Harald (Dynaudio 600 XD)

audiophile Biografien unserer Mitglieder
Forumsregeln
Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon saabcoupe » 17.03.2018, 12:41

Moin,

ich werde nur 4 Testkabel fertig machen die dann abwechselnd an die Interessenten geschickt werden, je ein XLR / RCA 1 das ist die Kupfer Version und je ein XLR / RCA 2 als Kupfer Silber Version.
Da bei den aktiven Hifiisten lange Kabel benötigt werden sind sie 4-5m lang. 5m sind dann auch die Schmerzgrenze, mehr geht erst mal nicht.

Im Moment ist das 4m XLR 2 unterwegs und wird dann mit zu Harald genommen oder auch vorher schon an Balasz geschickt, je nachdem.

Immer ein und dasselbe Kabel zum testen zu nehmen hat den Vorteil das es definitiv eingespielt ist, deswegen bitte ich jetzt erst mal um Geduld bis es zurück kommt.

Gruß Harald
Bild
saabcoupe
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 57
Registriert: 24.04.2016, 13:37
Wohnort: Raum Stuttgart

Beitragvon Traumhaus » 17.03.2018, 13:07

Hallo Harald,

ich gehöre eher zu der Skeptikern wenn es darum geht einem Kabel besondere klangliche Fähigkeiten zuzuordnen, insbesondere wenn es sich um Digitalverbindungen handelt. Begriffe wie "Eingespielt" in Verbindung mit Kabeln lassen mich dann auch schmunzeln.
Aber das muss dann auch jeder selber wissen was er mit seinem Geld anstellt.

Was ich aber eigentlich sagen möchte, ist, dass ich es als absolut fair empfinde wie du mit der Vermarktung deines Produkts umgehst.
Erst die Interessenten in Ruhe testen lassen und sich dann entscheiden lassen, ist m.E. eine faire Angelegenheit.

Für mich bitte kein Kabel. :mrgreen:

Gruß Bernd
Bild
Traumhaus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 71
Registriert: 24.02.2018, 13:03

Beitragvon saabcoupe » 17.03.2018, 13:30

Hallo Bernd,

das einspielen ist ein einmaliger physikalischer Prozess dem ich im Grunde auch keine große Bedeutung gebe, ABER es gibt kleine klangliche Unterschiede die ein gutes Gehör raus hört wenn man einen direkten Vergleich hat.
Deswegen ist es auch durchaus möglich das irgendwann eine Beschwerde kommt - das Kabel was ich damals zum testen hatte hat anders/besser geklungen -. Alles schon erlebt, auch live bei einem Kunden. Der Unterschied an seiner Burmester Kette war so heftig das ich mich selbst erschrocken und überlegt habe ob ich beim bauen was falsch gemacht habe.

Ich bilde mir ein solch ein gutes Gehör zu haben sonst wäre es mir nicht möglich Kabel mit verschiedenen klanglichen Eigenschaften zu entwickeln.
Wie gesagt es hat keine große Bedeutung, es ist einfach nur eingespielt.

Gruß Harald
Bild
saabcoupe
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 57
Registriert: 24.04.2016, 13:37
Wohnort: Raum Stuttgart

Beitragvon Hans-Martin » 17.03.2018, 15:44

Hallo Harald,
ich hatte mal mehrere gleichlange Audiokabel aus Meterware gelötet, einen Satz in der Schublade gelassen,den anderen Satz 6 Wochen am CD-Player gespielt.
Dann ging es um einen Vergleich mit einem baugleichen Modell, wo ein Aufsatz auf der Linse Streulicht fernhalten sollte, und der Unterschied war zugunsten des eingespielten Kabels mit Player so groß, dass wir alles kreuz und quer verglichen haben, Standorte getauscht, Kabel getauscht (Laufrichtung beachtet), Netzsteckplatz (gleich ausgephast ) getauscht... was blieb war der große Unterschied beim eingespielten gegenüber dem geruhten Kabel, alle anderen Unterschiede fielen dagegen fast nicht ins Gewicht. Und der Linsenaufsatz hatte keine für mich hörbare Wirkung.
Man darf sich nicht von denen beirren lassen, deren Erfahrung diesen Aspekt noch nicht umfasst (die von ihrer unvollständigen Vorstellung schreiben).
Zahlreiche CD-Tweaks gehen über die elektrischen Felder in die Lichtbrechung ein, was in ähnlicher Form mit der Ausbreitung elektrischer Wellen in Kunststoffen elementar für den Signalfluss im Draht verantwortlich ist.
Es gibt Klangunterschiede bei Kabeln, da bleibt einem manchmal die Spucke weg. Dielektrische Absorption z.B. lässt sich messen, aber wie misst man eine verbleibende Laufrichtung, wenn man jeden Draht antiparallel doppelt? Der Praktiker ist da dem Theoretiker noch immer ein Ohr voraus.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5392
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Beitragvon SolidCore » 17.03.2018, 16:02

