Gert (Neat Acoustics Motive 1)

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Gert (Neat Acoustics Motive 1)

Beitragvon treble trouble » 15.04.2017, 21:47

Hallo zusammen,

ich hoffe, ich bringe mit meinem Vornamen keine Verwirrung hier ins Forum. Ich habe schon viel über Tuningmaßnahmen eines anderen Gerts (mit "t") gelesen. Da kann ich aber nicht mithalten, da ich von Elektronik leider keine Ahnung habe.

Ich bin bisher noch passiv unterwegs mit meiner ersten richtigen, besseren Anlage: ein Naim Uniti 1 mit Streaming-Platinen-Upgrade des uniti 2 und Lautsprecher Motive 1 von Neat Acoustics. Vorher hatte ich nur 0815-Anlagen, die sich nicht lohnen, hier aufgezählt zu werden, zumal ich die Gerätebezeichnungen auch gar nicht zusammenbekäme.

Die Anlage steht in unserem 24qm Wohnzimmer. Meine Frau ist gottseidank sehr tolerant, was die Einrichtung angeht, so dass ich auch Raum-Tuning mit 10cm dicken 50cm x 100cm Absorbern betreiben kann. Allerdings überlege ich noch, wie ich diese gut aufhängen kann, so dass sie auch leicht umgehängt werden können und es gut aussieht. Dieser Punkt alleine würde schon einen eigenen Thread verdienen.

Für welche Musik interessiere ich mich: Musikalisch aufgewachsen zu Zeiten der Neuen Deutschen Welle (meine erste gekaufte Musik waren die 7"-Singles von Falco (Der Kommissar) und Trio (Da, da, da) :D ), habe ich eine Soul-Funk-Rap-Phase hinter mir, bin dann langsam auch zur Alternativ-Rockigerem gekommen (Einstieg mit Red Hot Chili Peppers - Blood Sugar Sex Magic) und höre heute sehr Gemischtes. Lediglich mit Klassik kann ich mich nicht so recht anfreunden, auch wenn ich es immer wieder mal versuche. Heavy Metal geht auch nicht. Hard Rock eher auch nicht, da ist mir der Rhythmus zu langweilig. Elektronische Musik hat mich schon immer interessiert (Einstieg mit Kraftwerk - Die Mensch-Maschine). Unterm Strich würde ich sagen, dass die Musik immer etwas nicht zu glattes, leicht Frickeliges, vielleicht Experimentelles haben muss, damit sie mir gefällt. Nicht zu gesangsbetont, weil damit meistens das Instrumentale zu langweilig in den Hintergrund gestellt wird. Ok, es gibt auch Ausnahmen. So höre ich heutzutage Elektronisches (gerne mit jazzigem Einschlag), Jazziges (eher mit elektronischem Einschlag oder etwas rockiger oder funkiger. Jaga Jazzist ist da ein schönes Beispiel, oder Brink Man Ship), Alternative Rockiges und Progressives (Ich nenne mal The Porcupine Tree als Beispiel, oder als Extrem: The Mars Volta). Manchmal geht es auch in Richtung Soul/Funk, Singer-Songwriter (bspw. Andrew Bird). Nur Rap kann ich mir heute nicht mehr wirklich anhören, mit Ausnahme alter Sachen. Ach so: Prince-Fan bin ich seit Purple-Rain. Der April 2016 hat mich da sehr mitgenommen. Sometimes it snows in April...


Mein Beweggrund, mich hier im Forum anzumelden, nachdem ich schon eine Menge mitgelesen habe, ist, dass ich hoffe, ein wenig ins Gespräch zu kommen. Vielleicht bekomme ich ein paar Denkanstöße und Tipps in irgendeine Richtung. Auch wäre ich interessiert an Treffen (Köln/Bonner Raum), um mal andere Anlagen zu hören.

Momentan weiß ich noch nicht, wo ich hifi-mäßig hin will. Ich weiß nur, dass ich mit meiner Anlage nicht ganz zufrieden bin. Sie spielt zwar, wie ich finde, auf hohem Niveau, vor allem, machdem ich jetzt ein paar andere Anlagen gehört habe, aber es fehlt ein wenig Tiefbass, also in manchen Stücken der richtige Wumms. Andererseits sind mir die Höhen zu scharf. Bei guten Aufnahmen passt das dann zwar alles, aber wird es etwas hektischer (bspw. bei Rock mit etwas mehr Schlagzeug-Blech und krächzenden Gitarren) bluten mir schnell die Ohren. Das Problem habe ich aber generell bei vielen besseren Anlagen beobachtet. Eigentlich bräuchte ich Bass- und Höhenregler. Denn auch schon früher habe ich den Bass einen kleinen Ticken rein- und die Höhen ein bisschen rausgedreht, womit dann Spass und Langzeithörtauglichkeit gegeben waren.

