Uli (aktive DIY-Hörner)

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Beitragvon Rudolf » 31.05.2011, 16:24

Hi Uli,

Glückwunsch zum neuen, toll gestalteten Hörraum ... was aber sagt Acourate dazu?

:cheers:
Viele Grüße
Rudolf
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Rudolf
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Beitragvon uli.brueggemann » 31.05.2011, 16:42

Fortepianus hat geschrieben:Bewährt sich denn die Schalldämmung? Sind die Wände eigentlich gelocht und wirken damit schallschluckend bzgl. Reflexionen, oder ist der Wandaufbau im Wesentlichen der Schallisolierung zur Umgebung geschuldet (zur Quelle biegeweiche Oberfläche, dann Abstand mit Dämmmaterial zu einer möglichst massereichen Wand als akustischer Tiefpass)?

Hallo Gert,

der Raum ist ja fast quadratisch. Und ich hab mich gefragt was ich tun kann. Da ich die Wand (Innenwand) ja auch bzgl. Wärme isolieren wollte, war zuerst Rigips mit Styropor in Planung (siehe Seitenwand). Nun gibt es den Gipskarton ja auch gelocht. Findet man in manchen Gebäuden an der Decke zwecks Akustikmaßnahmen. Ok, warum nicht also so eine Platte nehmen (sie könnte übrigens auch geschlitzt sein, quadratische Löcher gäbe es auch ...). Ziel: eine möglichst schallschluckende Rückwand, also Energievernichtung durch schalldurchlässige Wand (Löcher) mit Glasfaser/Steinwolle dahinter. Man kann auf den Bildern sehen, dass die Lattung dahinter kreuzweise angelegt ist mit zwei Schichten Dämmung.
Übrigens: in der Mitte der Rückwand war ja eine Tür. Die Öffnung ist als Kasten zugemacht, natürlich auch mit Dämmung. Hintergedanke: falls erforderlich wird ein Rohr vom Hörraum mit entsprechend Durchmesser und Länge in den Kasten geführt = Helmholtzabsorber. Es sind also noch Variationen drin.
Die Rückwand sollte so gleichmäßig wie möglich werden. Die notwendige Tür, man will ja rein- und wieder rauskommen, passt da eigentlich nicht ins Konzept. Na gut, dann füllen wir eben die Türöffnung ebenfalls mit einem Kasten mit Lochplatte und Dämmung aus. Ist tricky zu bauen wegen Kollisionsbetrachtung. Das flutscht um Millimeter und man spürt beim Öffnen und Schliessen wie die Luft im Spalt fliesst :D

Die Schallisolierung zur Umgebung war mir relativ egal, es ist aber erstaunlich, wie wenig im Haus zu hören ist.

Grüsse, Uli
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Beitragvon uli.brueggemann » 31.05.2011, 16:52

Aktivboxer hat geschrieben:p.s. Wann läuft der Mono-Hornlautsprecher rechts aussen? :mrgreen:

Lutz,

den spiel ich ab und zu mal, wenn mir wieder der Sinn nach Klirr steht. Das Gerät tut es ja noch.
Ich bin da sentimental und finde auch den Gegensatz der unverstärkten mechanischen Wiedergabe zur voll digitalen Anlage (except LS) schlichtweg immer noch faszinierend.

Grüsse, Uli
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Beitragvon uli.brueggemann » 31.05.2011, 16:57

Rudolf hat geschrieben:Glückwunsch zum neuen, toll gestalteten Hörraum ... was aber sagt Acourate dazu?

Rudolf,

danke (auch den anderen).

Tja, Acourate steuert nach wie vor die Chassis aktiv an und korrigiert eben über alles. Wirkungsgrade und Eigenheiten der Treiber, linearphasige Frequenzweichen und natürlich hat der Raum auch seine Eigenschaften. Nachhall RT60 breitbandig gleichmässig so ca. 0,35 sek.

Noch fehlt etwas Stoff, der Raum ist nicht endgültig fertig. Doch der Weg gehört auch zum Ziel.

Frequenzgang korrigiert:

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Beitragvon Aktivboxer » 31.05.2011, 16:58

Hallo Uli,

uli.brueggemann hat geschrieben:Ich bin da sentimental und finde auch den Gegensatz der unverstärkten mechanischen Wiedergabe zur voll digitalen Anlage (except LS) schlichtweg immer noch faszinierend

zumindest wirst Du an diesem Wunderwerk keine Optimierungen durchführen wollen! :wink:

Viele Grüße

Lutz
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Beitragvon Udor » 31.05.2011, 17:26

Hallo Uli

Wow, ich bin platt. Da hast du aber alle Register gezogen. Vorallem die "Tresortür" gefällt :shock:

Was ist das braune in der Mitte hinter der gelochten Platte ? Auch Mineralwolle ? Die Tapete ist wahrscheinlich akustisch durchlässig ? Hach wenn das nicht immer alle soo viel arbeit wäre...

Ich vermute mal das Acourate da gar nicht mehr soo viel korrigieren muss oder ?
Wünsch dir auf jeden fall viel spass in deinem neuen Musikraum.

