Albert (Harbeth Monitor 30.1)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Albert (Harbeth Monitor 30.1)

Beitragvon morphologic » 23.04.2016, 23:45

Hallo zusammen,

freut mich hier zu sein!

Mein Beweggrund für das Forum:
Ich interessiere mich für undogmatische, offene Diskussionen, Anregungen und konkrete Tips in den Themenfeldern Musikhören / Audio. Die Auseinandersetzung und der Abgleich mit fremden Erfahrungen in diesem Feld macht mir Spaß - für mich ist das ein Kern "aktiven Hörens". Anlass meines Aufschlagens hier war der Wunsch, die Qualität des Hörens meines NAS-Audioarchivs konkret weiter zu verbessern, nachdem die Integration eines Streamers noch nicht die durchweg erhoffte Qualitätssteigerung brachte. Bisher bereits schätzen gelernt habe ich das angenehme, moderationsseitig gut geführte Diskussionsklima..


Meine Kette:
Lautsprecher: Stirling Broadcast LS3/5a
Stands: Something Solid
Vorverstärker: Naim NAC 82 + HiCap > Naim NAP 250
Wandler: Teddy Dac
Quellgeräte: Synology DS411+; Auralic Aries Mini; Naim CD5; Mac mini
Kabel: USB: Aqvox; Verbinder: Sommer Epilogue; LS: Naim Naca-5
KHV: Corda Opera
Kopfhörer: Hifiman HE 400i
Sonstige Geräte: Aucousence Afi+USB incl. RJ45-Verkabelung und Adapter

Meine Lautsprecher sind bisher nicht aktiv - das steht ggf. nach erfolgter Optimierung der vorgeschalteten Instanzen der Kette an

Früher, u.a.:
nennenswert: Linn Keilidh, Martin Logan Aerius (Sp), Mal Valve (Amp)

Mein Hörraum:
18m2, aufgelockert möbliert, mittlere Bedämpfung,
ohne spezifische room tunings.

Musikvorlieben:
Höre eigentlich Alles außer Schlager.
Häufiger: Jazz, Soundtracks, Pop, World.


Bei Interesse oder Unklarheiten: sprecht mich an! :-)

FG - Albert
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Beitragvon Bernd Peter » 25.04.2016, 08:32

Hallo Albert,

da hast du ja eine klanglich ausgetüftelte und ausgewogene BBC Abhörkette.

Beim Zuspieler könnte eine moderne PC Audiolösung noch gut reinpassen.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Horse Tea » 25.04.2016, 22:24

Hallo Albert,

das ist aber mal eine Anlage mit sehr originellem Charakter. Das gefällt mir :cheers:. Da würde mich sehr interessieren, wie Du sequentiell dazu gekommen bist, welche Kriterien Du anlegst und wieviel Du davon als erfüllt ansiehst. Welche Musik hörst Du und wie hat das Deine Zusammenstellung beeinflusst?

Viele Grüsse

Horst-Dieter
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Horse Tea
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Beitragvon morphologic » 26.04.2016, 11:27

Hallo Bernd-Peter, hallo Horse Tea,

herzlichen Dank... - ja, das Thema Audio PC reizt mich auch - und mit dem Mac mini und Audirvana sowie Fidelia sowie mit der Wahl eines Dac mit async USB / Xmos Chip hatte ich auch schon erste Schritte in diese Richtung eingeschlagen. Von Acourate z.B. hatte ich vorher noch nicht gehört und ich finde diesen Weg grundsätzlich sehr reizvoll - damit möchte ich mich mit der Zeit hier noch genauer befassen. Wirklich sehr schön zu sehen, dass solche Themen und Wege zu besserem Hören hier einen offenen Raum haben.


Wie bin ich zur aktuellen Kette gekommen - mein Weg zum aktiveren Hören also:
Mein audiophiles Erweckungserlebnis hatte ich in den 80ern auf einer Schülerparty, auf der jemand eine Kette aus einem Luxman Verstärker mit Quad ESL 63 Elektrostaten zur Beschallung einer Kellerparty(!) betrieb. Ungeachtet der üblen räumlichen Rahmenverhältnisse war ich seinerzeit schlicht "blown away", im Ergebnis angefixt für die Beschäftigung mit Musik und Geräten.

