Neu bei uns: Ecki (Focal Electra 1028 BE)

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Neu bei uns: Ecki (Focal Electra 1028 BE)

Beitragvon oppaunke » 03.08.2017, 21:06

Moin zusammen,

ich bin hier ziemlich oft von Tante G hineingeportet worden, weil ich nach Info zu irgendeiner Komponente suchte usw. Den Titel "Aktives Hören" habe ich gelesen aber nie beachtet. Mein Hinterkopf hat es wegsortiert unter "Leute, die nicht einfach so dasitzen und sich berieseln lassen, sondern beim Musikhören "aktiv" bei der Sache sind, bezüglich Verbesserungspotential - eben wie früher bei der Tonarmjustage..." und fand es angenehm sympathisch. Ich dachte mir "...kenn ich irgendwoher...". Keine Silbe von Aktivlautsprechern kam mir in den Sinn, denn die Beiträge handelten ja von Geräten, nach denen ich geG't hatte... :roll:

Ich höre also passiv. Mein audiophiler Werdegang begann im Alter von etwa 10 Jahren, als ich mir meinen ersten Kassettenrecorder kaufte. Mono, schlechtes Laufwerk, eingebauter Lautsprecher - eher ein Diktiergerät. Bereits nach 5 Minuten schloss ich eine uralte Breitbandlautsprecherbox (gehörte mal zu einem Röhrenradio) an. Und so ging das weiter. Wann immer es ging, wurde aufgerüstet. Ihr wisst schon.

Durch meine Familie war ich schon in jungen Jahren musikalisch vorgeprägt (unter den Verwandten sind Berufs-Instrunentalisten, -Sänger und Orgelbauer). Ausschliesslich im klassischen Bereich, das musste ich nun nicht auch noch nachmachen. Daher ist mein Tonträgervorrat auch recht rar in diesem Genre. Deutlich zahlenmäßig überlegen ist die "Progressive Rock" Fraktion (Gentle Giant, Yes, Genesis aus den 70ern, aber auch Sachen aus dem neuzeitlichen Steven-Wilson-Universum, sowie IQ oder echolyn). Vereinzelt findet sich aber auch etwas Metal-lisches (Opeth, Gojira, Meshuggah), elektronisches (Mike Oldfield, Boris Blank) oder poppiges (Sting, Tears For Fears, ABBA), jedoch keineswegs breitflächig, sondern eher selekiv. Mein Interesse an Synthesizern und E-Gitarren nebst Beiwerk bescherte mir in jungen Jahren einen Bühnenstellplatz in einer Rockband, an der ich meine tontechnischen Fähigkeiten ausprobierte. Zur Professionalität führte ich diese dann ein paar Jahre später auf diversen Bühnen weiter, wo ich mit schönen analogen Konsolen (die man nur mit dem Stapler bewegt kriegt) arbeiten durfte - diese Zeit hatte also auch ihre guten Seiten. Heute mache ich etwas vernünftiges.

Gegenwärtig bin ich Vollblut-Streamer. Auf meiner QNAP NAS (steht im Arbeitszimmer in einem mit dickem Basotect ausgekleideten Serverschrank) liegen FLAC Files, die ich mit foobar gerippt, getaggt und sortiert habe. Im Wohnzimmer steht das Rack, wo ein lüfterloser Intel NUC D54250WYK mit Daphile als Server und primärer Endpoint/Player läuft. Daran hängt (noch per geschirmter Beipackstrippe) ein USB Regen, der seinerseits im Oppo HA-1 steckt. Dieser spielt im HT Modus (Lautstärkepoti bypass) in einen Klark Teknik DN410 2x 5 Band parametric EQ. Diesem habe ich ein Thel-Audio "Black Pulsar" Netzteil verpasst und die originalen Ausgangsübertrager, sonst hätten die Ausgänge nur ein unsymmetrisches Signal. Ebenfalls von Thel-Audio stammen die symmetrisch ausgeführten Stufenpotis, die sich digital ansteuern lassen. Dazu habe ich einen Arduino mit IR-Empfänger und Motor-Shield versehen und so programmiert, dass ich ein Alps Motorpoti steuern kann, welches wiederum die Relais auf den Thel Platinen steuert. Neben ein paar anderen Funktionen (Mute, Dim, Reaktion auf Input Select vom Oppo mit speicherbarer Grundlautstärke) gibt es auch ein serielles Protokoll nach draußen, welches mit meinen Squeezeboxen spricht und ein relatives Ändern aller synchronisierten Player erlaubt, ohne dass ich beim Hauptsystem auf analoge Lautstärkeeinstellung verzichten muss. Kurz: Das Ding macht laut und leise. Daran hängt dann eine Musical Fidelity M6PRX Endstufe, die ein Pärchen Focal Electra 1028 BE antreibt. Strom kommt aus einem IsoTek Aquarius, ein paar IsoTek Netzkabel sind verbaut (Premier und Sequel, drüber wirds zu Aua) und die Niedervolt Verbraucher sind ihrer Steckernetzteile beraubt und hängen stattdessen an einem HD Plex 100W LPSU. Im Essbereich hängen zwei Focal Dome an einem Raspberry Pi 3 mit JustBoom AmpHat und PiCorePlayer, ansonsten steht im Arbeitszimmer noch ein alter Sony TA-F419R mit einem Pärchen KEF C20, an dem ein alter Raspberry Pi mit Hifi-Berry DAC hängt. Ansonsten gibt es noch 2 Squeezebox Radios, die bei Bedarf z.B. auf den Balkon dürfen.