Weil ich dann in Foren las, dass vor allem Aktivboxen sehr tiefen und dennoch definierten Bass wiedergeben können, bin ich bei Pirol-Hifi in Köln vorbei, um mir mal Aktives anzuhören. (An dieser Stelle möchte ich den Laden sehr empfehlen. Der Inhaber, Ralph Gottlob, ist ein sehr Netter. Ich hatte bei Hör-Sessions dort das Gefühl, ich sitze bei einem Freund zum Musik hören und nicht bei einem Händler. Ein Grund dürfte sein, dass er einem nichts aufdrängen will, kein Voodoo betreibt, selbst Boxen kritisch bewertet und auch andere Meinungen akzeptiert. Das hatte ich auch schon anders erlebt.) Eigentlich wollte ich mir die Hifiakademie Dipole näher anhören, die ich auf den Westdeutschen Hifi-Tagen hören konnte. Ich war so fasziniert, vor allem vom Bass, dass ich ganz vergessen hatte, richtig auf den Rest zu achten. Leider kann man diese bei Pirol nicht mehr hören. Andererseits liegen sie preislich (ich bräuchte noch eine Verstärkereinheit dafür) mit dann über 7000€ etwas über meinem Budget.

Also hörte ich Abacus Trifon 3 und Genelec G-Five. Beides interessante Boxen. Irgendwie unterschiedlich, aber doch sehr ähnlich vom Gefallen her. Die Trifon zogen die Bühne m.M.n etwas schöner auf, die tendenziell zwischen den Boxen und dahinter stand, während ich bei den Genelec den Eindruck hatte, dass sie mir die Musik mehr entgegen drücken, was mir ggf. etwas zu aufdringlich erschien. Toll fand ich, dass es bei beiden ein paar Regler gibt, um Höhen und Bässe etwas an Raum und Geschmack anzupassen.

Dann schloss mir Ralph noch alte, gebraucht Backes&Müller BM8 an. Und Wow... Da kam plötzlich viel mehr Körper rüber. Ich war hin und weg. Im Vergleich dazu fehlten den beiden anderen Boxen etwas. Die BM8 gingen mir nicht mehr aus dem Kopf, so dass ich sie mir nach Hause zum Probehören holte. Und weil ich schonmal dabei war, direkt auch noch ein Paar BM10 zum Vergleich. Beide hörte ich an dem Pre-Out meines Uniti.

Das Ergebnis war dann leider nicht ganz so eindeutig. Die BM10 waren schnell raus, weil sie mir zu scharf in den Höhen und zu wummsig im Bass waren. Die BM8 waren eigentlich ganz gut. Wenn ich dann zu den Neat-Boxen zurückschaltete, merkte man sehr deutlich, wie schwammig die Neat im Vergleich klingen. Andererseits war das dann auch ein Aufatmen, weil es weniger scharf, letztlich angenehmer, aber auch weniger interessant war. Was mir an den Neat aber deutlich besser gefiel: Frauenstimmen und bspw. höhere Klaviertöne kamen viel musikalischer rüber. Da klangen die BM8 irgendwie ein wenig platt, fast schon etwas blechern.

Als ich dann auf den BM8 das Stück "Overture" von "Chicane" vom "Album Behind The Sun" zum Testen des Basses auflegte, war ich erstaunt, dass er einfach komplett fehlte!? Per Zufall (Katze klopfte an der Terassentüre und wollt rein) merkte ich beim Aufstehen, dass ich, relativ mittig im Raum sitzend, Opfer einer kompletten Bassauschlöschung geworden war. Daher dreht ich in den folgenden Tagen das gesamte Wohnzimmer, um hoffentlich etwas besser zu sitzen (etwas wandnäher). Das war dann aber zu Wandnah, weswegen mir gar keine Boxen mehr gefielen. Irgendwie wurde mir das alles zu viel. Daher gingen die BMs erstmal zurück, damit ich in Ruhe mit dem Raum experimentieren konnte. Inzwischen hängen vor den großen Fensterflächen bspw. auch Vertikaljalousien, weil ich große Hoffnung hatte, dass sie bzgl. der Raumakustik viel bringen (bin mir da nicht so ganz sicher mit). Andererseits brauchten die nach Drehung des Zimmers vor dem Fenster stehenden Elektronikgeräte aber auch einen Sonnenschutz. Das Sofa steht inzwischen ein wenig schräg im Raum und das TV in der Ecke, so dass die Boxen nicht mehr parallel zu einer Wand, sondern etwas schrägh in den Raum strahlen, was ich bisher ganz gut finde. Auch habe ich so keine Wand direkt hinter mir. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob das die finale Position ist, weil so der Hörbastand mit ca. 2,30m etwas gering ist...