Seither kann ich Elektrostaten mit ihrem differenzierten, luftigen, transparenten Klangcharakter sehr viel abgewinnen - ungeachtet der konstruktiven Grenzen dieses Wandlerprinzips. Und eine Zeit lang hatte auch schon mal einen kleineren Martin Logan an Röhren (Mal Valve) zu Hause. Aus unterschiedlichen Gründen musste ich mich seinerzeit davon trennen - ich könnte mir aber durchaus vorstellen, irgendwann wieder diese Richtung zu gehen, z.B. mit einer 'Maggie' 1.7 magnetostatisch zu hören.

In der Folge wurde zu Hause dann lange nur noch am Computer über einfache Nahfeldmonitore Musik gehört. In höherer Qualität lief es über Jahre hinweg ausschließlich über Kopfhörer, zuletzt mit Magnetostaten (Hifiman).

Zu den aktuellen Geräten - und zum Wiedereinstieg in hochwertige Reproduktion über Lautsprecher - bin ich dann über einen Freund gekommen, der einen großzügigeren Gerätepark sein eigen nennt und ein ausgeprägtes Röhrenfaible hat. Er betreibt mehrere Anlagen bei sich, aktuell die größten Klipsch an einer Kette aus Meridian CD + McIntosh (C-22, MC275). Bei dem hatte ich auch schon mal eine Kette aus E.A.R.-VV (Röhre) und Tannoy Westmister gehört, mit ölpapierkondensator-getuneten Conrad Johnson Pre und vintage Quad Amps an ESL 55 ebenso. Das alles sind feine, ausgezeichnet komponierte Kombinationen, die - ungeachtet ihrer unterschiedlichen Gesamt-Signaturen - alle jeweils die Eigenschaft haben, einen vollständig in das Hören eintauchen zu lassen. Man vergisst, dass man und wie man hört. Man hört einfach.
In einem grobschlächtigen Bild gefasst: Musikhören mehr über Herz und Bauch / Eier als über den Kopf - obwohl auch das geht und gehen darf, aber eben nicht notwendig im Vordergrund steht.

DAS wollte ich auch haben - auf bezahlbarem Level.
Über diesen Freund bin ich dann auch auf den LS 3/5a / BBC Komplex aufmerksam geworden und habe mich in der Folge näher damit befasst - ein spannendes Stück Musikreproduktionsgeschichte und ein Diskussionsthema für sich. Er hatte sich gerade die V2-Neuauflage dieser Legende zugelegt (BBC-lizensiert). Mittlerweile gibt es mehrere lizensierte Neu-Auflagen auch von anderen Herstellern, z.B. by Rogers, meine ich gesehen zu haben. Meine LS 3/5 a stammen vom englischen Anbieter Stirling Broadcast, die günstigste Offerte für den Einstieg in diese Speaker.
In "kleinerem" Maßstab ist mit diesem Lautsprecher für mich tatsächlich das möglich, was die o.g. großen Ketten mir gezeigt haben: musikalisches Musikhören, das mich qualitativ verwöhnt nicht permanent nach dem nächsten Upgrade fragen lässt. Meine aktuelle Kette läuft in der Grundkonstellation hier immerhin schon seit 6 Jahren...

Die Naim-Verstärker in diesem Aufbau - es sind Geräte aus den 90ern, frisch recapped und damit klanglich neuwertig - haben für mich viel von dem Farbenreichtum der Röhren (und noch einiges mehr), ohne dass ich mich mit dem Thema Röhren als solches befasst müsste. Sie wurden mir von verschiedenen Seiten unter mehreren Alternativen als eine klar zu den britischen Speakern passende Empfehlung nahegelegt. Das eigene Hörerlebnis bestätigte das, so dass sie schließlich zu mir fanden. Eigentlich sollte es die Kombination NAC72+NAP140 werden - die war aber zum damaligen Zeitpunkt nicht greifbar. Jetzt ist es bei den Amps also eine Nummer größer geworden. Sehr schön ist, dass auch dieses Paar - Vorverstärker (Nac 82) und die Endstufe (Nap 250) - zusammen entwickelt wurden, also abgestimmt aufeinander. Und die spielen wirklich sehr gut zusammen, ergeben ein synergisches Ganzes (ein Entwicklungsprinzip, das mich btw. auch an Aktivlautsprechern interessiert). Neben den faktischen Upgrade-Optionen bei Naim (und - wenn geboten - dem ausgezeichneten Wiederverkaufswert) dieser im Prinzip ja Vintage-Geräte überzeugte mich auch der günstige Preis > die ganze Kette zusammen inkl. Dac liegt deutlich unter der fünfstelligen Linie.

