Jens (Abacus Cortex 6)

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Beitragvon Quince » 27.07.2017, 19:35

Hi Jens,

ich überlege momentan, ob ich mir bei Gelegenheit mal die Geithain RL 906 gönne oder ob mir vielleicht die Cortex 6 auch reicht.

Mal schauen...

Grüße
Quince
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Beitragvon LenZen » 27.07.2017, 21:01

Hallo Andreas , oder auch Quince...

Meine Meinung bzgl. meiner Hörerfahrung mit passiven Geithain ist recht zwiegespalten, aber es ist ja nicht unwahrscheinlich dass die aktiven Versionen deutlich mehr überzeugen können, neugierig wäre ich da schon.

Bedenken bei den RL 906 gehen für mich da eher in die Richtung, dass ich "leider" inzwischen weiss was im Bass alles so zu hören ist auf meinen Aufnahmen, das möchte ich nicht mehr missen.

Und viele der kleinen Aktiven teilen die Eigenschaft linear nur bis etwa 50Hz runter zu spielen, und dann vor allem auch sehr steil abzufallen. Ich für meinen Teil kann die dadurch bedingten deutlichen Dynamik-Sprünge im unteren Übertragungsbereich einfach nicht mehr ausblenden, ganz zu schweigen von den dann völlig fehlenden Tönen "ganz unten".

Das betrifft die Geithain RL 906 mit Sicherheit genau so wie z.B. die Neumann KH 120 oder Elac Air-X 403. Für dieses Defizit ist mir die kleine Geithain denn auch zu preisintensiv, daher habe ich mir letztlich nicht die Mühe gemacht sie anzuhören.

Ich persönlich möchte sehr kompakte Aktive ohne zusätzlichen Sub, da bleiben dann nicht mehr so viele Möglichkeiten, eine Schanks Audio Prisma, gebrauchte Silbersand FM 201 oder eben Abacus Lautsprecher, wo sogar die C-Boxen schon dieses Kriterium erfüllen. Auch die APS Klasik spielt richtig tief runter.

Mit zusätzlichem Sub sieht die Sache natürlich ganz anders aus, für denjenigen für den das in Frage kommt, oder auch schlicht nicht ganz so winzigen Lautsprechern. Wie gesagt aber kein Thema für mich.

Davon abgesehen sind die Geithain und Abacus höchstwahrscheinlich auch sehr unterschiedlich von der grundsätzlichen Klangsignatur, da würde ich auch nie eine Empfehlung abgeben, es sei denn die, unbedingt vor der Entscheidung Probe zu hören...

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon Heule » 29.07.2017, 06:17

Hallo Quince,

ich empfehle dir diese Boxen alle bei dir zu hören. Nur das zählt. Nicht was die Werbung oder Datenblätter
oder andere hier schreiben. Zu unterschiedlich sind die Hörgewohnheiten und die Räume, in denen
die Boxen stehen! Du wirst überrascht sein!

Gruß Oliver
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ABACUS CORTEX 6

Beitragvon LenZen » 24.08.2017, 21:32

Hallo zusammen,

bei mir ist die Entscheidung in der Zwischenzeit gefallen.

Am Ende meines monatelangen Test-Marathons sind es nun die Abacus Cortex 6 geworden. Ich muss sagen, glücklicher könnte ich kaum sein. Die Cortex 6 erreichen hier bei mir eine Qualität der Wiedergabe von der ich bisher geglaubt hatte, ich müsste dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das Warten hat sich also gelohnt.

Von den schon genannten anderen Test-Kandidaten sind für mich nur die Schanks Audio Prisma 2 und die Silbersand FM 201 mit der Cortex 6 vergleichbar. Diese drei erreichen in meinen Ohren, jede auf ihre Art, eine komplette Wiedergabe, „wie aus einem Guss” wie man so schön sagt.