Hallo zusammen

Ich versuche mal, ein wenig Hilfestellung zu geben, indem ich die Einspielphase von Kabeln
etwas besser umschreibe. So kann auch ein ungeübter erfassen, was überhaupt genau gemeint ist.

Nehmen wir ein simples Beispiel. Man setzt ein neues analoges Cinch, oder auch XLR, zwischen Quelle und Vorstufe, und lässt es ohne Unterbrechung einfach immer durchlaufen.
Am Folgetag ist der Klangunterschied am größten. Das Klangbild bricht förmlich zusammen, es wirkt verwaschen, die Auflösung leidet, man hat fast den Eindruck, ein schlechtes Kabel läuft.
Am 3. Tag ändert sich der Klang dann ins helle, der Bass wirkt zu schlank, als ob eine Klangwaage kippt.
Am 4. Tag gehts wieder anders herum. Der Bass dickt auf, der Hochton wirkt etwas unterbelichtet.
Am 5. Tag traut man seinen Ohren kaum noch, plötzlich wirkt es luftig, sauber, räumlich, ausgewogen.
Am 6. Tag setzt sich der Bassbereich noch eine Spur in Richtung "Schwarz". Damit hat man so gut wie den Endstand erreicht.
Dies ist immer etwas abhängig vom eingesetzten Kabel. Bei Reinsilberkabeln passt mein Beispiel ganz gut. Kupfer ist da etwas gutmütiger, und zeigt die Differenzen weniger auf. Hörbar ist aber, das Kupfer so ca ab dem 3.Tag ebenso in diese freie, saubere Richtung wandert.

Wenn 6 Tage den Zeitraum von 144 Stunden darstellen, und man hört nur 2 Stunden am Tag, sollte man sich also 70 Tage gedulden ^^. Obwohl dies scherzhaft zu verstehen ist, durch das angeschlossen bleiben, und fehlende Bewegung, gehts eigenartigerweise etwas schneller.

Gruss
Stephan
Bild
SolidCore
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 427
Registriert: 12.12.2014, 11:38

Beitragvon Traumhaus » 17.03.2018, 16:41

Hallo Einspieler,

ich möchte das jetzt nicht falsch verstanden wissen und ich möchte auch niemanden auf die Füße treten. Dafür ist das Thema doch schon viel zu oft kontrovers bis zum Erbrechen diskutiert worden.

In einem anderen Forum habe ich einen humorvollen Kommentar zu diesem Thema gefunden, der mit sehr gefallen hat und den ich gerne zitiere:

"In den ersten Stunden des Lebens
einer HiFi-Komponente spielen sich viele Vorgänge ab. D/A-Wandler wandeln sich ein. Transistoren gewöhnen sich ans Stomverstärken. Widerstände bauen ihren Nennwiderstand ganz allmählich auf. Kondensatoren formieren sich unter erheblicher Anstrengung. Elektromotoren lernen, sich zu bewegen. Abtastnadeln schleifen sich ein. Natürlich gewöhnen sich auch Kabel erst langsam daran, das Signal zu transportieren. Deshalb soll das Einspielen ja auch mit steigender Lautstärke erfolgen. Besonders markant ist diese initiale Signalleitunwilligkeit übrigends bei Digitalkabeln, hier kann der Einspielprozess schon mal nahtlos in den Kabelzerfall übergehen. Was jedoch auf gar keinen Fall eintritt ist, dass sich der Benutzer an den Klang einer neuen Komponente gewöhnt."