Der DA Wandler stammt von dem israelischen Entwickler Teddy Pardo, der selbst langjähriger Naim Afficionado ist und sein eigenes Business mit selbst entwickelten hochwertigen Netzteilen für Naims und andere Geräte gestartet hat. Ein Gerät mit einer klanglich charmanten, deutlich analogen Signatur, das sehr gut in diese Reihe passt.

Der musikalische Charakter der Kette - und zugleich mein Orientierungspunkt für künftige weitere Abstimmungen und Ergänzungen - lässt sich sehr gut fassen mit einer aktuellen Anfrage von Salvador (Andi), der seine derzeitige Suche nach einem für ihn passenden Vorverstärker wie folgt kennzeichnet
(ich zitiere auszugsweise 1:1 aus seinem Posting http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=23&t=7500, da das Folgende auch in meinem Fall wirklich sehr gut passt).
Kriterien:
- ob Röhre oder Transistor ist egal
- leichter Höhenabfall bzw. sanfter, seidiger Hochton, trotzdem gerne detailfreudig
- schöne, natürlich anmutende Stimmen und Mitten, Leuchtkraft in den Mitten, Klangfarbenschönheit ("Röhren-like", gerne aber auch als Transistor). Hier darf es gerne von ultrakorrekter Neutralität abweichen.
- präziser und konturierter Bass ("Transistor-like"). Mittenschönheit und trotzdem kein dicker unpräziser Bass.
- kein steriles scharfes, hartes Sezieren, sondern Natürlichkeit und Fluss in der Musik.
.

Für die Weiterentwicklung / als Ausblick:
Grundsätzlich könnte ich in meiner Kette künftig durchaus noch mehr von der Transparenz und Leichtigkeit vorstellen, wie sie z.B. Elektrostaten in gut abgestimmten Ketten vermitteln können. Ebenso vorstellbar ist für mich, irgendwann mal einen erwachseneren Harbeth Speaker bei mir zu Hause zu haben, etwa die Compact7-ES3 oder die SHL5 +.
Allerdings erlebe ich mich ich diesbezüglich sehr offen, d.h. in keinster Weise festgelegt. Wenn man auf Ebene der Speaker ansetzt: Bei Lautsprechern finde ich viele Konzepte jenseits des Mainstreams interessant, indem Sie bestimmte Aspekte der Musik als Fähigkeit gesteigert ausspielen können: ESL, Magnetostaten, weichenlose Breitband-Lautsprecher ebenso wie Koaxialprinzip-Speker (z.B. die Tannoys) oder auch Hörner. In meinen Ohren alles äußerst hörenswert und für sich gesehen reizvoll.

Dabei sehe ich die Güte der Quellen übrigens als ebenso wichtige Stellschraube an wie die Speaker und den Raum. Ich möchte vielen Statements hier im Forum zustimmen, dass sich über die Wahl der Lautsprecher und v.a. die akustische Kontrolle und Führung des Raums viel steigern lässt. Doch ich sehe die ersten Stufen der Kette als ebenso wichtig an. Wenn z.B. die Quelle verjittert und hart daherkommt, wenn die ersten Stufen analytisch überzüchtet oder (zu) einseitig auf messbare Parameter getrimmt sind, dann nützt mir der beste Schallwandler und ein perfekt getuneter Raum wenig. Im Ganzen soll es stimmen und klingen - das wäre vielleicht meine Devise. Vor diesem HIntergrund bin ich btw. mit meiner jüngsten Akquise - dem afi+USB, den ich hier kennen gelernt habe - überaus zufrieden, weil er eben an einer frühen Stelle ansetzt und wirksam wird.