Das herrausragende Merkmal der Cortex 6 ist dabei für mich ihre Homogenität, Kohärenz, Ausgewogenheit oder wie auch immer man das nennen mag. Beim hören mit ihnen fehlt mir nichts. Keine Eigenschaft sticht besonders hervor oder fällt in irgendeiner Art und Weise ab. Ein Wow-Effekt beim ersten kennen lernen bleibt so aus, auf die Dauer blieben bei mir dann folgende Eindrücke hängen.

Die Bass-Wiedergabe ist ein Traum, speziell verglichen mit vielen anderen Kompakt-Lautsprechern. Die reine Bass-Tiefe sowieso, aber auch die Präzision und Ausdifferenzierung, trocken und auf den Punkt.

Wie die Cortex 6 Musik völlig frei in den Raum stellen ist spektakulär angesichts des Preises. Völlig unverfärbt, gelöst und offen, spätestens wenn ich die Augen schliesse fällt bei vielen Aufnahmen die Wand hinter den Lautsprechern, ein Novum für mich.

Die Sauberkeit in der Wiedergabe führt dazu, dass sich auch bei hohen Lautstärken dennoch kein Laut-Effekt einstellen will, dabei bleibt alles immer extrem durchhörbar.

Selten habe ich einen Lautsprecher gehört, bei dem man „durch solch eine klare Scheibe” auf die Musik schaut. Klar und unverstellt, ein ähnliches Gefühl hatte ich nur bei Prisma und Silbersand.

Die Cortex 6 bieten einen wunderbar fein aufgelösten, smoothen Hochton. Der Raum in den Aufnahmen wird damit weit ausgeleuchtet, Jazz mit Besen und Becken, flirren und rascheln ist echt ein Fest. So manche Hall-Fahne scheint endlos auszuklingen. Die Cortex liefern wirklich Details satt.

Die Sprachverständlichkeit ist grandios, egal ob gesungenes oder gesprochenes Wort. Aber gerade auch der schnöde TV- oder Kinoton, Effekte kommen dermaßen geschliffen von oben bis unten, bei mir so noch nicht gehört.

Das wichtigste jedoch, die Cortex 6 schaffen mit all dem in der Summe schlussendlich das in meinem Hörraum, von dem ich am Beginn meiner Suche geglaubt habe, ich könnte es doch nur im Nahfeld bekommen. Eine unmittelbare, nahbare Musikwiedergabe.

Eine, wahrscheinlich nicht unbekannte, Aussage über die Qualität von Lautsprechern trifft es für mich ganz gut. Bei sehr guten Lautsprechern sinniert man während des hörens über die gebotenen Qualitäten, wie Auflösung, Bass-Wiedergabe etc.pp. Mit ausgezeichneten Lautsprechern hört man Musik.

Die Cortex 6 lassen mich in meine Hörcouch zurück sinken, die Augen schliessen und einfach der Musik lauschen. Wo ich vorher gern mal rastlos durch die Wiedergabelisten gezappt habe, fällt es mir nun echt schwer nicht doch jeden Titel ganz bis zum Ende zu hören. Vielen Dank Abacus.

Ganz nebenbei gefallen sie mir auch optisch sehr gut, Formfaktor und Verarbeitung sind in meinen Augen absolut gelungen. Die Einstellungs-Möglichkeiten, samt (sehr gut funktionierender) Einschalt-Automatik, stimmen auch.
____

Zum Schluss möchte ich noch anfügen, dass ich damit keinen der anderen Test-Kandidaten schlecht reden möchte, im Gegenteil, auch diese wussten mich auf die ein oder andere Art zu begeistern. Mit anderen Ohren gehört, in einem anderen Hörraum als meinem mag die Wahl vielleicht anders ausfallen, das ist jetzt aber keine wirkliche Überraschung oder Neuigkeit. Daher hier noch meine Rahmen- und Test-Bedingungen:

Mein Hörraum hat 15qm, die Cortex 6 stehen auf Ständern an der längeren Seite, Schallwand zu Rückwand 65cm, ein paar Grad an den Ohren vorbei eingewinkelt. Das Hör-Dreieck misst etwa 2m, zu den Seiten haben die Boxen jeweils mindestens 1m Wandabstand. Hinter der Hörcouch ist noch einmal ein halber Meter Luft, dahinter an der Wand ein großflächiger Absorber. Sonst ist der Hörraum konventionell eingerichtet. Ein Teppich auf den Dielen, in den Ecken ein Sitzmöbel, Truhe, Regal. Die Musik ertönt vom iMac / SSD via Abacus AroioSU. Stromzufuhr und Kabelsalat sind keine Baumarktware, solide würde ich sagen, Supra MD06 Netzleiste, Cordial XLR-Kabel ...