Humorvolle Grüße Bernd
Bild
Traumhaus
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 71
Registriert: 24.02.2018, 13:03

Beitragvon saabcoupe » 17.03.2018, 16:42

Dem geschriebenen von Hans Martin und Stephan stimme ich voll und ganz zu.
Allerdings ist dieser Zustand vergänglich und hat deswegen keine große Bedeutung für mich. Der Klangcharakter ändert sich nicht mehr, man kann in den ersten Minuten hören in welche Richtung es geht.
Es wird eben alles nur noch feiner, präziser, angenehmer.

Gruß Harald
Bild
saabcoupe
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 57
Registriert: 24.04.2016, 13:37
Wohnort: Raum Stuttgart

Beitragvon saabcoupe » 03.04.2018, 10:45

Hallo Leute,

die erste Hörsitzung zum Thema Kabelvergleich bei Jupiter ist nun Geschichte. Erst mal ein RIIIIEßEN Kompliment an Harald zu seinem Hörraum, er ist phantastisch geworden, akustisch mit das beste was ich bisher erleben durfte.
Zu den persönlichen Analysen der Teilnehmer möchte ich mich aber nicht äußern, ich werde jetzt nur etwas zum MuSiGo schreiben.

Ich kenne meine Kabel ja nun wirklich sehr gut, musste aber zu Hause schon feststellen das identische Kabel mit unterschiedlichen Längen und verschiedenen Steckern unterschiedlich klingen können. Das 5m lange XLR Kabel hat im Vergleich zum 80cm kurzen RCA hörbare schwächen im Mitten Hoch Ton Bereich. Es war dumpfer, zu viel Grundton, hatte weniger Details, die Räumlichkeit etwas beengter. Aber gut, es war neu, nicht eingespielt, das kommt bestimmt noch dachte ich mir.
Leider hat es sich nicht verändert, bei Jupiter hat es die gleichen schwächen offenbart wie in meiner Kette.
Verstehen konnte ich es nicht, eine Vermutung war das der Leiter Querschnitt von 1,5mm² vielleicht zu hoch ist? Ist aber Quatsch, denn das kurze Kabel zu Hause ist ja identisch. Die Stecker sollten es auch nicht sein, den die Oyaide mit der SilberRhodium Beschichtung sollten den Hoch Mittel Ton eher steigern und nicht dämpfen.

Sollte die Länge des Kabels etwa Einfluss auf die Wirkung des Silberleiters nehmen, der ist schließlich genau dafür verbaut worden um den Mittel Hoch Ton zu verbessern?
Hmm, das kann ich checken. Dann habe ich gestern einen zweiten Silberleiter mit eingearbeitet und siehe da? Deutlich besser, noch nicht da wo ich hin will aber besser. Woran liegt es jetzt noch, doch die Stecker? Vergoldete Kupferpins beim RCA klingen eben doch anders als Rhodium überzogene bei den Oyaide Focus 1.

Heute morgen habe ich mit ausgeruhten Ohren dann gleich einen neuen Versuch gestartet, die Dali CD 4 eingelegt und gelauscht. Für mich ist die Dali 4 eine der besten CDs zum vergleichen weil sie eine sehr gute Aufnahme Qualität hat und auch unterschiedliche Songs hat, Klavier, Gitarren, Chor, Orchester, schöne Frauen und Männerstimmen.
Der erste Eindruck, was willst du eigentlich klingt doch echt gut? Beim umschalten auf das kurze RCA war dann aber doch wieder dieser Unterschied. Es klang heller, natürlicher irgendwie angenehmer und feiner.
Dann habe ich überlegt was stört eigentlich beim langen Kabel? Der Grundton war zu viel, mehr nicht, der Rest war schon viel besser geworden.

Die Lautsprecher haben einen Regler zur Feinjustierung des Basses, mehr oder weniger je nach Wandnähe. Im Augenblick steht er bei +2 im Bass wenn +5 und -5 die max und min Werte sind.
Dann habe ich den Regler auf 0 gedreht, uuuuuund?

Genau das wollte ich hören, der überhöhte Grundton war weg, die mitten phantastisch, Auflösung und Details zauberten mir wieder ein dauer grinsen ins Gesicht, dadurch verbesserte sich natürlich auch die Räumlichkeit. Die höhen wunderbar klar und natürlich, es stört mich nichts mehr.