Mit der Streaming Bridge Aries mini sehe ich mich noch nicht am Ende der Fahnenstange. Auch wenn die damit erreichte Bequemlichkeit jetzt schon Spaß macht: Den Streamer / die Bridge halte ich für eine Geräteklasse, die noch Entwicklung vor sich hat, vor allem in der Bedienung. Weil ich hier für die Zukunft noch einiges Interessante erwarte, habe ich für den Einstieg mit dem Aries mini mein Investment erst einmal bewusst niedrig gehalten.


Und zu meinen Musikvorlieben: später mal mehr... :wink:


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Beitragvon Zwodoppelvier » 26.04.2016, 12:52

Hallo Herbert,

bei den "legendären" LS3/5a werde ich immer aufmerksam - u.a. weil ich diese mir als Bausatz (mit allerdings leider nicht gemäß BBC selektierten Chassis) Anfang der 80er als Student gebaut hatte. Als sich viele Jahre später die Gelegenheit gab, Originale an amtlichen Verstärkern zu hören, war ich sehr positiv überrascht :wink:

Meine Eigenbauten, immer noch in dem häßlichen Spangehäuse :oops: , habe ich aber behalten und später feststellen können, daß sie mit hochwertiger Röhrenverstärkung wie z.b. 300B-Eintaktern sehr schön läuft.
Generell neige ich zu der Einschätzung, daß Röhren das gewisse Quentchen mehr Luftigkeit, Sauberkeit (Freiheit von Härte) und Klangfarben mitbringen. Insofern für meine Wenigkeit als finale Lösung der Verstärkerfrage gesetzt :D
Wobei ich aber jedem gönne, auf anderem Wege an sein Ziel zu gelangen - setzt doch jeder seine persönlichen Schwerpunkte.

Zu Deinen Stirling noch eine kurze Frage: stimmt es, daß sie inzwischen nicht mehr (neu) zu bekommen sind? Hast du evtl. einen Link zu Deinen Boxen?
Habe immer im Hinterkopf gehabt, doch noch ein BBC-spezifiziertes Paar zu erwerben; nach den letzten Recherchen liefert wohl immerhin FALCON Einzelteile, Bausätze, ja komplette Fertigboxen. Von dort stammten über einen Umweg auch meine damaligen Bausätze Anno ´81.

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon morphologic » 26.04.2016, 14:15

Hallo Eberhard,

ja, die LS 3/5a scheint eines der Objektleidenschafts-Themen des Feldes Musikhören zu sein :wink:

Eine Schachtel far from perfect, ohne die hochgezüchteten klanglichen Tugenden vieler Gattungsvertreter der letzten 20 Jahre, aber wahrlich ein Ding mit Seele. In den gegebenen Konstruktionsgrenzen (Größe, konventionelle Bauart, 2-Wege passiv) ein musikalischer Traum.

Zu Deiner Frage:
Die Original LS 3/5a werden tatsächlich seit Jahren nicht mehr hergestellt. Sollte jemand ein Original - ob von Rogers, Spendor oder wemauchimmer neu anbieten, müsste man Schwindel argwöhnen. Denn die Chassis - zumindest Teile davon, ich meine es geht insbesondere um den Bextrene-Schallwandler - werden von Kef nicht mehr produziert. Diese (V1-)Originale gibt es also nur used, wobei bekanntermaßen gerade solche gut gealterten LS 3/5a Originale bei Nutzern ein besonders hohes Ansehen genießen.

Allerdings:
Die LS 3/5a Neuentwicklungen, beginnend mit der Stirling Broadcast, folgen in allen Parametern dem Original, insbesondere in der klanglichen Abstimmung. Die hierbei gewählte Neu-Bestückung der Box hat sich als absoluter Glücksgriff erwiesen. Dies wird auch von vielen Nutzern der Originale bestätigt. Auch deswegen hat die Stirling Broadcast LS 3/5a von der BBC die Lizensierung erhalten - eine "offizielle" LS 3/5a, also. Sie sind der Lage, etwas lauter zu spielen als die Originale, wahren aber deren Abstimmung / Klangbalance.
Nach Stirling Broadcast haben auch Rogers und, genau, Falcon Acoustics je eine eigene Neuauflage dieses Speakers herausgebracht, zumindest im Falle von FA ebenfalls mit BBC-Lizensierung.

