René (Backes & Müller BM 6)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

René (Backes & Müller BM 6)

Beitragvon Kaskode » 06.06.2017, 19:27

Hallo werte Foristas,

mein Name ist René und wohne zur Zeit in Brandenburg.

Als Jugendlicher Anfang der 80er Jahre hatte ich ein Paar Wharfedale Lautsprecher, mit denen ich super zufrieden war. Zusammen mit einem 40W Sony Vollverstärker war es aber nicht so die ideale Kombi, aber als Schüler war das im nachhinein ganz OK. Es vergingen die Jahre als ich so mit Zwanzig eine Announce einer Backes & Müller 6 (Serie 6.3xxx) enteckt habe.

Das war mein Einstig in die aktive Welt. Das ist nun gesunde 26 Jahre her. Die BM6 habe ich heute noch, es hat nie mehr eine andere gegeben.

Zusammen mit der BM6 habe ich mir als geeigneten Vorverstärker den Nakamichi CA5e II gegönnt. Dieser ist genau wie die BM6 noch bei mir. Ebenso auch der CD-Player Marantz 63SE. Meinen alten Plattenspieler (ein Thorens 105) habe ich noch von der alten Anlage weiterverwendet. Somit war ich vollständig. Kassettenrekorder hatte ich keinen. Meine Kette lief von der Erzeugung (CD-Player) bei 600 DM, den VV bei 2000DM, und die Schallwandler an der Spitze meiner Finanzkraft als 20 Jähriger. Aber, ES HAT SICH GELOHNT, jede Sekunde. Es ist einfach zu schade, die Ohren zu quälen mit schechten Schallwandlern.

Gehört wird überwiegend 70er und 80er Pop und Rock. Auch hervorragend auf der BM6 ist Orgelmusik, z.B. von Ton Koopman gespielt.

Ich musste im Leben häufig umziehen. Die schweren Lautsprecher. Nach jedem Umzug eine Macke mehr. Mein letzter Wohnort war ein mehrjähriger beruflicher Aufendhalt in USA. 110V. Ich habe die Lautsprecher in der Zeit eingelagert. Der Spruch stimmt, drei mal umgezogen ist wie abgebrannt. Nach meiner Rückkehr waren die BM&6 am Ende. Die Sicken haben sich aufgelöst. Was tun? Wegschmeissen?, Neue? und Welche? oder Restaurierung!

Nun stehe ich mit meiner Restaurierung da. Mit einer einfachen Recherche, wie man die Sicken erneuert bekommt, bin auch hier auf das Forum gekommen. Ich durfte schnell hier lernen, das es bei der BM nicht nur mit einen Sickentausch getan sein wird. Das wird ein Großprojekt. Dieser Aufgabe werde ich mich nach den Sommerferien stellen und diese, meine BM6 zurück in das Leben holen.

Ich konnte hier schon einige Anregungen holen, sodaß ich an dieser Stelle schonmal Danke sagen möchte.

Gruß,
René
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Beitragvon wgh52 » 06.06.2017, 20:09

Hallo René,

herzlich willkommen im AH! Forum und in der classic BM "Fraktion" :mrgreen: ! Danke für den ausführlichen HiFi Werdegangsbericht! Ich bin überrascht, dass es Leute wie Dich gibt, die sich dem Erneuerungsdrang soooo lange entziehen konnten. Bei mir waren das "nur" ca. 16 Jahre BM-3 :wink: .

Aber zur Revision noch eine Frage: Aus Deinem Berich geht nicht klar hervor ob Deine BM-6 zur ersten oder zur VFET Generation gehören.

Die BM-6 VFET lohnt sich auf jeden Fall revidieren zu lassen, vor allem dann, wenn sie Dir immernoch gut gefallen! MbMn bekommt man für die Investition keine anderen/neuen Aktivlautsprecher auf gleichem Qualitätsniveau. Wende Dich mal an Michael Rogocz von AGM und/oder BM Servicenter Süd für ein aktuelles Angebot.