Kürzlich probierte ich aus, ob Roon etwas für mich ist. Ganz nette Idee mit dem Browsing, mir fehlt aber ein bisschen die vertraute Struktur (Artist[a-z]->Album[old..new][a..z]); ich brauche mit der App gefühlt zu lange um dahin zu kommen, wo ich hin will, ausser ich benutze die Text-Suche... Naja, mich überzeugt es nicht wirklich (hätte ich keine Squeezebox-Umgebung wäre das sicher anders). Klanglich? Gut, aber ich kann nicht sagen "besser als Daphile". Probiert mit Macbook Air und Windows Notebook als Roon Bridge. Glaube, Roon ist nichts für mich (dass mich das komplette Umprogrammieren meiner Lautstärke-Arduinos abschreckt, kommt noch hinzu). Durch die Versuche und die Leserei hier bin ich aber auf die Idee gekommen, dass so ein sMS-200 vielleicht ganz nett wäre... Mal schauen. Seit heute hängt mein Daphile-NUC übrigens im 5 GHz WLAN... Hätte ich nicht gedacht, das ist deutlich! Danke Fujak ;)

So, das solls erstmal gewesen sein!
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Beitragvon Fujak » 03.08.2017, 21:34

Hallo Ecki,

da Du mich persönlich angesprochen hast, möchte ich Dich hier als Erster willkommen heißen. Auch noch aus einem anderen Grund. Auch meine erste Audio-Koponente war ein damals sehr populärer Kassettenrekorder der Marke Poppy. Mein erstes Soundtuning bestand darin, dass ich irgendwann entdeckte, dass der "Sound" deutlich zulegte, wenn ich den Kassettenrekorder in einer geöffneten Schublade betreibe anstatt auf dem Tisch. Der Klang legt deutlich an Bass-Volumen zu. Es folgte davon inspiriert dann die erste Wiedergabekette aus Zuspieler (Kassettenrekorder) und Verstärkerstufe mit Zwei-Wege-Lautsprecher (ein großes Röhrenradio). Also da konnte ich mich gut in Deiner Beschreibung wiedererkennen.

Ansonsten bist Du ja in Deinem heutigen Setup offenbar sehr vielschichtig audiophil versorgt. Noch nicht ganz verstanden habe ich, welche Lautsprecher Du als "Hauptabhöre" einsetzt.

Viel Spaß bei uns. :cheers:

Grüße
Fujak
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Beitragvon Horse Tea » 03.08.2017, 22:04

Hallo Ecki,

na dann mache ich mal den Anfang (sehe gerade: bin 2. Sieger, Fujak war schneller, naja, ist ja auch Moderator) Dich in diesem Forum herzlich zu begrüßen.

U.a. die von Dir beschriebenen Regelung der Lautstärke lässt mir noch den Mund offenstehen, so dass ich gar nicht wirklich fragen kann, warum? Ich verstehe davon zu wenig, aber da gibt es bestimmt berufenere Forumsmitglieder. Wenigstens bei der Stromversorgung kann ich mitreden, da sind wir beide bei Isotek gelandet :cheers:. Auch sonst habe ich dieses Thema für mich entdeckt, da es bereits entscheidenden Zugewinn gebracht hat, diese weiter zu optimieren (Afis, Netzteile). Und das bei einem Techniklaien. Und die 5 GHz WLAN probiere ich jetzt auch mal aus.

