Jens (Abacus C-Box 3)

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Beitragvon LenZen » 15.02.2016, 15:33

Hallo zusammen,

ich wollte meinen Eingangs-Post nicht so wahnsinnig in die Länge ziehen, aber auf Anregung von Sven kann ich ja mal ein bisschen erläutern was mich wozu bewogen hat.

Vorweg vielleicht: Ich liebe Musik! Noch mehr als mich die nächste technische Wiedergabe-Ausbaustufe interessiert, freue ich mich über frischen Input über mir noch unbekannte großartige Künstler und Aufnahmen. Es gibt immer so viel neues zu entdecken, auf Reisen sind stets ein paar vernünftige Kopfhörer im Gepäck um die neueste Playlist zu konsumieren.

Was das weite Feld der Klassik angeht, ich höre sehr viel klassische Musik. Nur nicht daheim, denn der Vergleich zum Live-Erlebnis ist meiner Erfahrung nach aus Lautsprechern unbefriedigend. Bis dato habe ich mit Klassik gerade mal ein oder zwei Ketten gehört bei denen ich von der Nahbarkeit und Authentizität so begeistert war, dass ich einfach im hören versunken bin.

Beim restlichen Teil der (verstärkten) Musikwelt verhält es sich hingegen genau anders herum. Die Art der Beschallungstechnik auf den Konzerten hinterlässt bei mir in der Hauptsache leider meist nur Kopf- und Ohrenschmerzen sowie die Frage wie andere Menschen das geniessen können. Gerade war ich bei einem Melody Gardot Konzert - ich liebe die Alben -, das knappe Fazit: laut. Singer-Songwriter Musik und anderes geniesse ich daher am liebsten auf der heimischen Couch. Electronica und Jazz sind dabei relativ neu auf meiner Liste.

Wenn ich klangliche Wiedergabe für mich beschreibe dann kommt mir als Vergleich oft die Bildwiedergabe analog / digital in den Sinn. Auf den alten Röhren-TVs hat mir eigentlich nie „Auflösung” oder „Schärfe” gefehlt, was meine Augen gesehen haben kam ihnen natürlich vor und konnte gut für mein Gehirn als real übersetzt werden, alles war da. Inzwischen sind wir aber bei (im besten Fall) super-hoch-auflösenden Flachmännern angekommen bei denen man das Gefühl bekommen kann, wirklich alles sei vielleicht nur noch Computer-Animation.
Auflösung und Detailflut mögen ihren Reiz haben, eine gewisse Sensations- und Entdecker-Neigung wird befriedigt, für Langzeitgenuss und tiefes eintauchen tendieren meine Vorlieben (wie auch visuell) aber eher zum analogen Klangbild, denn da stellt mein Gehirn viel weniger Fragen.

Ich hatte die Möglichkeit recht unterschiedliche Anlagen und Lautsprecher zu hören von denen mich einige fasziniert haben. Bleibend in Erinnerung geblieben sind mir zum Beispiel die Gauder Arcona 40 und 60 von denen ich mich sehr schwer wieder lösen konnte, mit ihrer samtig-luftigen Feinauflösung und präzisem Bass, Martin Logan Elektrostaten mit einer wunderbaren Abbildung und körperhaft-detaillierter Wiedergabe, ein Paar riesige alte (eingemessene) Grundig Monolith, unglaublich „echt” haben die geklungen mit einer zwar groben aber dafür lebensgroßen Abbildung, die Genelec 8531 haben Eindruck hinterlassen, vor allem mit knackig-präziser Darstellung elektronischer Musik, auch die Grimm LS1 waren nicht von schlechten Eltern.
Das beste aber was ich bis jetzt gehört habe war bei weitem nicht das teuerste (wenn auch nicht gerade günstig). Eine sehr interessante Kombi aus einem Paar Raidho X1, unterstützt von einem richtig schnellen Velodyne-Sub, Quelle Vinyl. Ich schätze wenn ich nicht irgendwann hätte gehen müssen, ich würde jetzt noch da sitzen. Natürlichkeit und Abbildung waren derart holographisch, dass ich mich nicht gewundert hätte wenn sich Band oder Chor vor meinen Augen materialisiert hätten, vor meinem inneren Auge hatten sie das längst getan. Kein Gedanke mehr verschwendet an Details, Auflösung, Pipapo. Einfach live dabei (nur plus der Möglichkeit den Pegel nach Belieben anzupassen). Wohlgemerkt eine passive Kette, ohne Raumkorrektur.