Viel Spaß hier und beim 70er/80er Rock, den ich auch sehr schätze! ... und auch gerne von LP höre :cheers:

Grüße,
Winfried

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Beitragvon ujaudio » 06.06.2017, 20:59

Hallo und herzlich willkommen. Ich kann nur sagen: auch eine BM6 der vor-V-FET-Zeit lohnt sich zu restaurieren. Michael hat das super gemacht.

Einen lieben Gruß
Jürgen
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Beitragvon Kaskode » 07.06.2017, 12:21

Vielen Dank für das Willkommen.

Ob V-Fet oder Bipolar kann ich nicht genau sagen, ich tippe auf Nein. Möglicherweise kann man zur äußeren Beschreibung Rückschlüsse bilden:
Die BM6 ist schon der neuen Form, also mit dem mittig angebrachten Emblem vorne und eckige MT. Der Kühlkörper ist der neueren Generation mit seitlich zu steckenden Zuleitungen und den konkav angeordneten Kühlrippen. Der 4-Pol XLR ist rein asymmetrisch, mit Möglichkeit zum durchschleifen zur Nachbarbox. Dementsprechend mit Umschalter Links-Rechts. Kein symmetrischer Eingang vorhanden, ebenso auch nicht der -3dB Schalter.

Gruß,
René
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Beitragvon wgh52 » 07.06.2017, 14:16

Hallo René,

ein Foto der Rückseite macht es eindeutig ob es eine VFET ist :cheers:

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Kaskode » 07.06.2017, 19:47

OK, dann versuche ich mal mit einem Bildhoster was einzustellen, in der Hoffnung, das Bild ist nicht zu riesig.

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Gruß,
Rene
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Beitragvon Zwodoppelvier » 07.06.2017, 20:38

Hallo René,

m.W. ist dies die letzte bipolare Baureihe gewesen.

Oft liest oder hört man, erst ab V-FET lohnten sich B&M-Boxen. Ich halte diese Aussage für fragwürdig, denn V-FET waren lediglich die Endtransistoren der Leistungsverstärker und die übrige Schaltung ist nicht allzu viel anders. Mit ihrer Modulbauweise gefallen mir sogar die frühen Baureihen besser, wo Frequenzweiche, Hochspannungsteil usw. schön aufgereiht auf jeweils einer eigenen Platine sitzen.

Unabhängig davon erhebt sich nun die Frage, ob Du die Elektronik mittels Lötkolben und Kleinteilen selbst revidieren möchtest oder das komplett in Fachhände gibst.
Zumindest der finale Paarabgleich dürfte von einem fundierten Erfahrungsschatz profitieren :wink:

Viele Grüße
Eberhard

P.S.: ich hatte/habe auch 6er und sogar die gleiche Vorstufe, die LS aber momentan nicht in Betrieb (Abgleich erforderlich). Obwohl die Nakamichi ein sehr hochwertiges Gerät ist, liegt sie hinsichtlich Ausgangsimpedanz wohl eher am oberen Rand des empfohlenen Bereichs. Hier könnte sich ein Versuch mit einer externen Pufferstufe (= Impedanzwandler) lohnen.
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Beitragvon Kaskode » 08.06.2017, 17:10

Hallo Eberhard,

vielen Dank für die Expertise.
Ich tendiere zum selber machen der Elektronik. Ich verfüge neben den Lötkolben auch über einen klirrarmen Sinusgenerator von Fluke, welcher sich im Pegel aufs mV genau einstellen lässt und einem Oszi. Möglichkeiten um Spektrum und Klirr zu erfassen, stehen mir auch zur Verfügung. Den Abgleich, insbesondere zwischen den zwei LS, ist sicherlich eine Herausvorderung.

Lediglich die MT-Chassis mit der Sickenproblematik werde ich wohl nicht selbst angehen. Das jedoch eher aus der Tatsache, daß ich die Sicke genau zentriert wissen möchte. Andererseits kann man bei div. deutschen Reparaturbetrieben die auf Youtube werben, sehen, daß die Sicken eher nach Gefühl und Geschick ausgerichtet werden.