Was mich bei den BM8 noch störte: Sie hatten keine Regelmöglichkeit. Ralph Gottlob hätte sie mir zwar noch nach meinem Geschmack und Raum etwas einstellen können, aber ich fänd es ganz angenehm, selber an Reglern drehen zu können, ohne das Gehäuse zu öffnen. Außerdem nervte mich die An- bzw. mehr die Abschaltautomatik. Wenn man mal 5 Minuten keine Musik gehört hatte und dann ein neues Album auflegte, wurden die ersten Sekunden des ersten Stückes abgeschnitten. Keine Ahnung, ob ich mich daran gewöhnen könnte, erstmal einen Ping zum Aktivieren der Boxen zu spielen, bevor dann ein Album aufgelegt wird. Hier würde ich mir wünschen, die Idle-Time wenigstens auf 30 Minuten stellen zu können, oder auf noch länger. Auch eine Fernbedienung zum bewussten Anschalten der Boxen wäre ok. Desweiteren waren die BM8 schon recht groß (Ok, vielleicht braucht es das, um auch groß zu klingen). An das "Design" hätte ich mich vermutlich gewöhnen können. Aber letztlich hatte ich auch ein wenig Bedenken, eine 25 Jahre alte Box ins Haus zu holen. Wer weiß, was da in den nächsten Jahren ggf. dran zu reparieren sein könnte, selbst wenn sie komplett generalüberholt wurde?)

Beim Zurückbringen der BMs hörte ich dann noch eine Silbersand FM302. Die klang auch gut, war mir aber auch in den Höhen zu bissig. Eine Silbersand Delphi war im Vergleich dazu viel angenehmer in den Höhen, aber es fehlte mir etwas an Größe im Bass. Die Höhen der FM302 kann man wohl etwas weicher, weniger stark geregelt einstellen, was vielleicht genau das Richtige gewesen wäre. Aber ich war mir mit der Box nicht so ganz sicher (Anschaltautomatik; Pianolack-schwarz ist nicht so meins, ...), inzwischen ist sie auch verkauft.

Jetzt überlege ich, was ich mir als nächstes anhören sollte. Doch mal die Trifon 3 bei mir zu Hause? Oder eine Trifon 5S, bei der ich Bedenken hätte, dass sie bei mir im Bass zu dröhnend werden könnte? Oder doch Passiv bleiben, weil Naim eigentlich ganz gut klingt, aber welche Boxen dann? Allerdings kann man am Uniti nichts klanglich einstellen. Daher vielleicht doch etwas mit Raumeinmessung? (Hifiakademie Netplayer? Oder Abacus AroioSU (bei dem mir digitale Eingänge fehlen)? Oder probiere ich mal ConvoFS (wo mich aber stört, dass das nur Flac behandeln kann)? Interessant wären auch unterschiedliche Equalizer-Presets. Bspw. einem Preset für 80er Jahre Aufnahmen, die mit zu wenig Bass und zu viel Höhen aufgenommen wurden, wie bspw. Prince - The Gold Experience)

Tja, ich brauche wohl noch etwas, um einen Plan zu entwickeln.

Gruß
Gert

Uff, etwas lang geworden, der Text. Ob das jemand liest?
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treble trouble
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Beitragvon Horse Tea » 15.04.2017, 22:30

Hallo Gert,

hier (Finger hoch), ja ich, ich habe Deine Nummer 1 ganz durchgelesen :cheers: . Willkommen im Forum!

Ich denke, Dein Ansatz Komponenten zu Hause zu hören, ist schon mal die halbe Miete. Wenn ich in Deiner Situation wäre, würde ich mir LS suchen, bei denen Mitten und Höhen sich gut anhören (gute Aufnahmen vorausgesetzt; das ist bei Deinem Musikgeschmack wahrscheinlich gar nicht so einfach, siehe Thread " Loudness war"). Zu starke Bässe können recht gut über Raumkorrektur Software angepasst werden. Eine andere Möglichkeit wäre die Anschaffung von kleinen Boxen, die gute Mitten und Höhen wiedergeben, aber bassschwach sind und diese durch einen Subwoofer (noch besser: zwei kleine) zu ergänzen. Auch hier würdest Du, meiner Meinung nach, von DSP sehr profitieren. Und das könnte die preiswertere Lösung werden, sagt mir mein Gefühl :mrgreen: . Als letzte Anmerkung noch der Hinweis, dass Naim eher für "abgerundete" Höhen steht. Es ist immer das Zusammenspiel aller Komponenten zu berücksichtigen. Das macht es nicht einfach, aber auch interessant, wenn man bereit ist, sich die Zeit dafür zu nehmen.

Meine 5 Cents. Viele Wege führen nach Rom.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon beltane » 15.04.2017, 23:43

Hallo Gert,

auch von meiner Seite ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Zuerst einmal würde ich das konsequent umsetzen, was Du bereits begonnen hast: Raumakustik. Mit konsequent meine ich dabei den Rahmen, den ein Wohnraum unter Wohlfühlgesichtspunkten und mit der Akzeptanz des Partners erlaubt. Neben der Aufstellung und Hörposition könntest du ergänzend bereits bei Deinem vorhandenen System eine digitale Raumkorrektur wie Dirac oder Acourate testen. Du wirst erstaunt sein, was damit geht. Vor allem im Bassbereich solltest Du die deutlichsten Verbesserungen wahrnehmen.

Wenn das erledigt ist, kannst Du bewerten, was Dir klanglich noch fehlt. Und dann auf die Suche gehen.