Meine Test-Musik hat feste Bestandteile von Stücken die mir gut bekannt sind und die ich praktischerweise nicht oft genug hören kann. Qualität von CD-Auflösung bis Hi-Res.

Von klassischer Musik sind das Teile aus Wagner-Opern, allesamt aus dem live aufgezeichneten Zyklus von Marek Janowski mit dem RSB in der Philharmonie Berlin, der Schlusssatz aus Beethovens 9. mit Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern, Bach Violin-Partita gespielt von Conrad von der Goltz, R.Strauss Männerchor gesungen vom Rundfunkchor Berlin, Grigory Sokolov mit Chopin, Bach u.a. am Klavier, Nuria Rial singt Telemann, und noch andere schöne Sachen.

Eva Cassidy darf dazu Titel aus „Nightbird” zum besten geben, Roger Waters den Beginn seines Albums „Amused to Death”, das Michael Wollny Trio kommt mit seinen Alben „Nachtfahrten” und „Weltentraum” ebenso zu Gehör wie das Oscar Peterson Trio mit „A Jazz Portrait of Frank Sinatra”. Desweiteren Malky mit „Where is Piemont”, Nils Frahm spielt „Solo”, Regina Spektor „Begin To Hope”, um nur ein paar zu nennen.

Nicht zuletzt bin ich auch Freund hochwertiger Electronica. James Blake, Teitur, Daft Punk, Dillon, The Acid, Charlotte Day Wilson, Låpsley, Mooryc, SBTRKT haben tolle Alben für meine Sammlung beigesteuert und dürfen dementsprechend nicht auf der Test-Liste fehlen.

Diesem bunten Strauss musikalischer Stil-Blüten lausche ich absofort also via Cortex.

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon Zwodoppelvier » 25.08.2017, 21:40

Hallo Jens,

ein schöner abschließender Bericht zu Deiner geglückten "Ankunft". :cheers:
Mit den Erläuterungen der Raum-/Aufstellsituation liegen auch wichtige Parameter zur Einordnung vor.
Ein wenig schade indessen: die Fotos der Ausgangslage auf Seite 1 dieses Fadens sind offenbar allesamt verschwunden.

LenZen hat geschrieben:Bei sehr guten Lautsprechern sinniert man während des hörens über die gebotenen Qualitäten, wie Auflösung, Bass-Wiedergabe etc.pp. Mit ausgezeichneten Lautsprechern hört man Musik.
...
Wo ich vorher gern mal rastlos durch die Wiedergabelisten gezappt habe, fällt es mir nun echt schwer nicht doch jeden Titel ganz bis zum Ende zu hören.

Das ist auch m.b.M.n. ein sehr treffliches Kriterium, die erreichte Qualität festzustellen. Harald (nihil.sine.causa) hat es einmal mit dem schönen Begriff "Hosenbodenfaktor" benannt.

Für meine Wenigkeit bleibt spannend, künftige Eindrücke von Cortex6-Nutzern zu lesen, die diese Lautsprecher in einem etwas größeren Raum von z.B. 20...30 m² einsetzen. Welcher Anteil der positiven Eigenschaften läßt sich im erhöhten Raumvolumen und bei größerem Hörabstand von z.B. 3,5m genießen?

Beste Grüße
Eberhard
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Beitragvon LenZen » 26.08.2017, 16:16

Hallo Eberhard,

ja richtig, stimmt, der Hosenbodenfaktor!

Ich habe ein paar mehr Worte dafür gebraucht, das eine trifft es schon auf den Punkt.