Kannst Du Dir vorstellen, in die Schuhe Deiner klassikliebenden Verwandten hineinzuwachsen? Ich habe mit 25-35 Jahren Jazz auch gar nicht gemocht, heute gibt es eine Richtung, die ich viel höre, während andere Jazzgenres mir das Grausen bereiten. Ich will sagen, mein Musikgeschmack änderte sich mit der Zeit, d.h. dem eigenen Alter und dem Zeitalter bzw. dem Zeitgeschmack.

Freundliche Grüße
Horst-Dieter Lemke
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Beitragvon Fortepianus » 04.08.2017, 12:36

Hallo Ecki,

willkommen hier im Forum! Du bist ja geübt im Umgang mit dem Lötkolben, entnehme ich Deiner Anlage, denn die Thel-Komponenten wollen verkabelt werden, bevor sie spielen. Solche Lötkolbenschwinger gibt's hier noch mehr im Forum, deshalb hoffe, dass Du Dich wohlfühlen wirst.

oppaunke hat geschrieben:ich bin hier ziemlich oft von Tante G hineingeportet worden

Viele Grüße
Onkel G
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Beitragvon oppaunke » 04.08.2017, 20:03

Danke danke danke! Das geht ja gut los :D

Fujak hat geschrieben:...Es folgte davon inspiriert dann die erste Wiedergabekette aus Zuspieler (Kassettenrekorder) und Verstärkerstufe mit Zwei-Wege-Lautsprecher (ein großes Röhrenradio)...

Bei mir ging es 1-2 Jahre später mit einem abgelegten 1/4" Stereo-Spulentonbandgerät, Modell "Jupiter" weiter, mit gusseisernem Rahmen und Holzwangen aussen, sowie schrecklich rauschenden Germanium Transistoren innen... Und für fremdbespielte Bänder lag immer der Schraubenzieher für den Azimuth des Tonkopfes daneben :shock:
Fujak hat geschrieben:Noch nicht ganz verstanden habe ich, welche Lautsprecher Du als "Hauptabhöre" einsetzt.

Das wären die hier:
oppaunke hat geschrieben:...ein Pärchen Focal Electra 1028 BE...

Horse Tea hat geschrieben:U.a. die von Dir beschriebenen Regelung der Lautstärke lässt mir noch den Mund offenstehen, so dass ich gar nicht wirklich fragen kann, warum?

:D ...weil es sowas nicht so zu kaufen gibt, wie ich es haben will (das war die Kurzversion). Ich wollte meinen analogen Klark Teknik Equalizer sowohl symmetrisch betreiben, als auch lautstärkeunabhängig stets mit vollem Pegel anfahren. Mit einer klassischen Vorstufe (oder Vollverstärker mit serienmäßiger Auftrennung, meist vor der Lautstärkeregelung und fast immer unsymmetrisch - ich glaube Accuphase sind die einzigen, die sowas in XLR anbieten) hätte ich das nicht erreichen können:
Quelle [DAC]-> Vorstufe [Eingangswahl -> Preamp -> Lautstärke -> XLR Ausgang] -> Equalizer -> Endstufe

Hier bekommt der Equalizer nur so viel Pegel wie laut ich eben stelle (klanglich nicht empfehlenswert, so ein Gerät zu untersteuern) und zudem kommt dessen Rauschpegel immer ungedämpft an die Endstufe. Daher wollte ich das so:
Quelle [DAC mit schaltbaren Eingängen] -> Equalizer -> Lautstärke -> Endstufe.