Klar ist, dass ich solche Sphären bei mir daheim nicht einmal annähernd erreicht habe. Ich bin teilweise schon froh, wenn ein richtig guter Live-Mitschnitt aus einem Jazz-Club (DSD-Material) mich mit echter Raum-Tiefe überrascht.

Warum also gilt mein Interesse dann dem aktiven hören? Erfahrungsgemäß nicht unbedingt weil ich im Grundsatz der Meinung bin aktiv wäre passiv generell überlegen. Aber ich weiss wie viel Mühe, „Puzzelei” und irgendwie auch Phantasie dazu gehören solch perfekt zueinander passende Komponenten zusammen zu stellen. Ich persönlich wäre auf oben genannte Kombination jedenfalls nicht gekommen.
Gut gemachte Aktivlautsprecher bieten mir hingegen ein schon vom Entwickler abgestimmtes System, dazu ein (inzwischen, und im Vergleich zu passiv) hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältniss. Davon abgesehen oute ich mich als relativ moderner(?) Musik-Konsument, ich lege keinen Wert auf große Türme, mir geht es ausschliesslich um den Klang. Wenn ein hervorragendes System quasi unsichtbar in mein Wohnumfeld integriert werden könnte, wäre mir das auch recht.

Die meisten von mir getesteten Lautsprecher haben Qualitäten, aber Wunder wie oben beschrieben sollte man keine erwarten. Zusätzlich muss man vielleicht auch zugestehen, dass ich keinen der genannten Kompaktlautsprecher im Nahfeld direkt am Computer genutzt habe (höchstens mal getestet), obwohl sie vielleicht genau dafür eigentlich konzipiert wurden und nicht unbedingt für größere Hörentfernungen von der Couch aus (wir reden hier in meinem Fall von ca. 2-2.5 m). Also:

ABACUS C-BOX 3
Trifft meine Klang-Vorstellungen bis jetzt am ehesten von allen daheim getesteten Lautsprechern. Diese winzige Boxen haben für mich eigentlich keine Schwächen die man nicht dem fehlenden Volumen zurechnen müsste. Nachvollziehbarer Weise unterscheidet sich die Wiedergabe von jener qualitativ gleichwertiger Lautsprecher mit größerem Volumen, es wird schliesslich viel weniger Luft bewegt. Aber die reine Bass-Tiefe ist da, davon profitiert die räumliche Abbildung. Die C3 spielt tatsächlich tiefer als alle anderen Kanditaten in dieser Liste, und das nicht nur irgendwie. Was Abacus da leistet grenzt für mich an ein Wunder, die C3 kombiniert Qualitäten und Kriterien miteinander von denen im allgemeinen gern behauptet wird sie wären unvereinbar. Meine Erfahrungen beziehen sich dabei nicht auf das hören im Nahfeld: Die Lautsprecher verschwinden bei der Wiedergabe komplett aus dem Fokus, Instrumente und Stimmen werden sehr schlank und mit Luft in den Raum gestellt. Das führt dazu, dass man im Prinzip eine miniaturisierte Version hört, die Größe der einzelnen Teile zueinander ist nach meinem Empfinden dabei richtig. Aus diesem Grund macht es mit den C3 auch Freude Orchester-Aufnahmen zu lauschen weil das ganze durchhörbar wird und bestimmte Gruppen nicht bevorzugt überproportional dargestellt werden. Die Tonalität fällt so aus, dass ich mir eigentlich gar keine Gedanken darüber mache, die Farbe von Stimmen und Instrumenten kommt mir einfach richtig vor. Insgesamt ist die C3 weder besonders zurück haltend noch anspringend, im besten Sinne behutsam kontrolliert ohne leblos zu wirken mit hervorragender Feindynamik. Ich habe bei diesen Lausprechern immer das Gefühl sie versuchen die Musik als Ganzes ins Bild zu setzen. So als wenn man im Museum den Schritt zurück macht, gerade so weit, dass die noch gut erkennbaren Details einen Kontext bekommen und man zugleich das Bild in seiner Gesamtheit auf sich wirken lassen kann. Gemeinsam mit dem Preisschild (und Service) von Abacus ist das für mich eine Punktlandung und einfach sensationell.