Stirling Broadcast findest Du unter:
http://www.stirlingbroadcast.net
Mein Paar habe ich seinerzeit bei einem englischen Hifi-Händler gekauft. Klappte alles super und der Pfund-Wechselkurs war damals auch auf meiner Seite.

Der Webseite des Herstellers merkt man an, dass Hochglanz-Marketing dort nicht im Vordergrund steht. Aber muss ja auch nicht - die Lautsprecher spielen ja für sich selbst... :wink: Auf dieser Seite sind mittlerweile auch noch weitere Entwicklungen zu finden, etwa die größere LS 3/6 BBC, ein ebenso gelungener Wurf - wenngleich für deutlich mehr Geld.
In Deutschland lassen sich die SB, wenn ich mich richtig erinnere, z.B. bei hifi12a kaufen. Der aktuell dort aufgerufene Preis erscheint mir fair. Die Rogers Neu-Entwicklungen kosten m.W. eine Ecke mehr.

Sollten Dich Besprechungen speziell zu den Stirling Broadcasts interessieren:
http://www.theabsolutesound.com/articles/stirling-broadcast-ls35a-v2-loudspeaker/
http://www.stereophile.com/content/bbc-ls35a-loudspeaker-stirling-ls35a-v2-2007

Zu Neuauflage des Rogers Klassikers lässt sich z.B. dies hier nachlesen:
http://www.hifinews.co.uk/news/article/rogers-ls3-5a-pound;1495/9484
http://www.stereo.net.au/reviews/rogers-ls3-5a-65th-anniversary-edition-loudspeakers/


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Beitragvon Horse Tea » 26.04.2016, 19:47

Hallo Albert,

Du hast wieder eine Fülle von interessanten Aspekten unseres Hobbys in Deiner Antwort behandelt. Für mich zusammengefasst verfolgst Du eine spezielle Klangphilosophie, die im Moment in Richtung "british hifi" geht. Ich habe zwar weder Deine Naim Verstärker, noch deine Lautsprecher selbst gehört, vermute aber aus der Hörerfahrung mit anderen Geräten dieser Richtung, dass Deine Kette eher warm als analytisch klingt. Ich habe in den letzten Wochen gerade eine in Deinem Beitrag angesprochene Endstufe McIntosh MC275 abgelöst durch einen Accoustic Arts Amp II MkII. Dafür waren zwei Veränderungen verantwortlich. Die AA Endstufe war bei mir in der Kette tonal sehr ähnlich wie der Mc mit einer Ausnahme. Es gab einen deutlichen Gewinn in den Höhen, die sich insbesondere beim Schlagzeug eines Jazztrios (Hi-Hat) auswirkte. Daher meine Frage nach der Musikrichtung, die Du bevorzugt hörst. Zwar hattest Du Jazz in Deiner Vorstellung genannt, aber vermutlich kommt es hier auf die Grösse des Ensembles an. Mir war der Unterschied jedenfalls sehr wichtig (kaufentscheidend). Ich denke, da geht bei Deiner Anlage auch noch was. Der zweite Vorteil der AA liegt in einer deutlich gesteigerten Räumlichkeit. Hier passt die neue Endstufe offensichtlich perfekt zu meinen Lautsprechern, die den zweiten direkten Bezug zu Deinen Überlegungen herstellen. Es sind Magnetostaten (27 Jahre alte Magnepan MGIIIa), sozusagen Vorfahren der von Dir genannten 1.7. Ich denke also, dass bei Deiner Anlage noch etwas gehen könnte in Richtung Höhendarstellung und Räumlichkeit. Wie schätzt Du das selbst ein? Mit welchem finanziellen Aufwand dies möglich sein wird, steht auf einem anderen Blatt ubd ist wahrlich die Preisfrage.