Gruß,
René
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Beitragvon Kaskode » 09.06.2017, 20:11

Hallo,

sooo, erst mal geschaut, was so an Kleinmaterial benötigt wird. Die Transistoren sind bipoar. An den Platinen ist noch nie nachgelötet worden. Die OpAmps sind TL074 auf einfachen Sockeln.

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Die Steckmodule sind mir EV4 gemarkt.

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Zumindest für den einen Lautsprecher messe ich für die Chassis-Sensorleitungen am TT 250 Ohm und für den MT 1k5 Ohm. Das ist so für den ersten anlauf beherrschbar, bis jetzt.

Gruß,
René
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Beitragvon wgh52 » 09.06.2017, 21:58

Hallo René,

danke für die geposteten Einblicke! :cheers:

Ich hatte voriges Jahr ein Paar BM Omegas revisionsmäßig in der Mache (die ja ähnliches Alter wie Deine BM-6en haben dürften).

Das erste, was ich mit deren Elektronik gemacht habe war die alten ERO Elkos (die roten :wink: ) und die Siebelkos in den Netzteilen komplett zu erneuern sowie die Relais gegen neue zu wechseln.

Im zweiten Schritt habe ich etwas nachgeholt, das damals irgendwie nicht üblich war, nämlich jede Baugruppe (wie z.B. Eingangselektronik, Frequenzweiche, Regler,...) mit jeweils eigenen V+/V-/Masse Stützelkos zu versehen und jedem OPV IC Keramik-Cs über V+/V-/Masse zu spendieren. Letztlich wurden die TL07x durch OPA164x (auf SMD zu DIL Adapter gelötet) ersetzt. Ich bilde mir ein :wink: , dass sich das positiv auf die Klangqualität in Form von mehr Ruhe im Klang, verbesserter Impulswiedergabe und besserer Feinzeichnung ausgewirkt hat.

Na ja, schau mal. Jedenfalls sind wir gespannt was aus den Schätzchen wird und werden gerne mithelfen das beste herauszuholen!

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Kaskode » 10.06.2017, 07:16

Vielen Dank für die Anregungen.

Über Nacht habe ich mir noch Gedanken zu den Tantal-Erbsen gemaccht. Auch diese werde ich mittauschen, rein aus der Angst, weil diese im defekt gerne auf Kurzschluss gehen. Es sind in Summe 9 Stück/Box.
Auf div. Bauteilen konnte ich das Produktionsjahr 1983 ablesen. Das ist ja schon ganz ordentlich!

Gruß,
René
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Beitragvon Erstemalaktiv » 20.06.2017, 14:20

Hallo René
Ich habe ein exakt gleiches Paar BM6 (6.3660 und 6.3661) bei mir stehen, die der Überholung bedürfen. Die Sicken der Mitteltöner sind hin und eine Dustcap ist knitterig. Hast Du schon eine kompetente Adresse zur Überholung der Mitteltöner? Eine Box spielt einwandfrei (na ja vom Klingen weit entfernt, es funktioniert alles), die andere hat auf allen Lautsprechern ein Brummen als Nebengeräusch. Vielleicht kann man sich ja austauschen. Bisher hatte ich mich an der alten BM12 erfolgreich versucht.
Bei der BM6 muss man erstmal die Potizuordnungen klären. Hier würde Hilfe schon mal gerne angenommen.

Grüße, Mathias
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Beitragvon wgh52 » 20.06.2017, 20:47

René und Mathias,

postet Euren Austausch vielleicht in einem separaten "Ur-BM-6 Revision" Thread, dann können wir jeweils Rat geben, "vermüllen Renés Vorstellungsthread nicht damit und andere Leser könnten leichter von der Dokumentation profitieren.