Das wars, das MuSiGo XLR 2 in 5m länge klingt genau so wie ich es mir vorgestellt habe.
Auch hier zeigt sich wieder, das man doch ruhig alle Helferlein die die Technik schon mitbringt benutzen kann um kleine Störenfriede zu beseitigen.

Wenn mir Balasz seine Anschrift schickt bekommt er als nächster das XLR 2 zum Probe hören, viel Spaß dabei, denn er hat ne Menge Kabel wie ich lesen konnte.

Für meine Kabel sollten hinter dem Gerät noch 15cm Platz sein, damit es nicht geknickt werden muss.
Das 4m Testkabel was unterwegs war kommt nicht wieder, deswegen bleibt das 5m Kabel das Testkabel.

Gruß Harald
Bild
saabcoupe
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 57
Registriert: 24.04.2016, 13:37
Wohnort: Raum Stuttgart

Beitragvon Hans-Martin » 04.04.2018, 00:08

Hallo Harald,
ist dir der Zusammenhang physikalischer Größen wie Kabelkapazität pro Meter oder die Induktivität pro Meter (nicht) bekannt? Beide begrenzen die Höhen, das eine mehr bei hochohmigem Abschluss (Audio-Verbindung), das andere mehr bei niederohmigem Abschluss (Lautsprecher).
Bei Schirm-ummantelten Kabeln kommen mit der Länge noch andere unerwartete Effekte wie Mikrofonie, dielektrische Absorption u.a. hinzu.
Ich habe den Eindruck, es gibt für dich noch vieles zu entdecken.
Trau dich, es mit jugendlicher Frische zu beschreiben!
Es war nicht immer so, aber das Forum ist offen für neue Erkenntnisse im Bereich Kabel.
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5392
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Beitragvon saabcoupe » 04.04.2018, 03:52

Hallo Hans Martin,

ich mache kein Geheimnis daraus das ich noch nie mit irgendwelchen Messwerten gearbeitet habe.
Ich streite auch nicht ab des man vieles messen kann, aber was sagt denn Mikrofonie, Kapazität und Induktivität über den Klang des Kabels aus? Kann man diese physikalischen Werte in klanglichen Eigenschaften ausdrücken?
Ist das für mich als Kabelbauer interessant, weil ich damit den Kabelklang beeinflussen Kann?

Gruß Harald
Bild
saabcoupe
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 57
Registriert: 24.04.2016, 13:37
Wohnort: Raum Stuttgart

Beitragvon saabcoupe » 04.04.2018, 05:06

Ich möchte meine letzt Frage noch mal konkretisieren. Ist es für mich als Kabelbauer interessant weil ich damit den Klang beeinflussen und in eine von mir gewünschte Richtung bringen kann?

Glaubst du das es ohne fundierte Kenntnisse über die Werte nicht möglich ist, ein Kabel zu bauen das mit den teuersten Kabeln die von hoch studierten Akademikern entwickelt wurden auf einer Stufe steht?

Gruß Harald
Bild
saabcoupe
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 57
Registriert: 24.04.2016, 13:37
Wohnort: Raum Stuttgart

Beitragvon Fujak » 04.04.2018, 09:21

Hallo Harald,

ich beschäftige mich ebenfalls seit ein paar Wochen mit Kabeln (Netz- und LS-Kabel). Die immer wieder angesprochene Kapazität zwischen den einzelnen Polen des Kabels ist durchaus eine messbare Richtgröße, an der man vorhersagen kann, wie die Klangcharakteristik ausfällt. Sie wird durch das Zusammenspiel u.a. von Leitungsmaterial, Leitungdurchmesser, Anzahl der Einzeladern, Isolator-Material, Zusammenlegung / Position der einzelnen Leiter zueinander bestimmt. An der (unvollständigen) Aufzählung der Faktoren kannst Du erahnen, wieviele Stellschrauben es zu berücksichtigen gilt, um eine möglichst niedrige Kapazität zu erhalten. Bei all meinen Versuchen, messe ich die Kabelkapazität zwischen den einzelnen Polen sowie den Gesamtwiderstand von Stecker zu Stecker.