Und die Fotos... zum einen nicht mehr wirklich aktuell, zum anderen das eigene Wohnzimmer in der großen Suchmaschine zu finden ist nicht jedermanns Sache :wink:

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon Vittorio » 26.08.2017, 17:35

Hallo Jens,

viel Freude mit dem Neuerwerb!

Deine Begeisterung über die neuen Boxen erinnert mich an die Zeiten, als ich mir die A-Box 10 (Kalotte-Version) frisch zugelegt habe. Ich war wirklich aus dem Häuschen, wie viel Musik und von welcher Qualität die kleinen Teile mir in meinem Raum präsentieren konnten. Von daher kann ich Deine aktuelle Gefühle sehr gut nachvollziehen.

Also, mit Abacus kann man echt nichts falsch machen. Viel Spaß beim Musikgenuss!

Beste Grüße
Vittorio
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Beitragvon treble trouble » 26.08.2017, 20:17

Hallo Jens,

der Bericht über die Cortex 6 liest sich sehr gut und weckt mein Interesse, mir die auch einmal anzuhören.

Was jetzt noch interessant wäre: Wie findest Du die Cortex-Reihe im Vergleich zur Trifon-Reihe? Kann letztere deutlich mehr, weil sie ja auch deutlich mehr kostet?

Und wie hat Dir die Merovinger decOrus Koax miNor gefallen? Diese Box interessiert mich auch sehr.

Schöne Grüße
Gert
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Beitragvon LenZen » 27.08.2017, 00:47

Hallo Gert,

ich denke Du hast da schon den richtigen Ansatz gefunden, nämlich am besten daheim Probe hören und ausprobieren ob es passt und gefällt.

Über die klanglichen Unterschiede von Cortex und Trifon könnte ich jetzt nur wenig hilfreiches äußern.

Cortex 15S und Trifon 3 habe ich zwar schon gehört, allerdings nur recht kurz und auch nicht bei mir daheim. Daraus lassen sich keine wirklichen Schlüsse ziehen, ausser dass es mir ziemlich viel Spass gemacht hat.

Die kleine Merovinger ist sicher kein schlechter Lautsprecher, konnte aber hier bei mir im Vergleich mit den anderen Kandidaten nicht ganz deren Niveau erreichen. Dieses Niveau war aber auch im Schnitt recht hoch.

Wenn Du allerdings schon in Trifon-Gefilden stöberst, dann solltest Du vielleicht fairerweise auch bei Merovinger ein bisschen höher ins Regal greifen...

Beste Grüße, Jens

@Vittorio: danke für die netten Worte! :cheers:
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Beitragvon meroVinger-audio » 29.08.2017, 08:28

Guten Morgen,

die koax minor ist ohnehin aus dem Programm genommen.

VG

Peter
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Beitragvon treble trouble » 29.08.2017, 09:07

Hallo,

(yeah, das Forum funktioniert wieder!)

meroVinger-audio hat geschrieben:die koax minor ist ohnehin aus dem Programm genommen

Noch ist sie aber auf der Webseite gelistet. (Hast Du einen neuen Server? Die Seiten sind angenehm viel schneller geworden!) In der Tat zielte ich aber, wenn, auf die "decOrus AMT Koax" ab.

LenZen hat geschrieben:Die kleine Merovinger ist sicher kein schlechter Lautsprecher, konnte aber hier bei mir im Vergleich mit den anderen Kandidaten nicht ganz deren Niveau erreichen.

Ich würde die decOrus mit 1-2 Subwoofern kombinieren. Wenn es also nur der Bassbereich war, wo die decOrus nicht mithalten konnten, wären sie trotzdem interessant. (Das schrieb ich gestern zu der Minor-Version (konnte es aber dann nicht abschicken. Vermutlich klingt die Nicht-Minor ja doch ein gutes Stück erwachsener ...)

