Kopfhörer-Korrektur mit Acourate

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Beitragvon Krümel » 20.08.2016, 08:40

Ahja das war mir neu.
Na da bin ich mal gespannt, wenn ich das Teil im Mai bekomme.

Nach der JamCam in London hat die Nachfrage bei Kickstarter nochmal deutlich zugelegt.
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Beitragvon Hans-Martin » 05.09.2016, 23:04

Hallo,
zum Thema Messen von Kopfhörern hat AudioPrecision einen schönen Artikel geschrieben, nach Registrierung kann man sich den herunterladen (Direktlink per PN von mir). Eine einfache Lösung gibt es nicht, wie mir Thomas Fedtke im Gespräch bestätigte. Zu unterschiedlich sind die Aufgaben, die man mit dem KH lösen möchte.
Eine wäre bei der Musikwiedergabe, per KH das optimal zu entzerren, was für Lautsprecherwiedergabe im Diffusfeld abgemischt wurde. Völlig anders hingegen die Anforderungen an den KH bei Wiedergabe von Aufnahmen in Kunstkopfstereophonie.
Soll ein KH so klingen wie ein LS?
Wenn ein Smyth Research Realiser8 sich noch von Realiser 10 in der Charakteristik unterscheidet, erübrigt sich die Frage nach dem optimalen KH-Verhalten - ansonsten müsste ein solcher Hersteller eine klare Meinung dazu haben, welche Eigenschaften der KH mitbringen muss, wie man diese am besten misst. Und genau das macht Smyth, nach seinen Kriterien. Es wäre interessant zu wissen, wie diese Kriterien beschaffen sind.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hornguru » 06.09.2016, 11:38

Moin Hans Martin

Manche Dinge muss man zwecks Gewissheit wohl erst einmal selbst erleben.
Beim Kopfhörer ist mir noch zu viel "subjective Interpretation" in der Bewertung.

Peter ist momentan recht erfolgreich mit seiner Messbox und hat mir erste Ergebnisse geteilt.
Sieht sehr sehr gut aus! Hätte nicht gedacht dass es so gut laufen wird.
Bin gespannt aufs Nachahmen und Testhören.

Gruß
Josh
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Beitragvon Hans-Martin » 06.09.2016, 12:51

Hallo Josh,
ich habe gerade beim Einmessen mit RoomPerfect den Messton gehört und dabei den Kopf bewegt, einmal die Nase auf den Lautsprecher gerichtet, und dann zur Stereomitte geschwenkt. Es ist erstaunlich, wie stark die Klangfarbe sich ändert.
Das allein schon zeigt, dass man einen Stereolautsprecher mit glattem FG zwar als Referenz benutzen kann, aber nur bei definiertem Hörwinkel, und beim Kopfhörer wissen wir, dass etwas Verrücken auf dem Ohr auch dasselbe Signal am Trommelfell unterschiedlich ankommen lässt.
Nimmt man nun Terzrauschen zum Vergleich, um per Equalizer anhand des eingemessenen LS -Signals auch den KH zu linearisieren, wird man um ein gewisses Toleranzfeld nicht herumkommen.
Die beim IRT München durchgeführte Diffusfeldkorrektur hatte Abweichungen bei den Probanden um über 6dB.
Wenn man bedenkt, dass man 0,1dB als Hörschwelle annehmen darf...
Da wünscht man sich doch verlässliche Messtechnik.
Ich würde mir eine kleine Kapsel im äußeren Gehörgang vorstellen, aber wie kalibriert man die -im Ohr, oder frei oder in einer planen Grenzfläche...?
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hornguru » 06.09.2016, 13:03

Hi Hans Martin

Da wünscht man sich doch verlässliche Messtechnik.