Viele Grüsse
Horst-Dieter
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Beitragvon tom539 » 26.04.2016, 19:58

Hallo Albert,

und schön, einen (weiteren) Naim-Kollegen hier begrüßen zu können.
Leider ist Berlin nicht gerade um die Ecke, sonst könnten wir mal einen britischen Abend machen.

Bin selbst mit Naim 172/200 und Kudos Super10 sowie Rega RP6 unterwegs und sehr zufrieden.
Deine LS3/5a habe ich selbst noch nicht gehört, dafür die von Dir erwähnte SuperHL5+ von Harbeth - das wäre aktuell (auf der passiven Seite) die einzige "Alternative" zu meiner Super10.

Gruß, Tom
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Beitragvon morphologic » 26.04.2016, 20:25

Hi Tom,

ah, noch ein aktueller Naimee.. :)

Ja, die SHL5+ scheint ein sehr sehr feines Gerät zu sein.
Die Stirling Broadcast 3/6 wäre etwas Vergleichbares - Letztere habe ich schon hören können.

Deine Kudos kenne ich gar nicht... auf den Bildern im Netz - dem ersten Eindruck nach - sehen die Teile ja schon mal sehr schick aus!


Btw.: Am Ende ist Welt irgendwie doch nur rund und klein:
Ursprünglich komme ich aus der Nähe von Düren und halte mich ab und zu auch mal dort auf. Mal sehen, vielleicht wird das ja irgendwann mal was, auf einen Kaffee oder eine Session, mal sehen...

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Beitragvon tom539 » 26.04.2016, 20:31

Na das klingt doch ganz hervorragend - melde Dich einfach, wenn Du wieder mal in der "Heimat" bist... :cheers:

Grüße zurück, Tom
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Beitragvon morphologic » 26.04.2016, 20:49

Hi Horst-Dieter,

"british hifi" - ja, das ist derzeit hier so.
Aber vielleicht eher ein zufälliges Nebenprodukt, entstanden bei der Suche nach klanglich ansprechenden Komponenten. Was besagter Freund an amerikanischen Gerätschaften auffahren kann, gefällt mir z.B. mindestens ebenso gut.

Und das Klangbild meiner Kette: der Tendenz nach "warm"? Im Zweifel: ja.
Wenn es im Ganzen ein Sounding geben darf, dann für mich eher in diese Richtung als ins Sezierend-Analytische. Ich mag es durchaus sehr differenziert - nur sollten Höhen für meinen Geschmack nicht wie mit dem Rasiermesser angespitzt ins Gemüt pfeifen, das Klangbild ganzheitlich sein.

Räumlichkeit und Lösung des Klangs von den Lautsprechern stimmen mit meinen aktuellen Boxen bereits, das ist nicht soo weit weg vom "fading into tapestry". Klar: natürlich wären da Steigerungen möglich, das weiß ich noch von den ML CLS - und was Du von Deinem Amp-Upgrade schreibst, klingt spannend.
Aber das ist kein Thema, was mich mit Blick auf meine aktuelle Kette zu einer Veränderung drängte.

Ferner sind mir beim Hören das, was Foristen als PRAT bezeichnen wichtig - Pace, Rhythm und Timing (soweit meine key learnings aus einschlägigen Foren zum Thema erlebensprägende Klangfaktoren... :wink: )
Das ist allerdings etwas, das mich auch bei einem möglichen Irgendwann-Wechsel zu so eleganten Lautsprechern wie den Maggies interessieren würde: Wie verhalten die sich denn in dieser Hinsicht? (ich habe Magnepan zwar ein paar mal in meinem Leben gehört, aber jeweils unter schlechten Bedingungen - daher die Frage...).