GENELEC G TWO
Hat einen völlig anderen Charakter als die C3. Über die G Two könnte ich zwar eigentlich den gleichen Satz schreiben „...haben für mich eigentlich keine Schwächen die man nicht dem fehlenden Volumen zurechnen müsste.”, das allerdings unter ganz anderen Gesichtspunkten. Die G Two klingt anders als die C3 nicht wie ein winziger kompletter Lautsprecher sondern prinzipiell wie ihre großen Geschwister nur mit begrenztem Tiefbass. Dabei hat man selten das Gefühl es stünde zu wenig Bass zur Verfügung, denn das was kommt ist druckvoll, präzise und kackig. Erst bei Titeln die man z.B. durch Kopfhörer gut kennt, vermisst man die ein oder andere Komponente im Tiefbass die einfach nicht da ist. Anders als die C3 gibt die G Two allen Einzelheiten der Wiedergabe deutlich mehr Fleisch und Körper, dafür wenig Luftigkeit mit. Das führt einerseits dazu, dass es bei Orchestern schnell eng wird auf der Bühne, andererseits klingt das aber auch kraftvoll und beim Jazz-Trio kommt dann der Kontrabass richtig satt, kernig und saftig. Gerade solch kleinere Besetzungen machen Freude mit den G Two, auch wenn mir die Proportionen manchmal etwas zu groß geraten, Details wie Anblasgeräusche bekommen dadurch ebenfalls deutlich hörbar Gewicht. Diese druckvolle und souveräne Wiedergabe verleitet auch dazu der G Two größere Aufgaben zuzumuten. Aus Spass wurden die kleinen Teile mal in der offenen Etage eines Einfamilienhauses platziert, allein der Hauptwohnbereich hat schon 45qm. Der Hausherr ist ein großer Fan elektronischer Musik und was die kleinen Genelec an Klangfülle bei Moderat & Co raus gepumpt haben zog ungläubiges Staunen nach sich. Anders als irgendwelche Boomboxen bleiben die G Two jedoch blitzsauber bis zur (wider erwarten hohen) Pegelgrenze, Stimmen und Details werden groß und Körperhaft abgebildet, kein Bereich wird betont oder zurück geregelt. Im Gegenteil zur C3 vermisse ich bei den G Two (wie generell bei Genelec) ein wenig die Musikalität, dass es mich hinein zieht. Es bleibt das Gefühl, dass einem in hoher Qualität mitgeteilt wird was Sache ist und wenig darüber hinaus. Wäre das hören (qualitativ hochwertiger) Electronica meine Lieblings-Beschäftigung dann würde ich mit einem Paar G Two oder noch besser G Four wahrscheinlich richtig glücklich werden, denn grobdynamisch kann die C3 nicht mithalten. Wenn die C3 die Schwester ist, Tänzerin mit Feinsinn und Philosophie im Abendkurs, dann ist die G Two wohl der Bruder dazu, der bodybildende Mathe-Absolvent.

TECHNICS C-700 (Lautsprecher, Verstärker, Netzwerkplayer)
Fand ihren Platz bei mir weil ich aufgrund meiner Erfahrungen mit der Yamaha Pianocraft mal eine richtig gute passive (Komplett-) Anlage mein eigen nennen wollte. Der Recherche nach mit neutraler Abstimmung „genau mein Ding”, war schon nach anderthalb Stunden Probe hören beim Händler klar, ich liebe diese Teile. Mit dieser Anlage habe ich das erste mal in meinem Leben zu Hause auf der Couch täglich stundenlang begeistert Musik gehört und neu entdeckt.
Die Technics klingen zum Teil absolut spektakulär, regelmäßig offene Münder bei Besuchern zeugen davon. Das liegt vor allem an den Koaxen, die eine wirklich außergewöhnliche Plastizität und Räumlichkeit produzieren können. Dazu eine sehr gute Auflösung, Dynamik, ausgesprochene Detailfreude und nicht zuletzt ordentliches Bass-Fundament.
Ich habe damit wirklich richtig viel Musik gehört, aber... An der Aufzählung der Qualitäten merkt man eventuell schon, dass diese Anlage (mich) wenig dazu verleitet hat entspannt zurück zu lehnen und abzutauchen. Mit der Zeit, dem weiteren Vergleich und kennenlernen von anderen Möglichkeiten, wurde mir das manchmal etwas zu ermüdend und vielleicht auch oberflächlich. Dann störten mich zuweilen die etwas anspringenden Höhen mit Kopfschmerz-Gefahr, der Bass war mir etwas zu fluffig und unkonkret. Den Ausschlag zum Verkauf (was mir trotzdem nicht leicht fiel) gab letztlich der Umstand, dass ich mich mit Klassik über die Technics gar nicht anfreunden konnte. Das klang zwar immer hoch aufgelöst und durchhörbar, aber auch technisch, steril, digital.
Auch wenn die Technics manche Dinge besonders gut kann und mich damit nach wie vor schwer begeistert (zum Glück hat ein Freund sie sich gekauft nachdem er sie bei mir gehört hat), ist sie für mich eben keine Anlage ohne echte Schwächen wie die C3 oder G Two es sind.

