieren.

So viel zu den Dipolen, mit denen ich wirklich sehr zufrieden bin.

Auch Dir ein schönes Wochenende
Heinz
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Beitragvon LordHelmchen » 17.08.2014, 13:54

Hallo Heinz,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, prima dass die "Würfelchen" trotz Ihrer 35cm Maße die A-Box so gut unterstützen können.

Viele Grüße

Markus
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Beitragvon L_Hörer » 09.02.2016, 15:26

Akkubetrieb Fireface – ein Muss

Liebe Forenten,

es war schon länger auf der to-do Liste, jetzt ist es geschafft. Mit einem Aufwand von ca. 60 € und ein paar Stunden Arbeit wird mein FF 400 jetzt von einem 9 Ah 12 Volt Akku versorgt. Das reicht für einen Tag hören, aufgeladen wird in der Nacht, und dann der Lader zweipolig entfernt.

Im Hör-Betrieb sieht das so aus: Akku – Elko 40.000µF – Folie ~20µF – 20 cm Leitung – Hohlstecker.

Das Ergebnis ist ein großer Schritt vorwärts, wie ich ihn nicht erwartet habe, zumal das FF schon bisher über ein Peaktech Netzteil versorgt wurde. Die Verbesserung betrifft hauptsächlich den Hochtonbereich und das, was sich in der Phantommitte abspielt.

Nach meiner Einschätzung ist es ein Gewinn in der Wiedergabequalität, der dem Übergang von Windows-Normalbetrieb zu Windows im RAM entspricht. Und das für ein Bruchteil des Arbeitsaufwandes.

Ich vermute, dass nicht nur die "ruhige" Versorgung über den Akku eine Rolle spielt. Darüber hinaus hat das FF jetzt keine Verbindung zum 230V-Netz - es "schwebt" sozusagen - und deshalb kann es auch keine vagabundierenden Störströme über Masseleitungen geben. Dies betrifft gerade das, was über die Rechnerverbindung passiert.

Die Bemühungen an anderer Stelle - AFIS, USB-Isolator, etc. - belegen, dass da noch was zu machen ist ......

Gutes Gelingen, Gruß
Heinz
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Beitragvon modmix » 09.02.2016, 18:21

Gratuliere! :cheers:
Was für einen Akku nutzt Du?
Beste Grüße
Ulli
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Beitragvon L_Hörer » 09.02.2016, 19:22

Hallo Ulli,

modmix hat geschrieben:Was für einen Akku nutzt Du?

Den CP1290, von Conrad, Best.-Nr.: 250915 - 05.
Es handelt sich um einen Blei-Vlies-Akku.

Gruß
Heinz
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Beitragvon Octagon » 09.02.2016, 20:10

modmix hat geschrieben:Was für einen Akku nutzt Du?

Hi Ulli,

Ich nutze, bei sonst gleichem Aufbau, den Panasonic LCR-12V 12PF-1, 12 Volt, 12 Ah, Blei-Vlies für mein FF UCX. Guckst du hier: http://www.reichelt.de/LCR-12V-12PF-1/3 ... sonic+akku

Heinz Aussagen in Bezug auf SQ kann ich nur bestätigen.

Gruß
Thomas
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Beitragvon Fujak » 15.02.2016, 12:54

Hallo Heinz,

auch aus meiner Sicht ein lohnender Schritt, ein Fireface mit Akku einzusetzen. Ich hatte das vor etwa 6 Jahren mit meinem Fireface UC mittels eines Motorrad-Akkus umgesetzt, der mittels Zeitschaltuhr nachts mittels eines Ctek-Chargers nachgeladen wurde (viewtopic.php?p=20742#p20742). Später hatte ich dann ein Labornetzteil mit gleichem Klangresultat eingesetzt (viewtopic.php?p=26248#p26248). Der von Dir eingesetzte große Elko ist sicherlich noch mal ein Plus an Klangberuhigung.

