René (Backes & Müller BM 6)

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Bei Vorstellungen steht die persönliche, subjektive Erfahrungswelt des Verfassers im Vordergrund. Insbesondere soll die Vorstellung als "Visitenkarte" des Mitglieds gewürdigt bzw. respektiert werden. Dialoge sollten hier vorrangig mit dem Verfasser und nicht mit Dritten geführt werden. Siehe auch die Forumsregeln.

Beitragvon Hans-Martin » 20.06.2017, 22:43

Hallo Eberhard,
das ist ein Thema, welches sicher viele Widersprüche enthält, die entsprechend vielleicht in einem eigenen Thread diskutiert werden sollte. Kennst du Hinweise auf messtechnische Erfassung?
Folienkondensatoren sind vergleichbar dimensionierten Elkos hinsichtlich ESR und dielektrischer Absorption meist überlegen, meine ich.
Meinung, nach Hörvergleich.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Kaskode » 21.07.2017, 19:46

Nun, ich habe jetzt wieder etwas mehr Luft und möchte kurz meinen Fortschritt mitteilen.
Die Mitteltöner habe ich ausgebaut und von den Bröselsicke befreit.

Vorher:
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Nacher:
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Der Chassisrand hat noch ein paar sehr hartnäckige Reste und der Solvent löst die Farbe. Ich war von einer Eloxierung ausgegangen :roll: .

Frage: Wie soll ich mit dem Dustcap weiter vorgehen. Am liebsten würde ich diesen ersetzen. Aber ich bekomme keine Dustcaps aus Aluminium. Lediglich Papier oder Plastik. Kennt jemand eine Bezugsquelle?

Gruß,
René
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Beitragvon wgh52 » 21.07.2017, 21:58

Hallo René,

die Kalotten sehen ja erbarmungswürdig aus! Díe MTs wurden vor Jahr und Tag speziell für B&M gefertigt und die Kalotten waren wohl aus dem Membranmaterial gebaut. Nachdem Partialschwingungsarmut der Membran notwendig für die Funktion des Regelungsprinzips ist, sollten die Kalotten "original" sein. Mit dermaßen tiefen Beulen sollte man die Chassis keinesfalls betreiben, weil dahinter ja gleich der induktive Sensor sitzt und der sollte nicht auch noch beschädigt werden! Auch wenn's teuer sein mag: Eine B&M Reparatur solltest Du ins Auge fassen, B&M macht das noch.

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Kaskode » 22.07.2017, 14:28

Hallo Winfried,

Vielen Dank für den Tipp.
Ferrofluid ist wohl, soweit ich mich eingelesen habe, auch enthalten. Auch das wäre noch ein offener Punkt.
In wie weit muß das Zeug nach 30 Jahren erneuert werden? Wohl ja! Es sei denn, man kann nur die Emulsion ohne dem Magnetit nachgeben. Hiermit würde nur der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden ohne den Metallanteil zu erhöhen. Ansonsten muß wohl alles zerlegt werden, um an den Spalt heran zu kommen.

Gruß,
René
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Beitragvon Hans-Martin » 22.07.2017, 21:25

Hallo René,
zu den Problemen gehört sicherlich, die richtige Flüssigkeit zu finden und zudem die richtige Menge.
Ich bezweifle, dass der Hersteller verrät, woher er seine Mixtur bezogen hat oder gar, welches Lösungsmittel eingesetzt wurde, welches dann sich nachträglich mit den Partikeln sinnvoll verbinden lässt.
Da scheint es mir erheblich einfacher, mit Klebeband die Rückstände aus dem Spalt zu entfernen (der schwierigere Part) und neues Ferrofluid einzufüllen, welches man von manchen LS-Reparaturbetrieben beziehen kann.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Kaskode » 29.07.2017, 20:55

Hallo,

ich habe die Karlotte, da ohnehin zerbeult, abgenommen.
Hier ein Bild vom "Cabrio"

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Der Sensor ist noch OK, der Widerstand beträgt 250 Ohm.
Jetzt geht es um den Ersatz einer neuen Alu-Karlotte.

Gruß,
René
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Beitragvon Kaskode » 12.08.2017, 22:43

Kurzes Update:

zwischenzeitlich wurde ein Regal gebaut. Um die Bretter zu verleimen, habe ich eine Presse gesucht und gefunden.
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Würde im diesen Zustand auch als Boat anchor dienen.

Ich hoffe, das ich die Mitteltöner bis nächste Woche fertig habe, sodaß ich hier möglichst positive Neuigkeiten einstellen kann.