NUBERT NUPRO A-10
Die A-10 war mein Einstieg in die aktive Welt. Ich wollte dank iPod-Zeitalter und Mac-Mediathek einen Lautsprecher der unkompliziert die Musik von meinem iMac wiedergeben konnte. Student, kein Geld, also nicht zu teuer, also eine (:-) A-10 gekauft. Die hat dann so zwei Jahre mittig unter dem Mac Platz genommen, danach kam noch eine weitere A-10 hinzu. Wichtig war mir damals vor allem eine möglichst unverfälschte Wiedergabe meiner Aufnahmen. Abgesehen vom Nubert-typisch guten Preis-Leistungsverhältnis ist das sicher auch ihre Stärke. Eine sehr saubere Wiedergabe, ein eher weiches Klangbild mit verfärbungsfreier Tonalität. Genug Details, ohne zu nerven, plus ein guter, sauberer Bass für die Größe. Im Nahfeld kann das Paar auf jeden Fall richtig Freude machen, im 2m-Stereodreieck ist sie allerdings im Vergleich zu C3 und G Two keine Alternative und chancenlos. Es fehlt deutlich echte Dynamik, der Klang löst sich mäßig von den Membranen, die Bühne sehr flach. Insgesamt wirken die A-10 auf mich so sehr zurück haltend und bedeckt, ein wenig unbeteiligt und leblos.

NUBERT NUPRO A-200
Es fällt mir schwer hier ein klares Urteil zu fällen, weil ich glaube, dass diese Lautsprecher eigentlich besser sein müssten. Ich hatte sie nur 3 Wochen zum testen da, hier meine völlig subjektiven Erfahrungen.
Was ich mir eigentlich erhofft hatte war im Prinzip eine in allen Teilen verbesserte A-10. Da war dann auch mehr Dynamik, eine deutlich gesteigerte Auflösung und natürlich mehr Tiefgang. Die Klang-Signatur unterscheidet sich aber deutlich von der A-10. Die A-200 klang für mich sehr digital und unterkühlt. Ich lausche den Details, was sehr gut geht, bleibe aber völlig ungerührt. Dazu löste sich die Musik so gar nicht von den Membranen, und ich mag es nicht, wenn die Lautsprecher die ganze Zeit über so klar zu orten sind. Die A-200 klang für mich leider wie ein langweiliger Studio-Monitor, eine reine Fehler-Lupe.

RUARK MR1
Sind irgendwie ein Spezialfall. Ich liebe diese kleinen Brüllwürfel, habe sie meinen Eltern geschenkt, dort spielen sie am TV. Vor allem auch für die digital-concert-hall (die Berliner Philharmoniker Übertragungen).
Ich hatte auch kurz überlegt sie bei mir selber zu nutzen, leider scheiterte das an der völlig fehlenden Möglichkeit die Bass-Wiedergabe zu kontrollieren.
Irgendeinen Nerv müssen die MR1 bei mir treffen, denn sie verkörpern für mich die pure Spielfreude und den Spass an der Musik. Die Wiedergabe ist dabei alles andere als neutral, die MR1 interpretieren alles, es klingt zum Teil ziemlich wild, das Klangbild hat eine leichte Färbung, die Tonalität wirkt insgesamt vielleicht etwas „oldschool”. Audiophil ist sicher anders, aber die Schnelligkeit und Dynamik erzeugt bei mir oft ein Grinsen und einen hohen Fußwipp-Faktor. Wenn auf den MR1 bei Vivaldi die Seiten angerissen werden, dann fällt es mir richtig schwer im Sessel sitzen zu bleiben. Dazu verschwinden die Lautsprecher völlig aus der Wahrnehmung und es entsteht eine richtige Bühne. Den MR1 fehlt völlig die Sanftheit und Samthandschuhe der C3, oder auch die Intellektualität und die gestählte, souveräne Distanz der G Two. Das kann nerven, aber auch einfach Spass machen.
Und wenn ich die Metapher von C3 und G Two wieder aufnehmen sollte, dann würde ich sagen, die MR1 sind vielleicht das kleine Geschwisterkind, das alles noch nicht so furchtbar ernst nimmt, eigentlich ja nur spielen will, hin und wieder aber auch mit der typisch altklugen Kinderweisheit überraschen kann.