Von der Trifon 3 war ich so lange begeistert, bis ich vom Händler eine Backes & Müller BM 8 vorgespielt bekam, die im Bassbereich so viel souveräner, entspannter, größer klang, so dass ich mir die Trifon bisher
noch nicht zum Testen nach Hause geholt habe. Ein Merovinger 1/30 Subwoofer gefiel mir vom Bass dann (nach Ausmessung mit integriertem minidsp) zu Hause ziemlich gut. (James Blake - "Limit to your love", bspw. sehr fein :D ) Daher halte ich die Idee für sehr interessant, erst Subwoofer zu holen, um den Bassbereich abzuhaken, und mir dann kleinere Boxen anzuschauen. Hat den Vorteil, dass ich mich bei den Boxen mehr auf Mitten, Höhen, Bühne, etc. konzentrieren kann und die Auswahl größer ist.

Bei der Cortex würde mir, wie ich jetzt gesehen habe, der Höhenregler fehlen. Bei der Trifon musste ich die Höhen um 1db runterschrauben, um sie angenehm zu finden.

Gruß
Gert
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Beitragvon LenZen » 29.08.2017, 13:08

Hallo Gert,

ich kann nur noch einmal wiederholen was auch schon weiter oben von Oliver geschrieben wurde, höre Dir die Sachen bei Dir daheim an.

Du hattest die BM8 wohl schon zu Besuch, wenn ich es richtig verstanden habe, und bei Dir zu Hause haben sie dann nicht so gut funktioniert wie anderenorts.

Ist vielen schon so ergangen, andersherum ist erfahrungsgemäß genau so gut möglich.

Sich viel verschiedenes anzuhören hilft meiner Erfahrung nach dabei, überhaupt erst einmal eine Vorstellung davon zu bekommen was man selbst eigentlich für Hör-Präferenzen hat, und auch dabei möglicherweise neue Eindrücke besser einordnen zu können.

Das braucht Zeit, die solltest Du Dir nehmen.

Wenn bei Dir daheim keiner der Kandidaten so richtig zu überzeugen vermag, ist das auch häufig ein Hinweis darauf, dass am Raum vielleicht noch etwas getan werden muss...

In diesem Sinne: Viel Spass auf Deiner "Reise"!

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon treble trouble » 30.08.2017, 18:08

Hallo Jens,

LenZen hat geschrieben:ich kann nur noch einmal wiederholen was auch schon weiter oben von Oliver geschrieben wurde, höre Dir die Sachen bei Dir daheim an.

Da gebe ich Euch vollkommen Recht! Das habe ich auch so vor. Leider zieht sich das in der Tat alles sehr lange hin, weil man dafür ja ein freies Wochenende oder sonstige freie Tage und die Zeit, die Boxen zu holen und wieder wegzubringen, haben muss.

Allerdings finde ich die Einschätzung Anderer auch immer sehr interessant, vor allem beim Vergleich von Lautsprechern, die ich auch schon gehört habe (wenn auch ggf. noch nicht bei mir zu Hause). Das hilft, finde ich, auch ein wenig bei der Orientierung.

Gruß
Gert
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Beitragvon chriss0212 » 30.08.2017, 18:30

Hallo Gert,

Das hilft, finde ich, auch ein wenig bei der Orientierung.

Das kann ich nur zu kleinen Teilen bestätigen. Wasfi und ich haben Lautsprecher vom gleichen Hersteller der auch ganz klar einen Familienklang hat. Trotzdem ist das Hörerlebnis bei ihm und mir gänzlich verschieden. Obwohl wir auch in der Kette sehr ähnlich sind und ich auch beide per Acourate eingemessen habe und wir ähnliche Zielkurven haben!

Es kommt also meiner Meinung nach EXTREM darauf an wo Du die Lautsprecher hörst.

Grüße

Christian
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Cortex 6, AroioSU und AcourateCV

Beitragvon LenZen » 08.11.2017, 23:10

Hallo zusammen.

Nachdem ich einige Zeit mit den Cortex 6 und AroioSU gehört habe, konnte ich jetzt endlich das letzte wesentliche Puzzleteil hinzufügen. Auch bei mir ist mit AcourateCV nun eine Raumkorrektur eingezogen.