ICH AUCH :D
Das Schlimmste ist ja die Wahrnehmung von dB ist beim Menschen ja von der Breitbandigkeit abhängig.
Korrekturen über 3-4 Oktaven hört man 0.1dB.
Bei einer Oktave vielleicht noch 6 (geübt 3).
Schmalbandige Peaks eher 6+. Bei Musik kann eine schmale vierteloktav Resonanz von 6dB selbst dem geübten Ohr unbemerkt bleiben.
Und subjective Abstimmungen neigen zu Badewanne. Insbesondere dem 4khz dip.

Die veränderte Wahrnehmung von Messsignalen bei Kopfbewegung hast du aber auch wenn du immer die gleiche Perspektive zum LS behältst. Der Raum dürfte da noch dramatischer wirken als der Kopf selbst.

Ich höre jedenfalls bei Musik (Impulsive, kein eingeschwungenes Klavir/Streicher etc Sinusähnlicher klang) keinen relevanten Klangunterschied bei Kopfbewegung innerhalb des Kopfradius am Hörplatz.
Bei meinen Hörnern jedenfalls, die strahlen sehr breit ab (-3dB @60°).
Beim Elektrostaten darf ich nicht mal die Nase rümpfen.
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Beitragvon pschelbert » 06.09.2016, 23:07

Hans-Martin hat geschrieben:Hallo,
zum Thema Messen von Kopfhörern hat AudioPrecision einen schönen Artikel geschrieben, nach Registrierung kann man sich den herunterladen (Direktlink per PN von mir). Eine einfache Lösung gibt es nicht, wie mir Thomas Fedtke im Gespräch bestätigte. Zu unterschiedlich sind die Aufgaben, die man mit dem KH lösen möchte.
Eine wäre bei der Musikwiedergabe, per KH das optimal zu entzerren, was für Lautsprecherwiedergabe im Diffusfeld abgemischt wurde. Völlig anders hingegen die Anforderungen an den KH bei Wiedergabe von Aufnahmen in Kunstkopfstereophonie.
Soll ein KH so klingen wie ein LS?
Wenn ein Smyth Research Realiser8 sich noch von Realiser 10 in der Charakteristik unterscheidet, erübrigt sich die Frage nach dem optimalen KH-Verhalten - ansonsten müsste ein solcher Hersteller eine klare Meinung dazu haben, welche Eigenschaften der KH mitbringen muss, wie man diese am besten misst. Und genau das macht Smyth, nach seinen Kriterien. Es wäre interessant zu wissen, wie diese Kriterien beschaffen sind.
Grüße Hans-Martin


Hallo Hans-Martin

eine Aufgabe des Realiser ist Lautsprecherwiedergabe auf KH zu entzerren. Und dabei soll der Lautsprecher eben wegfallen ach dessen Fehler. Also wie Lautsprecher aber eben viiiiel besser.

Das Ding ist sehr flexibel (DSP) kann also auf verschiedenstes programmmiert werden. Bin ja mal gespannt. Die Idee ist glaube auch dass User dies und jenes erstellen und es dan hochladen zur Verwendung anderer User.
Jedenfalls ein interssantes Experimentierfeld. Es hat einen Hochmixer von Stereo zu Sourround drin (Software, Algorithmen von Illusonic). Dürfte was taugen, habe Illusonic auch sont schon gehört auf anderer Hardware (haben selber).

Peter
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Beitragvon pschelbert » 06.09.2016, 23:14

Hans-Martin hat geschrieben:Hallo Josh,
ich habe gerade beim Einmessen mit RoomPerfect den Messton gehört und dabei den Kopf bewegt, einmal die Nase auf den Lautsprecher gerichtet, und dann zur Stereomitte geschwenkt. Es ist erstaunlich, wie stark die Klangfarbe sich ändert.
Das allein schon zeigt, dass man einen Stereolautsprecher mit glattem FG zwar als Referenz benutzen kann, aber nur bei definiertem Hörwinkel, und beim Kopfhörer wissen wir, dass etwas Verrücken auf dem Ohr auch dasselbe Signal am Trommelfell unterschiedlich ankommen lässt.
Nimmt man nun Terzrauschen zum Vergleich, um per Equalizer anhand des eingemessenen LS -Signals auch den KH zu linearisieren, wird man um ein gewisses Toleranzfeld nicht herumkommen.
Die beim IRT München durchgeführte Diffusfeldkorrektur hatte Abweichungen bei den Probanden um über 6dB.
Wenn man bedenkt, dass man 0,1dB als Hörschwelle annehmen darf...
Da wünscht man sich doch verlässliche Messtechnik.
Ich würde mir eine kleine Kapsel im äußeren Gehörgang vorstellen, aber wie kalibriert man die -im Ohr, oder frei oder in einer planen Grenzfläche...?
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Hallo Hans-Martin