CANTON MUSICBOX AIR-3
Ist vor allem praktisch. Auf den Ständer in die Ecke des Wohnzimmers, per Airplay zuspielen, nett und gut zu integrieren. Die Air-3 klingt nicht unangenehm, spielt souverän und kraftvoll, aber nicht im selben Konzert wie Technics & Co. Das Konzept und die Ausrichtung zielen einfach in eine andere Richtung. Kein echtes Stereo, Bass-Bereich zwar tief, wirkt aber auch gesoundet. Das genaue herausarbeiten von Details ist nicht so wichtig, das Klangbild vergleichsweise grob und wenig konturiert. Aber zur klassischen Party-Beschallung oder als Hintergrund-Musike absolut in Ordnung.

So viel zu meinen Hörerfahrungen :)

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon Lefreck » 15.02.2016, 20:38

Hallo Sven,

:cheers: Es hat richtig Spass gemacht, deine Hörerfahrungen zu lesen. Besten Dank! Ich bin auch ein grosser Fan der C3: all die anderen von Dir beschriebenen Lautsprecher habe ich jedoch noch nicht hören können, deshalb war die Lektüre vielleicht interessant für mich (auch wenn es deine subjektiven Eindrücke sind), da ich mich insbesondere auch mal für die Nupro A200 resp. 100 interessiert habe. Auch die kleinen Genelec (ev. die 8330) würde ich mir gerne mal anhören. Was mich noch interessieren würde: Hast Du Dir, vor dem Kauf der C3, auch die A-Box 5 von Abacus angehört?

Wenn ich klangliche Wiedergabe für mich beschreibe dann kommt mir als Vergleich oft die Bildwiedergabe analog / digital in den Sinn. Auf den alten Röhren-TVs hat mir eigentlich nie „Auflösung” oder „Schärfe” gefehlt, was meine Augen gesehen haben kam ihnen natürlich vor und konnte gut für mein Gehirn als real übersetzt werden, alles war da.

Da muss ich Dir widersprechen bzw finde ich den Vergleich nicht passend: Hochauflösende Bildwiedergabe ist ein Segen. Ich sehe mir noch manchmal meine alten Laserdiscs an, die in meiner "späten" Jugend das Maß aller Dinge hinsichtlich "Heimvideo" waren und kann nur den Kopf schütteln, welche Bildqualität uns damals geboten wurde. Wohlverstanden, ich bin auch kein Fan all dieser elektronischen Bildverbesserungs-und -glättungsverfahren und hätte früher liebend gern einen Röhrenprojektor anstatt meiner LCD-Taschenlampe gehabt, wenn ich nur den Hauch einer Ahnung gehabt hätte, so ein Teil richtig einzustellen. Aber dem 576i resp 480i-Standard weine ich keine Träne nach. :wink:
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Beitragvon Vangogh » 16.02.2016, 07:49

Moin Jens,

danke erstmal an der Stelle für deinen "akustischen" Werdegang, klasse :cheers:

LenZen hat geschrieben:Hallo Sven,

klar habe ich den Oppo HA-1 auf der Liste. Nur wird hier im Forum dermaßen viel über die Schwächen des Geräts im Vergleich zum G-Oppo diskutiert, dass man ein bisschen die Lust verliert das Original überhaupt auszuprobieren :roll:

Nun, Schwächen hat auch ein G-Oppo keine Sorge. ;)

Höherer Preis, Garantie geht flöten, Wiederverkauf (?) ... und der "akustische" Mehrwert basiert einzig und allein auf Grundlage von Hörberichten einiger Menschen die ich persönlich nicht kenne. Also für mich überwiegen hier aktuell die Unwägbarkeiten im Vergleich zu der schon anerkannt guten Basis. Soweit zu den Fakten ...
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Beitragvon LenZen » 16.02.2016, 13:37

Hallo Thierry,

Jens ist mein Name :wink: und vielen Dank für Deine nette Antwort!