Schon längere Zeit hatte ich zu dem Thema mitgelesen und Infos gesammelt, mutmaßlich hohe Kosten und/oder komplizierte Umsetzung haben mich aber von einem eigenen Versuch abgehalten.

Die Idee, auf diese Weise diejenigen Raumeinflüsse zu minimieren (oder gar zu eliminieren), welchen in einem wohnlichen Umfeld nur mit hohem Aufwand und optischen Einbußen beizukommen ist, fand ich faszinierend. Die Aussicht auf zusätzliche Gerätschaften, und vor allem ausgedehntes Gefriemel am Computer dagegen so gar nicht.

Zu allen Punkten die mir bei diesem Thema Bauchschmerzen bereitet haben, hat das Team Abacus-AudioVero eine passende Antwort gefunden, die Kombination aus AroioSU und AcourateCV hat mich in jederlei Hinsicht überzeugt.

Punkt 1: An meinen bisherigen Nutzungsgewohnheiten habe ich fast nichts ändern müssen. Die Kette ist kurz wie eh und je, so ist im Prinzip lediglich an die Stelle des DAC/Vorstufe der AroioSU getreten. Das Sahnehäubchen war die Möglichkeit Audirvana Plus 3 via UPnP als Zuspielsoftware nutzen zu können.

Punkt 2: Die Erstellung der Filter in AcourateCV ist wirklich kinderleicht, für mich war die größere Hürde eher die mangelnde Windows-Kenntnis. Mein Dank geht explizit an Hanno Sonder für seine liebevoll gemachte, narrensichere Videoanleitung. Schon nach kürzester Zeit dauerte das erstellen eines brauchbaren Filters, incl. Messung, vielleicht eine halbe Stunde. Danach darf der Windows-Rechner auch schon wieder in den Schrank wandern, weil der AroioSU den Rest der Arbeit im Alleingang verrichtet. Nachträgliche Einstellungen im laufenden Betrieb sind nicht mehr vonnöten. Also nix mit stundenlangem sitzen vor dem Bildschirm. Großartig.

Punkt 3: Das Ergebnis begeistert. Wenn ich mich ganz kurz fassen müsste, dann würde ich sagen, es klingt im schlechtesten Fall wie vorher, nur ohne das lästige Gedröhne der Raummoden. Und das ist im Prinzip auch fast schon das größte Kompliment das ich machen kann, denn ich war ohne Korrektur ganz und gar nicht unzufrieden.

Meine „Ängste” im vornherein waren, dass es mit Raumkorrektur auf einmal blutleer und seelenlos klingen könnte, dass ich plötzlich „andere Lautsprecher” vor mir habe, und dass ich viel und lange würde ausprobieren müssen, hin- und hergerissen welcher Filter denn jetzt „der richtige” sei.

Das alles ist mir netterweise erspart geblieben. Klar habe ich auch ein paar verschiedene Filter angelegt und ein wenig mit Bass-Anhebung und Höhen-Absenkung experimentiert. Aber auch hier -Chapeau!- ist schon wieder ein Großteil der Arbeit für den Laien vorweg genommen, dank der voreingestellten Zielkurve. Bei keiner Variante haben sich der Charakter oder die grundsätzlichen Eigenschaften der Cortex verändert, im Gegenteil, die positiven Aspekte wurden verstärkt.

Je nach Bass-Anhebung mehr als genug Punch und Substanz in der Tiefe, offenbar geht das auch ohne (un)freundliche Hilfe von Raummoden, gesteigerte Bass-Präzision, Durchhörbarkeit, Transparenz, Abbildung. Es sind nach wie vor „meine” Cortex, nur machen sie einfach noch mehr Spass. Stimmen haben selten so schön und facettenreich geklungen, alles zusammen mündet in eine Musikalität die mich noch mehr anrührt als sie es ohnehin schon getan hat.

Punkt 4: Das Preis-Leistungsverhältnis. Bei den absurden Mengen Geld die für Hifi-Kram investiert werden können, ist der aufgerufene Preis für solch ein mächtiges Werkzeug eigentlich ein Witz. Ich meine, es geht hier nicht um Nuancen, sondern eher um Welten. Das verschwinden von Raummoden, ohne dass ich vorher ein Studium belegen muss, oder umziehen, betrachte ich jedenfalls als solche.