Als Erstes müssten die Töner instandgesetzt sein, eine Differenz der MT Sensorwiderstände kommt mir übrigens nicht korrekt vor (von 1k5 kOhm habe ich schon gelesen), BM hilft da durchaus mit Reparatur. Wenn die dann Töner "richtig gehen", müssen erfahrungsgemäß erstmal die roten ERO Kondensatoren "dran glauben" und durch neue ersetzt werden, das sind zwar "zig" Stück, aber nötig. Und die Netzteilladeelkos gegen gute, neue ersetzen macht auch Sinn. Die TL07x gegen moderne JFET OPs zu wechseln ist auch kein Hexenwerk, wäre ein i-Tüpfelchen. Die Potis klären wir u.a. mit Fotos, ich wühle gern mal ob ich eine EV4 Schaltung aus meinen BM-3 Zeiten finde.

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Kaskode » 20.06.2017, 21:03

Hallo Mathias,

ich bin gerade in der Bauteilebeschaffung, hauptsächlich Elkos. Hier habe ich mich auf die Panasonic Serie FM oder FR vergugt. Problem: Es gibt viele Fälschungen im Netz, Händlerplatformen sind für mich keine Option, da muß es schon ein etablierter Elektronikgroßhandel sein. Die können jedoch selbst mit 2-3 Wochen Lieferzeiten aufwarten, da Lieferengpässe.

Die Tantalerbsen auf der Steuerplatine werde ich gegen MKS2 (WIMA) ersetzen. Ebenso die Roederstein EKU (Unipolar) lassen sich gegen MKS2 ersetzen.

Auf den Endstufen muß ich noch mal schauen, auch hier sind Unipolar Elkos, welche so hohe Werte haben, daß diese vom Rastermaß nicht direkt auf MKS ersetzt werden können. Hier hirne ich noch ein wenig, wie ich weiter vorgehe.

Die Trimmer auf der Steuerplatine sind cermet, soweit möchte ich diese für das erste tunen beibehalten. Eventuell für das zweite tunen durch Neue ersetzen. Die in der Nähe von den TL074.Chips liegen, dienen wahrscheinlich zum einstellen der Grenzfrequenzen /Übernahmefrequenzen. Die anderen, welche in der Nähe der Steckerleise liegen, ordne ich der Regelung/Gegenkopplung zu, für jeden Chassis ein Poti. Aber das ist nur eine erste Vermutung. Die Endstufen haben je zwei Trimmer für den Arbeitspunkt und sind Kohle. Die werde ich wohl gleich ersetzen gegen gekapselte cermet.

Ich fahre in ca. 3 Wochen in Urlaub und stehe in Moment arg unter Strom. Daher werde ich nur schauen, wie ich die Teile zumindest noch in Haus bekomme. Im August kann ich das Projekt wahrscheinlich erst angehen. Dann schreibe ich auch mit meinen Erkenntnissen weiter hier in den Faden, vor allem, wie ich mit den MT-Sicken weitermache.

Gruß
René
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Beitragvon Zwodoppelvier » 20.06.2017, 22:24

Hallo René,

kleine Anmerkung: die Potis in der Nachbarschaft der OP dienen nicht zur Einstellung der Übernahme-Frequenzen (diese sind fixiert durch die Rs und Cs ringsum) sondern ermöglichen die Anpassung der Pegel in den drei Wegen.
Du kannst das auch selbst nachvollziehen: die einzelnen Pegel werden am Ausgang der Aktivweiche eingestellt, bevor die Signale via Integratorstufen zu den einzelnen Endstufen gelangen.

Zum Ersatz der Elkos durch Folien-Cs: hier muß/sollte man es m.E. nicht übertreiben. Ein gepolter Elko, der in der Schaltung unter Gleichspannung steht, wird überschaubare Wechselamplituden schon hinreichend sauber weiterleiten; anders sähe es natürlich aus, wenn eine Vorspannung fehlt oder zu gering ist.
Bzl. Folien-Cs hat Gerhard Haas (Röhrenverstärker, Fa. Experience) in seinem Buch "High End mit Röhren" berichtet, daß manche Typen Verzerrungen verursachen, wenn sie nicht nur mit Wechselspannung sondern auch mit Gleichspannung beaufschlagt werden.

Gruß Eberhard
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