Ich gebe Dir recht, die Analogie hinkt vielleicht etwas. Was ich damit verdeutlichen wollte ist, dass in meiner persönlichen Erfahrung eine hohe Auflösung (im akustischen wie auch im visuellen) manchmal mehr hinderlich sein kann als sie nützt, und zwar in dem Fall wenn sie als vordergründiges Detail wahrnehmbar wird. Dann wird die Darstellung für mich meist künstlich und „digital”.

Großartige Lautsprecher haben in der Regel natürlich auch eine gute Auflösung, sie sollte und wird dann aber nicht das erste sein was mir beim hören in den Sinn kommt, sondern sich in den Gesamtklang einfügen bzw. dazu beitragen. Bei guten Lautsprechern denke ich oft über die technischen Qualitäten nach, bei klasse Lautsprechern über die Musik. :)

Das ist natürlich meine ganz persönliche Wahrnehmung. :cheers:

Die Abacus A-Box 5 (mit AMT) habe ich mir tatsächlich daheim angehört, aber in den Beschreibungen bewusst außen vor gelassen. Bei den anderen Lautsprechern hatte ich deutlich mehr Zeit mir eine Meinung zu bilden, die A5 nur für ein paar Tage (insgesamt nicht viele Hörstunden). Zum einen war da der Form-Faktor, ich empfinde das A-Box-Gehäuse als ein klein wenig zu altbacken, die Lackierung, die unruhige Front mit Schriftzug und den vier Löchern plus LED, das größere Volumen ist bei mir auch nicht so schön in das Wohnambiente zu integrieren. Das wäre mir aber vielleicht auch egal gewesen wenn es klanglich perfekt gepasst hätte. Zwar war ich auch bei der A5 von den grundsätzlichen Qualitäten begeistert und bin der Meinung, dass diese Box schon ein größeres Potenzial besitzt als die C3, aber anders als bei den Kleinen war das Hörerlebnis bei mir keine „runde Sache”. Der Bass- und Höhenbereich wollten sich bei mir im Klangbild irgendwie nicht so hunderprozentig „verheiraten” und die Aufstaffelung der Instrumente kam mir irgendwie seltsam inhomogen vor. Kurz, ich habe beim Hören zwar gestaunt aber auch sehr nachgedacht, das ist bei der C3 anders. Und da ich keine Ahnung habe woran es gelegen hat (vielleicht meinem Hörraum) und ich es auch gar nicht richtig beschreiben kann, versuche ich es jetzt erst einmal mit der C3.

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon LenZen » 16.02.2016, 13:40

Hallo Sven,

danke Dir, schön wenn's jemand liest und etwas damit anfangen kann :)

Hast Du denn Erfahrungen mit dem Oppo HA-1 sammeln können?

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon Rudolf » 16.02.2016, 15:04

Hallo Jens,

LenZen hat geschrieben:Zum einen war da der Form-Faktor, ich empfinde das A-Box-Gehäuse als ein klein wenig zu altbacken, die Lackierung, die unruhige Front mit Schriftzug und den vier Löchern plus LED, das größere Volumen ist bei mir auch nicht so schön in das Wohnambiente zu integrieren. Das wäre mir aber vielleicht auch egal gewesen wenn es klanglich perfekt gepasst hätte. Zwar war ich auch bei der A5 von den grundsätzlichen Qualitäten begeistert und bin der Meinung, dass diese Box schon ein größeres Potenzial besitzt als die C3, ...

als Besitzer einer V-Box 5 stimme ich dir vollumfänglich zu. Die A-Box 5 hat schon allein wegen ihres Formfaktors mehr Potential als die C-Box 3 und ist als Desptop-Lautsprecher immer noch "klein genug" (im Gegensatz z.B. zur A-Box 10). Sie benötigt aber dringend ein Design-Ugrade!

... aber anders als bei den Kleinen war das Hörerlebnis bei mir keine „runde Sache”. Der Bass- und Höhenbereich wollten sich bei mir im Klangbild irgendwie nicht so hunderprozentig „verheiraten” und die Aufstaffelung der Instrumente kam mir irgendwie seltsam inhomogen vor.