Ich wünsche Dir genussvolles Hören
Fujak
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Beitragvon Hans-Martin » 15.02.2016, 13:32

Wenn man 40000uF an den Akku klemmt, wird es ganz schön knallen. Wie habt ihr das Problem gelöst?
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Octagon » 15.02.2016, 13:49

Hans-Martin hat geschrieben:Wenn man 40000uF an den Akku klemmt, wird es ganz schön knallen. Wie habt ihr das Problem gelöst?


Aufladen des Elko über 100 Ohm Widerstand vor dem direkten Anschluss....
Entladen bei Bedarf natürlich analog ;)

Gruß
Thomas
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Beitragvon L_Hörer » 15.02.2016, 18:03

Hallo zusammen,

@Fujak
Bisher war das FF über das Peaktech versorgt, aber der Gewinn durch Akku plus Elko ist deutlich. Ich vermute, da spielt die jetzt fehlende Masseverbindung zum 230-V-Netz eine Rolle.

Zusätzlich habe ich an den Aktivboxen - hier betreibe ich die Dynaudio BM5a - die Masseverbindung im XLR-Stecker vor der BM5a gekappt. Damit gibt es zwischen FF und Aktivboxen auch keine Masseverbindung, über die etwas fließen könnte.


Octagon hat geschrieben:
Hans-Martin hat geschrieben:Wenn man 40000uF an den Akku klemmt, wird es ganz schön knallen. Wie habt ihr das Problem gelöst?


Aufladen des Elko über 100 Ohm Widerstand vor dem direkten Anschluss....
Entladen bei Bedarf natürlich analog ;)


@Hans-Martin
Bei mir bleibt der Elko fest mit dem Akku verbunden, d. h. er liegt stets an Spannung - das Aufladen über die 100 Ohm ist nur beim erstmaligen Zusammenbau erforderlich. Zur Vorsicht habe ich einen 40 V Typen genommen ........

Gruß und fröhliches Hören
Heinz
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Beitragvon L_Hörer » 03.01.2018, 18:04

Liebe Forenten,

das Neue Jahr ist da - alles Gute - und es ist Zeit für ein Update:

Die Mediathek mit ihren neuen Möglichkeiten hat den Wunsch geweckt, nicht nur reines Audio, sondern auch Video-Konzerte möglichst gut wiederzugeben. Meine 2PC-Lösung - PlayPC als Quelle und ConvolverPC als Lieferat an die LS - habe ich deshalb aufgebohrt:

Statt z.B. wtfplay für reines Audio vom Stick zu booten starte ich für die Video-Wiedergabe auf dem PlayPC ein Puppy Linux (ebenfalls vom Stick, läuft im RAM) mit z.B VLC-Player oder SM-Player und gebe den Audiokanal via Mutec MC3+USB ans Fireface, dort wird mit dem AcourateConvolver Korrektur und Frequenzweiche verwirklicht, dann gehts weiter zu den LS - also genau wie beim reinen Audio. Das Bild wird direkt vom PlayPC via HDMI zum TV gegeben.

Vorteil: Der Audiokanal des Videos kommt in den vollen Genuss des AcourateConvolvers.
Nachteil: Der Videoplayer muss ein Voreilen des Ton von bei mir 2000 ms erlauben - das schaffen die beiden genannten Player.

Soweit so gut, das klappt wirklich prima. Aber:
Ich spiele derzeit alles von der USB-Festplatte ab. Für die zusätzliche Möglichkeit, CDs, DVDs, BRs direkt abspielen zu können überlege ich, ein externes BR-Player Laufwerk via USB an den PlayPC anzuschließen.

Meine Frage:
Gibt es Empfehlungen für den externen BR-Player, und erlaubt der Kopierschutz überhaupt die Wiedergabe von DVDs und BRs über den PlayPC mit Linux Betriebssystem?

Gutes Gelingen,
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