Eine Alternative zu Abacus in der Preisregion der Trifon 5 s könnten bspw. die Neumann KH 310 + Subwoofer oder die Nubert Nupro 700 sein. Diese Liste ließe sich problemlos verlängern. Wichtig ist einfach zu wissen, was nach Raumoptimierung und digitaler Korrektur noch fehlt.

Und dann kannst Du Dich dem Thema Quelle mit DA Wandler, Reclocking und Streaming sowie - falls in Deiner Situation hilfreich - Stromversorgung widmen.

Bzgl. der Frage aktiv / passiv wird aktiv hier im Forum bevorzugt - schließlich ist das Forum auch von Menschen mit dieser Überzeugung gegründet worden und hat das Thema Aktive Lautsprecher in den Vordergrund gestellt.

Ich persönlich höre teilaktiv - also aktiv bis 80 Hz und darüber passiv - mit DIRAC komplett korrigiert. Klingt wunderbar. Musst Du also für Dich selbst herausfinden.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Jupiter » 16.04.2017, 09:31

Hallo Gert,

willkommen im Forum.

Horst-Dieter und Frank und du selbst haben die wichtigsten Dinge bereits angesprochen. Raumakustik und DSP, so bin ich das auch angegangen. Der größte Schritt in Richtung Wohlfühlen beim Musikhören geht zuerst über eine entsprechende Raumakustik, symmetrische Aufstellung, mit entsprechendem Seitenwandabstand der LS, dem Sitzplatz nicht in der Mitte des Raums, aber auch nicht direkt vor der Wand. Wie aber realisieren, da sind sie wieder meine Probleme, gell?

Wie weit man mit Raumakustischen Maßnahmen kommen kann, kannst du auch im Forum recording.de nachlesen. Da gibt es eine Abteilung " Raumakustik" mit Messungen und Bilder unterlegt. Nachdem man einige Threads durchgelesen hat, hat man eine Vorstellung was man benötigt und wie weit man in 24 m2 Wohnzimmer gehen möchte.

Könntest du mit deinen bereits vorhandenen Absorbern eventuell ein Deckensegel realisieren? Das bringt schon einen guten Schritt nach vorne.

Raumakustische Maßnahmen können sehr sehr günstig sein wenn Du selbst Hand anlegst. Es müssen nicht die Hochglanzprodukte sein.

Hast du bereits schon Messungen in deinem Raum durchgeführt?

Ich für meinen Teil mit den RL 901 k von Geithain sehr zufrieden. Die Produkte von Geithain sind auf jeden Fall ein Probehören wert.

B&M habe ich auf der High End on Tour in Darmstadt gehört, gefallen haben sie mir ebenfalls nicht.

Aus welcher Ecke kommst du denn?

Gruß Harald
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Beitragvon treble trouble » 17.04.2017, 12:01

Vielen Dank für Eure Antworten! Schön, dass die Ratschläge in dieselbe Richtung gehen. Das hilft beim Sortieren der Möglichkeiten doch sehr. Bisher habe ich mich nämlich immer im Kreis gedreht. Man tendiert dazu, mit den Boxen zu beginnen.

Aber gefühlt ist die Raumkorrektur wichtiger. Hier ist dann die Frage, welches System in Frage kommt. Der Nachteil vom Naim Uniti ist, dass es eine einzelne, geschlossene Box ist, wo man nirgends dazwischen gehen kann. Ok, ich könnte bspw. eine Abacus- oder Hifikadamie-Lösung als Input an den Uniti anschließen.

Horse Tea hat geschrieben:Hallo Gert,
Ich denke, Dein Ansatz Komponenten zu Hause zu hören, ist schon mal die halbe Miete. Wenn ich in Deiner Situation wäre, würde ich mir LS suchen, bei denen Mitten und Höhen sich gut anhören (gute Aufnahmen vorausgesetzt; das ist bei Deinem Musikgeschmack wahrscheinlich gar nicht so einfach, siehe Thread " Loudness war").

Loudness War, vor allem in wirklich aggressiver Variante betrifft meistens Charts-Musik. Die ist mir in der Regel eh zu langweilig. Und wenn die Aufnahme zu sehr compressed ist, kann ich sie mir nicht anhören. Die nervt dann nur. Das aber nicht nur auf guten Anlagen, sondern bspw. auch im Auto, etc. Es gibt aber genügend gute Aufnahmen in allen Genres, bei denen (leichte) Loudness-Anhebungen höchstens als Stilmittel eingesetzt sind (Trentemøller oder das letzte Daft Punk oder auch Yello Album) oder generell kaum vorhanden sind (und das nicht nur im jazzigen Bereich). Klar, eine sehr gute Klassik-Aufnahme benötigt vermutlich die beste Anlage, um "perfekt" wiedergegeben zu werden. Aber Musik wie Tori Amos macht auf einer guten Anlage auch mehr Spass.

Zu starke Bässe können recht gut über Raumkorrektur Software angepasst werden.

Das war auch mein Eindruck, als ich eine Dirac und eine Lyngdorf Demo auf den Westdeutschen Hifi Tagen gehört hatte. Allerdings gefielen mir die raumkorrigierten Höhen dann nicht mehr, weil sie mir zu scharf wurden. Unkorrigiert klangen die in dem Hotelzimmerchen besser.