Gruß,
René
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Beitragvon Kaskode » 17.08.2017, 18:50

So, es ist geschafft. Neue Karlotten habe ich in der passenden Größe nicht auftreben können. Alles entweder Papier oder Plastik. Ich habe dann so wie bei einem Foliendeckel eines Joghurtbechers die Karlotte ausgebeult und die Knicke so gut wie möglich in mehreren Gängen ausgestrichen. Das die Karollte nicht mehr tauchfrisch ist, ist klar zu sehen. Wenn ich Neue finde, überlege ich diese eventuell zu ersetzen. Andererseits möchte ich dem Gesamtgebilde keineren weitern Stress antun. Der Zustand des MT ist nach 30 Jahren als kritisch zu sehen. Die Membrane war leicht nach unten geneigt gewesen (gekippt). Wahrscheinlich hat die fehlende Sicke der Schwerkraft freien Lauf gegeben und die Zentrierspinne konnte das alleine nicht abfangen. Zum Zentrieren habe ich graue Haare bekommen und bin der Meinung, daß es noch nicht optimal ist. Zumindest kratzt die Spule nicht. Am Ende saß ich pro Chassis so um die 4-5 Stunden dran, aber egal, das ist die Passion.
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Der Einbau erfolgte, um der Schwerkraft zu sagen wo es langgeht, um 180 Grad verdreht (auf den Kopf). Hoffendlich kommt die Zentrierspinne mit der Membrane wieder in eine bessere Lage.

Gruß,
René
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Beitragvon Hans-Martin » 17.08.2017, 19:32

Hallo René,
wenn die Monoabbildung nicht mehr scharf in der Mitte erscheint, würde ich mir wegen der ausgebeulten Kalotte vielleicht Sorgen machen (Kanaldifferenzen), ansonsten sieht das doch schon recht gut aus, und ich vermute, dass eine bessere Lösung sich nicht finden lässt.
Es ist allerdings zu befürchten, dass die Zentrierung, die jetzt gerade wunderbar funktioniert, sich doch noch etwas verändert und die äußere Sicke irgendwann noch einmal zur erneuten Zentrierung gelöst werden muss, wenn das genauso lange dauert, wie sich das Problem aufgebaut hat, kann man damit leben...
Ich drücke die Daumen!
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Kaskode » 19.08.2017, 20:46

Hallo Hans-Martin,
das mit der Monoabbildung werde ich im Hinterkopf behalten.

Update:
Jetzt, wo die MT wieder in ihre Heimat gezogen sind, habe ich den Samstag genutzt, um ein wenig Kolophonium aufrauchen zu lassen. Das Ergebnis sah dann so aus:
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Im Anschluss standen noch ein wenig Holzarbeiten auf den Plan:
So sieht es aus, wenn die Kiefer die Esche trifft.
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reicht an Arbeit für heute, Morgen geht es weiter.

Gruß,
René
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Beitragvon Kaskode » 20.08.2017, 15:08

Update:

da die Lautsprecher so schwer sind, dachte ich mir die Messgeräte vom Bastelkeller hochzubringen. Das hat zur Konsequenz, daß der Wohnzimmertisch zu belegen ist, was natürlich im Familienleben kritisch werden kann. Daher habe ich vorerst nur eher eine „Kennenlern-Runde“ mit der „magischen“ BM-Classic Platine vorgenommen. Das hilft mir, weitere Erkenntnisse zu gewinnen, um dann im nächsten Anlauf es besser und richtiger zu machen, gleichzeitig wird das Wohnzimmer nicht so lange besetzt und so wieder von dem Mess-Gerümpel befreit.

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Vor dem Messen hatte ich die Lautsprecher im normalen Hörbetrieb, einfach mal schauen, was auffält. Soweit alles fit, das 50Hz Brummen ist weniger, leider ist auch ein MT ein Tick leiser als der Andere. Ob das schon vor 5 Jahren so war, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Sie lagen ja länger ohne Gebrauch. Es kann aber eventuell auch von dem doch alternden Ferrofluid kommen. Die Musik, die Stimmen und Instrumente waren jedoch unauffällig.

Dann kam die Rummesserei und kam zur der Erkenntniss, nichts verändern zu müssen, Lediglich den leisen MT habe ich im Pegel angepasst, es waren etwa 3 dBVeff auf dem HP-Analysator. Das Mikrofon-Schätzeisen beließ ich auf der gleichen Frequenz zum messen, um wenigstens eine Konstante zu haben. Ein quer über alle Frequenzen ergab keine Auffälligkeiten im Pegel, ebenso nicht beim anderen Lautsprecher.