Preislich wären die Maggie 1.7 ja noch in Armabstandlänge greifbar...
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Beitragvon Horse Tea » 26.04.2016, 21:58

Hallo Albert,

ich teile Deine Einschätzung, was die Abwägung zwischen warm und analytisch angeht vollkommen. Ich meine, dass die deutsche (T+A, Audionet z.B.), analytische Richtung inzwischen überholt ist und ein Zwischenstadium von HiFi war, als man einen eigenen HiFi Sound prägen wollte/musste, der sich vom "british hifi" und vom "american hifi" (McIntosh z.B.) abgrenzt. Aber nach meinen letzten Hörerfahrungen gibt es etwas dazwischen, was mir besser gefällt, als das eine oder andere (und auch "moderner" ist, d.h. besser zu den heutigen Aufnahmen passt). Dabei ist mein oberster Leitfaden, die möglichst originalgetreue Wiedergabe akustischer Instrumente (Geige, Cello, Bass, Klavier). "Stimmt" das weitgehend, ist Jazz emotional wiederzugeben fast eine logische Konsequenz. Das ist viel einfacher, als kleine Ensembles der Kammermusik emotional wiederzugeben. Dennoch traue ich mir nicht zu, Deine Frage nach den Maggies in Bezug auf PRAT zu mit dem Brust(ton!) der Überzeugung zu beantworten. Es ist schon schwer genug, die an sich offensichtlich (gut) hörbaren Dinge in Worte zu fassen, und bei PRAT ist das individuelle Empfinden noch ausschlaggebender. Ich sage einmal ganz nüchtern, die Maggies sind sehr flink, das timing sollte also stimmen. Darin liegt aber auch ein mögliches Problem. Ich habe meine Maggies durch einen Sub ergänzt, weil mir sowohl in der Klassik als auch im Jazz der Bass eine unverzichtbare Basis der Musik bedeutet. Er ist mitentscheidend für die Musikalität einer Anlage, aber nicht so flink wie Magnetostaten. Der Sub wird wohl erst in der MG 20.1 Klasse obsolet (Kosten!). Ich sehe (höre) bei meiner Anlage in der Kombi mit einem Sub kein Problem, weiss aber, dass andere Hobbyisten das anders sehen (hören). Und dann gibt es für mich bei PRAT noch zwei weitere Einflussfaktoren. Der erste ist (ausser mittels DVD, Blue Ray oder life streams) zu Hause kaum realisierbar. Das ist das optische Element. Das zweite ist speziell bei Jazz und Pop die von mir gemachte Erfahrung, das die Lifekonzerte technisch (akustisch) fast immer so schlecht realisiert sind, das ich vollkommen überzeugt bin, das (für mich bei meiner Anlage) der PRAT zu Hause bei Jazz fast immer (90% der Fälle?) grösser ist, als das Life Erlebnis. Das ist bei Klassik NIE so! Ich kann aber gar nicht abschätzen, ob Dir das weiterhilft.

Viele Grüsse
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Beitragvon morphologic » 24.06.2016, 10:27

Mitterweile hat ein Harbeth Monitor 30.1 Einzug in mein Setup gehalten.

Ein schönes, unspektakulär integrierendes, außerordentlich homogenes Brit-Hifi Gerät, frei von jeglichem "Audio-P_rno". Passt in seiner Auslegung ausgezeichnet in meinen 18qm Hörraum und hat gegenüber den bisher dort aufspielenden LS3/5a die Handvoll Tieftonfundament, welches die kleinen Schuhkartonlautsprecher je nach Album / Musikrichtung manchmal etwas vermissen ließen.

Freundliche Grüße

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Beitragvon morphologic » 11.04.2017, 17:41

Gelegenheit macht Laune: :wink: Ein neuer Verstärker spielt in meiner Kette.

Ein Audiomat Opera Reference löst die verdiente Naim-Vor-End-Kombi als Herz meines Setups ab. Der Opera zeigt sich als atemberaubend schön fließendes, wundervoll musikalisch spielendes Gerät - 2x32W, davon 2x23 in Class A. Achso, ja: mein erster Röhrenverstärker! 8)


Leider gelingt es mir nicht Bild-Links zu setzen...

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Beitragvon shakti » 11.04.2017, 18:10

herzlichen Glückwunsch zu audiomat!

Der Opera war einer meiner ersten Roehrenvollverstaerker Anfang der 90'er, er versöhnte mich mich der Gattung Röhrenverstärker, da er bereits vor fast drei Dekaden "neutral" und dennoch musikalisch fliessend spielte.

Gehe davon aus, dass der aktuelle Opera Reference deutlich besser spielt, als mein alter Opera, entsprechend erst recht viel Spass!

gruss
Juergen
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