Eine andere Möglichkeit wäre die Anschaffung von kleinen Boxen, die gute Mitten und Höhen wiedergeben, aber bassschwach sind und diese durch einen Subwoofer (noch besser: zwei kleine) zu ergänzen.

Vermutlich ist dann der beste Ansatz, erst einmal bei meinen Boxen zu bleiben, per DSP die Höhen etwas zu reduzieren und 1-2 Subwoofer mit einzumessen. In jedem Fall muss ich mit Raumeinmessung beginnen.

Als letzte Anmerkung noch der Hinweis, dass Naim eher für "abgerundete" Höhen steht.

Ja, das habe ich auch immer wieder gelesen. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen. Aber vielleicht sind andere Anlagen bzgl. Höhen noch härter? Eine Kombo aus Naim Komponenten und teuren Focal-Boxen (ebenfalls auf den Westdeutschen Hifi Tagen) klang auf jeden Fall extrem grausam. Der Meinung war auch ein Freund von mir, der mit dort war.

beltane hat geschrieben:Neben der Aufstellung und Hörposition könntest du ergänzend bereits bei Deinem vorhandenen System eine digitale Raumkorrektur wie Dirac oder Acourate testen.

Das wäre dann Dirac und Acourate auf einem PC laufend? Für einen ersten Test wäre das eine Überlegung wert. Die Lösungen gibt es vermutlich für Windows und MacOS? Da mir beide Systeme aus verschiedensten Gründen extrem unsympathisch sind, würde ich am liebsten ein Linux-System heranziehen. Am ehesten könnte ich ein MacBook dafür heranziehen. Ein nicht mobiler Linux-PC steht zu weit weg im Arbeitszimmer. Langfristig will ich mich aber nicht mit einem Computersystem herumschlagen müssen, wenn ich in der Freizeit Musik hören will, auch wenn mir das Thema als Software-Developer nicht fremd ist.

Eine Alternative zu Abacus in der Preisregion der Trifon 5 s könnten bspw. die Neumann KH 310 + Subwoofer oder die Nubert Nupro 700 sein.

Über die habe ich auch schon eine Menge gelesen. Teils auch Widersprüchliches, was zeigt, dass man es sich selber anhören muss. Bei den KH310 stört mich ein wenig die Optik, auch wenn die Waveguides durchaus in meiner Raum/Aufstellungssituation interessant sein könnten. Von den Nupro hatte ich gelesen, dass sie manchen Leuten zu spitz/scharf in den Höhen sind, was mich natürlich abschreckt. Außerdem strahlen sie den Bass nach unten, also in alle Richtungen ab, was ggf. ein Problem sein könnte, weil die rechte Box recht wandnah stehen muss. Zumindest habe ich bisher noch keine bessere Idee zur Aufstellung.

Jupiter hat geschrieben:Der größte Schritt in Richtung wohlfüllen beim Musikhören geht zuerst über eine entsprechende Raumakustik, symmetrische Aufstellung, mit entsprechendem Seitenwandabstand der LS, dem Sitzplatz nicht in der Mitte des Raums, aber auch nicht direkt vor der Wand.

Wie aber realisieren, da sind sie wieder meine Probleme gell.

*Lach* Ich wollte gerade schon ausholen, um die diversen Probleme zu beschreiben, die ich habe, als ich dann den nachgeschobenen Satz gelesen habe. :)

Könntest du mit deinen bereits vorhandenen Absorbern eventuell ein Deckensegel realisieren.

Die vorhandenen Absorber benötige ich, glaube ich, um die Wände etwas zu bedämpfen. Zum einen die rechte Wand, weil die rechte Box recht nah an dieser platziert ist. Zum einen die Rückwand, auch wenn sie in der aktuellen Sofa-Aufstellung nicht mehr so ganz direkt hinter mir steht. Eigentlich sollen ja hinten eher Diffusoren stehen. Aber da habe ich noch keinen schönen gefunden. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Bedämpfung hinten auch wichtig ist, um die Schärfe etwas rauszunehmen.

Aber über ein Deckensegel habe ich auch schon nachgedacht. Ich frage mich nur, ob die ganzen Baumaßnahmen mich wirklich ordentlich in die richtige Richtung bringen, oder ob das letztlich dann nur noch Feinheiten sind. Das weiß man ja leider erst, wenn man es dann ausprobiert hat.

Hast du bereits schon Messungen in deinem Raum durchgeführt ?

Nein, leider noch nicht. Ich habe zwar schon begonnen, ein wenig in diese Richtung zu recherchieren, bin mir aber noch nicht so ganz im Klaren, was für Hard- (Mikro, Mikro-Verstärker, etc.) und Software ich dafür brauche, die vernünftig, aber auch nicht zu teuer ist. Gerade die Software hängt ja dann vermutlich auch davon ab, für welche Raumkorrektur-Lösung ich mich später entscheide? Außerdem scheint es mir eine Wissenschaft, die durch die Messung erhaltenen Diagramme zu deuten.