Ich wiederhole mich, wie schon bei anderen Abacus-Produkten und beziehe da Ulli Brüggemann ausdrücklich mit ein: ich möchte nicht unbedingt mehr dafür zahlen, aber mich für diese beispielhafte Preisgestaltung bedanken. Gepaart mit der Philosophie, den Kunden auch nach beglichener Rechnung nicht einfach allein zu lassen, da kann und darf sich der Wettbewerb gern ein Beispiel dran nehmen.

Mein Fazit zu AroioSU incl. AcourateCV lautet also: Uneingeschränkt empfehlenswert, jedenfalls für alle die eher der Plug-and-Play als der Experimente-machen-Mords-Spass Fraktion angehören. Für erstere sicher ein Segen, für zweitere vielleicht zu langweilig. ;-)

Alle denen infolge meiner Lobes-Hymnen auf die Cortex 6 bereits die Pupillen schmerzen, müssen jetzt leider aufhören zu lesen, oder sehr, sehr tapfer sein. Denn ich kann einfach nicht anders. Wie schon erwähnt haben sie mich im ersten Moment nicht sofort vom Hocker gerissen, im Gegensatz zu vielen anderen Lautsprechern. Dort verflog die anfängliche Begeisterung allerdings mit der Zeit, und mündete schliesslich wieder in der Suche nach einem neuen „Spielzeug”.

Je länger ich mit den Cortex höre, desto mehr faszinieren und begeistern sie mich. Ihre selbstlose Art sich nicht in den Vordergrund zu stellen, zugunsten irgendeines kurzlebigen Wow-Effekts, sondern der Musik nur die Bühne zu bereiten, ist grandios. Ich wundere mich immer wieder aufs neue, dass ein Lautsprecher so unverfärbt und dennoch so farbig spielen kann. Dass ich daheim in meinen vier Wänden Klassik so authentisch erlebe. Dass ein so kleiner Lautsprecher einen so genialen Bass zaubern kann, in Tiefe wie Qualität. Sie ziehen mich einfach unglaublich in die Musik hinein.

Tatsächlich klang manches aus meiner Musik-Sammlung anfangs ungewohnt entschlackt, bei einigen Aufnahmen, vorwiegend nicht-klassischer Natur, fehlte mir etwas. Es dauerte aber nicht lange da wurde für mich deutlich, dass die Cortex aus durchschnittlicher Musik einfach nicht mehr macht als sie ist, großartige Musik hingegen klingt eben so, großartig. Glücklicherweise ist letztere offenbar deutlich in der Überzahl in meiner Sammlung.

Um Missverständnissen vorzubeugen, damit ist nicht die Aufnahmequalität gemeint. Eine alte Callas-Mono-Aufnahme klingt beispielsweise zum weinen schön. Die Cortex sind keine Lautsprecher die einem geliebte alte Aufnahmen madig machen indem sie Fehler als wichtigstes ins Schaufenster stellen. Sie haben nur kein Faible für musikalische Magerkost.

Wenn mich jemand noch vor nicht allzu langer Zeit gefragt hätte, dann hätte ich bei solch einer Performance auf mindestens den doppelten Preis getippt. Mindestens. Ja, zweifelsohne gibt es besseres. Aber muss und möchte ich mir das unbedingt leisten? Nein.

Hiermit ist die Predigt für heute beendet und die müden Jünger dürfen meine Kirche nun verlassen ;-)

Beste Grüße, Jens


PS (hinterher gerufen): AroioDAC
Auch wenn ich, wie man gerade gelesen hat, schon mehr als zufrieden höre, möchte ich mir diese Option dann doch nicht an den Ohren vorbei ziehen lassen. Dementsprechend habe ich ihn bestellt und bin gespannt ob ich einen Unterschied oder vielleicht auch Verbesserung wahrnehmen werde.
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