Das kann ich nicht bestätigen. Zumindest meine A-Box 5 (mit Kalottenhochtöner) spielt seit Jahren wie aus einem Guss.

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon NNEU » 16.02.2016, 15:19

LenZen hat geschrieben:Zum einen war da der Form-Faktor, ich empfinde das A-Box-Gehäuse als ein klein wenig zu altbacken, die Lackierung, die unruhige Front mit Schriftzug und den vier Löchern plus LED, das größere Volumen ist bei mir auch nicht so schön in das Wohnambiente zu integrieren. Das wäre mir aber vielleicht auch egal gewesen wenn es klanglich perfekt gepasst hätte.

Da hätte es noch eine Alternative gegeben :wink:

viewtopic.php?f=38&t=7046

Viele Grüsse,
Noel
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Beitragvon LenZen » 16.02.2016, 16:08

Hallo Rudolf,

ja, die V-Box sieht da schon einmal deutlich verbessert und richtig gelungen aus!

Ich bin sicher, dass die A-Box ein toller Lautsprecher ist, vieles daran hat mir auch ausgesprochen gut gefallen. Wie gesagt, ich kann nicht wirklich beschreiben woran es hier genau lag, aber das ist ja eigentlich auch egal, denn was gibt es besseres als zum halben Preis eine Alternative zu finden die einen auf Anhieb zufrieden macht. :)

Ich kann mir gut vorstellen, dass ich es in naher Zukunft noch einmal mit etwas "erwachseneren" Lautsprechern versuchen werde, Abacus steht da ganz oben auf der Liste :cheers:

Hallo Noel,

sicher schöne Lautsprecher, aber preislich nichts für mich. :)

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon Vangogh » 16.02.2016, 20:35

LenZen hat geschrieben:Hallo Sven,

danke Dir, schön wenn's jemand liest und etwas damit anfangen kann :)

Hast Du denn Erfahrungen mit dem Oppo HA-1 sammeln können?

Hallo Jens,

persönlich nicht aber in der Fachpresse kommt er durchaus gut weg. :wink:

http://www.testberichte.de/p/oppo-tests ... richt.html

Meistens ein gutes Signal wenn sich Redakteure aus verschiedenen Verlagshäusern einig sind. :mrgreen:

Viele Grüße
Sven
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Beitragvon cinematic » 16.02.2016, 20:52

Hallo Jens, grüß Dich,

vor ein paar Tagen konnte ich Thierrys C3 hören bei mir und war auch sehr angetan davon.
Insofern kann ich Deine lesenswerten Beschreibungen der Musikalität der C3 gut nachvollziehen.

Ein Tiefbassgewitter konnten sie natürliche keines veranstalten, aber der Hoch- und Mitteltonbereich war sehr schön ohne die geringste Nervigkeit und trotzdem mitreißend und musikalisch. Sehr schön, wenn man dann noch die "Größe" der Dinger bedenkt. :D

Wir hatten die C3 auch noch mit geregeltem Subwoofer probiert, damit gewann der Grundton schön an Wärme und das Gesamtpaket war richtig stimmig.

viel Spass weiterhin in der Musik
tom
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Beitragvon Vangogh » 16.02.2016, 21:00

Hallo Tom,

welches Fabrikat habt ihr den in Kombination mit er C3 eingesetzt?

cinematic hat geschrieben:Wir hatten die C3 auch noch mit geregeltem Subwoofer probiert, damit gewann der Grundton schön an Wärme und das Gesamtpaket war richtig stimmig.

Dank & Grüße
Sven
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Beitragvon Lefreck » 16.02.2016, 21:10

Hallo,
@ Sven:
Backes&Müller Sub2 sowie Velodyne DD12

@ Jens:
:oops: Sorry für die Namensverwechslung :oops:

beste Grüsse
Thierry
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Beitragvon LenZen » 17.02.2016, 12:33

Hallo Tom,

vielen Dank für die netten Worte und gleichfalls viel Freude mit der Musike :)

Und Thierry,

gar kein Ding, Jens/Sven... ein Klassiker :cheers:

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon LenZen » 20.02.2016, 21:14

Hallo zusammen,

nach etwas Überlegung habe ich mich nun gegen die Streamer-Lösung (und damit den Abacus Preamp 14) und für einen (fernbedienbaren) USB-DAC entschieden.