Wenn aber Raumkorrektur der sinnvollste nächste Schritt ist, werde ich wohl am besten alles Nötige für die Messungen besorgen. Vielleicht kann ich dann auch schon mit ConvoFS unter Linux einen ersten Eindruck gewinnen, was da so möglich ist.

Ich für meinen Teil mit den RL 901 k von Geithain sehr zufrieden.
Die Produkte von Geithain sind auf jeden Fall ein Probehören wert.

Die Box finde ich auch sehr interessant. Da habe ich zwar auch schon sehr unterschiedliches zu gelesen, aber die würde ich mir gerne mal anhören. Allerdings ist genau diese Box eh etwas zu groß für meinen Raum (und neu auch zu teuer). Aber interessant finde ich die punktuelle Schallwiedergabe. Inzwischen gefällt mir auch die Optik der Box sehr gut, wo ich anfangs noch dachte, dass man nicht jede Boxenform bauen muss, nur weil man es kann ;)

Der Händler in Köln (Hifi-Atelier) wehrte sich ein wenig, mir passive ME 150 vorzuspielen. Die wären am Uniti nicht so gut für den Preis. Da hatte ich dann nicht noch ein drittes Mal nachgefragt. Und er ist so sehr überzeugt von Naim, dass ich vermutlich sehr gegen ihn ankämpfen müsste, um mir Geithain Aktivboxen anhören zu können, wenn er sie überhaupt führt.

Aus welcher Ecke kommst du denn ?

Ich bin aus dem rechtsrheinischen Köln/Bonner Raum.

Gruß
Gert
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Beitragvon treble trouble » 17.04.2017, 12:20

Ach noch eine Frage, was ich bisher noch nicht gefunden habe:

Gibt es hier im Forum eine Übersicht über mögliche Raumkorrektursysteme mit Vor/Nachteilen und Preisen?

Bisher habe ich so im Kopf:

  • Abacus AroioSU: Preislich sehr interessant. Von der Soundqualität denke ich, ist das auch eine sehr gute, runde Sache. Leider aber ohne digitalen Eingänge, die mit über die Korrektur laufen könnten.

  • Abacus Preamp 14: Nur analoge Eingänge, keine digitalen.

  • AudioVero Preamp 14: Bietet immerhin einen SPDIF-Eingang. Nachteil ist, dass die aktuelle Abacus-Firmware nicht benutzt werden kann. Außerdem ist nur 1 digital Input auch etwas wenig.

  • Lyngdorf TDAI-2170 mit Room Perfect: Durchaus interessant. Aber auch wieder ein All-in-One-Gerät, wovon ich momentan erstmal genug habe. Außerdem finde ich unschön, dass man die Einmess-Kurven nicht ganz nach seinem Geschmack anpassen kann, sondern nur mit Presets arbeiten kann. Wetten, dass das Richtige hier dann nicht dabei ist?

  • Hifi-Akademie Netplayer oder PowerDAC: Momentan das Interessanteste. Ein bisschen Bedenken habe ich, dass es eine One-Man-Show ist. Herr Reith ist sehr nett, pragmatisch (kein Voodoo) und kompetent. Eigentlich würde ich ihm gerne etwas abkaufen. Aber was, wenn er dann doch mal keine Lust mehr hat, oder ihm etwas zustößt, was ich natürlich nicht hoffe. Aber man kommt so langsam in das Alter, wo man merkt, dass alles vergänglich ist. Technisch stört mich, dass der Player kein richtiger UPnP-Client ist, der mit einem UPnP-Controller gesteuert werden kann. Auch wenn ich es vermutlich nicht vermissen würde, find ich ein wenig schade, dass maximal 96kHz-Aufnahmen verarbeitet werden können. Und ich hatte gelesen, dass das korrigierte Signal nicht an einem Digital-Out abzugreifen ist? Stimmt das? Aber vielleicht brauchte man das auch gar nicht.

  • Trinnov: Sehr gut (vermutlich das Beste?), aber auch sehr teuer.

  • ConvoFS: Sehr interessant. Muss ich mal ausprobieren, in der Hoffnung, dass es nicht zu frickelig wird. Wie ganz zu Anfang schon geschrieben, etwas schade, dass mp3 und ogg/vorbis nicht behandelt werden können, sonder nur flac. Außerdem bekommt man darüber digitale Signale (vom TV bspw.) nicht gefiltert. Aber zum Testen einer Raumeinmessung durchaus interessant.

  • Dirac und Acourate für PC (Windows/Apple?)

Gibt es darüber noch weitere Möglichkeiten?
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treble trouble
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Beitragvon easy » 17.04.2017, 12:55

Hallo Gert,

meine Vorredner haben Dir ja schon einige Tipps mit auf den Weg gegeben.

Du kannst mich aber gerne in Düsseldorf besuchen, um Dir in mal einem ca 22 qm unbehandelten Wohnraum ein Passivsystem korrigiert/unkorrigiert im Vergleich, sowie 2 Aktivsysteme (Abacus A-Box 10 und Manger Standbox) anhören. Vielleicht kannst Du daraus für dich einige Erkenntnisse gewinnen.