ja das Verrücken des Höreres umd Ohr ändert leicht aber nicht dramatisch den FG. Die FG verschiedener Hörer sind aber dramatisch verschieden, also nichts mit +-0.1dB. Mit +-6 bis +-15 dB bist dabei...
Kein Wunder tönt es so stark verschieden.

Ja die Frage ist wie der FG aussehen soll 90% also direkt seitlich? Linear oder nicht?
Die Kavität Kopf zu Hörer, heisst die Muschel ist ein Hohlraum der gewisse Resonanzeffekte zeigt. Muss das so sein oder soll das weg?
Je nach Hörertyp sehr ausgeprägt.

Peter
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Beitragvon Sathimas » 25.09.2016, 14:17

Also ich wäre sehr an einem Filter für den LCD2 interessiert :-)

Ich habe den Thread jetzt nur überflogen - hat es denn schon jemand richtig ausprobiert?
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Beitragvon Hans-Martin » 25.09.2016, 16:28

Hallo,
ein Titelthema der STEREO im November 1983 ging um Kopfhörervergleich und Messung am Ohr.
Man hat ein Sondenmikrofon in das Ohr eingesetzt und vergleichende Messungen gemacht, dann den Bezug zum Höreindruck hergestellt. Es ging von S. 20 bis 41 um dynamische Hörer von AKG K340 Beyerdynamik DT880Studio, Jecklin Float Model1, Koss Pro4X zu Elektret AudioTechnica ATH8, Sennheiser Unipolar2002, Stax SR60, und Voll-Elektrostaten Jecklin Float, Stax SR Lambda Professional. Die Messdiagramme zeigten Diffusfeldübertragungsmaß, Messung am künstlichen Ohr und Klirrfaktor.
Allerdings wurde das Diffusfeldübertragungsmaß auf einem Umweg erstellt, indem der beim IRT München im Hallraum gemessene Lambda als Referenz genommen wurde und die anderen Hörer wurde damit vergleichend gemessen, eine Methode ähnlich wie bei einer Mikrofonkalibrierung. Es wurden dafür 5 Personen mit Mikrofon ausgestattet und die Streuung der individuellen Ohren grafisch festgehalten und dargestellt.
Der Weg über das Diffusfeldübertragungsmaß kommt dem Klangeindruck am nächsten, jedoch weist der Bericht explizit darauf auch hin, dass Klirr, Impedanzverhalten und Impulsverhalten den Klangeindruck mit prägen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon pschelbert » 25.09.2016, 22:37

Sathimas hat geschrieben:Also ich wäre sehr an einem Filter für den LCD2 interessiert :-)

Ich habe den Thread jetzt nur überflogen - hat es denn schon jemand richtig ausprobiert?



Hallo

ja ich hab mit acourate mal Filter für HD800 und AKG702 probiert. Die Filterfiles sind gemessen worden an einem anderen Exemplar, nicht an meinem Hörer.
Noch nicht so ganz überzeugend.
Ich habe auch noch Binaural-Filter (Ircam HearV3) eingeschaltet probiert.

Messvorrichtung habe ich mehr oder weniger fertig, ebenso Mikrokalibrierung.
Einige Hörer kann ich besorgen. Werde in nächster Zeit mal messen. Eien LCD2 habe ich aber nicht zur Hand.

Peter
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