Der Oppo HA-1 hat per IR Fernbedienung schaltbare Eingänge und liefert etwas über 4 Vrms am symmetrischen Ausgang - mehr als genug für die Endstufe. Ich dämpfe seinen Pegel am Eingang des EQ sogar um ein paar dB, damit seine Klangregelstufen und natürlich auch die Ausgangstrafos nicht zu nah an die Sättigung fahren. Trotzdem liegt da immer "Suppe" an. Zusätzlich dämpfe ich mit der "Wunschlautstärke" auch das (sehr geringe!) Rauschen des EQ ab.
Jeder "normale" Mensch hätte jetzt entweder einen Digital Volume Control Chip (wie z.B. den PGA2320) verwendet, oder noch einfacher ein logarithmisches 4-Kanal-Tandempotentiometer in ein Gehäuse gebaut. Mit dem Chip wäre ich klanglich wieder abhängig vom Netzteil gewesen und das "einfache" Poti (kann man auch böse Geld für ausgeben) hat immer Bereiche, in denen nicht alle Bahnen den gleichen Widerstand haben -> Gleichlauffehler*. Das wollte ich umgehen. Die Thel Platinen haben Widerstände mit sehr moderaten Toleranzen (Welten besser als selbst teure Potis) und trotzdem ist der Signalweg vollständig analog. Je zwei davon pro Kanal habe ich in ein abschirmendes Subgehäuse eingebaut und nur die Audio- und Steuerleitungen herausgeführt... Naja und mich hat das Arduino Projekt gereizt (das ist ein Mikrocontroller, der sich leicht und flexibel programmieren lässt, es gibt tonnenweise Lektüre darüber, ebenso Programmbibliotheken und Zubehör, wie z.B. das Motorshield).
*) Gute Hersteller selektieren diese bzw. legen den voraussichtlich meistgenutzten Einstellbereich auf eine wenig kritische Position (meist ist der Gleichlauf am Anfang/Ende des Regelwegs am schlechtesten, also passt man die Pegel vor und nach dem Poti so an, dass der Nutzer z.B. um die 12 Uhr Position stellt).

Horse Tea hat geschrieben:Kannst Du Dir vorstellen, in die Schuhe Deiner klassikliebenden Verwandten hineinzuwachsen?... ...Ich will sagen, mein Musikgeschmack änderte sich mit der Zeit, d.h. dem eigenen Alter und dem Zeitalter bzw. dem Zeitgeschmack.

Ich beschäftige mich durchaus auch mal mit Klassik, habe mir vor ein paar Tagen die von Gert empfohlene Platte (Années de Pèlerinage (Intégrale), Franz Liszt) gekauft, sowas läuft schon mal - auch wenn ich es nicht immer eine ganze Platte lang durchhalte. Aber wenn, dann entweder alte Musik (Frühbarock auf historischen Instrumenten) oder Instrumentales. Den Stil ausgebildeter Sänger, besonders in Bezug auf Vibrato (Fachjargon: "Quintenschleudern"), wo der eigentlich gesungene Ton ins Abstrakte abschweift, konnte ich in den letzten gut 40 Jahren nicht schön finden. Bei Jazz bin ich offen und relativ unerfahren; es muss mich "auf dem richtigen Fuß erwischen". Und ich gebe Dir total recht: der Geschmack wandelt sich! Vor Metal oder Gentle Giant wäre ich vor 20 Jahren in weitem Bogen geflohen :wink:
Fortepianus hat geschrieben:...Du bist ja geübt im Umgang mit dem Lötkolben...

Kann man sagen. Erinnere mich an eine Nacht, in der ich 40 XLR Kabel gebaut habe, weil sie am nächsten Morgen auf den LKW sollten... Und die selbst gezeichneten, geätzten und gebohrten Platinen, die ich mit irgendwelchen Schaltungen aus Büchern bestückte. Ist aber alles nichts im Vergleich zu Modifikationen an SMD Schaltungen, wie z.B. im Oppo HA-1 :wink: :wink: :wink:

Viele Grüße,
Ecki
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Beitragvon Horse Tea » 04.08.2017, 21:25

Hallo Ecki,

danke für die interessante Erläuterung Deiner selbst realisierten Lautstärkeregelung. Von Deinen LS habe ich schon viel positives gelesen. Die würde ich auch gerne mal hören; ich höre auch passiv (Maggies).

Bei Alter Musik auf historischen Instrumenten treffen sich unsere Interessen auch wieder. Ich halte diese Musik für außerordentlich schwierig auf der Heimanlage angenehm hörbar wiederzugeben. Das ist eine Herausforderung an den Hobbyisten bzw. die heutige Technik. Auch live klingt das manchmal (schön !!!) schräg. Jede Herausforderung hat aber auch seine angenehmen Seiten, wenn man sich keinen Stress macht.

2 Jazzfavoriten und eine Aufnahme alter Musik habe ich hier

viewtopic.php?f=30&t=8887 (z.Zt. letzter Post)

zu einem Hörtest verwendet. Passt die Musik vielleicht in Deine Richtung?

Schönes Wochenende und viele Grüße
Horst-Dieter
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Horse Tea
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