Falls Interesse besteht, schreib mich per PN an.

Gruß
Reiner
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Beitragvon Horse Tea » 17.04.2017, 13:41

treble trouble hat geschrieben:Das war auch mein Eindruck, als ich eine Dirac und eine Lyngdorf Demo auf den Westdeutschen Hifi Tagen gehört hatte. Allerdings gefielen mir die raumkorrigierten Höhen dann nicht mehr, weil sie mir zu scharf wurden. Unkorrigiert klangen die in dem Hotelzimmerchen besser.

Eine andere Möglichkeit wäre die Anschaffung von kleinen Boxen, die gute Mitten und Höhen wiedergeben, aber bassschwach sind und diese durch einen Subwoofer (noch besser: zwei kleine) zu ergänzen.

Vermutlich ist dann der beste Ansatz, erst einmal bei meinen Boxen zu bleiben, per DSP die Höhen etwas zu reduzieren und 1-2 Subwoofer mit einzumessen. In jedem Fall muss ich mit Raumeinmessung beginnen.

Als letzte Anmerkung noch der Hinweis, dass Naim eher für "abgerundete" Höhen steht.

Ja, das habe ich auch immer wieder gelesen. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen. Aber vielleicht sind andere Anlagen bzgl. Höhen noch härter? Eine Kombo aus Naim Komponenten und teuren Focal-Boxen (ebenfalls auf den Westdeutschen Hifi Tagen) klang auf jeden Fall extrem grausam. Der Meinung war auch ein Freund von mir, der mit dort war.

Hallo Gert,

ich habe sowohl Erfahrung mit Room Perfect als auch mit Trinnov. Bezüglich der Höhen kann ich sagen, dass das Room Perfect nur sehr vorsichtig die Höhen korrigiert. Daher ist Deine Hörerfahrung für mich erst einmal überraschend. Um Deine Erfahrung verlässlicher kommentieren zu können, müsste man den Frequenzgang der Naim/Focal Vorführung kennen. Ein absolutes No-go ist ein linearer Frequenzgang von Mitten und Höhen. Das klingt genauso, wie von Dir beschrieben. Dazu findest Du unter dem Stichwort "Zielkurve" wichtige Hinweise hier im Forum. Der Lyngdorf kann wirklich nur seine Profile, während der Trinnov und andere Lösungen diese Zielkurve sehr engmaschig und flexibel zu gestalten erlauben. Die wichtigste Korrektur ist aber oft im Bassbereich, so dass das Room Perfect sicher bereits einen guten Job macht. Ob Dir die letzten vielleicht 25% den Mehraufwand in entweder Zeit oder Kosten wichtig sind, kann Dir erst mal wohl keiner raten. Du scheinst aber keine großen Berührungsängste mit PC - basierten Raumkorrektursystemen zu haben (?). Dann wäre das wohl aus finanzieller Hinsicht die günstigste Alternative. Neben dem Trinnov eine weitere Königslösung findest Du unter "Accurate" hier im Forum. Damit oder ähnlichen Lösungen habe ich keine eigene Erfahrung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber u.a. auch das Betriebssystem, unter dem das DSP laufen soll.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon beltane » 17.04.2017, 18:25

Hallo Gert,

Dirac ist nur mit PC/Notebook nutzbar, verfügbar für Windows und MAC. Hier muss dann der PC oder das Notebook auch als Streamer genutzt werden, da Dirac eine Soundkarte emuliert, die den ermittelten Filter auf die digitalen Files anwendet.

Acourate ist entweder genau wie Dirac anzuwenden (aber nur auf Windows oder mit Asio4All auch mit Mac: http://www.audiovero.de/systemanforderungen.php#). Alternativ funktioniert auch ein Synology NAS ohne PC / Notebook - genaue Informationen findest du dazu im Acourate Thread. Wenn Du die Variante mit Synology wählst, kannst Du als Streamer jedes Gerät verwenden, das mit der Synology kommuniziert.

Der Lyngdorf korrigiert nicht im selben Masse wie Dirac und Acourate, darüber hinaus nutzt man dann auch seine DA Wandlung. Wenn man sich dort verbessern möchte, geht das nicht wirklich. Acourate erlaubt wiederum wesentlich differenziertere Einstellungen als Dirac und stellt ein mächtiges Werkzeug dar, mit dem man sich aber auch entsprechend beschäftigen muss. Die Abacus Varianten basieren auf Acourate. Der Trinov stellt ein sehr gutes Werkzeug dar - allerdings preislich auch ein ganz anderer Bereich.

Ich selbst nutze Dirac zur vollsten Zufriedenheit.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon slarti05 » 17.04.2017, 19:31

Hallo,
Nur zur Ergänzung der Liste seien noch die miniDSP-Geräte mit Dirac genannt, oder die e zellenze AV-Vorstufe Emotiva XMC 1.
Die miniDSP in Stereo (DDRC22) gibt es analog und digital zum einschleifen, und mit dig in, an out.