Gruss Udo
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Beitragvon uli.brueggemann » 31.05.2011, 17:49

Udor hat geschrieben:Was ist das braune in der Mitte hinter der gelochten Platte ? Auch Mineralwolle ? Die Tapete ist wahrscheinlich akustisch durchlässig ? Hach wenn das nicht immer alle soo viel arbeit wäre...

Ich vermute mal das Acourate da gar nicht mehr soo viel korrigieren muss oder ?

1. Mineralwolle
2. Normale Vliestapete. Dahinter Multipor Mineraldämmplatte mit 95% Porosität, m.E. neben Wärmedämmung auch gut schalldämmend.
3. Nun doch, es ist kein schalltoter Raum. Und dann wären ja noch die Chassis selbst. Es gibt ja keine passiven Bauteile oder Weichen.

Grüsse, Uli
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Beitragvon Markus » 31.05.2011, 17:59

Hallo Uli,

Glückwunsch zu Deinem fast abgeschlossenen Projekt. Danke für die schöne Bebilderung der Entstehung. Du bist ja richtig modern mit dem floralen Tapetenmuster. Da haben wir ja parallel gearbeitet! Dann sollten wir uns mal wieder besuchen und die Maßnahmen gegenseitig abnehmen (Danke für Deine email). Du bist natürlich ebenfalls herzlich eingeladen.

uli.brueggemann hat geschrieben:... Weiterhin ist zu schildern, dass das Haus ein Passivhaus ist ... zusätzliche Maßnahmen zur Wärmedämmung durchgeführt. Was richtig gemacht werden muss, sonst kann es Probleme mit kondensierender Feuchtigkeit geben ...

Ja, wir sind verrückt. Erst setzen wir alles dran, daß es keine thermischen Brücken/Leckagen gibt und dann beheizen wir den Keller doch wieder. Über Deine Variante der Isolierung würde ich gern mal diskutieren. Bei mir steht der Ausbau zum Saunakeller noch an (seit Jahren ...).

uli.brueggemann hat geschrieben:... Aussenwände mit Porester ... Innenwände mit Rigips ...

Du hast den Boden vergessen, hoffentlich holst Du Dir keine kalten Füße mit Deinen lippischen Sicherheitsschuhen. ;)

Hast Du bzgl. der (Be-)Lüftung noch was in petto?

Bis bald
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Beitragvon uli.brueggemann » 31.05.2011, 19:36

Markus hat geschrieben:Dann sollten wir uns mal wieder besuchen und die Maßnahmen gegenseitig abnehmen (Danke für Deine email). Du bist natürlich ebenfalls herzlich eingeladen.

Ja, Bauabnahmen müssen sein :-)

Markus hat geschrieben:Über Deine Variante der Isolierung würde ich gern mal diskutieren. Bei mir steht der Ausbau zum Saunakeller noch an (seit Jahren ...).

Machen wir, gerne bei der Bauabnahme. Übrigens kannst Du schon beim Bauen schwitzen.

Markus hat geschrieben:Du hast den Boden vergessen, hoffentlich holst Du Dir keine kalten Füße mit Deinen lippischen Sicherheitsschuhen- ;)

Na ja, der Keller steht auf lippischem Sand, mit Estrich und Teppichboden sind die ersten Massnahmen getroffen. Hab noch einen Teppich zusätzlich in der Warteschleife.

Markus hat geschrieben:Hast Du bzgl. der (Be-) Lüftung noch was in petto?

Das Lüftungssystem besteht aus einer vollautomatischen Meldeeinrichtung mit manueller Stellvorrichtung: wenn Petra meint, es wäre Zeit, mal das Fenster zu öffnen, dann tu ich das. :mrgreen:

Grüsse, Uli
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Beitragvon cay-uwe » 31.05.2011, 20:06

Uli,

mit großen Interesse habe ich die Entstehung Deines Hörraumes verfolgt. Besonders freut mich, dass Du, der über alle Möglichkeiten der LS Korrekturen verfügt, auch das Thema Raumakustik nicht vernachlässigst.

Ich bin der Meinung, dass die Kombination aus LS Korrektur und Raumakustik die besten Voraussetzungen sind, um den Ideal zum Musik hören näher zu kommen.

Ich gratuliere Dir für das tolle Hörzimmer :cheers:
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Beitragvon Rossi » 31.05.2011, 21:25

Hallo Uli,

ein toller Dia-Bericht und höchsten Respekt vor dem Aufwand, den Du hier zum Erreichen des optimalen Musikgenuß betrieben hast. Bild

Mir ging es beim Betrachten Deiner Bilder übrigens gleich wie Joe: Deine Tresortür haut einen um. Bild

Gruß,
Stefan
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Beitragvon detlevR » 08.08.2011, 18:26

Ja die Tresortür ist beeindruckend, erst recht wenn man sie live erlebt :cheers:

Ich hatte neulich das Vergnügen Uli's Raum in Augenschein zu nehmen und ich bin nicht nur davon beeindruckt. Der Aufbau ist wie ich es mir vorstelle: perfekt (das einzige was fehlt sind Bilder an der Wand :wink: ). Auch die Akustik ist beneidenswert. Leider kann ich meinen "Hörraum" nicht so aufbauen, da es auch mein Wohnzimmer ist :cry:

Als nächstes beeindruckte mich die Räumlichkeit der Anlage. Ich habe schon einige Anlagen gehört, aber noch keine, die eine so präzise und klare Räumlichkeit abbildet. Das machte mich schon recht nachdenklich :D

Naja, was soll ich sagen: Ich habe noch einiges zu tun. Was ich mir mitgenommen habe ist, dass ich auf jeden Fall mir meine Boxen auch selber bauen werde. Was Uli mit Acourate da auf die Beine stellt, ist einfach eine Klasse für sich. Ein in sich geschlossenes Konzept.

Ich kann nur jedem empfehlen Uli einmal zu besuchen und sich selber zu überzeugen.

Danke Uli für Deine Gastfreundlichkeit :cheers:

Gruß

Detlev
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Beitragvon nihil.sine.causa » 18.06.2012, 19:54

Hallo zusammen,

heute war endlich die Zeit für meinen lange geplanten Besuch bei Uli. Das war ein außerordentlich spannender Tag für mich mit vielen neuen Eindrücken. Vielen Dank dafür, lieber Uli! :cheers:

Besonders beeindruckt hat mich die konsequente Digitalkette: Digitalquelle, digitale Filterbänke, Convolving natürlich und digital weiter kurz vor die Endverstärkung für die einzelnen Chassis. Diese Architektur - Aktiv digital gewissermaßen - ist eine interessante Alternative zu den Konzepten, die ich bisher kennengelernt habe. [Wenn nun auch noch sensorisch geregelte Chassis zum Einsatz kämen, würde ich vielleicht schwach werden. :lol: ]

Der sorgfältig bedämpfte Hörraum hat mir wieder einmal bewußt gemacht, was für einen langen Weg ich noch vor mir habe. Das Ergebnis ist ein beeindruckend neutraler und präzise-kohärenter Klangeindruck. Trotz des vom Grundriss eigentlich nicht idealen Hörraums sind keine störenden Moden hörbar, selbst bei sehr kritischen Bass-Stücken. Das macht die passive Bedämpfung und vor allem aber der Einsatz von Acourate zur Raum"korrektur". Gerade bei tiefen Frequenzen kann letzteres - konsequenzt zu Ende gedacht - der Königsweg sein. Das wurde während der Hörsitzungen sehr deutlich.

Für meine zukünftige Falterei habe ich viele Infos mitgenommen. Ein ganzer Sack voller Antworten auf meine Fragen. Ich hoffe, einige meiner Raumprobleme damit lösen zu können. Dabei geht es sowohl um Stereo (mit AcourateNAS) als auch um Mehrkanalanwendungen (Online Convolving mit JRiver als Player) auch unter Einbeziehung des Double Bass Arrays , das ich geplant habe. Über die Ergebnisse werde ich berichten, zu gegebener Zeit.

Schließlich hat Uli mir einen Blick hinter die Kulissen seiner Arbeit als Vollblut-Entwickler erlaubt - und einen Höreindruck der neuesten Entwicklungen. Hmmmm Leute, da kommt etwas auf uns zu. Wir sollten in den kommenden Tagen und Wochen die Berichte von Uli und auch von Hans-Martin aufmerksam lesen...

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon hornblower » 20.06.2012, 07:21

Hallo Uli,

so einen ähnlichen Raum hatte ich früher auch einmal. Du schreibst

Nachhall RT60 breitbandig gleichmässig so ca. 0,35 sek

Daran habe ich Zweifel. Bei dem Bedämpfungsaufwand sollte die Nachhallzeit ab dem unteren Mittelton aufwärts deutlich unter 0,35 sek. liegen. Sieht mir fast so aus, als würdest Du Dich am äußersten Limit in Richtung "schalltot" bewegen. Der Bass hingegen müsste, vorausgesetzt Du hast keine Bassabsorber/Resonatoren (Platte oder Helmholtz) eingesetzt, bei ca. 60 Hz einen derben Peak haben. Den musst Du ja, Deinem glatten FG folgend, mit Acourate weggefiltert haben.

Gruß Andreas
hornblower
 

Beitragvon uli.brueggemann » 20.06.2012, 07:38

Andreas,

wenn ich 0,35 sek geschrieben habe, so war das ein Fehler, es sind eher 0,25 sek.

Ein Bild hierzu:

Bild

Mit dem Peak bei 60 Hz liegst Du richtig. Der Basspegel ist hier durch Acourate entsprechend abgesenkt, was aber die Raumphysik selbst nicht ändert. Es wird nur weniger angeregt.

Der Raum ist nicht überbedämpft, die Toleranzgrenzen entsprechen der DIN. Gemäß Studionorm EBU müssten die Grenzen nochmals tiefer liegen, so etwa bei 0,17 sek in der Toleranzmitte.

Grüsse
Uli
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