Ich kenne mich, und nach meiner Erfahrung mit dem Technics Netzwerkplayer wird mir die Streaming-Integration und die damit verbundene Bedienweise wahrscheinlich wieder zu viel Gefriemel bedeuten, am Ende höre ich nur weniger Musik, was ja nicht Sinn der Sache ist.

Gleiches gilt für die „Einmessen und Filter” Geschichte. Es klingt momentan schon so nett, dass ich vielleicht später mal mit mehr Muße Acourate auf meinem Mac einziehen lasse (was dann ja auch gleich Parallels nach bzw. vor sich zieht). Ist mir momentan zu viel des Guten.

Außerdem ist mir der Preamp 14 für meine niedliche Konfiguration hier auch vom Formfaktor etwas zu mächtig.

An USB-DACs stehen bis dato folgende auf der Liste:

• Oppo HA-1
• Pro-Ject Pre Box RS Digital
• Teac UD-503

Gern darf jeder der möchte hier mit mir das für und wider abwägen oder auch noch weitere Kandidaten ins Spiel bringen. :wink: Natürlich sollte der DAC qualitativ nicht vom iFi abfallen. Mit dem iDSD Micro bin ich sehr zufrieden und wenn der fernbedienbar wäre würde ich hier wahrscheinlich gar nix schreiben ...

Vorraussetzungen sind:

• Vorverstärker incl. Fernbedienung
• Cinch Ausgänge für die C-Box
• opt. Eingang für den CD-Player
• Kopfhörerverstärker
• Preis für den Oppo ist absolutes Maximum

Frohes Schaffen :cheers:
Jens
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Beitragvon LenZen » 16.03.2016, 19:21

Hallo zusammen,

nachdem ich inzwischen mit der Pro-Ject Pre Box RS Digital meinen Favoriten aus der obigen Liste für ein paar Tage daheim zum testen hatte und diese mich nicht wirklich überzeugen konnte (für mein Empfinden klanglich im Vergleich zum iFi eher eine Verschlechterung), der Oppo HA-1 eine mir etwas zu höhenbetonte Klangsignatur aufweist die nicht zu meinen Hörgewohnheiten passen will, bin ich also noch nicht wirklich weiter gekommen.

Vielleicht könnt Ihr mir noch einmal bei einer Grundsatzentscheidung helfen.

Meine Überlegung geht dahin, dass vielerorts geschrieben und erklärt wird, die Ausgangsstufe des DAC bzw. eine dedizierte Vorstufe wären letztlich entscheidend für ein gutes Hörerlebnis.

Wäre es daher ev. doch deutlich vorteilhafter einen DAC über den Abacus Prepino 13RC zu betreiben?
Das würde zudem die Auswahl der möglichen DAC ziemlich erhöhen, da die Fernbedienbarkeit ja über den Prepino hergestellt würde.

Ich hätte da z.B. ein gutes Angebot Prepino + Metrum Musette vorliegen?

Für eine Stand-Alone-Lösung käme ja vielleicht doch noch z.B. der Violectric V850 in Frage, der eine recht gute Ausgangsstufe haben soll?

Leider fehlt mir jegliche Erfahrung mit Multibit-DAC, z.T. klingen die Klang-Beschreibungen aber sehr nach dem was ich mir wünsche und vorstelle. Ich bin ja wie gesagt kein Fan von vordergründig hoher Auflösung, zu brillianter Höhenwiedergabe und allgemein zu hörbar „digitalem” Klangbild, eben allem was einen gern von angenehmem Langzeitgenuss ablenkt und eher zu Musik-Analyse verführt.
Beim iFi höre ich ausschließlich in der Bit-Pefect-Einstellung, die diese Anforderungen für mich am ehesten erfüllt. Nur möchte ich aber auch keine dynamiklose Ente mit matschigem Klangbild, und Multibit-Wandler sind erst ab Preisregionen zu haben wo try-and-error anfängt richtig weh zu tun...

Der Violectric V850 scheint mir da schon eher eine Sicherheits-Variante zu sein.

So viel zu meinen Gedanken. Was meint Ihr dazu, extra Preamp Prepino vorteilhaft oder nicht, Multibit oder lieber nicht?

Besten Gruß,
Jens
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