Grüße
Fujak
Bild
Fujak
Administrator
 
Beiträge: 5801
Registriert: 05.05.2009, 21:00
Wohnort: Bayern

Beitragvon saabcoupe » 04.04.2018, 10:42

Hallo Fujak,

einverstanden, man kann wirklich eine Menge messen.

Aber wie willst du an Hand von irgendwelchen Parametern sagen, was zu tun ist damit das Kabel nicht mehr so dumpf klingt und es dann in der Praxis auch wirklich funktioniert. Was sind für Werte nötig für mehr Auflösung, Details, mehr Bass, mehr Grundton oder von allem weniger zu bekommen.

Welche Werte sagen aus das es tonal super abgestimmt ist, der gesamte Frequenzbereich hörbar ist.

Welcher Wert sagt mir, das ich ein Kabel habe welches als eines der besten jemals getesteten gilt, oder welcher Wert sagt mir das ich von diesem Kabel lieber die Hände lasse weil es Grotten schlecht und nervig klingt.

Diese Fragen wurden von der Mess Fraktion noch nicht beantwortet.

Gruß Harald
Bild
saabcoupe
Aktiver Hersteller
 
Beiträge: 57
Registriert: 24.04.2016, 13:37
Wohnort: Raum Stuttgart

Beitragvon oncle_tom » 04.04.2018, 12:05

saabcoupe hat geschrieben:(...)Diese Fragen wurden von der Mess Fraktion noch nicht beantwortet.
Gruß Harald


Kann denn die „Ich hör´s doch“ - Fraktion diese Fragen beantworten?

P.
Bild
oncle_tom
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 56
Registriert: 17.08.2013, 14:19

Beitragvon Fujak » 04.04.2018, 12:14

Hallo Harald,

bitte keine Fraktionen aufstellen á la "Mess-Fraktion". Die unsäglichen Diskussionen über Hören vs. Messen führen m.E. zu rein gar nichts. Denn die Unterscheidung ist weitgehend künstlicher Natur. In meinem Beitrag habe ich Deine Frage lediglich bestätigt, dass man z.B. mit dem Messen von Widerstand und insbesondere Kapazität valide Anhaltspunkte dafür bekommt, in welche Richtung ein Kabel en Klang einer Komponente beeinflussen wird.

Ich bin aber weit davon entfernt, daraus abzuleiten, dass man alles, was man hören kann, sich auch in diesen beiden Parametern niederschlägt. Zum einen gibt ja noch weitere Messgrößen wie Induktivität, Dielektrische Konstante / Permittivität, Wellenwiderstand (bei Digitalkabeln) etc., zum anderen erleben wir ja oft genug, dass man nicht alles, was man hören kann, auch in - zumindest uns bekannten - bestimmten Parametern messbar nachweisen kann.

Dennoch kann man Anhaltspunkte nennen, was ein Kabel dazu bringt, eine Komponente luftiger und räumlicher oder im Grundton kräftiger klingen lässt. Vieles davon ist Empirie, wie der Kabelthread von Harald (n.s.c.) zeigt. Auch Stephan (SolidCore) hat hunderte Stunden mit Versuchen (und Messen) zugebracht, damit seine Kabel die damit versorgten Komponenten maximal gut erklingen lassen. Manches davon entspricht tatsächlich dem, was man messen kann, manches nicht. Mit dem Messen kann man sich einiges an Trial and Error ersparen, manches aber bleibt im Bereich des Ausprobierenmüssens.

Nachdem ich mich selbst mit der Materie mehr beschäftige, habe ich Hochachtung für jeden Kabel-Entwickler, denn erst das ausbalancierte Zusammenspiel aller Stellgrößen bringt ein herausragendes Kabel hervor. Und das geht nicht ohne Ausprobieren - d.h., Bauen, Anhören und Messen, korrekte Schlussfolgerungen ableiten, korrigierte Version bauen, Anhören, Messen u.s.w..

Grüße
Fujak
Bild
Fujak
Administrator
 
Beiträge: 5801
Registriert: 05.05.2009, 21:00
Wohnort: Bayern

VorherigeNächste

Zurück zu „wie ich zum aktiven Hören kam“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 7 Gäste