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(i:Das Foto hatte ich zu früh gemacht, ich hatte schönere machen sollen mit logarithmischer Einteilung
ii: Die zweite Spitze bei 17 kHz ist eine Störung, die immer da war, auch bei ausgeschaltetem Lautsprecher, den Störer werde ich aber noch finden)

Das ist soweit alles ok. Es wird jedoch eine zweite Messsitzung geben. So, das ich eventuell nicht das Wohnzimmer nutze und ich den Aufbau auch länger stehen lassen kann. Hier werde ich versuchen die Thematik der Gegenkopplung messtechnisch zu erfassen. Das habe ich nicht ganz verstanden, an welcher Stelle ich den Regelkreis öffne, um den Faktor zu ermitteln. Wer hat mir einen Tip?

Die schwer zu erreichenden Messpunkte an den Endstufen haben mich davon abgelassen, da zu messen. Ich werde das auch auf der zweiten Sitzung machen, wenn es mir gelingt, die Elektonik besser zu positionieren.

Auch der jetzige Aufbau war dann doch zu quick oder zu dirty. Der H35660A ist eine Heulboje, die Lüfter sind eine Hölle, ebenso die anderen Geräte. Das alles nebem den Messmikro, so wird das nichts. Ich werde bei der nächsten Runde die Geräte in den Flur stellen und mit lediglich den Mikrofonkabel und Ansteuerung die Pegelmessungen verifizieren.

Auch wenn das alles nicht viel neues gebracht hat, so gab es auch keine böse Überraschung. Trotzdem möchte ich es hier teilen, um weiter zu kommen, weitere Ideen zu entwickeln. Danke für das Reinschauen und eure Kommentare.

Gruß,
René
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Beitragvon modmix » 20.08.2017, 17:11

Hallo René,

macht mir richtig Spaß diese alten Schätzchen in Gebrauch zu sehen :cheers:
Kaskode hat geschrieben:Der HP35660A ist eine Heulboje, die Lüfter sind eine Hölle, ebenso die anderen Geräte.
Deswegen nutze ich meist ein lüfterloses Hameg - das eigentlich doch sehr schöne 2565B wird nur angeschaltet, wenn seine Bandbreit gebraucht wird :cry:
Heute nutze ich gerne z.B. Arta als RTA - macht deutlich weniger Krach ,-)

Freue mich auf Deine Fortsetzung(en).
Ulli
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Beitragvon Kaskode » 20.08.2017, 18:58

Hallo Ulli,

ja, Arta wird über kurz oder lang kommen. Aber noch kann ich PC-seitig nicht mithalten. Meine Soundkarte mit 16/48 wird sich nicht sichtbar von dem Schätzchen hervorheben können. Erst wenn ich mit 24/192 auftrumpfe könnte, wird es richtig spannend. Weiterhin erkennt man die Gene des HP-DSA eindeutig: Es kommt aus einem Haus welches Messgeräte herstellt. Alleine das Frontend ist ne Wucht. Eine Soundkarte hat da andere Schwerpunkte.

Gruß,
René
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Beitragvon Kaskode » 28.09.2017, 20:13

So, die zwei BM6 spielen wieder.

Erst einmal ein großes Dankeschön an dieses Forum. Das gesammelte und niedergeschriebene Wissen ist eine große Schatztruhe. Ich hätte nie vermutet, das B&M so viele Varianten der BM6 vermarktet hatte, inbesondere nicht, das es innerhalb einer Generation mehrere Untervarianten gibt. Es brauchte eine ganze Weile um festzustellen, daß meine Variante bestimmte Bauteile nicht mehr hat, welche die der früheren noch hatten, z.B. die Chassisrelais. Daher war es manchmal nicht einfach, den Abgleichanleitungen der Nextelgeneration nachzuvollziehen, wenn ich selber nur die neuere Steuerplatine kenne. Aber alles in allem hat es nun geklappt. Insbesondere die Mitteltöner, welche mir anfangs große Sorgen gemacht haben, verrichten ihre Arbeit gut.

Die Lautsprecher stehen nun im Wohnzimmer, in einer neu bezogenen Wohnung in der ich noch nie Musik gehört habe und daher keinen vorher-nachher Vergleich kenne. Aber nach dem dritten oder vierten vertrauten Musikstück war klar: Da war er wieder, dieser typische analytische Sound eines B&M Classic-Lautsprechers. Ich bin wieder Zuhause angekommen.
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Beitragvon wgh52 » 28.09.2017, 20:47

Hallo René,

Gratulation zur gelungenen Reanimation!

Sollten Dir die BM6en irgendwann doch zuuuu "analytisch", "metallisch" oder etwas "nervig" erscheinen (was durchaus passieren könnte :wink: ) gibt's ja auch da Abhilfe durch veränderten Abgleich, etwas modernisierenden Umbau oder per DSP 8)
Ich glaube mit den Teilen kann man auch heutzutage sehr preiswert, sehr schön Musik hören :cheers:

Grüße,
Winfried

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