Ich benutze übrigens sowohl Acourate PC, Dirac für Heimkino (per Emotiva) und den Audiovero (den einen Digitaleingang kann man leicht erweitern). Niemehr ohne DRC!
Viele Grüsse
Ralf
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Beitragvon bugatti66 » 17.04.2017, 19:50

Hallo,

für Dirac hatte ich mich auch mal interessiert. Wie oben schon geschrieben gibt es das inklusive MiniDSP und es ist auch in Arcam Stereo-Receivern eingebaut. Spezialist dafür ist auch in deiner Nähe: HiFi-Selbstbau / Icy-Medien.
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Beitragvon Horse Tea » 17.04.2017, 20:09

beltane hat geschrieben:Der Lyngdorf korrigiert nicht im selben Masse wie Dirac und Acourate, darüber hinaus nutzt man dann auch seine DA Wandlung. Wenn man sich dort verbessern möchte, geht das nicht wirklich


Hallo Gert,

ich kann Frank nur voll zustimmen. Die DA-Wandlung im Lyngdorf ist wirklich nicht besonders, zumindest war das bei meinem VV DPA-1 so. Du könntest aber durch dieses Gerät digital durchgehen (d.h. das Gerät als VV und/oder für die Raumkorrektur nutzen) und nach dem Gerät einen separaten DAC nutzen. Das habe ich so gemacht. Räumlichkeit und Klang wird dann überwiegend durch den DAC bestimmt, was nicht heißt, dass ein besserer VV (Trinnov ?!) nicht noch mal etwas bringt. Das zeigte sich bei mir ganz klar.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon beltane » 17.04.2017, 21:34

Hallo Gert,

Room Perfect korrigiert meines Wissens nach nur den Frequenzgang, nicht aber das Zeitverhalten des Lautsprechers. Insofern würde ich dieses Werkzeug nicht als Mittel der Wahl ansehen - gerade passive Lautsprecher haben hier häufig Fehler.

Acourate arbeitet ausschließlich mit FIR Filtern, Dirac mit IIR und FIR Filtern.

Bzgl. Trinov: Im Bereich Korrektur außergewöhnlich - ein guter Freund von mir hatte ihn im Test daheim. Der Vorverstärker und der DA Wandler konnten laut seiner Aussage mit separaten hochwertigen Komponenten aber nicht mithalten. Der Aussage meines Freundes vertraue ich, weil wir auch sonst Klangeindrücke ähnlich erleben und der vorführende Händler ebenfalls dieser Meinung gewesen ist. Die Vorführung fand in den Räumlichkeiten meines Freundes statt.

Viele Grüße

Frank
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beltane
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Beitragvon h0e » 17.04.2017, 21:48

Hallo Gert,

ich persönlich finde die hardwarebasierten Lösungen weniger toll, man ist dort zum einen softwareseitig sehr abhängig vom Hersteller und auch eingeschränkt. Die Hardwarenlimitiert nicht selten das erreichbare Klangniveau.
Daher muss man sein Anwendungsprofil schon recht gut definieren.
Ich wollte nicht zu gunsten von DRC auf meinen G-Linn verzichten und aufgrund meiner mit sehr vielen Titeln gefülltem NAS schied für mich zum einen Offline Convolving aus, da zu unpraktisch und unhandlich für die vielen Tracks. Zum anderen schieden damit auch hardwarebasierte Lösungen aus und erst mit ConvoFS nutze ich jetzt FIR Filter und auch Loco. Für Filme oder gelegentliche Onlineinhalte verzichte ich ger auf DRC.
Wenn man das nicht möchte bleiben m.E. nach nur zwei gute Lösungen übrig.
Entweder eine PC Lösung mit Acourate Convolver (nur für Windows).
Oder Roon und ein Roon-ready Streamer, bei dem dann analoge Signale auf der Strecke bleiben.

Grüsse Jürgen
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h0e
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Beitragvon beltane » 17.04.2017, 22:17

Hallo zusammen,

Jürgen:

Vom Hersteller sind wir auch bei DIRAC oder Acourate abhängig. Insofern verstehe ich diesen Hinweis von Dir nicht. Bzgl. der Hardwarelimitierung bin ich bei Dir, wenn man diese Systeme für mehr als DRC nutzen möchte. Den Trinov kann man aber ausschließlich auf digitaler Ebene nutzen und als DA Wandler sowie Vorverstärker dann hochwertige separate Geräte nutzen. Preislich aber aus meiner Sicht nicht günstig.

Darüber hinaus schreibst Du, dass man bei Verzicht auf hardwarebasierte Lösungen und auf ConvoFS nur Acourate oder Roon nutzen kann. Aus meiner Sicht ist diese Liste unvollständig, da DIRAC Live fehlt. DIRAC korrigiert ebenfalls den Frequenzbereich und das Zeitverhalten.

Gert:

Nachfolgend ein Link zum Thread über das ConvoFS: viewtopic.php?f=40&t=7642

Viele Grüße

Frank
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